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Kinderarbeit. Formen, Ursachen und rechtliche Grundlagen

Title: Kinderarbeit. Formen, Ursachen und rechtliche Grundlagen

Intermediate Examination Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 5,5 (CH!)

Autor:in: Petra Bleuer (Author)

Social Work
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Den Begriff Kinderarbeit assoziieren wir sofort mit Bildern aus der dritten Welt. In Zusammenhang mit dieser Arbeit erscheint es mir einleitend wichtig aufzuzeigen, dass noch nicht vor langer Zeit ein Grossteil der Kinder auch in der Schweiz hart arbeiten musste und in Europa die Kinderarbeit bis heute eine nicht zu unterschätzende Problematik darstellt.
Nicht jede Form von Arbeit ist schlecht für Heranwachsende. Im Gegenteil leistet das Ausführen einer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Entfaltung der Persönlichkeit und dem sozialen Lernen. Durch die Mithilfe im Haushalt oder im Familienbetrieb kann sich ein Kind wichtige Fähigkeiten aneignen und lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Im ersten Teil dieser Arbeit gilt es aufzuzeigen, was genau unter Kinderarbeit verstanden wird, in welchen Ländern sie vorherrschend ist und welche Arbeiten in welchem Ausmass verrichtet werden. Dabei muss betont werden, dass auf Tätigkeiten wie Kinderhüten, Zeitungen austragen oder die Mithilfe bei der Haushaltsführung in Form von „Ämtli’s“ nicht eingegangen wird, weil diese meiner Meinung nach von der Definition der Kinderarbeit, wie sie im Verlauf der Arbeit erklärt wird, abweichen. Des Weiteren werden die Rechte der Kinder aufgeführt und der Frage nachgegangen, wer für deren Einhaltung verantwortlich ist.

Anschliessend werde ich auf die Problematik der Arbeit der Hausmädchen eingehen, die den grössten Arbeitssektor für junge Frauen darstellt und an dieser Stelle das Projekt KIWOHEDE, das sich auf Hausmädchen ausrichtet und in Zusammenarbeit mit "terre des hommes Schweiz" entstanden ist, vorstellen. Der abschliessende Teil bezieht sich auf die Frage, ob ein generelles Kinderarbeitsverbot sinnvoll ist und welche Zukunfts- und Entwicklungschancen für die arbeitenden Kinder bestehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Kinderarbeit“

3. Mögliche Formen von Kinderarbeit

4. Kinderarbeit in der Schweiz

5. Zahlen und Fakten

6. Kinderrechte

6.1 Die Konvention über die Rechte des Kindes (KRK)

6.2 Wer garantiert die Einhaltung der Konvention über die Rechte des Kindes?

7. Hausmädchen

7.1 Atupelye, ein Beispiel aus dem Alltag eines Hausmädchens

7.2 Fehlende Schulbildung

7.3 Nutzen für die Arbeitgeber

7.4 Terre des hommes Schweiz

7.5 Das Projekt KIWOHEDE in Tansania

8. Armut oder das Interesse der Wirtschaft – Ursachen der Kinderarbeit?

9. Wie sinnvoll ist ein generelles Kinderarbeitsverbot?

10. Zukunfts- und Entwicklungschancen

10.1 „Kinderarbeit – Weg aus der Armut?“ – Ein Beispiel aus einem Filmbeitrag

10.2 „In jedes Kind investieren“ – eine Studie der ILO

11. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Kinderarbeit unter Berücksichtigung definitorischer Grundlagen, rechtlicher Rahmenbedingungen und sozioökonomischer Ursachen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der problematischen Situation von Hausmädchen sowie der Wirksamkeit von Verboten im Kontext der Armutsbekämpfung.

  • Definition und verschiedene Erscheinungsformen von Kinderarbeit.
  • Die Bedeutung der Kinderrechtskonvention und ihre praktische Durchsetzung.
  • Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hausmädchen am Beispiel Tansanias.
  • Diskussion über den Sinn und die Konsequenzen eines generellen Kinderarbeitsverbots.
  • Zukunftschancen und wirtschaftliche Investitionen in Bildung als Alternative zur Ausbeutung.

Auszug aus dem Buch

7. Hausmädchen

Millionen von Mädchen unter 18 Jahren arbeiten in Afrika, Asien, Lateinarmerika, dem Nahen Osten und Teilen Südeuropas in privaten Haushalten. Nach Schätzungen ist dies global der grösste Arbeitssektor für Mädchen. Genaue Zahlen der betroffenen Länder sind nicht bekannt. Die ILO hält in einem Bericht von 2004 fest, dass insgesamt bereits zwei Millionen Hausmädchen in den Ländern Brasilien, Haiti, Indonesien, Kenia und Pakistan arbeiten (vgl. ILO 2004, S. 15). Die Hausmädchen sind statistisch nicht erfasst und auch kaum erfassbar, da sie illegal angestellt sind.

