Translation Memories am Beispiel von Transit 3.0


Seminararbeit, 2001
52 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Translation Memory
2.1. Funktionsweise eines Translation Memory
2.2. Vorhandene Programme

3. Transit
3.1. Systemanforderungen
3.2. Produktvarianten der Firma STAR
3.3. Das System
3.4. Die Module
3.5. Arbeitsweise von Transit 3.0
3.5.1. Projektdefinition und Projektmanagement
3.5.2. Gestaltung und Funktionen des Editors und der
Hauptarbeitsumgebung
3.5.3. XML, als Format der importierten Dateien
3.5.4. Notizenfenster
3.5.5. Wörterbuchfenster
3.5.6. Arbeit im Netzwerk
3.5.7. Sonstige Funktionen im Hauptarbeitsfenster
3.5. Kennzeichen von Transit
3.6.1. Unterstützte Sprachen
3.6.2. Unterstützte Dateiformate
3.6.3. Performance der TM-Komponente
3.6.4. Transparenz der TM-Komponente
3.6.5. Effektivität der TM-Komponente
3.6.6. Interaktives Alignment-Tool

4. Persönliche Erfahrungen und Schlussfolgerungen

5. Fazit

6. Sitz der Firma

7. Preisliste

8. Danksagung

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die gestiegene Nachfrage nach Übersetzungsleistungen aller Art und die immer enger gesetzten Termine, da bei der Herausbringung einer Maschine auch gleichzeitig die dazugehörigen fremdsprachigen Anleitungen mitgeliefert werden müssen, macht den Einsatz unterstützender Translation Tools unabdingbar. Um diesem Termindruck ohne Qualitätseinbußen gerecht werden zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein – neben der konsequenten Anwendung entsprechender Übersetzungswerkzeuge ist insbesondere die Qualität des Ausgangstextes ein wesentlicher Faktor.

Im Anschluss wird zunächst allgemein die Funktionsweise eines Translation-Memory-Systems beschrieben, um dann detailliert auf das Programm TRANSIT 3.0 der Firma Star GmbH, das nun seit Frühjahr 2000 auf dem Markt ist, einzugehen. Hierfür hat mir die Firma Star GmbH eine Demoversion auf CD-Rom und Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.

2. Translation Memory

Definition:

„Ein Translation Memory ist ein mehrsprachiges Textarchiv, das (segmentierte, übereinstimmende, analysierte und eingestufte) mehrsprachige Texte enthält. Es erlaubt die Speicherung und Wiederherstellung der ausgerichteten mehrsprachigen Textsegmente nach verschiedenen Suchkriterien.“[1]

Die Idee eines Translation Memory ist im Grunde einfach. Als Hilfsmittel für den Übersetzer kommen so genannte Translation Memories (TM’s) zum Einsatz, die bereits übersetzte Satz- oder Segment-Paare in der Ausgangs- und Zielsprache enthalten. Wenn also ein ähnlicher oder identischer Satz in einem Dokument enthalten ist, braucht dieser nicht mehr übersetzt zu werden, sondern kann direkt übernommen oder aber weiterbearbeitet werden. Neue Sätze überträgt der Übersetzer einmal in die Fremdsprache; dann stehen sie für weitere Anwendungen in der Datenbank zur Verfügung. Translation Memories sind bildhaft gesprochen nicht mehr als zwei übereinstimmende Aktenschränke, in denen alle jemals angefertigten Übersetzungen jeweils in Ausgangssprache oder Zielsprache gespeichert sind.

2.1. Funktionsweise eines Translation Memory

Ausgangspunkt der Arbeit mit Translation Memories sind die vom Auftraggeber gelieferten Dateien. Der Übersetzer kann nun direkt mit diesen Dateien arbeiten oder aber er lässt sie durch ein Programm vorübersetzen. In beiden Fällen wird der Text segmentiert. Die Software versucht dann, gleiche oder ähnliche Segmente zu finden. Ergebnis dieses Abgleichs sind je nach Übereinstimmungsgrad so genannte Exact Matches oder Fuzzy Matches: Ein Exact Match stimmt zu 100% mit dem Segment der Ausgangssprache überein und kann ohne weiteres Bearbeiten direkt in die Übersetzung übernommen werden. Ein Fuzzy Match liefert ähnliche, aber nicht identische Sätze oder Segmente, die Alternativen angeben; das Zielsegment muss also noch in bestimmtem Umfang bearbeitet werden. Weicht die angebotene Lösung stark vom Ausgangssatz ab, überträgt der Übersetzer den Satz gegebenenfalls komplett neu in die Zielsprache. Diese neue Form wird dann in das Translation Memory übernommen und steht beim nächsten ähnlichen Ausgangssatz wiederum als Exact Match oder als Fuzzy Match zur Verfügung.

