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Der Sprachgebrauch der Nationalsozialisten

Título: Der Sprachgebrauch der Nationalsozialisten

Trabajo de Seminario , 2004 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Andreas Graw (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Kurt Lenk bezeichnet das nationalsozialistische Regime als „Ausdrucksideologie“. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein in sich geschlossenes Gebilde darstellt, sondern aus einem Gemenge verschiedener anderer Ideologien besteht. Das wichtigste Mittel dieser Ausdrucksideologien ist das Schwarz-Weiß-Denken, hier sind wir, die Guten, und auf der anderen Seite ist der Feind.1 Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem wichtigsten Mittel der Ausdrucksideologie, nämlich mit der Sprache.

Zunächst wird die politische Sprache genauer betrachtet. Eine klare Trennung des Politischen vom Privaten ist zwar nicht möglich. Denn die Politik wurde durch die gleichgeschalteten Massenmedien in jedes Wohnzimmer transportiert. Es soll hier jedoch unterschieden werden zwischen der direkten Einwirkung auf den Alltag der Menschen und der indirekten Einflussnahme durch politische Rhetorik in Reden oder etwa auf Wahlplakaten.

In einem letzten Schritt soll schließlich geklärt werden, ob sich 1945 mit dem Ende der NS-Herrschaft die deutsche Sprache geändert hat, oder ob es vielleicht Kontinuitäten gibt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die politische Sprache der Nationalsozialisten

2.1 Semantik

2.2 Superlativ

2.3 Adjektiv-Attribute

3. Sprachliche Einwirkung auf den Alltag

3.1 Plakate, Zeitungsanzeigen und Anordnungen

3.2 Sprachregelung im Pressewesen

3.3 Neuwörter und „verordneter“ Bedeutungswandel

4. 1945: Bruch oder Kontinuität in der deutschen Sprache?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den spezifischen Sprachgebrauch der Nationalsozialisten und analysiert, wie durch rhetorische Mittel, gezielte Sprachregelungen und semantische Manipulationen die deutsche Sprache als Werkzeug zur ideologischen Beeinflussung und Vorbereitung auf den Krieg instrumentalisiert wurde.

  • Analyse der nationalsozialistischen politischen Rhetorik und ihrer Wortfelder
  • Untersuchung der Wirkung von Sprachmanipulation auf den Alltag der Bevölkerung
  • Erforschung der Instrumentalisierung von Begriffen durch die NS-Propaganda
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Frage nach sprachlicher Kontinuität nach 1945

Auszug aus dem Buch

2.1 Semantik

Die drei großen Wortfelder, aus denen sich die Nationalsozialisten bedienten, waren zum einen der Sport, der naturwissenschaftlich-technische Bereich und– besonders seit Kriegsausbruch – das Militär, die kriegerische Sprache.

Die Verwendung des Vokabulars aus dem sportlichen Bereich unterstrich die Wichtigkeit der körperlichen Ertüchtigung für das NS-Regime. Diese war weit wichtiger als die geistige Fitness des deutschen Volkes, denn wer weit rennt, dem fehlt die Zeit zum Innehalten und Nachdenken. Auch heute sprechen Politiker zum Beispiel von einer Regierungs-Mannschaft oder demonstrieren Nähe zu Sportlern. Gemein ist den Politikern von heute und damals die angestrebte Volksnähe in der Sprache. Bei den Nationalsozialisten ging es jedoch zusätzlich um den Geist des Sports, etwa um das Wiederaufstehen in aussichtloser Lage.

Propagandaminister Joseph Goebbels, der seine grausamsten Metaphern dem Boxsport entnahm, kommentierte die vernichtende Niederlage in Stalingrad wie folgt:

„Wir wischen uns das Blut aus den Augen, damit wir klar sehen können, und geht es in die nächste Runde, dann stehen wir fest auf den Beinen.“ (Sept. 1943)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Begriff der „Ausdrucksideologie“ nach Kurt Lenk ein und skizziert die methodische Unterscheidung zwischen politischer Rhetorik und der Alltagssprache im NS-Regime.

