„Wenn Sie ein Kind etwas lehren,
so hindern Sie es daran,
es selbst zu entdecken.“
Jean Piaget
DDie Bildungspolitik in Deutschland zeigt, dass Kinder und Jugendliche mehr Bildung und mehr Förderung brauchen “Bildung soll den Menschen befähigen, ein Leben in Freiheit und Verantwortung und als Glied einer Gemeinschaft zu führen.“ Die Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt, dass Bildung ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur geworden ist. Das “Die Qualifikation der Bevölkerung ist von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, da neben der Ausstattung mit Bodenschätzen und Produktionsanlagen vor allem die Qualität der menschlichen Arbeitskraft (“Humankapital“) das Leistungsvermögen einer Volkswirtschaft bestimmt.“
Das Bildungssystem in Deutschland steht immer noch vor vielen Aufgaben wie Sozialisation, Statuszuweisung und die Auswahl von wichtigen Wissensbeständen mit der Sicherung des gesellschaftlichen Grundkonsens. Die PISA- Studie hat deutlich gemacht, dass sich das Selbstbild der Bildung in Deutschland einen hohen Wissensstand zu haben, nicht bewahrheitet hat. In den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften erzielten deutsche Schüler nur unterdurchschnittliche Ergebnisse.
Die beschleunigten kulturellen, sozialen und ökonomischen Modernisierungsprozesse in unserer Gesellschaft erfordern eine ständige Erneuerung der Schule, um sich den geänderten gesellschaftlichen Herausforderungen stellen zu können. Wie kann solch eine Erneuerung aussehen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, ist es notwendig sich mit verschiedenen Schulkonzepten auseinander zu setzen. Dazu gehört auch das Konzept der Freien Alternativschulen (FAS), welches in der vorliegenden Arbeit näher erläutert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. REFORMPÄDAGOGIK
2.1. REFORMPÄDAGOGISCHE KONZEPTE
2.1.1. Jenaplan
2.1.2. Montessori
3. FREIE SCHULEN
3.1. ENTWICKLUNG
3.2. BEGRIFFE
3.2.1. Freie Schulen
3.2.2. Privatschulen
3.2.3. Freie Alternativschulen (FAS)
3.2.4. Der Bundesverband der Freien Alternativschulen
3.2.5. Waldorfschulen
3.3. SOZIALFORMEN, INHALTE UND ZIELE
3.3.1. Leistungsbewertung
3.3.2. Organisation des Unterrichts
3.3.3. Sozialformen und Methoden
3.4. FAZIT
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Freien Alternativschulen (FAS) als pädagogische Antwort auf die aktuelle Krise im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, durch die Analyse reformpädagogischer Grundlagen und die Darstellung der spezifischen Strukturen, Methoden und Ziele von Freien Alternativschulen aufzuzeigen, wie eine zeitgemäße Schulerneuerung zur Förderung mündiger Bürger beitragen kann.
- Grundlagen der Reformpädagogik (Jenaplan, Montessori)
- Historische Entwicklung der Freien Alternativschulen in Deutschland
- Strukturelle Merkmale und Definitionen (FAS vs. Privatschulen)
- Organisation des Unterrichts und soziale Lernformen
- Ziele der Bildung in Freien Alternativschulen
Auszug aus dem Buch
3.2.3. Freie Alternativschulen (FAS)
„Die alternative Pädagogik im ursprünglichen Sinn des Wortes: alter-natus, anders geboren, schöpft aus anderen Quellen, artikuliert sich praktisch anders und führt zu anderen Resultaten.“ Die freien Alternativschulen haben unterschiedliche konzeptionelle Schwerpunkte und unterscheiden sich in ihren Sozialformen des Lernens und auch in ihrer organisatorischen Struktur. Das heißt jede Schule hat ihr eigenes pädagogisches und didaktisches Profil. Gestaltung ist ein konstitutives Merkmal der schulischen Arbeit. Die Schule ist nicht von oben verordnet, ist nicht allein das Ergebnis der Schulgesetzgebung und behördlichen Ausführungsbestimmungen, sondern ein Werk der in ihr und an ihr arbeitenden Menschen. Es besteht jedoch ein pädagogischer Grundkonsens.