Der Übersetzer beginnt seine Arbeit mit einem neuen, zunächst noch leeren Translation Memory, welches durch seine Einträge im Laufe der Zeit wächst. Das Füllen eines TMs kann jedoch auch durch das Hinzufügen schon geleisteter Übersetzungen geschehen; dies erfolgt unter Zuhilfenahme so genannter Alignment Tools. Dabei werden Ausgangstext und Zieltext in Segmente aufgesplittet, eindeutig zugeordnet und in das TM übernommen.

Für kunden- oder projektbezogene Arbeiten kann der Übersetzer – abhängig vom verwendeten Übersetzungsprogramm – zudem verschiedene Filter setzen, um unterschiedliche Terminologien voneinander abzugrenzen und nur die jeweils gültige für die zu erstellende Übersetzung zu nutzen.

Das Arbeiten mit Translation Memories bringt zusammenfassend die folgenden Vorteile mit sich:

- Hat man eine TM-Datenbank erst einmal gefüllt, ergibt sich daraus eine Arbeits- und damit Zeit- und Kostenersparnis
- Sie garantieren die Qualität und Konsistenz der Übersetzung. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn mehrere Übersetzer – unter Umständen räumlich voneinander getrennt – mit dem gleichen TM arbeiten.
- Sie ermöglichen durch die Nutzung bestimmter Filter darüber hinaus das Bearbeiten von Formaten, die andernfalls nicht ohne weiteres importierbar und exportierbar wären, wie z.B. FrameMaker.

Der Einsatz von Translation Memories macht nur dann Sinn, wenn ein hoher Wiederholungsgrad innerhalb eines Textes oder einer ganzen Reihe von Texten (z.B. Updates, Produktgruppen) gegeben ist. Werbetexte, Briefe, Berichte o.ä. übersetzt man hingegen meist ohne Übersetzungsprogramme; die Vorbereitung, die für jedes der Programme nötig ist, stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Hardware:

In jedem Fall sollte man beim Einsatz dieser Systeme nicht bei der Rechnerausstattung sparen, da bei großen Textbeständen (dann lohnt sich der Einsatz von TM ja erst richtig) und zum Teil aufwendigen Abgleichprozeduren schnellere Prozessoren und Festplatten für ein komfortables Arbeiten erforderlich sind.

Auf dem Markt werden verschiedene Translation-Memory-Tools angeboten, wobei in Europa die Programme Transit und Translator's Workbench die größte Akzeptanz und Verbreitung finden. Nachfolgend werden die gängigsten TM-Tools aufgezählt und das Programm Transit 3.0 vorgestellt.

2.2. Vorhandene Programme

Auf dem Markt werden verschiedene Translation-Memory-Tools angeboten:

- TRANSLATORS WORKBENCH, Fa. Trados, Stuttgart
http://www.trados.com/
- TRANSIT, Fa. Star GmbH, Böblingen
http://www.star-ag.ch/
- TRANSLATION MANAGER, Fa. IBM, Heidelberg
http://www.ibm.com/software/ad/translat/tm/
- DEJA-VU, Fa. Atril
http://www.atril.com/
- SDLX, Fa. SDL-International,
http://www.sdlintl.com/
- OPTIMIZER, Fa. Eurolang, München

3. Transit

Transit (Trans late it) ist ein professionelles Translation-Memory (TM)

System entwickelt auf der Basis der langjährigen praktischen Erfahrung von

STAR, eines der größten und erfolgreichsten Übersetzungsunternehmens

der Welt. Die Kunden von STAR kommen aus der Automobilindustrie, der

Informationstechnologie und dem Bereich Maschinenbau. Transit, das seit

1994 kommerziell als Produkt vertrieben wird, erschien im Frühjahr 2000

als 32-Bit-Version mit Unicode- und XML-Unterstützung als Version 3.0

auf den Markt.[2]

3.1. Systemanforderungen

Für die Systemkonfiguration für Transit 3.0 sind folgende Mindestanforderungen an das Rechnersystem gestellt:

- PC mit Intel Pentium CPU 133 MHz oder höher
- Arbeitsspeicher: - 32 MByte RAM oder mehr für Windows 95
- 48 MByte RAM oder mehr für Windows 98/ NT/ 2000.
- Der Festplattenkapazität: mindestens 80 MByte Freitag
- SVGA-Grafikkarte mit einer Mindestauflösung von 800 x 600 Bildpunkten

Als 32-Bit-Anwendung läuft Transit jetzt nur noch unter Windows 95, 98, NT oder 2000

3.2. Produktvarianten der Firma STAR

Die Firma STAR bietet Transit in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichem Funktionsumfang an, so dass für die unterschiedliche Einsätze in multilingualen Übersetzungsprojekten die Anforderungen der jeweiligen Produktgruppen gedeckt werden können.

