Freie Alternativschulen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

21 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Reformpädagogik
2.1. Reformpädagogische Konzepte
2.1.1. Jenaplan
2.1.2. Montessori

3. Freie Schulen
3.1. Entwicklung
3.2. Begriffe
3.2.1. Freie Schulen
3.2.2. Privatschulen
3.2.3. Freie Alternativschulen (FAS)
3.2.4. Der Bundesverband der Freien Alternativschulen
3.2.5. Waldorfschulen
3.3. Sozialformen, Inhalte und Ziele
3.3.1. Leistungsbewertung
3.3.2. Organisation des Unterrichts
3.3.3. Sozialformen und Methoden
3.4. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Wenn Sie ein Kind etwas lehren,
so hindern Sie es daran,
es selbst zu entdecken.“
Jean Piaget
[1]

Die Bildungspolitik in Deutschland zeigt, dass Kinder und Jugendliche mehr Bildung und mehr Förderung brauchen “Bildung soll den Menschen befähigen, ein Leben in Freiheit und Verantwortung und als Glied einer Gemeinschaft zu führen.“[2] Die Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt, dass Bildung ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur geworden ist. Das “Die Qualifikation der Bevölkerung ist von großer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, da neben der Ausstattung mit Bodenschätzen und Produktionsanlagen vor allem die Qualität der menschlichen Arbeitskraft (“Humankapital“) das Leistungsvermögen einer Volkswirtschaft bestimmt.“[3]

Das Bildungssystem in Deutschland steht immer noch vor vielen Aufgaben wie Sozialisation, Statuszuweisung und die Auswahl von wichtigen Wissensbeständen mit der Sicherung des gesellschaftlichen Grundkonsens. Die PISA- Studie hat deutlich gemacht, dass sich das Selbstbild der Bildung in Deutschland einen hohen Wissensstand zu haben, nicht bewahrheitet hat. In den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften erzielten deutsche Schüler nur unterdurchschnittliche Ergebnisse.

Die beschleunigten kulturellen, sozialen und ökonomischen Modernisierungs-prozesse in unserer Gesellschaft erfordern eine ständige Erneuerung der Schule, um sich den geänderten gesellschaftlichen Herausforderungen stellen zu können. Wie kann solch eine Erneuerung aussehen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, ist es notwendig sich mit verschiedenen Schulkonzepten auseinander zu setzen. Dazu gehört auch das Konzept der Freien Alternativschulen (FAS), welches in der vorliegenden Arbeit näher erläutert wird.

Der erste Teil behandelt kurz die Reformpädagogik, die mit einigen Konzepten Eingang in die FAS gefunden haben. Im zweiten Teil findet sich die Entwicklung der FAS und es werden Begriffe geklärt. Anschließend wird die Konzeption der FAS erläutert und schließt mit dem Fazit.

2. Reformpädagogik

Um die Jahrhundertwende wurde die überkommende „Alte Schule“ von vielen Pädagogen in Frage gestellt. Man war auf der Suche nach neuen, humaneren Formen der Erziehung und insbesondere des schulischen Lernens. Pioniere aus dem internationalen Kreis der reformpädagogischen Bewegung, wie zum Beispiel Maria Montessori, Peter Petersen und Célestin Freinet, begründeten schulpädagogische Traditionen, die heute in verschiedenen europäischen Ländern in zahlreichen Beispielen aufzeigen, was Schule sein und werden kann.

Gemeinhin spricht man von Reformpädagogik etwa ab dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Das Erscheinen des Buches der schwedischen Schriftstellerin Ellen Key ,,Das Jahrhundert des Kindes" symbolisiert quasi den Startpunkt der pädagogischen Reformbewegung. Key’s Buch löste große gesellschaftliche Kontroversen, nicht nur unter Erziehungswissenschaftlern, darüber aus wie eine zukünftige Bildung auszusehen habe. Key analysierte die bis dahin übliche Erziehungspraxis als einen die kindlichen Bedürfnisse völlig negierenden ,,Bildungsdrill". Ihre Hauptthese war, dass eine fortschrittliche Pädagogik Kinder nicht, wie etwa in der wilhelminischen Zeit im Deutschen Reich üblich, wie kleine Erwachsene behandeln und sie zwingen dürfe Verhaltensweisen der Erwachsenenwelt spiegelgetreu zu übernehmen. Stattdessen plädierte Key für eine neue erzieherische Sicht, die die Kindheit als eigenständige Lebensphase sehen sollte. Die Erziehung sollte sich am Anliegen der Kinder orientieren und nicht von Erwachsenen vorgegebenen Wissenskanon als Bildungsziel bestimmt. Individuelle Bildung stand bei Key im Mittelpunkt: Das Kind sollte zu einer charakterstarken Persönlichkeit erzogen werden, die fähig ist, selbst bestimmt zu handeln und zu denken.

