Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Near East, Near Orient

Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran

Title: Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Annett Lengner (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der „Gottesstaat“ Iran hat eine, im Vergleich zu anderen Staaten im nahen und mittleren Osten, relativ demokratische Verfassung. Es gibt eine breite gebildete Mittelschicht, sowie eine Bildungselite. Die Alphabetisierungsrate beträgt ca. 85%. Gleichzeitig zählt Iran zu einem der Länder mit der höchsten Selbstmordrate weltweit, sowie einem hohen Anteil von Drogenkonsum in der Bevölkerung. Es gibt wirtschaftliche und soziale Spannungen, eine hohe Arbeitslosenquote, viele Iraner leben unterhalb der Armutsgrenze. Gleichwohl erweist sich das politische System als verhältnismäßig stabil. An dieser Stelle stellt sich mir die Frage wie kommt diese Stabilität zustande. Wie und warum werden die Herrschenden in Iran legitimiert?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

3. Das politische System der islamischen Republik Iran

4.Legitimation von Herrschaft im Schiismus

5. Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran

5.1 Historische Hintergründe

5.2 Die Islamische Revolution

5.3 „Institutionalisierung des Charismas“

5.4 Legitimation des Herrschaftssystems nach Ruhollah Khomeini

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Stabilität des politischen Systems der Islamischen Republik Iran und analysiert, wie die Herrschenden ihre Macht legitimieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie trotz Legitimationsdefiziten und gesellschaftlicher Unzufriedenheit eine dauerhafte Stabilität des theokratischen Systems erreicht wird.

  • Grundlagen der Herrschafts- und Legitimationskonzepte nach Max Weber
  • Struktur des politischen Systems und die Rolle der geistlichen Führung
  • Die religiösen Legitimationsmuster innerhalb des Schiismus
  • Historische Entwicklung, Bedeutung der Islamischen Revolution und des Charismas
  • Instrumentalisierung von Religion, Feindbildern und politischer Repression zur Herrschaftssicherung

Auszug aus dem Buch

5.3. „Institutionalisierung des Charismas“

Die charismatische Herrschaft an sich ist instabil. Der charismatische Führer muss seinen Anhängern fortwährend beweisen, dass er ihrer Hingabe würdig ist. „Er muss Wunder tun, wenn er ein Prophet, Heldentaten, wenn er ein Kriegsführer sein will“ (Max Weber, 1976, S.656). Geht jedoch der revolutionäre Charakter der charismatischen Herrschaft in den Alltag über, ist sie in ihrer reinen Form nicht mehr aufrecht zu erhalten. Sowohl der Herrschende als auch die Beherrschten streben meist nach Stabilität. Die charismatische Herrschaft muss durch Strukturen ergänzt und somit institutionalisiert werden. (vgl. Weber, 1976, S.661)

Diese Entwicklung vollzog sich auch in Iran nach der Revolution. Im März 1979 wurde der Iran per Volksentscheid mit 97 Prozent der Stimmen zur islamischen Republik erklärt. Die im November, ebenfalls über ein Referendum, verabschiedete islamische Verfassung, stellt die endgültige Institutionalisierung und gleichzeitig den legalen Rechtsanspruch der Herrschaft der Obersten Rechtsgelehrten da. (vgl. Kauz, 2000, S.305)

Obwohl die Institutionalisierung gelungen war musste Khomeini sein Charisma aufrechterhalten, um die anhaltenden Spannungen in Iran zu unterbinden und sein Herrschaftssystem zu sichern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage zur Stabilität und Legitimation der Herrschaft im Iran.

2. Theoretische Grundlagen: Klärung der Begriffe Macht, Herrschaft und Legitimation anhand von Max Weber sowie dem Modell des sozialen Wandels.

3. Das politische System der islamischen Republik Iran: Darstellung der verfassungsmäßigen Struktur und der Kompetenzen der politischen Akteure.

4.Legitimation von Herrschaft im Schiismus: Analyse der religiösen Grundlagen und der Bedeutung des schiitischen Glaubens für das Herrschaftsverständnis.

5. Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran: Hauptteil, der die historische Entwicklung, die Revolution und den Prozess der Institutionalisierung untersucht.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Stabilität des Systems trotz Legitimationsproblemen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Online-Materialien.

Schlüsselwörter

Legitimation, Herrschaft, Iran, Schiismus, Islamische Revolution, Ruhollah Khomeini, Ali Khamenei, Politische Stabilität, Institutionen, Religion, Macht, Charisma, Wächterrat, Velayat-e-faqih, Identitätsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des politischen Systems der Islamischen Republik Iran und untersucht insbesondere die Mechanismen, durch die Herrschaft legitimiert und Stabilität aufrechterhalten wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Macht und Legitimität, die Rolle der schiitischen Geistlichkeit, die Bedeutung der Islamischen Revolution von 1979 sowie der Einfluss von Religion auf die staatliche Stabilität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum das politische System im Iran trotz wirtschaftlicher und sozialer Spannungen sowie eines spürbaren Legitimationsdefizits als verhältnismäßig stabil gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf politikwissenschaftliche Theorien, insbesondere das Herrschaftskonzept von Max Weber sowie das Modell des sozialen Wandels von Hoffmann-Nowotny, um die politischen Strukturen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe, den Verlauf der Islamischen Revolution, die Institutionalisierung des Charismas von Khomeini und die Versuche der Herrschaftssicherung durch das heutige Regime.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Legitimation, Herrschaft, Schiismus, Islamische Republik, Charisma und politische Stabilität.

Wie wirkt sich die „Institutionalisierung des Charismas“ auf den Iran aus?

Sie beschreibt den Prozess, in dem die ursprüngliche charismatische Führung von Ruhollah Khomeini in ein festes verfassungsrechtliches System überführt wurde, um die Herrschaft der Rechtsgelehrten dauerhaft zu sichern.

Warum wird heute ein „Legitimationsdefizit“ im Iran beobachtet?

Da Nachfolger wie Ali Khamenei nicht über das gleiche religiöse Ansehen oder Charisma verfügen wie der Staatsgründer Khomeini, ist die Akzeptanz der Führung in Teilen der Bevölkerung gesunken.

Welche Rolle spielen äußere Faktoren bei der Legitimation?

Das Regime nutzt außenpolitische Konflikte, wie den Atomstreit oder Feindbilder gegenüber dem Westen, um von inneren Problemen abzulenken und den Zusammenhalt der Bevölkerung zu erzwingen.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran
College
Bochum University of Applied Sciences
Course
Die politischen Systeme des Nahen und Mittleren Ostens im Vergleich
Grade
1,3
Author
Annett Lengner (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V60134
ISBN (eBook)
9783638538862
ISBN (Book)
9783638667043
Language
German
Tags
Legitimation Herrschaft Republik Iran Systeme Nahen Mittleren Ostens Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annett Lengner (Author), 2006, Legitimation von Herrschaft in der islamischen Republik Iran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60134
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint