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Probleme der Kürenberger Forschung

Title: Probleme der Kürenberger Forschung

Bachelor Thesis , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Steinbach (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Liedern des Kürenbergers, zu finden in der großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, und in den Budapester Fragmenten. In der Forschung hat man sich bereits ausgiebig mit dem von Kürenberg beschäftigt und dabei zahlreiche Thesen aufgestellt, bewiesen oder erschlossen. Vor allem hat man sich mit einigen ausgewählten Kürenbergliedern – dem ersten Ton, dem Zinnen-Wechsel, dem Dialoglied und dem Falkenlied – befasst. Dabei ist die Forschung jedoch auf zahlreiche Probleme gestoßen.
Diese Probleme sollen im Folgenden näher betrachtet werden: Es soll darum gehen, die gängigen Forschungsthesen und –meinungen genauer zu untersuchen und zu prüfen. Meines Wissens nach hat bisher noch niemand vollständig versucht, die Kürenberglieder unter Bezugnahme der vor gut zwanzig Jahren entdeckten Budapester Fragmente (vgl. Vizkelety, András: Die Budapester Liederhandschrift. Der Text. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 110 (1988). S. 387) zu deuten, sondern fast überwiegend ist sich nur auf die Überlieferung im Codex Manesse beschränkt worden. Daher soll hier versucht werden, stets auf beide Handschriften einzugehen.
Nach einem kurzen Forschungsüberblick, der versucht, alle wichtigen Forschungsergebnisse wiederzugeben, soll danach auf die Überlieferungs- und Editionsproblematik eingegangen werden, bevor sich formalen Problemen gewidmet wird. Im Anschluss daran werden die vier oben erwähnten Kürenberglieder untersucht. Da die ersten drei einen Wechsel bilden können, darf auch ein kurzer Überblick über die mittelalterliche Liedgattung nicht fehlen. Zum Schluss soll etwas versucht werden, was in der bisherigen Forschung noch niemand durchgeführt hat: Sämtliche Kürenbergstrophen sollen in ihrer in den Handschriften gegebenen Reihenfolge als Einheit betrachtet werden. Es wird ein Deutungsansatz dieses Langgedichts angestrebt, bei dem die einzelnen Strophen nur Teil eines (narrativen) Gesamtzusammenhangs sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsüberblick

3. Hauptteil

3.1. Überlieferung und Edition

3.2. Formale Aspekte

3.3. Der Wechsel

3.3.1 Der Wechsel allgemein

3.3.2 Der Wechsel beim Kürenberger

3.3.2.1.1 Der erste Ton

3.3.2.1.2 Der Zinnen-Wechsel

3.3.2.1.3 Das Dialoglied

3.4 Das Falkenlied

3.5 Die Einheit der Kürenbergdichtung

4. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die gängigen Forschungsthesen und Interpretationen zu den Liedern des Kürenbergers unter Einbeziehung der Budapester Fragmente. Ziel ist es, die Überlieferungs- und Editionsbedingungen zu analysieren, formale und inhaltliche Aspekte ausgewählter Lieder (Wechsel, Falkenlied) zu prüfen und die Hypothese eines narrativen Gesamtzusammenhangs aller Strophen zu hinterfragen.

  • Kritische Analyse der Forschungsgeschichte zum Kürenberger.
  • Untersuchung der Überlieferungsproblematik (Codex Manesse vs. Budapester Fragmente).
  • Formale und inhaltliche Erschließung zentraler Liedgattungen wie Wechsel und Falkenlied.
  • Überprüfung der Autorschaft und Echtheitsfragen von Strophen.
  • Hinterfragung der Möglichkeit einer einheitlichen, narrativen Strophenabfolge.

Auszug aus dem Buch

3.1 Überlieferung und Edition

Die 15 Kürenbergstrophen finden sich vollständig nur in Handschrift C, in der Reihenfolge 1C bis 15C. In der Handschrift Bu finden sich die ersten neun Strophen in der gleichen Reihenfolge (1C bis 9C). Man kann jedoch davon ausgehen, dass in der vollständigen Handschrift Bu auch die anderen sechs Strophen gestanden haben, da nach Strophe 9C das von Bu erhaltene Blatt zu Ende ist. Da nun zwei Handschriften die gleiche Reihenfolge aufweisen und so keine offensichtliche Mouvance vorliegt, kann man entweder davon ausgehen, dass beide Texte die gleiche Vorlage benutzt haben, oder dass es bei den Liedern des Kürenbergers eine feste Reihenfolge gegeben hat.

Vergleicht man nun die beiden Handschriften, so stellt man neben zahlreichen kleineren Unterschieden, die sich meist nur auf die Schreibweise oder auf die Auslassung einzelner Buchstaben beschränken, auch größere Unterschiede fest. 1C ist fast identisch überliefert, so dass Vizkelety und Köhler von einem Sinn ohne jegliche Texteingriffe ausgehen und versuchen, den Text so wie er überliefert ist zu deuten. „Was zwei Schreiber unangetastet stehen ließen, das kann ihnen nicht sinnlos erschienen sein, auch wenn noch etwas hinzudenken war.“ Erst beim letzten Vers der zweiten Strophe findet sich ein deutlicher Unterschied, denn in Bu heißt es: daz min f[r]eide ist div minnest. vnd ander alle man. Damit gibt es eine neue Variante des Problemverses, der schon in der Forschung ausführlich diskutiert worden ist. Auf diese Variante ist jedoch kein Forscher gekommen. Eine Deutung der Strophe, die ohnehin schon ohne Korrekturen ausgekommen ist, sollte jedoch durch diese Textvariante nicht wesentlich gefährdet sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die bestehenden Forschungsthesen zu den Liedern des Kürenbergers unter Berücksichtigung beider Liederhandschriften kritisch zu prüfen.