Viele der Mädchen flüchten vom Land, wo grosse Armut herrscht und es kaum Arbeit gibt, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Klein- und Grossstädte. Ihre Hoffnungen werden rasch zerstört, da die Realität ganz anders aussieht: Die jungen Frauen leben meistens isoliert von anderen Kindern und ihren Angehörigen bei ihren ArbeitgeberInnen, von welchen sie stark abhängig sind. Die ArbeitgeberInnen, die sowohl höheren, als auch tieferen sozialen Schichten angehören, bieten den Mädchen meistens unzureichende Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Hausmädchen arbeiten oft bis zu 15 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Kinderarbeit ein, grenzt den Begriff von leichter Mithilfe ab und skizziert die methodische Vorgehensweise.

2. Definition „Kinderarbeit“: Dieses Kapitel definiert Kinderarbeit anhand der ILO-Kriterien und differenziert zwischen schädlicher Ausbeutung und entwicklungsfördernder Beschäftigung.

3. Mögliche Formen von Kinderarbeit: Hier werden die verschiedenen Sektoren wie Landwirtschaft, Prostitution, Kindersoldatentum und Schuldknechtschaft beleuchtet.

4. Kinderarbeit in der Schweiz: Es wird der historische Rückblick auf die Kinderarbeit in der Schweiz, inklusive des Schicksals der Verdingkinder, gegeben.

5. Zahlen und Fakten: Das Kapitel liefert statistische Einblicke in das weltweite Ausmass der Kinderarbeit und die Schwierigkeiten bei deren Datenerfassung.

6. Kinderrechte: Die historische Entwicklung der Kinderrechte und die Konvention über die Rechte des Kindes (KRK) stehen hier im Fokus.

7. Hausmädchen: Ein zentraler Abschnitt, der die prekäre Lebenssituation von Mädchen in Privathaushalten und unterstützende Projekte wie KIWOHEDE analysiert.

8. Armut oder das Interesse der Wirtschaft – Ursachen der Kinderarbeit?: Die Zusammenhänge zwischen Armut, Verschuldung der Entwicklungsländer und wirtschaftlichen Interessen werden hier kritisch hinterfragt.

9. Wie sinnvoll ist ein generelles Kinderarbeitsverbot?: Das Kapitel diskutiert die Ambivalenz von Verboten, wenn ökonomische Alternativen für die betroffenen Familien fehlen.

10. Zukunfts- und Entwicklungschancen: Hier werden Lösungsansätze wie Bildungsförderung und ökonomische Investitionen zur nachhaltigen Bekämpfung der Kinderarbeit präsentiert.

11. Schlusswort: Das Fazit betont, dass Bildung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen entscheidend sind, um den Kreislauf der Kinderarbeit langfristig zu durchbrechen.

Schlüsselwörter

Kinderarbeit, Hausmädchen, Kinderrechte, Armut, ILO, UNICEF, Bildung, KIWOHEDE, Ausbeutung, Kinderrechtskonvention, Entwicklungshilfe, Sozialpolitik, Weltwirtschaft, Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Kinderarbeit, beleuchtet deren Ursachen und analysiert die schwierigen Lebensbedingungen betroffener Kinder sowie mögliche Lösungsstrategien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definition von Kinderarbeit, die internationale rechtliche Lage durch die KRK, die spezifische Ausbeutung von Hausmädchen und die Rolle wirtschaftlicher Faktoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ein bloßes Verbot von Kinderarbeit ohne begleitende soziale und ökonomische Maßnahmen oft wirkungslos bleibt und die Situation der Kinder sogar verschlechtern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch Praxisberichte von Hilfsorganisationen wie Terre des hommes und das Projekt KIWOHEDE.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen und der Historie besonders die Sektoren der Kinderarbeit, der Schutzstatus durch Kinderrechte und Fallbeispiele aus Tansania detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderrechte, Ausbeutung, Armut, Bildung und soziale Verantwortung definiert.

Was genau ist das Projekt KIWOHEDE?

Es ist eine Organisation in Tansania, die in Zusammenarbeit mit Terre des hommes Hausmädchen unterstützt, Beratung bietet und durch Bildungsprogramme versucht, deren Situation nachhaltig zu verbessern.

Warum ist das Thema der Hausmädchen so bedeutend für die Arbeit?

Hausmädchenarbeit stellt global den größten Sektor für Mädchen dar, findet jedoch weitgehend illegal und im Verborgenen statt, was den Schutz durch staatliche Institutionen massiv erschwert.

Wie bewertet der Autor den ökonomischen Nutzen der Beseitigung von Kinderarbeit?

Unter Bezugnahme auf ILO-Studien wird argumentiert, dass eine Investition in die Bildung der Kinder einen volkswirtschaftlichen Nutzen erzielt, der die Kosten der Abschaffung der Kinderarbeit bei weitem übersteigt.

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Details

Title
Kinderarbeit. Formen, Ursachen und rechtliche Grundlagen
College
University of Applied Sciences, Department Business and Administration, Health, Social Work
Grade
5,5 (CH!)
Author
Petra Bleuer (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V60532
ISBN (eBook)
9783638541862
ISBN (Book)
9783656780878
Language
German
Tags
Kinderarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Bleuer (Author), 2005, Kinderarbeit. Formen, Ursachen und rechtliche Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60532
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