Das Umfeld der Unternehmen ist in den letzten Jahrzehnten immer dynamischer und komplexer geworden. Die intensive Globalisierung, die immer vielfältigeren Wirtschaftszusammenhänge, der zunehmende Wettbewerbsdruck, aber auch die wachsende Bedeutung von „weichen“ Erfolgsfaktoren wie Mitarbeiterorientierung oder Umweltschutz erfordern von den Unternehmen ein neues Denken. Die Erfolgsfaktoren liegen heute also nicht mehr allein auf der ökonomischen, sondern auch auf der soziologischen und psychologischen Ebene (Ehrmann, 2000, S. 12). Reine Kennzahlensysteme reichen daher für die Unternehmenssteuerung nicht aus. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen, die nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen verfügen, benötigen zur Identifikation und Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie effiziente Instrumente. Die vorliegende Arbeit stellt das Instrument der Balanced Scorecard vor und zeigt die Potentiale für kleine und mittelständische Unternehmen am Beispiel der XY AG & Co. KG auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Balanced Scorecard
2.1. Entstehung der Balanced Scorecard
2.2. Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard
2.2.1. Finanzwirtschaftliche Perspektive
2.2.2. Kundenperspektive
2.2.3. Interne Prozessperspektive
2.2.4. Lern- und Entwicklungsperspektive
3. Einführung einer Balanced Scorecard
3.1. Definition der Unternehmensstrategie
3.2. Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen
3.3. Entwicklung und Implementierung der Balanced Scorecard
3.4. Der Roll-Out der Balanced Scorecard
3.5. Controlling der Balanced Scorecard
4. Die Umsetzungsplanung der Balanced Scorecard in einem Kleinbetrieb
4.1. Die XY AG & Co. KG
4.2. Definition der Unternehmensstrategie
4.3. Umsetzungsplanung der Balanced Scorecard bei der XY AG & Co. KG
4.3.1. Finanzwirtschaftliche Perspektive
4.3.2. Kundenperspektive
4.3.3. Interne Prozessperspektive
4.3.4. Lern- und Entwicklungsperspektive
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Managementinstrument Balanced Scorecard (BSC) erfolgreich auf die spezifischen Anforderungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) übertragen werden kann. Das primäre Ziel ist es, ein strategisches Steuerungskonzept zu entwickeln, das trotz begrenzter Ressourcen eine effiziente Unternehmensführung ermöglicht, demonstriert anhand eines konkreten Praxisbeispiels.
- Anpassung der Balanced Scorecard an die Bedürfnisse von Kleinbetrieben
- Bedeutung von Ursache-Wirkungsbeziehungen in der Unternehmensstrategie
- Ganzheitliche Betrachtung durch vier zentrale Perspektiven
- Strukturverbessernde Maßnahmen in einem operativen Umfeld
- Integration von qualitativen und quantitativen Kennzahlen
Auszug aus dem Buch
2.1. Entstehung der Balanced Scorecard
Die Begründer der Balanced Scorecard sind die amerikanischen Wissenschaftler Robert S. Kaplan, Professor an der Harvard Business School und David P. Norton, Präsident und Gründer der Consulting Firma Renaissance Solutions. Sie arbeiteten 1992 gemeinsam mit 12 amerikanischen Unternehmen an dem Problem, dass bisherige Kennzahlensysteme überwiegend aus finanzwirtschaftlichen Messgrössen bestanden und zumeist vergangenheitsorientiert waren. Vor diesem Hintergrund wurde nach einem neuen Konzept gesucht, Unternehmensstrategien messbar zu machen. Das Ergebnis war die Balanced Scorecard (BSC), übersetzbar als „ausgewogenes Berichtsblatt“ (Jossé, 2005, S. 287). Eine Scorecard ist ein Übersichtsblatt, das Ziele und Zielwerte kurz und prägnant aufzeigt. Die Ausgewogenheit beruht auf der Einbeziehung verschiedener Unternehmensbereiche, monetärer und nicht-monetärer Kennzahlen und der Verknüpfung strategischer und operativer Elemente (Horvath, 2000, S. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität und Dynamik des wirtschaftlichen Umfelds und die daraus resultierende Notwendigkeit für effiziente Steuerungsinstrumente in KMU.
2. Die Balanced Scorecard: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ursprünge der BSC sowie das Modell der vier ausgewogenen Perspektiven zur ganzheitlichen Unternehmensbetrachtung.
3. Einführung einer Balanced Scorecard: Hier werden der notwendige Top-Down-Prozess, die strategische Vorbereitung sowie die Implementierungsschritte einer BSC detailliert beschrieben.
4. Die Umsetzungsplanung der Balanced Scorecard in einem Kleinbetrieb: Anhand der Firma XY AG & Co. KG wird die praktische Anwendung der BSC durch konkrete Zieldefinitionen und Maßnahmenplanung für alle vier Perspektiven aufgezeigt.
5. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer Würdigung der BSC als effektives, aber bisher für KMUs zu wenig genutztes Instrument zur Potenzialausschöpfung.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Unternehmensstrategie, Kleinbetrieb, KMU, Finanzperspektive, Kundenperspektive, Prozessperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Kennzahlensystem, Ursache-Wirkungsbeziehungen, Managementsystem, Wertschöpfungskette, Strategische Planung, Unternehmensführung, Erfolgskontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Implementierung und Umsetzungsplanung einer Balanced Scorecard, speziell angepasst auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse eines kleinen Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen strategisches Management, die Operationalisierung von Visionen in messbare Ziele sowie die praktische Anwendung von Steuerungssystemen in KMUs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein für Großkonzerne entwickeltes Managementinstrument wie die Balanced Scorecard für kleine Unternehmen adaptiert werden kann, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zum theoretischen Rahmen der BSC mit einer Fallstudienmethode, um die praktische Umsetzung bei der XY AG & Co. KG zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Herleitung des Modells über die organisatorischen Einführungsschritte bis hin zur konkreten, kapitelweisen Planung für die Finanz-, Kunden-, Prozess- sowie Lern- und Entwicklungsperspektive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Balanced Scorecard, KMU-Management, strategische Zielsetzung und ganzheitliche Unternehmenssteuerung.
Warum spielt die Liquiditätssicherung eine so große Rolle für die XY AG & Co. KG?
Aufgrund des hohen Insolvenzrisikos in der Baubranche und drohender Dominoeffekte bei Zahlungsausfällen hat die finanzielle Stabilität für das Unternehmen oberste Priorität.
Wie geht das Unternehmen mit der Herausforderung um, dass Kunden Produkte oft nur einmal kaufen?
Das Unternehmen setzt auf Kundenzufriedenheit als Basis für Mundpropaganda und nutzt Referenzmarketing sowie Vertrauensaufbau, um trotz der Einmaligkeit des Kaufvorgangs langfristige Vorteile zu erzielen.
Welche Rolle spielt die „Open-Source-Wand“ im neuen Bürokonzept?
Sie dient als Instrument zur Förderung des betrieblichen Vorschlagwesens, indem sie den Mitarbeitern ermöglicht, Verbesserungsideen transparent zu kommunizieren und so aktiv am Unternehmenserfolg mitzuwirken.
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- Dipl. Wirtschaftsgeographin Ursula Hertlein (Author), 2006, Die Umsetzungsplanung mit der Balanced Scorecard am Beispiel strukturverbessernder Maßnahmen in einem Kleinbetrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60595