2. Die politische Sprache der Nationalsozialisten: Dieses Kapitel analysiert zentrale sprachliche Stilmittel der NS-Redner, insbesondere die Nutzung spezifischer Wortfelder aus Sport und Technik sowie den inflationären Gebrauch von Superlativen und Adjektiv-Attributen.

3. Sprachliche Einwirkung auf den Alltag: Der Fokus liegt hier auf den Methoden, mit denen das Regime die Sprache außerhalb der politischen Reden gleichschaltete, etwa durch gezielte Anordnungen in Presse, Alltagskommunikation und die Einführung neuer Begriffe.

4. 1945: Bruch oder Kontinuität in der deutschen Sprache?: Dieses Kapitel untersucht, inwieweit nationalsozialistische Sprachmuster über das Jahr 1945 hinaus in der deutschen Sprache fortbestanden oder durch institutionelle Änderungen ersetzt wurden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sprache unter dem NS-Regime primär als willkürliches Werkzeug zur ideologischen Durchsetzung und Kriegsvorbereitung diente und das deutsche Vokabular teilweise dauerhaft prägte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Ausdrucksideologie, Politische Rhetorik, NS-Propaganda, Sprachregelung, Gleichschaltung, Semantik, Superlativ, Nominalisierung, Kriegsführung, Ideologie, Sprachwandel, Freund-Feind-Schema, Massenmedien, Historische Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den spezifischen Sprachgebrauch im Nationalsozialismus und zeigt auf, wie Sprache gezielt als Mittel zur ideologischen Manipulation und politischen Steuerung eingesetzt wurde.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die Analyse politischer Reden, die Beeinflussung der Alltagssprache, der Einfluss auf das Pressewesen sowie die Frage nach sprachlichen Kontinuitäten über das Jahr 1945 hinaus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Instrumentalisierung der deutschen Sprache durch das NS-Regime sowie die Klärung, ob und wie diese Ära den Wortschatz dauerhaft verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine linguistische Analyse politischer Rhetorik und wertet zeitgenössische Quellen, Reden sowie fachwissenschaftliche Literatur von Experten wie Victor Klemperer oder Utz Maas aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die semantische Nutzung von Wortfeldern (Sport, Militär, Technik), die grammatikalischen Besonderheiten wie Superlative und Adjektiv-Attribute sowie die staatliche Steuerung der Presse und des allgemeinen Sprachgebrauchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Nationalsozialismus, Ausdrucksideologie, Gleichschaltung, Propaganda, politische Rhetorik und sprachliche Kontinuität.

Wie prägte der „Boxsport“ die Rhetorik von Goebbels?

Goebbels nutzte Boxmetaphern, um kriegerische Niederlagen oder politisches Durchhaltevermögen als sportlichen Kampf umzudeuten und den Menschen die Idee des „Wiederaufstehens“ in ausweglosen Situationen zu vermitteln.

Was bedeutet der „verordnete“ Bedeutungswandel anhand des Beispiels „fanatisch“?

„Fanatisch“ wandelte sich im NS-Gebrauch von einem negativ belegten Begriff hin zu einem positiven Ideal, um die absolute, rücksichtslose Hingabe zur Partei und zum „Führer“ zu legitimieren.

Warum wurde das Wort „Völkerbund“ im Dritten Reich getilgt?

Die Tilgung sollte verhindern, dass positive oder friedliche Assoziationen geweckt wurden, da der „Völkerbund“ ein Symbol für eine internationale Friedensordnung war, die nicht in die nationalsozialistische Ideologie passte.

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Detalles

Título
Der Sprachgebrauch der Nationalsozialisten
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen
Calificación
1,0
Autor
Andreas Graw (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
15
No. de catálogo
V60035
ISBN (Ebook)
9783638538039
ISBN (Libro)
9783638782531
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprachgebrauch Nationalsozialisten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andreas Graw (Autor), 2004, Der Sprachgebrauch der Nationalsozialisten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60035
Leer eBook
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