Exegese Psalm 146


Hausarbeit, 2006

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Hinführung

2 Übersetzungsvergleich

3 Kontext und Abgrenzung

4 Analyse der Textstruktur
4.1 Kohäsion – Ebene der Textoberfläche
4.2 Kohärenz – Ebene der Textstruktur
4.3 Gliederung
4.4 Pragmatik

5 Textentstehung

6 Form- und Gattungskritik

7 Traditionen und Motive

8 Historischer Ort des Textes

9 Ertrag

10 Ausblick

11 Literatur- & Quellenverzeichnis

12 Anhang

1 Hinführung

»Entscheidend ist, dass jede Zeit ihre eigene Auslegung, ihr eigenes

Erlebnis der Bibel findet und sie stets neu verlebendigt.

Dann wird sie nie Opium sein, sondern ein Licht,

das immer wieder in eine dunkle Welt hinein-

leuchtet und sie zu erhellen versucht.«[1]

(Robert Jungk)

Mit diesen einleitenden Worten von Robert Jungk möchte ich meine Hausarbeit beginnen. Zum einen, weil mir während meiner Exegese des Psalms 146 aufgefallen ist, dass durch unterschiedliche Methoden eine gewisse Distanz zu dem Text gewahrt wird. Zum anderen wird durch den häufigen Kontakt immer auch die Nähe zum Text gesucht. Aus diesem Grund ist jede neue Herangehensweise zumal ein Erlebnis und auch im gewissen Sinne eine Verlebendigung des Wortes Gottes.

Der Psalm 146 soll in dieser Proseminararbeit analytisch aufbereitet werden. Thematisch geht der Text einerseits auf die Vergänglichkeit eines jeden Menschen ein „denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden“[2]. Andererseits schenkt er Hoffnung im Tod, und zwar dem Menschen, „dessen Hilfe der Gott Jakobs ist“[3].

Ziel dieser Arbeit ist es, durch bestimmte Hilfsmittel und Methoden diesen Text so weit wie möglich nachzuvollziehen, wie der Autor ihn gemeint hat. Dazu ist es notwendig, sich sowohl mit der sprachlichen Gestalt als auch mit den historischen Hintergründen des Textes sowie mit den Beweggründen des Verfassers und der Zielgruppe auseinander zu setzen.

2 Übersetzungsvergleich

Im Folgenden soll ein Vergleich mehrerer Bibelübersetzungen und eines Kommentars des zu bearbeitenden Textes dargestellt werden.[4] Ziel ist es, eine der Übersetzungen als Grundlage für diese Hausarbeit zu nutzen.

Auffallend ist, dass Luther sich am deutlichsten von den anderen Übersetzungen abhebt. Beispielsweise verwendet er in Vers 2 das Verb „lobsingen“[5], während aus der Elberfelderübersetzung und des Kommentars die Handlung mit dem Verb „spielen“[6] beschrieben wird. Ein ähnliches Phänomen tritt in Vers 5 „Glücklich ist, [...]“[7] und „Wohl dem, [...]“[8] auf. In Vers 3 wird der Unterschied zwischen Luther und den beiden anderen Übersetzungen besonders deutlich. Luther übersetzt diese Passage „verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen“[9], wohingegen die beiden anderen Übersetzer, wie es scheint, einer Meinung sind und wie folgt dem 3. Vers begegnen „Vertraut nicht auf Edle, auf einen Menschensohn, bei dem keine Hilfe ist!“[10]. Auffällig ist auch, dass der Kommentar von Kraus und die Elberfelderübersetzung sich sehr ähneln und sich sowohl in ihrer Wortwahl wie auch in der Satzstellung kaum unterscheiden. An dieser Stelle habe ich die Interlinearübersetzung als weiteres Hilfsmittel zu Rate gezogen. Sie stimmt in diesem Vers sowohl in der Wortwahl „Fürsten“ wie im sinngemäßen Gebrauch des Wortes „Sohn eines Menschen“ eher mit der Lutherübersetzung überein „[...] ihr werdet vertrauen in Fürsten, auf den Sohn eines Menschen, welcher nicht (von kommt) ihm Rettung!“[11]. Auch stimmt Luther mit der zu anfangs beschriebenen Verbunterscheidung „Lobsingen“ und „spielen“ mit der Interlinearübersetzung überein. Im weiteren Verlauf des Textes[12] tauchen immer wieder unterschiedliche Wortverwendungen bei Luther auf. Er hebt speziell in den Versen 7 und 8 die Taten Gottes hervor und macht besonders deutlich, dass Rettung denen zugeteilt wird, die Gott treu sind, „die Gottlosen führt er in die Irre“. Hier habe ich ein weiteres Mal die Interlinearübersetzung benutzt und keine Einstimmigkeiten mit der Lutherübersetzung gefunden. Hingegen bleiben sowohl die Übersetzung der Elberfelder wie auch die des Kommentars näher am ‚Urtext’. Auf der einen Seite scheint manchmal die Lutherübersetzung näher am Kern des Textes zu sein und auf der anderen Seite wiederum eher die beiden anderen Übersetzungen. Aber da weitgehend die beiden zuletzt genannten Übersetzungen mehr mit der Interlinearübersetzung übereinstimmen, entscheide ich mich gegen den Luthertext. Die beiden anderen Übersetzungen bieten sich aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten an. Ich entscheide mich jedoch für die Elberfelderübersetzung, da sie auf worttreue und neutrale Weise den Sinn des Glaubenstextes wiederzugeben scheint und eine gängige wie auch anerkannte Übersetzung ist, welche sehr nah am Urtext bleibt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Kontext und Abgrenzung

