Schlüsselqualifikationen - Die Arnold-Ahlheim-Debatte


Seminararbeit, 2003

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen der Debatte

3. Kurzer Überblick über die Arnold-Ahlheim-Debatte
3.1 Standpunkt Ahlheims
3.2 Standpunkt Arnolds

4. Kritik an der Arnold-Ahlheim-Debatte
4.1 Kritik von Klaus-Peter Hufer und Ulrich Klemm
4.2 Kritik von Rolf Arnold und Ekkard Nuissl

5. Fazit

6. Literaturhinweise

1. Einleitung

Wissen scheint in Mode gekommen zu sein, befinden wir uns doch momentan in einer Wissensgesellschaft. Dabei kommt es nicht auf das Wissen als reine Faktenansammlung an. Das wäre schließlich die Information und die Informationsgesellschaft befindet sich momentan im Abseits. Laut der Heinrich-Böll-Stiftung setzt man bei der Wissensgesellschaft auf „... eine Perspektive, die auf den Willen und die Befähigung der Menschen zu Selbstbestimmung setzt.“[1]

Dabei sind Informationsbeschaffung und der kritische, verknüpfende und bewertende Umgang mit diesen Informationen von Bedeutung. Es kommt nicht mehr nur darauf an, die gewünschten Fakten so schnell wie möglich herbeizuschaffen. Wichtig ist die Selektion des Wesentlichen vom Unwesentlichen und dessen Umsetzung. Der Mensch und seine „... Befähigung zur intelligenten Nutzung dieser Ressourcen...“[2] werden gefördert. Schlüsselqualifikationen auf personenbezogener und sozialer Ebene geraten dabei verstärkt ins Blickfeld. In bezug auf personenbezogene Fähigkeiten wird gefordert, dass der Mensch autonomer wird. Einerseits wird von ihm verlangt, dass er mehr Eigenverantwortung übernimmt und andererseits wird ihm dadurch aber auch mehr Handlungsfreiheit zugesprochen. Diese Handlungsfreiheit trägt das Risiko der Orientierungslosigkeit mit sich, welches man z.B. durch Hilfestellungen in der Weiterbildung beseitigen kann. Die sozialen Fähigkeiten können in solch einem Fall ebenso zur Erleichterung der Situation beitragen. Kommunikations- und Kritikfähigkeit, - um hier nur zwei zu nennen -, dienen dazu, in einer schwierigen Situation um Rat zu fragen und eventuell Verbesserungsvorschläge anzunehmen.

Alles in allem sollen diese Fähigkeiten dem Menschen die Möglichkeit bieten, „... eine Identität zu finden und sich Lebensziele vorzugeben...“[3], damit er sich in die Gesellschaft integrieren kann. Im Gegenzug ist es dann die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, das Bildungssystem an diese Anforderungen anzupassen und ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Erfüllung all dieser Aspekte trägt letztendlich zum Bestehen der Wissensgesellschaft bei.

2. Rahmenbedingungen der Debatte

Die Debatte zwischen Rolf Arnold und Klaus Ahlheim ist in einem Bestimmten bildungspolitischen Zusammenhang zu sehen. Lebenslanges Lernen spielte hierbei eine zentrale Rolle. Unter dem Begriff lebenslanges Lernen versteht man, dass der Lernende zu keinem Zeitpunkt in seinem Leben ausgelernt hat und er somit einem ständigen Lernen unterliegt. Dabei wird dieses Lernen nicht auf bestimmte Wissensbereiche eingeschränkt, sondern es werden sämtliche Lebens- und Wissensräume angesprochen.

Zu dem Zeitpunkt der Debatte verstand die allgemeine und berufliche Bildung unter dem Begriff lebenslangen Lernens „... Bildung grundsätzlich und vorrangig als Instrument der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik...“[4]. (Vgl. STRUNK 2003, S. 27)

Die EU-Kommission präzisiert diese Definition noch weiter. Für sie ist es von großer Bedeutung die Grundlagen so zu beherrschen, dass man nach der ersten Berufsausbildung über ein gewisses Kontingent an „... neuen Basisqualifikationen...“[5] verfügt, um auf dem freien Markt bestehen zu können. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass nicht nur die reine Funktionalität als Arbeitskraft angesprochen wird. Der Kommission kommt es außerdem darauf an, dass vor allem die junge Generation eine „... positive Einstellung gegenüber dem Leben...“[6] hat. (Vgl. EU-KOMMISSION 2000, S. 9)

Das Forum Bildung integriert die allgemeine und die berufliche Bildung ebenfalls in das Konzept des lebenslangen Lernens. Schließlich benötige man heutzutage eine „... vielseitig entwickelte Gesamtpersönlichkeit mit ausgeprägten Kompetenzen für persönliches und soziales Handeln...“[7], um die Fähigkeit zu besitzen, einer Arbeit angemessen nachgehen zu können. Das Forum Bildung begründet seine Konzeption im wesentlichen anhand des Kompetenzansatzes. Dieser konzentriert sich stark auf die individuelle Entwicklung von Lernern und auf die Frage, was diese Individuen lernen sollen, „... um jene Kompetenzen zu entwickeln und zu erwerben, die sie in Zukunft benötigen...“[8]. (Vgl. FORUM BILDUNG 2001, S. 5)

Alles in allem haben drei Schlagworte besondere Wichtigkeit erhalten – selbstbestimmtes, selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen. Als Folge davon kann eine Entwicklung stattfinden, welche das organisierte Lernen zum Nachteil der Bildungsinstitutionen entwertet. Doch nicht nur die Bildungsinstitutionen müssen ihre Selbstdefinition überdenken. Die Pädagogen sollen das Selbstverständnis ihrer Funktion neu strukturieren, indem „... die Ermittlung von Bildungsinteressen und Bildungsbedarfen, Planung und Organisation von Bildungsangeboten als zentrale Aufgaben zurücktreten und die Bereitstellung von Lernmaterialien sowie das Beraten, Coachen der selbstgesteuerten und selbstorganisierten Erwachsenen neues und besonderes Gewicht gewinnen.“[9] Folglich wären die Institutionen der allgemeinen Erwachsenenbildung in ihrer Existenz gefährdet. (Vgl. STRUNK 2001, S. 27 f.)

3. Kurzer Überblick über die Arnold-Ahlheim-Debatte

Diese Debatte dreht sich hauptsächlich um die Beziehung zwischen beruflich-betrieblicher Qualifizierung und allgemeiner Erwachsenenbildung. Ahlheim tritt dabei als Vertreter der allgemeinen EB auf und Arnold als der, der beruflich-betrieblichen Qualifizierung. Die theoretische Basis ist dabei die „... Entgegensetzung von Bildung und Kompetenzentwicklung... sowie (die) Frage nach dem Selbstverständnis heutiger Allgemeinbildung Erwachsener...“[10]. (Vgl. STRUNK 2001, S. 28)

[...]


[1] Vgl.: http://www.wissensgesellschaft.org/.

[2] Vgl.: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EU-Kommission): Memorandum über Lebenslanges Lernen. Brüssel 2000, S.5.

[3] Vgl.: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EU-Kommission): Memorandum über Lebenslanges Lernen. Brüssel 2000, S. 13.

[4] Vgl.: STRUNK, Gerhard: Von Umdeutung und Vereinnahmung. Anmerkungen zum Beitrag von Rolf Arnold „Mehr als Ökonomisierung. Eine Replik auf Klaus Ahlheim“. In: EB 1/2003, S.27.

[5] Vgl.: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EU-Kommission): Memorandum über Lebenslanges Lernen. Brüssel 2000, S.9.

[6] Vgl.: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EU-Kommission): Memorandum über Lebenslanges Lernen. Brüssel 2000, S.9.

[7] Vgl.: FORUM BILDUNG: Kompetenzen als Ziele von Bildung und Qualifikation. Bericht der Expertengruppe des Forum Bildung. Bonn 2001, S. 5.

[8] Vgl.: FORUM BILDUNG: Kompetenzen als Ziele von Bildung und Qualifikation. Bericht der Expertengruppe des Forum Bildung. Bonn 2001, S. 5.

[9] Vgl.: STRUNK, Gerhard: Von Umdeutung und Vereinnahmung. Anmerkungen zum Beitrag von Rolf Arnold „Mehr als Ökonomisierung. Eine Replik auf Klaus Ahlheim“. In: EB 1/2003, S.28.

[10] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Schlüsselqualifikationen - Die Arnold-Ahlheim-Debatte
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Schlüsselqualifikationen
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V60312
ISBN (eBook)
9783638540209
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schlüsselqualifikationen, Arnold-Ahlheim-Debatte, Schlüsselqualifikationen
Arbeit zitieren
Bianca Keusen (Autor), 2003, Schlüsselqualifikationen - Die Arnold-Ahlheim-Debatte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60312

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