Schule? Schule!
Ein offenes Haus -
voller Freude an Ideen
und voller Lachen.
Offene Kinder -
neugierig auf unsere Welt,
auf Geheimnisse.
Offene Lehrer -
auf der Suche nach sich selbst,
von Kindern lernend
(Ernst A. Ecker)
Dreimal ist in dem Gedicht das Wort "offen" ausgesprochen: offenes Haus, offene Kinder und offene Lehrer. Ist Schule hier nicht zu sehr als Wunschvorstellung und Ideal ausgedrückt? Man könnte viele Klagegedichte diesem Gedicht gegenüberstellen und sagen: Die Realität ist ganz anders.
Achtet man hellhörig auf Probleme im System Schule - man spricht u.a. vom "Konfliktfeld Schule" - , wundert es einen nicht, wenn Ivan Illich eine "Entschulung der Gesellschaft" postuliert. H. von Hentig fragt in seinem schon 1971 erschienen Büchlein Cuernaca "Wieviel Schule können wir noch aushalten?" und er plädiert für die Wiederherstellung der Freiheit des Lernens als der Bedingung einer befreiten Existenz" und postuliert in weiteren Publikationen "Humanisierung" und Selbstbestimmung. Man wird die Probleme der Schule im System der Schule wahrnehmen.
Neueste Publikationen der Entwicklungspsychologie zeigen: Man rückt von der geschlossenen Phasenlehre ab hin zu einer offeneren Sicht von Entwicklung.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. MODERNE ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE SETZT AKZENTE
2. DEFINITIONSVERSUCH DES BEGRIFFS OFFENES LERNEN
2.1. ALLGEMEINE BESCHREIBUNG
2.2. ÜBERBLICK
3. UMSETZUNG IN DER PRAXIS
3.1. ARBEITSAUFTRÄGE UND MATERIALIEN
3.2. ARBEITSAUFTRÄGE UMFASSEN
3.3. WAS LERNEN SCHÜLERINNEN BEIM OFFENEN LERNEN?
3.4. WAS GEFÄLLT DEN SCHÜLERINNEN AM OFFENEN LERNEN?
3.5. DAS SAGEN SCHÜLER ZU OFFENEM LERNEN
4. PLANUNG EINER UNTERRICHTSEINHEIT ZUM THEMA OFFENES LERNEN
4.1. KONFRONTATION (2 MIN)
4.2. INFORMATION (20 MIN)
4.3. ORGANISATION (10 MIN)
4.4. SELBSTTÄTIGKEIT (PRAKTISCHE ÜBUNG 13 MIN)
4.5. KONTROLLE (5 MIN)
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das pädagogische Konzept des "Offenen Lernens" theoretisch einzuordnen, dessen praktische Relevanz zu beleuchten und konkrete Planungshilfen für die Unterrichtsgestaltung zu bieten.
- Theoretische Fundierung und moderne entwicklungspsychologische Perspektiven
- Differenzierung zwischen verschiedenen Begrifflichkeiten wie selbstgesteuertem und selbstorganisiertem Lernen
- Praktische Umsetzung im Schulalltag durch Arbeitsaufträge und Materialien
- Reflexion der Schülerperspektive sowie didaktische Methodenplanung
Auszug aus dem Buch
3.1. Arbeitsaufträge und Materialien
In der Gesamtheit bilden Arbeitsaufträge und Materialien Differenzierungsmöglichkeiten hinsichtlich Schwierigkeitsgrad, Neigungen und Interessen. Tragendes Element im Offenen Lernen ist die Selbstkontrolle, d.h. die eingesetzten Materialien ermöglichen es den SchülerInnen, ihre Arbeitsergebnisse selbst zu überprüfen. LehrerInnen sind dadurch freigestellt um die SchülerInnen einzeln oder gruppenweise zu betreuen und auf individuelle Fragestellungen und Probleme einzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Thematik ein, indem es die aktuelle Kritik am Schulsystem aufgreift und den Paradigmenwechsel in der Entwicklungspsychologie hin zu einer offeneren Sichtweise skizziert.
2. DEFINITIONSVERSUCH DES BEGRIFFS OFFENES LERNEN: Hier werden zentrale Begriffe wie selbstgesteuertes, selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Lernen differenziert betrachtet und in einen Gesamtkontext gestellt.
3. UMSETZUNG IN DER PRAXIS: Dieser Abschnitt erläutert die konkrete Anwendung im Unterricht, inklusive der Bedeutung von Arbeitsaufträgen, Selbstkontrolle und der Rückmeldung durch die Schülerinnen und Schüler.
4. PLANUNG EINER UNTERRICHTSEINHEIT ZUM THEMA OFFENES LERNEN: Dieses Kapitel liefert einen praktischen Leitfaden für die Unterrichtsplanung, gegliedert in Phasen wie Konfrontation, Information, Organisation, praktische Übung und Kontrolle.
Schlüsselwörter
Offenes Lernen, selbstgesteuertes Lernen, selbstorganisiertes Lernen, schülerorientierter Unterricht, Didaktik, Reformpädagogik, Lernorganisation, Selbstkontrolle, Arbeitsaufträge, Lernprozess, individuelle Förderung, Unterrichtsplanung, Handlungsorientierung, schüleraktiver Unterricht, Lernautonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem pädagogischen Konzept des Offenen Lernens und untersucht dessen theoretische Grundlagen sowie praktische Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Begriffs, die Rolle von Lehrkräften und Lernenden, die Gestaltung von Arbeitsaufträgen sowie die methodische Strukturierung einer Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften ein tieferes Verständnis für Offenes Lernen zu vermitteln und konkrete Wege aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler als aktive Subjekte in ihren individuellen Lernprozessen unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung aktueller pädagogischer und psychologischer Literatur sowie auf die Darstellung praxisorientierter Methoden und Anwendungsbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die praktische Umsetzung durch Materialien und Arbeitsaufträge sowie die Darstellung eines konkreten Planungsmodells für eine Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Offenes Lernen, Selbststeuerung, Individualisierung, Lehrerrolle, Lernautonomie und didaktische Flexibilität.
Welche Bedeutung hat die Selbstkontrolle für das Konzept?
Die Selbstkontrolle ist ein tragendes Element, da sie es den Lernenden ermöglicht, ihre Arbeitsergebnisse eigenständig zu überprüfen, was wiederum den Lehrkräften mehr Raum für individuelle Betreuung gibt.
Wie sieht die Rolle der Lehrkraft im Offenen Lernen aus?
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Wissensvermittler hin zum Berater und Lernbegleiter, der den Lernprozess initiiert, Arbeitsumgebungen vorbereitet und gezielt bei Schwierigkeiten unterstützt.
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- Martina Traxler (Autor), 2001, Offenes Lernen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6039