2. Forschungsüberblick: Dieses Kapitel fasst die wissenschaftliche Diskussion zu Autorschaft, Entstehungszeit, Echtheit und den verschiedenen Versuchen einer Neuordnung der Strophen zusammen.

3. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Überlieferungs- und Editionslage, formaler Aspekte des Minnesangs, der Analyse der Gattung „Wechsel“, des Falkenliedes sowie einer abschließenden Erörterung zur Einheit der Kürenbergdichtung.

3.1 Überlieferung und Edition: Hier werden die Unterschiede zwischen den Handschriften C und Bu analysiert und bewertet, welche Auswirkungen diese auf das Verständnis und die Deutung der Texte haben.

3.2 Formale Aspekte: Dieses Kapitel widmet sich der formalen Struktur der Kürenbergstrophen, insbesondere Metrik, Reimschema und Kadenzen, um die Zuordnung zum frühen Minnesang zu hinterfragen.

3.3 Der Wechsel: Die Gattung des Wechsels wird allgemein definiert und anschließend spezifisch auf die Kürenberglieder angewandt, um die wechselseitige Beziehung verschiedener Strophen zu prüfen.

3.3.1 Der Wechsel allgemein: Definition und Merkmale der Gattung Wechsel als Dialogform zwischen Mann und Frau bei räumlicher Trennung.

3.3.2 Der Wechsel beim Kürenberger: Analyse konkreter Beispiele für den Wechsel im Werk des Kürenbergers.

3.3.2.1.1 Der erste Ton: Untersuchung der ersten beiden Strophen des Kürenbergers auf ihre wechselseitige Beziehung hin.

3.3.2.1.2 Der Zinnen-Wechsel: Analyse der Strophen 4C und 12C hinsichtlich ihrer Verbindung und der spezifischen Interpretation der Sprecherrollen.

3.3.2.1.3 Das Dialoglied: Kritische Auseinandersetzung mit der Strophe 5C, ihrer Einordnung als Wechsel oder Parodie und ihrer Echtheit.

3.4 Das Falkenlied: Umfangreiche Untersuchung der Einheit des Falkenliedes, seiner Bedeutung als Symbol und der Interpretation als Frauen- oder Männerlied.

3.5 Die Einheit der Kürenbergdichtung: In diesem Kapitel wird die Hypothese geprüft, ob die überlieferte Reihenfolge der Strophen einen narrativen Gesamtzusammenhang bildet.

4. Schlussteil: Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit und Feststellung, dass trotz neuerer Erkenntnisse viele Probleme der Forschung ungeklärt bleiben.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Kürenberger, Minnesang, Codex Manesse, Budapester Fragmente, Wechsel, Falkenlied, Überlieferung, Edition, Strophenform, Interpretation, Forschungsthesen, Liebeslyrik, Mittelalterliche Literatur, Gattungsgeschichte, Textkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den Liedern des Kürenbergers und untersucht kritisch den Forschungsstand zu diesen Texten unter besonderer Berücksichtigung beider bekannter Handschriften (Codex Manesse und Budapester Fragmente).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Überlieferungs- und Editionsproblematik, formale Aspekte der Dichtung, die Gattung des Wechsels sowie Interpretationen spezifischer Lieder wie des Falkenliedes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die gängigen Forschungsthesen zu differenzieren, die Strophen auf formale und inhaltliche Verbindungen hin zu untersuchen und zu prüfen, ob die Strophen eine narrative Einheit bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse des Primärtextes, einem Vergleich der Handschriftenvarianten sowie einer kritischen Aufarbeitung und Einordnung bisheriger Forschungsmeinungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Überlieferungssituation, formale Merkmale, die Gattungsmerkmale des Wechsels bei Kürenberg (inklusive der Analyse des „ersten Tons“, des „Zinnen-Wechsels“ und des „Dialogliedes“) sowie das Falkenlied und die Frage einer Gesamteinheit der Dichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kürenberger, Minnesang, Codex Manesse, Budapester Fragmente, Wechsel, Falkenlied und die Diskussion um eine mögliche narrative Einheit der Strophen.

Welche Bedeutung haben die Budapester Fragmente für diese Untersuchung?

Die Budapester Fragmente bieten eine wichtige Parallelüberlieferung, die es erlaubt, die Texte unabhängig vom Codex Manesse zu betrachten und einige der in der Forschung etablierten Texteingriffe und Deutungen zu hinterfragen.

Warum ist die Deutung der „letzten Zeile“ der Frauenstrophe 4C in der Forschung umstritten?

Die Schlusszeile und die darin enthaltene Bezeichnung der Sprecherin (z.B. als „magedin“) ist hochgradig vieldiskutiert, da sie maßgeblich die Interpretation der Strophe als Frauen- oder Männerstrophe und somit den gesamten Kontext der Liebesbeziehung beeinflusst.

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Details

Title
Probleme der Kürenberger Forschung
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Grade
1,3
Author
Daniel Steinbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V60440
ISBN (eBook)
9783638541169
ISBN (Book)
9783656798972
Language
German
Tags
Probleme Kürenberger Forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Steinbach (Author), 2006, Probleme der Kürenberger Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60440
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