Charakteristische Elemente der FAS sind: Die Schulen wurden von Eltern gegründet und größtenteils nach deren Zielvorstellungen in ihrer Konzeption und Organisation bestimmt. Die Schulen streben eine Genehmigung als Ersatzschulen an. Die Schulen sind in der Regel in freier Trägerschaft. Die Schulen sind weder religiös noch politisch gebunden. Die Schulen sind für alle Bevölkerungsschichten frei zugänglich. Die Schulen haben eine überschaubare Größe. Kinder mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten werden integriert und nicht ausgesondert. Die Teilnahme am Unterricht ist freiwillig. Alle Beteiligten haben Mitbestimmungsrechte am Schulgeschehen. Der Unterricht findet in altersgemischten Lerngruppen statt. Es gibt prinzipiell kein „Sitzenbleiben“ und keine Ziffernzeugnisse. Kognitives, soziales, emotionales, handwerkliches und musische- künstlerisches Lernen sind gleichberechtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Problematik des Bildungssystems in Deutschland unter Bezugnahme auf aktuelle Herausforderungen wie die PISA-Studie.
2. REFORMPÄDAGOGIK: Überblick über die historischen und theoretischen Wurzeln der Reformpädagogik mit Fokus auf Konzepte wie den Jenaplan und die Montessori-Pädagogik.
3. FREIE SCHULEN: Detaillierte Betrachtung der Freien Alternativschulen, ihrer Entwicklung, Definitionen, Organisationsstrukturen und spezifischen Lernmethoden.
Schlüsselwörter
Freie Alternativschulen, Reformpädagogik, Jenaplan, Montessori, Bildungssystem, Schulerneuerung, Selbstständigkeit, Altersgemischte Lerngruppen, Freiarbeit, Leistungsbewertung, Schulentwicklung, Ganzheitlichkeit, Partizipation, Erziehung, Schulform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Bildungsansatz der Freien Alternativschulen (FAS) und stellt diese als Reformmodelle dem staatlichen Regelschulsystem gegenüber.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die reformpädagogischen Grundlagen, die Geschichte der FAS, ihre organisatorische Struktur sowie die pädagogischen Sozialformen und Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Freie Alternativschulen durch individuelle Förderung und ein demokratisches Schulklima zur Entwicklung mündiger Bürger beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender pädagogischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformpädagogik, die Definition und Einordnung von Freien Schulen sowie die Analyse der spezifischen Lernorganisation und Ziele der FAS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Reformpädagogik, Freie Alternativschulen, Schulerneuerung, Selbstständigkeit, Altersmischung und Ganzheitlichkeit.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Privatschulen“ und „Freien Alternativschulen“ eine wichtige Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass „freie Schule“ ein juristischer Begriff für freie Trägerschaft ist, während FAS ein spezifisches pädagogisches Konzept verfolgen, das sich deutlich von anderen privaten Schulformen abgrenzt.
Welche Bedeutung hat die „Schulwohnstube“ in diesem Kontext?
Die „Schulwohnstube“ beschreibt eine besondere Lernumgebung, die den Kindern Geborgenheit vermitteln soll und den Fokus von reiner Frontalbeschulung hin zu einer aktivitätsorientierten Umgebung verschiebt.
Wie wird in Freien Alternativschulen mit Leistungsbewertungen umgegangen?
Anstelle von Ziffernoten und „Sitzenbleiben“ setzen FAS auf individuelle Entwicklungsberichte, die den Lernprozess und die persönliche Entwicklung des Kindes dokumentieren.
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- Nadja Giese (Author), 2005, Freie Alternativschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60402