Während des gesamten 20. Jahrhunderts kam es zu einer ganzen Reihe von Firmenübernahmen. Diese traten zumeist gehäuft, in Wellen, auf, jedoch waren diese in ihrem Ausmaß und ihrer Richtung sehr unterschiedlich. In den 60er Jahren kam es oftmals zu Branchenübergreifenden Firmenzusammenschlüssen, was zu einer Bildung von Konglomeraten, großen, diversifizierten Konzernen, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten von Amerika führte. In den 80ern fiel der Großteil der Aktivitäten auf so genannte Zerschlagungsübernahmen. Dies bedeutet, dass die in den 60er Jahren entstandenen Konglomerate aufgekauft, systematisch in ihre Bestandteile geteilt und diese neu entstandenen, kleineren Teile dann verkauft wurden.Die letzte große Welle fand in den 1990er Jahren statt. Hier waren es wieder Übernahmen, diesmal jedoch weltweit („cross-country“) und im Gegensatz zu den 60er Jahren hauptsächlich innerhalb derselben Branche.Aus Abb. 1 ist die sprunghafte Zunahme der M&A-Aktivitäten erkennbar und das obwohl dort lediglich solche Firmenübernahmen berücksichtigt sind, die unter Beteiligung von US-Unternehmen stattfanden. Allein im Jahr 2004 gab es weltweit ungefähr 48.500 M&A-Transaktionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Grundlagen und Begriffsklärung
2. Der Akquisitionsprozess
2.1. Übernahmearten: Share Deal vs. Asset Deal
2.2. Motive für eine Akquisition
2.2.1. Marktwert steigernd
2.2.2. Nicht Marktwert steigernd
2.2.3. “Dubious Reasons” – zweifelhafte Gründe
2.3. Erwerbswege
2.4. Nach erfolgreichem Kauf
3. Der Due Diligence Prozess
3.1. Gründe für eine Due Diligence
3.2. Arten
3.3. Bewertungsverfahren
3.4. Quantitative Verfahren
3.4.1. Vergleichsverfahren
3.4.2. Ertragswertverfahren
3.4.3. Discounted-Cash-Flow-Verfahren
3.4.4. Substanzwertverfahren
3.5. Qualitative Verfahren – “Leise Zeichen”
3.6. Auswirkungen auf die Übernahme
4. Fazit
4.1. Kritische Würdigung
4.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentralen Verfahren der Unternehmensbewertung, die im Rahmen einer Financial Due Diligence bei Mergers & Acquisitions (M&A) Anwendung finden, um den Wert von Zielunternehmen zu ermitteln und fundierte Übernahmeentscheidungen zu unterstützen.
- Grundlagen des Akquisitionsprozesses und der Due Diligence
- Analyse der Beweggründe für Unternehmensübernahmen
- Vergleichende Darstellung quantitativer Bewertungsverfahren (z. B. DCF, Ertragswert)
- Bedeutung qualitativer Bewertungsansätze bei M&A-Transaktionen
- Kritische Würdigung der Bewertungsmethoden in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3.4.1.Vergleichsverfahren
Dieses Verfahren, auch als Multiplikatormethode bezeichnet, wird in der Praxis häufig vor den später genannten Diskontierungsmethoden eingesetzt, da es mit „relativ“ geringerem Aufwand erste Indikationen für den Wert liefert und das Ergebnis leicht kommunizierbar ist. Ein weiterer Vorteil ist die Zugänglichkeit der Informationen, die zumindest bei Kapitalgesellschaften offen gelegt, und damit leicht zu beschaffen sind.
Zur Wertermittlung des Zielunternehmens werden vergleichbare Unternehmen derselben Branche herangezogen, die ihm in Hinblick auf: Markt, Produkte, Wettbewerbssituation, Management, Ergebnis, Rücklagen, Kapitalstruktur und Bonität ähneln. Im Gegensatz zu den USA gibt es hierfür in Deutschland jedoch keine gesetzlichen Regelungen. In der Praxis werden aber auch etwas niedere Maßstäbe akzeptiert und auch Ähnlichkeit von Größen, wie Umsatz, Jahresüberschuss und die operativen Ergebnisse vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBIT, EBITDA) werden bereits als ausreichend betrachtet.
