Schon immer haben mythische Figuren die Fantasie der Menschen angeregt und häufig besaßen diese Charaktere Hintergründe und Fähigkeiten, die im Allgemeinen als übermenschlich oder übernatürlich bezeichnet werden. In den meisten Fällen trifft der Erzähler bereits hier auf erste mögliche Schwierigkeiten in der Akzeptanz der Empfänger. Ist ein Nebencharakter oder auch Gegner des Helden mit derartigen Dingen ausgestattet, am besten noch das Umfeld der Geschichte ein phantastisches, ist das Publikum leicht geneigt, sich auf etwas eben außerhalb ihrer alltäglichen Erlebniswelt einzulassen. Dem Helden übermenschliche Möglichkeiten an die Hand zu geben, ist dagegen ein gewagteres Unterfangen. Nicht nur besteht die Gefahr, damit die gesamte Geschichte unglaubwürdiger zu machen; auch, dem Rezipienten die Nähe zur Figur, seine Möglichkeit zur Identifikation - und damit Sympathie - mit dieser zu nehmen, wächst mit jedem weiteren Schritt der Entfremdung. Zunehmend schmaler wird der Grat dieser Wanderung, wenn die Figur nicht nur von ihren Fähigkeiten, sondern auch ihrem Hintergrund oder gar Aussehen her im wahrsten Sinne ent-menschlicht wird. In jenen Fällen, in denen sich der Erzähler auf dieses Wagnis eingelassen hat, sind oft wahre Kunstgriffe, sowie eine überwältigende Beliebtheit der Figuren unter den Empfängern zu finden. Kino und Fernsehen zeigen immer wieder Beispiele, für gelungene Akzeptanz, man denke nur an den Halbvulkanier Spock aus „Star Trek“, den Vampirpolizisten Nick Knight aus „Forever Knight“, oder den wirklichen „Superman“ Clark Kent. In der vorliegenden Arbeit nun richtet sich mein Augenmerk auf die Methoden, mit welchen der Regisseur seine Figuren und deren ungewöhnliche Fähigkeiten in Szene setzt. Die Serie „Dark Angel“ beheimatet viele unterschiedliche Charaktere, die oftmals eben jenes Nicht-Menschsein an den Tag legen. Am Beispiel der Hauptfigur Max Guevara stelle ich mir die Frage, wie der Regisseur die an ihr fremd anmutenden Punkte in die Geschichte einbringt. Welche medialen Mittel stehen ihm zur Verfügung? Auf welche Art wendet er sie an? Wie erreicht er dabei die Gunst des Publikums?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Dark Angel - Die Serie
- Max' Fähigkeiten
- Mediale Darstellung
- Visuelle Effekte
- Handlung
- Text
- Andere Darsteller
- Die Frau
- Titel, Trailer und Gene
- Schwächen
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die mediale Inszenierung eines nichtmenschlichen Helden in der ersten Staffel der Serie „James Cameron's Dark Angel“ am Beispiel der Figur Max Guevara. Ziel ist es, zu untersuchen, wie der Regisseur die an Max fremd anmutenden Fähigkeiten in die Geschichte einbringt und welche medialen Mittel er dabei einsetzt. Dabei soll besonders auf die visuelle Darstellung und die Art und Weise der Integration der Fähigkeiten in die Handlung eingegangen werden.
- Mediale Darstellung von Superhelden
- Inszenierung nichtmenschlicher Fähigkeiten
- Charakterentwicklung und Identifikation mit der Figur
- Die Rolle von visuellen Effekten in der Erzählung
- Einfluss der Handlung auf die Akzeptanz der Figur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die Herausforderungen, die mit der Darstellung von übermenschlichen Fähigkeiten in narrativen Medien verbunden sind. Kapitel 2 gibt einen Überblick über die Serie „Dark Angel“ und stellt die Figur Max Guevara vor. Kapitel 3 analysiert die spezifischen Fähigkeiten der Figur, die in der ersten Staffel der Serie dargestellt werden. Kapitel 4 widmet sich der medialen Darstellung der Fähigkeiten. Hierbei wird auf visuelle Effekte, die Handlung, den Text und die Darstellung anderer Figuren sowie die Bedeutung des Titels, des Trailers und der Genealogie der Figur eingegangen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen „Superheld“, „nichtmenschliche Fähigkeiten“, „mediale Inszenierung“, „visuelle Effekte“, „Charakterentwicklung“, „Identifikation“, „Handlung“, „Dark Angel“ und „Max Guevara“. Sie untersucht die mediale Darstellung eines Helden mit übermenschlichen Fähigkeiten und analysiert, wie diese Fähigkeiten in eine erzählerische Welt integriert werden.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Max Guevara in der Serie „Dark Angel“?
Max Guevara ist die Hauptfigur der Serie, ein genetisch veränderter Mensch mit übermenschlichen Fähigkeiten, die aus einem geheimen Regierungsprojekt namens „Manticore“ stammt.
Wie werden Max' übermenschliche Fähigkeiten medial inszeniert?
Der Regisseur nutzt visuelle Effekte (VFX), spezifische Kameraeinstellungen und eine dynamische Handlung, um ihre Schnelligkeit, Kraft und geschärften Sinne für den Zuschauer glaubhaft darzustellen.
Warum ist die Identifikation mit einem „nichtmenschlichen“ Helden schwierig?
Mit jedem Schritt der Entfremdung (übernatürliche Kräfte, künstliche Herkunft) sinkt potenziell die Nähe zur Figur. Der Erzähler muss „Kunstgriffe“ anwenden, um Sympathie und Akzeptanz beim Publikum zu erhalten.
Welche Rolle spielen „Schwächen“ für die Figur der Max?
Um die Figur menschlich und nahbar wirken zu lassen, werden ihr trotz ihrer Superkräfte Schwächen gegeben (z.B. genetische Gendefekte oder emotionale Bindungen), die sie verletzlich machen.
Welchen Einfluss hat der Trailer und der Titel auf die Wahrnehmung?
Sie setzen den Rahmen für die Erwartungshaltung des Zuschauers. Begriffe wie „Dark Angel“ spielen mit der Symbolik des Engels und des Geheimnisvollen, was die Inszenierung des „Nicht-Menschseins“ unterstützt.
Gibt es andere Beispiele für gelungene nichtmenschliche Helden?
Die Arbeit nennt unter anderem Spock aus „Star Trek“, den Vampir Nick Knight aus „Forever Knight“ oder Clark Kent (Superman) als Beispiele für erfolgreiche Heldenidentifikation.
- Quote paper
- Robert Klohe (Author), 2006, Erschaffung eines Engels - Mediale Inszenierung eines nichtmenschlichen Helden am Beispiel der Max Guevara in der 1. Staffel der Serie 'James Cameron's Dark Angel', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60498