Die erste Phase der Reformpädagogik setzt nach Flitner um die Jahrhundertwende mit der Kritik an der alten Schule ein, die sich besonders in der Kunsterziehungsbewegung, der Arbeitsschulbewegung und dem Montessorisystem deutlich abzeichnet.

Etwa um 1912 beginnt eine zweite Entwicklungsperiode, in der die einzelnen Reformversuche in der Diskussion das Gemeinsame an ihrer pädagogischen Grundeinstellung entdecken. Danach kam es zu Vergleichen mit den Reformversuchen anderer Länder, um aus den Erfahrungen zu lernen.

Seit 1930 richtete sich das Ziel darauf, die Schule zu einem entwicklungspolitischen Meilenstein für die Gesellschaftsreform auszugestalten. Vertreter und Sprecher dieser Phase waren Nietzsche, Lagarde und Langbehn. Die Berufung auf Pestalozzi garantierte Mitte des 19. Jahrhunderts das Signum für Reformpädagogik. Am deutlichsten drückten sich die reformpädagogischen Ideen in der Kunst- und Jugenderziehung aus, da die Kulturkritik als neuer Lebensstil zelebriert wurde, der sich in erster Linie künstlerisch verstand und seinen Ausdruck in der persönlichen Lebensgestaltung fand. Zum Durchbruch kamen die Reformideen der Kunsterziehung erst in den zwanziger Jahren, als die Forderung des Philosophen E. Spranger nach einer "Menschenbildung", die ebenso wichtig sei wie wissenschaftliche und technische Ausbildung, in die Schulpraxis umgesetzt wurde. Die Ziele im Leben und dementsprechend in der Schule, sollten nicht mehr auf dem Wissen, sondern auf der gesamten Entfaltung der Person basieren. Rousseaus These von der ,,negativen" Erziehung erlebte eine Auferstehung, da der Erzieher möglichst wenig in die Menschbildung eingreifen sollte und die Erziehung im Sinn des Wachsenlassens verstanden wurde. Die bedeutendsten Vertreter dieser Richtung waren Montessori, Otto und Key. Das Kind als heiliges Wesen, das von den Erwachsenen nicht erzogen werden sollte, erschien als Leitgedanke dieser pädagogischen Konzepte. Eine Erziehung ,,vom Kinde aus" wurde zum Schlagwort in der gesamten Schulreform. Kinder sollten durch eigenes Handeln und Selbständigkeit an den Lehrstoff herangeführt werden. Eine Ganzheitliche Entwicklung von Kopf, Herz und Hand war ein Hauptziel der Reformpädagogik.[4]

2.1. Reformpädagogische Konzepte

Die Konzeption der FAS knüpft an die Reformpädagogik an. Im folgenden werden zwei Richtungen dargestellt, die die Anspruchshaltung und Praxis der FAS mitbestimmen.

[...]


[1] Negt: S. 206

[2] Wolff, K., Ohne Bildung keine Zukunft, 2002

[3], Statistisches Bundesamt, Bildung in Deutschland, 2003

[4] Wendeln: S. 21ff

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Freie Alternativschulen
Hochschule
Technische Universität Berlin
Veranstaltung
Projetkorientiertes Arbeiten in der historisch-politischen Bildung
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V60402
ISBN (eBook)
9783638540902
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freie, Alternativschulen, Projetkorientiertes, Arbeiten, Bildung
Arbeit zitieren
Nadja Giese (Autor), 2005, Freie Alternativschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60402

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