1. Für den Übersetzer: Transit und Termstar 3.0

- Workstation[3] (Diese Variante enthält alle Funktionen von Transit Professional, jedoch ohne die Funktionen für Import und Export von Projekten.

Transit Workstation ist geeignet für Übersetzer, die ihre zu übersetzenden

Sprachdateien von Projektmanagern erhalten. Diese erstellen auch die

Projekte und führen den Import und Export durch.)

- Smart (Diese Variante enthält die Funktionen für Projektverwaltung und Übersetzen von Transit Professional mit geringen Einschränkungen –nicht Multi-User-fähig und andere- und ist für freiberufliche Übersetzer geeignet.

2. Für den Projektmanager für multilinguale Übersetzungsprojekte: Transit und Termstar 3.0

- Professional[4] (Diese Variante enthält alle Funktionen für Projektmanagement und Übersetzung und somit für freiberufliche Übersetzer und Projektmanager geeignet.)

3. Für Arbeitsgruppen, Übersetzungsunternehmen und Übersetzungsabteilungen:

Transit und Termstar 3.0

- Center Suite
- Corporate Suite
- Verschiedene Bundels

4. Für den Projektmanager für multilinguale Übersetzungsprojekte mit

QuarkXPress Dokumenten :

- Xgate

5. Für die Terminologieverwaltung von internationale operierende Unternehmen:

- Webterm (Webterm ermöglicht, dass weltweit in allen Niederlassungen eines Grossunternehmens die selbe Terminologie verwendet werden kann.)

3.3. Das System

Transit ist laut Prospekt der Firma Star Deutschland GmbH ein leistungsstarkes System zur computerunterstützten Übersetzung, dessen vorrangiges Ziel es ist, die Übersetzungsproduktivität durch automatisches Vorübersetzen (Translation Memory Technik), sowie durch ausgereifte, übersetzungsspezifische Funktionalität mit voll kompatiblen Schnittstellen zu den gängigen Textverarbeitungs- und Desktop-Publishing-Systemen zu steigern. Transit soll den Übersetzer nicht ersetzen, sondern neben der Produktionssteigerung durch automatisches Übersetzen auch vor allem zur Verbesserung der Übersetzungsqualität beitragen. Transit wurde speziell für die Übersetzungsarbeit entwickelt, d.h. der Übersetzer kann sich voll und ganz auf die eigentliche Übersetzungsarbeit konzentrieren. Zusätzlicher Aufwand wie Formatierungsarbeit (Desktop-Publishing) oder Einarbeitung in verschiedenste, wechselnde Zielsysteme entfällt. Mit Transit arbeitet der Übersetzer in nur einer vertrauten Systemumgebung. Der bisher notwendige Wechsel von einer Systemumgebung in eine andere für verschiedene Kunden wird überflüssig. Viele zeitraubende Aufgaben wie Formatierung oder Typographie, die mit dem Übersetzungsvorgang an sich nichts zu tun haben, entfallen. Transit dient als Plattform und kombiniert zwei integrierte Komponenten, Translation Memory und Translation Editor, mit einem eigenständigen Modul, der Terminologie-Datenbank TermStar und noch zusätzlich das sogenannte Notizbuch.

[...]


[1] Übersetzter Auszug aus der Webseite: http://www-lehre.informatik.uni-osnabrueck.de/~jwagner/tm/node36.html

“A translation memory is a multilingual text archive containing (segmented, aligned, parsed and classified) multilingual texts, allowing storage and retrieval of aligned multilingual text segments against various search conditions."

[2] Die STAR Firmengruppe ( http://www.star-group.net ) mit Hauptsitz in der Schweiz wurde

vor 15 Jahren gegründet und hat sich vor allem auf den Bereich technische Dokumentation

spezialisiert. Das Transit System wird seit Ende der 80er Jahre von der STAR Deutschland

GmbH entwickelt und ist seit 1990 bei STAR intern im Einsatz.

[3] Workstation entspricht der früheren Lightversion.

[4] Professional entspricht der früheren Vollversion.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Translation Memories am Beispiel von Transit 3.0
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (FASK)
Veranstaltung
Seminar Translation Memories
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
52
Katalognummer
V602
ISBN (eBook)
9783638103961
Dateigröße
919 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Translation, Memories, Beispiel, Transit, Seminar
Arbeit zitieren
Elisabetta D'Amato (Autor), 2001, Translation Memories am Beispiel von Transit 3.0, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/602

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