Das zugrunde liegende Konzept sieht wie folgt aus: Zuerst wird ein Verhältnis aus dem Unternehmenswert eines Vergleichsobjektes (VV) und einer weiteren bekannten Kenngröße (XV) gebildet und gleichgesetzt mit dem zu bestimmenden Wert des Zielunternehmens (VB), der ebenfalls zu einer entsprechenden, bekannten Kenngröße (XB) ins Verhältnis gesetzt wurde. Durch Umformung: VB = XB x (VV / XV), kann der gesuchte Wert durch Multiplikation des Vergleichswertes mit der bekannten Kenngröße des Zielunternehmens annäherungsweise ermittelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung von Unternehmensübernahmen ein und erläutert die Zielsetzung sowie die begrifflichen Grundlagen der Arbeit.
2. Der Akquisitionsprozess: Hier werden die verschiedenen Übernahmearten, Motive für Akquisitionen sowie die unterschiedlichen Erwerbswege und Integrationsschwierigkeiten beleuchtet.
3. Der Due Diligence Prozess: Das Kernstück der Arbeit beschreibt die Gründe für Due Diligence Prüfungen, die verschiedenen Arten sowie detailliert die quantitativen und qualitativen Bewertungsverfahren.
4. Fazit: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit kritisch gewürdigt und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im M&A-Markt gegeben.
Schlüsselwörter
Mergers & Acquisitions, Financial Due Diligence, Unternehmensbewertung, Akquisitionsprozess, Share Deal, Asset Deal, Ertragswertverfahren, Discounted-Cash-Flow-Verfahren, Multiplikatormethode, Marktwert, Synergieeffekte, Unternehmenskauf, Kapitalmarktrecht, Unternehmensintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Verfahren zur Unternehmensbewertung, die im Rahmen einer Financial Due Diligence bei Mergers & Acquisitions Transaktionen angewendet werden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen den Akquisitionsprozess, die verschiedenen Arten der Due Diligence, quantitative Bewertungsverfahren und die Rolle qualitativer Faktoren bei Unternehmensübernahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie der Wert eines Zielunternehmens im Rahmen einer Financial Due Diligence methodisch ermittelt werden kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende betriebswirtschaftliche Verfahren der Unternehmensbewertung im Kontext von M&A detailliert dargestellt und kritisch verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Akquisitionsprozess, den Due Diligence Prozess mit Fokus auf quantitative (Vergleichs-, Ertrags-, DCF-, Substanzwert-) sowie qualitative Bewertungsverfahren und deren Auswirkungen auf die Übernahmeentscheidung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mergers & Acquisitions, Financial Due Diligence, Unternehmensbewertung, Share Deal, Asset Deal und Discounted-Cash-Flow.
Warum wird im Vergleichsverfahren meist ein Mittelwert gebildet?
Die Bildung eines Mittelwerts aus verschiedenen Vergleichsunternehmen dient dazu, das Ergebnis zu glätten und eine verlässliche Spanne für den Wert des Zielunternehmens zu erhalten.
Was unterscheidet das DCF-Verfahren von der Ertragswertmethode?
Während die Ertragswertmethode primär die Ausschüttungen an die Eigenkapitalgeber fokussiert, bietet das DCF-Verfahren durch Ansätze wie den WACC- oder APV-Ansatz differenziertere Möglichkeiten zur operativen Wertbestimmung.
Warum sind laut Autor „Leise Zeichen“ bei der Bewertung wichtig?
Qualitative Faktoren wie Unternehmenskultur, Human- und Sozialkapital sind oft unsichtbar, entscheiden jedoch maßgeblich über den langfristigen Erfolg oder das Scheitern einer Integration.
- Quote paper
- Olaf Heinzel (Author), 2006, Verfahren zur Unternehmensbewertung bei einer Financial Due Diligence im Rahmen von Mergers & Acquisitions, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59983