In diesem Abschnitt soll es darum gehen, den Text durch die Untersuchung seines literarischen Kontextes hin abzugrenzen oder die vorgegebene Abgrenzung zu überprüfen.

Der Psalm 146 befindet sich am Ende des Psalters. Er ist ein Teil des „großen Finales“[13] Ps 146-150, mit dem das Buch der Psalmen schließt. Diese letzten fünf Psalmen fordern allesamt zum Lobpreis JHWHs auf und wollen als „Komposition“[14] verstanden werden. In der Literatur[15] werden sie auch als Letztes Hallel oder Schluss-Hallel beschrieben. Sie bilden mit den Ps 1-2 den Rahmen des Psalters bzw. um die fünf Bücher[16].[17] Der Psalm wirkt in sich zwar abgeschlossen, da er sowohl mit dem „Halleluja“ einer Aufforderung zum Lob beginnt als auch abschließt. Er grenzt sich durch den Auftakt des „Halleluja“ vom vorherigen Text ab, passt sich jedoch harmonisch an den nachfolgenden Text an, indem dieser wieder mit dem Auftakt des „Hallelujas“ beginnt.

[...]


[1] Aus: Johannsen, F. (2005)³: Alttestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen, S. 9

[2] Ps 146, 4

[3] Ps 146, 5

[4] Zum Vergleich werden die Bibelübersetzung nach Martin Luther, S 622f; Elberfelder, Ps 146 und die Übersetzung des Kommentars von Kraus, H.-J.(19785), S.1130f herangezogen.

[5] Luther (1985), S. 622f

[6] Elberfelder, Ps 146; Kraus, H.-J.(19785), S.1130f

[7] Elberfelder, Ps 146; Kraus, H.-J.(19785), S.1131

[8] nach Luther

[9] Luther (1985), S.622f

[10] Elberfelder, Ps 146; Kraus, H.-J.(19785), S.1130f

[11] vgl. Steurer, R.M. (1989): Interlinearübersetzung AT, Bd.4, S.954f

[12] Vers 7 und 8

[13] vgl. Zenger, E. (2002), S.47

[14] vgl. ebd., S.47

[15] Zenger, E. (1998), S.315ff; Zenger, E. (2002), S.47; Rösel, M. (2002), S. 149f; Rendtorff, R. (1995); Kegler, J. & Augustin, M. (2000), S.256ff.

[16] Nach Zenger lässt sich der Psalter durch die vier „doxologlischen Schlußformen“

Ps 41,14; 72,18-19; 89,53; 106,48, die in literarturkritischer Hinsicht nicht Bestanteil

des jeweils vorausgehenden Psalms sind, in fünf »Bücher« aufteilen.

[17] vgl. Zenger, E. (1998), S.315

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Exegese Psalm 146
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Evangelische Theorie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V60176
ISBN (eBook)
9783638539197
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Psalm
Arbeit zitieren
Stephanie Müller (Autor), 2006, Exegese Psalm 146, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60176

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