Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Der feministische Kriminalroman

Title: Der feministische Kriminalroman

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Claudia Thieler (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wer kennt sie nicht, die alte strickende Jungfer Miss Marple, die mit aufdringlicher Tratschsucht das Lösen von Krimanalfällen zu ihrem Hobby gemacht hat. Aber seit Jane Marples aktiver Phase hat sich viel getan auf dem „Arbeitsmarkt“ für Ermittlerinnen. Die Zeiten, in denen Frauen nur kriminologisch tätig sein durften, wenn ihre Ehemänner schon verschieden waren oder sie nie welche hatten, sind seit längerem vorbei. Die Frauen haben sich aus ihrer bloßen Nebenrolle in Kriminalromanen als naives Blondchen, das gerettet werden muss, und vernichtender femme fatal, die nur den Untergang des einsamen, harten Detektivs im Sinn hat, ins Spotlight gebracht. Im Zuge der Frauenbewegungen haben auch Autorinnen von Krimis sich von patriarchalen Strukturen gelöst und schicken ihre Heldinnen mit Revolvern bewaffnet, rauchend, trinkend und sich selbst verteidigend in die Welt des Verbrechens. Sie lösen zum einen natürlich hervorragend Kriminalfälle. Aber was sie vor allem tun, ist der Leserin eine Welt und Gesellschaft vorzuführen, in der es oft noch selbstverständlich ist, ein ganzes Geschlecht zu knechten, zu entmündigen und bei Verstoß zu bestrafen, nicht selten mit dem Tod.
Der feministische Kriminalroman ist eine Gattung, die in vielerlei Hinsicht mit Klischees und Restriktionen zu kämpfen hat. Eine Vielzahl von Autorinnen hat diesen Kampf aufgenommen. Ihre Ideen, ihre Werke und ihre Heldinnen sollen Thema dieser Arbeit sein. Sie beginnt mit einer kurzen Einführung in das Thema der feministischen Kriminalliteratur, der eine ausschnittartige Genealogie angeschlossen ist. Kapitel drei ist ganz den Heldinnen dieser Gattung vorbehalten, die in ihren verschiedenen Erscheinungsformen vorgestellt werden. Nähere Bekanntschaft kann in Kapitel vier mit Lena Wertebach gemacht werden, einer Paradeheldin ihrer Zunft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 MOTIVATION

2 FEMINISTISCHE KRIMINALLITERATUR – IDEEN UND GENEALOGIE

3 TYPEN DER ERMITTLERINNEN IM FEMINISTISCHEN KRIMINALROMAN

3.1 DIE FREISCHAFFENDE AMATEURIN

3.2 DIE ERMITTLERIN IN AKADEMISCHEN KREISEN

3.3 DIE POLIZISZTIN

3.4 EINZELGÄNGERINNEN UND HARTE FRAUEN

3.5 LESBISCHE DETEKTIVINNEN

4 FALLBEISPIEL: MARIA GRONAUS LENA WERTEBACH IN „WEIBERLUST“

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gattung des feministischen Kriminalromans, analysiert deren Entwicklung und die verschiedenen Typen der Ermittlerinnen, um aufzuzeigen, wie diese Figuren gesellschaftliche Rollenbilder hinterfragen und dekonstruieren.

  • Genealogie und theoretische Grundlagen der feministischen Kriminalliteratur
  • Differenzierung verschiedener Ermittlerinnentypen (Amateurin, Akademikerin, Polizistin, Einzelgängerin)
  • Die lesbische Detektivin als Identifikationsfigur und gesellschaftskritische Instanz
  • Analyse des feministischen Potentials anhand des Fallbeispiels "Weiberlust" von Maria Gronau
  • Untersuchung der Dekonstruktion patriarchaler Machtstrukturen durch weibliche Protagonistinnen

Auszug aus dem Buch

3 TYPEN DER ERMITTLERINNEN IM FEMINISTISCHEN KRIMINALROMAN

Warum beschäftigen sich Frauen mit Kriminalfällen? Warum begeben sie sich in Gefahr, lassen sich verprügeln und beinahe erschießen und stellen sich immer wieder den schlimmsten Schurken? Aus Interesse, Gefälligkeit, Beruf und/oder Berufung? Antworten lassen sich bei den unterschiedlichen Typen der Ermittlerinnen in feministischen Kriminalroman finden. So hat die freischaffende Amateurin sicher andere Beweggründe als die Polizistin oder die professionelle Detektivin. Das folgende Kapitel soll die verschiedenen Ermittlerinnen bei ihrer Arbeit begleiten und sie als Typen charakterisieren.

3.1 DIE FREISCHAFFENDE AMATEURIN

Für diese Ermittlerinnen scheint es am schwierigsten zu sein, einen plausiblen Grund für ihre kriminalistischen Aktivitäten zu finden, besonders wenn es sich dabei um eine Morduntersuchung handelt. Nach herrschender Vorstellung haben Frauen mit solchen Dingen nichts zu schaffen, gehören in den privaten Bereich und nicht an einen Tatort. Dieser gehört als öffentliche Sphäre in den Zuständigkeitsbereich des Mannes, der sich um die Wiederherstellung von Recht und Ordnung kümmert. Hat er dies erfolgreich getan, möchte er in den heimischen Schoß seiner Familie zurückkehren, den die Frau ihm bereitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 MOTIVATION: Einleitung in das Thema, die den Wandel der Frauenrolle im Kriminalroman von der Nebenfigur hin zur aktiven Ermittlerin beschreibt.

2 FEMINISTISCHE KRIMINALLITERATUR – IDEEN UND GENEALOGIE: Theoretische Herleitung des Genres als Raum zur Hinterfragung konventioneller Geschlechterrollen und patriarchaler Strukturen.

3 TYPEN DER ERMITTLERINNEN IM FEMINISTISCHEN KRIMINALROMAN: Systematische Kategorisierung verschiedener Ermittlertypen wie Amateurinnen, akademische Detektivinnen und Polizistinnen in Bezug auf ihre feministische Motivation.

4 FALLBEISPIEL: MARIA GRONAUS LENA WERTEBACH IN „WEIBERLUST“: Konkrete Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den Roman "Weiberlust", insbesondere zur lesbischen Ermittlerin.

5 FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Vielfalt des Genres und der Bedeutung des feministischen Kriminalromans für die Gleichberechtigung.

Schlüsselwörter

Feministischer Kriminalroman, Ermittlerinnen, Patriarchat, Geschlechterrollen, Emanzipation, Maria Gronau, Weiberlust, lesbische Detektivin, Gesellschaftskritik, Genre-Analyse, Kriminalliteratur, Empowerment, Hartgesottener Detektivroman, Autonomie, Machtstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert feministische Kriminalromane und untersucht, wie diese Gattung traditionelle männliche Rollenbilder aufbricht und soziale Machtstrukturen kritisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Genese des Genres, die Kategorisierung unterschiedlicher Ermittlerinnenfiguren und deren Rolle als feministische Akteurinnen im Kampf gegen patriarchale Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Kombination aus weiblicher Ermittlerin und Kriminalhandlung dazu dient, soziale Normen zu hinterfragen und die Unterdrückung von Frauen zu thematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Ansätze (u.a. von Teresa L. Ebert) mit einer typologischen Untersuchung und einem konkreten Fallbeispiel verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Typen der Ermittlerinnen (Amateurin, Akademikerin, Polizistin, Einzelgängerin, Lesbe) detailliert charakterisiert und deren spezifische Funktion innerhalb des Genres erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Feminismus, Kriminalroman, Patriarchat, Geschlechterrollen, Ermittlerinnen, Dekonstruktion und Gesellschaftskritik.

Warum spielt die lesbische Detektivin eine so wichtige Rolle?

Sie gilt als besonders geeignet für Gesellschaftskritik, da sie durch ihre Position außerhalb heteronormativer Strukturen patriarchale Machtverhältnisse radikaler in Frage stellen kann.

Inwiefern unterscheidet sich Lena Wertebach von klassischen Ermittlern?

Lena Wertebach vereint berufliche Autorität als Kommissarin mit einem selbstbestimmten lesbischen Lebensentwurf, womit sie ein Gegenbild zum maskulinen "Hard Boiled"-Helden darstellt.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Der feministische Kriminalroman
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Seminar: Crime Time! Geschichte des Kriminalromans
Grade
1,5
Author
Claudia Thieler (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V60523
ISBN (eBook)
9783638541824
ISBN (Book)
9783656813286
Language
German
Tags
Kriminalroman Seminar Crime Time Geschichte Kriminalromans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Thieler (Author), 2006, Der feministische Kriminalroman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60523
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint