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Die Prototypen- und Stereotypensemantik

Title: Die Prototypen- und Stereotypensemantik

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniela Artuso (Author)

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„Es ist schwer vorstellbar, wie unser Verhalten in unserer Umgebung sowohl in physischer als auch in sozialer und intellektueller Hinsicht aussähe ohne die Existenz von Kategorien, wenn also jede irgendwie wahrgenommene Entität einzigartig bliebe.“ Seit Mitte der 1970er Jahre spielt die Prototypensemantik eine wichtige Rolle in der Linguistik und leitete mitunter einen Paradigmenwechsel in der Sprachwissenschaft ein. Ausschlaggebend hierfür waren Untersuchungen, die Kognitionsprozesse im menschlichen Gehirn beim Denken und Verstehen näher betrachtet haben, da dem Menschen seit jeher die kognitive Fähigkeit zur Kategorisierung zugesprochen wird, wie auch Kleiber in oben angeführtem Zitat ausdrückt. Ohne diese mentale und meistens auch gleichzeitig unbewusste Fähigkeit, unser Denken zu kategorisieren, wäre das menschliche Gedächtnis überfordert, Informationen geordnet „abzuspeichern“ und zu verwerten. Doch in diesem Zusammenhang stellen sich elementare Fragen: Nach welchen Prinzipien erfolgt die Kategorisierung? Welche Kriterien sind ausschlaggebend für die Kategorisierung einer Sache? In dieser Arbeit können nicht alle Erkenntnisse, Überlegungen und auch Kritik an der Prototypensemantik erwähnt werden. Dennoch versuche ich, die oben genannten Fragen in dieser Arbeit zu beantworten und die grundlegenden Bestandteile der Prototypensemantik näher zu bringen, zunächst durch die Abhandlung der klassischen Kategorisierungstheorie nach Aristoteles bzw. dem Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen, anschließend durch die revolutionäre Theorie der Prototypensemantik nach Rosch und Lakoff in den 1970er Jahren. Auch die erweiterte Version der Standardversion wird erwähnt. Zum Schluss werde ich noch auf die grundlegenden Bestandteile der Stereotypensemantik nach Putnam eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1. Die klassische Kategorisierungsmethode- Das Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen

II.2. Die Standardversion der Prototypensemantik

II.3. Die erweiterte Version der Prototypensemantik

II.4. Vergleich: Standardversion- erweiterte Version

II.5. Kritik an der Prototypensemantik

II.6. Die Stereotypensemantik nach Putnam

III. Zusammenfassung

IV. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Bestandteile und Entwicklungen der Prototypensemantik zu beleuchten, indem sie den Übergang vom klassischen Modell notwendiger und hinreichender Bedingungen zur Prototypentheorie sowie deren spätere Modifikationen und die Stereotypensemantik nach Putnam analysiert und kritisch hinterfragt.

  • Klassische Kategorisierungstheorie nach Aristoteles
  • Die Standardversion der Prototypensemantik nach Rosch und Lakoff
  • Die erweiterte Version der Prototypentheorie
  • Das Konzept der Familienähnlichkeit nach Wittgenstein
  • Die Stereotypensemantik nach Putnam

Auszug aus dem Buch

II.2. Die Standardversion der Prototypensemantik

Die von Kleiber so genannte Standardversion der Prototypentheorie entspricht der von Eleanor Rosch, George Lakoff und anderen Wissenschaftlern ihres Umfelds entwickelten Theorie in den 1970er Jahren. Später jedoch wurde diese Version der Prototypentheorie von ihren Entwicklern revidiert. Diese neuere Version nennt Kleiber die „erweiterte Version“ auf die ich später in dieser Arbeit zu sprechen kommen möchte. Zunächst soll jedoch die „Standardversion“ näher erklärt werden.

Die Standardversion beschäftigt sich vornehmlich mit zwei Fragestellungen: Welche innere Struktur weisen die Kategorien auf und welche Beziehung gehen sie untereinander ein? Die Standardversion bietet hierfür zwei verschiedene Aspekte der Betrachtung nach Rosch. Dort wird eine zweifache Gliederung von Kategorie und Kategorisierung vorgeschlagen, indem einerseits die innere Struktur der Kategorien aufgezeigt wird- die horizontale Dimension- und andererseits die Darlegung der Grundzüge der interkategoriellen Strukturierung- die vertikale Dimension. Bei der horizontalen Ebene kann man davon ausgehen, dass die zugrunde liegende Idee eine Kategorie ist, die nicht wie beim klassischen Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen- aus aneinander gereihten Mitgliedern besteht, sondern sich vielmehr um ein im Zentrum stehendes Mitglied gruppiert, an dem die anderen Mitglieder gemessen werden hinsichtlich ihrer Kategoriezugehörigkeit. Die vertikale Ebene stellt hierbei die innere Strukturierung einer Kategorie dar, d.h. inwieweit die einzelnen Mitglieder einem Prototyp mehr oder weniger ähnlich sind und sich je nach Prägnanz um diesen anordnen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Kategorisierung für kognitive Prozesse ein und skizziert den Aufbau der Arbeit von der klassischen Theorie bis zur Stereotypensemantik.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der klassischen Kategorisierung, der Prototypensemantik (Standard- und erweiterte Version) sowie einem Vergleich beider Ansätze und einer anschließenden kritischen Würdigung und Einführung der Stereotypensemantik.

II.1. Die klassische Kategorisierungsmethode- Das Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen: Dieses Kapitel erläutert das aristotelische Modell, bei dem Kategorien durch binäre Merkmale und scharfe Grenzen definiert sind, und zeigt dessen Schwächen bei Grenzfällen auf.

II.2. Die Standardversion der Prototypensemantik: Hier werden die Grundzüge der Theorie nach Rosch vorgestellt, insbesondere die horizontale und vertikale Struktur von Kategorien sowie das Konzept des Prototyps als zentralem Repräsentanten.

II.3. Die erweiterte Version der Prototypensemantik: Dieses Kapitel behandelt die Revision der Standardtheorie, bei der der Prototyp weniger als festes „bestes Exemplar“ und stärker als mentale Größe bzw. kognitiver „Denkanstoß“ betrachtet wird.

II.4. Vergleich: Standardversion- erweiterte Version: Es wird ein Vergleich der beiden Versionen gezogen, wobei die Vor- und Nachteile hinsichtlich Erklärungskraft, Vorhersagbarkeit und Umgang mit Polysemie gegenübergestellt werden.

II.5. Kritik an der Prototypensemantik: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion der zuvor vorgestellten Modelle und beleuchtet die Schwachstellen in der Anwendung sowie die Definitionsverschiebungen der Theorien.

II.6. Die Stereotypensemantik nach Putnam: Hier wird Putnams Ansatz vorgestellt, der Kategorisierung durch eine Liste typischer Merkmale (Stereotype) und eine arbeitsteilige Sprachgemeinschaft erklärt.

III. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert den Paradigmenwechsel durch die Prototypensemantik und betont deren bleibende Bedeutung trotz der aufgezeigten Unvollständigkeiten.

IV. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit verwendete Fachliteratur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Prototypensemantik, Kategorisierung, Standardversion, erweiterte Version, Familienähnlichkeit, Stereotypensemantik, Kognition, Aristoteles, Rosch, Lakoff, Putnam, cue validity, basisebene, Polysemie, Semantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die theoretischen Grundlagen der Prototypensemantik in der Sprachwissenschaft, ausgehend von klassischen Modellen bis hin zu modernen Ansätzen der Stereotypensemantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschlichen Kategorisierungsprozesse, die innere Struktur von Kategorien, die Abkehr von binären Merkmalen hin zu prototypischen Effekten und die Rolle der Familienähnlichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Bestandteile der Prototypensemantik verständlich zu machen und den Paradigmenwechsel sowie die darauffolgenden kritischen Entwicklungen in diesem wissenschaftlichen Bereich zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene semantische Theorien zusammenstellt, gegenüberstellt und anhand von Beispielen (wie dem Vogel- oder Tassen-Beispiel) kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Übergang vom Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen zur Prototypentheorie, die Differenzierung zwischen Standard- und erweiterter Version sowie Putnams Stereotypensemantik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prototyp, Kategorisierung, Familienähnlichkeit, cue validity, Stereotyp, Paradigmenwechsel und lexikalische Semantik.

Wie unterscheidet sich die Standardversion von der erweiterten Version?

Die Standardversion sieht den Prototyp als „bestes Exemplar“ mit scharfen Rändern, während die erweiterte Version den Prototyp als flexiblen kognitiven Effekt begreift und das Prinzip der Familienähnlichkeit stärker in den Fokus rückt.

Was versteht man unter dem Begriff „Familienähnlichkeit“ in diesem Kontext?

Familienähnlichkeit beschreibt nach Wittgenstein, dass Mitglieder einer Kategorie keine gemeinsamen Merkmale besitzen müssen, sondern über ein komplexes Netz von Überschneidungen miteinander verknüpft sind.

Inwiefern leistet Putnam einen Beitrag zur Semantik?

Putnam ergänzt die Diskussion durch die Stereotypensemantik, bei der Lexeme über typische Merkmale definiert werden und die Kenntnis dieser Merkmale innerhalb einer Sprachgemeinschaft arbeitsteilig organisiert ist.

Warum ist das Beispiel der „Tasse“ oder des „Vogels“ so wichtig?

Diese Beispiele dienen als illustratives Material, um die Grenzen der klassischen Kategorisierung (strenge Definitionen) aufzuzeigen und die Flexibilität sowie die graduelle Zugehörigkeit in der Prototypensemantik zu verdeutlichen.

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Details

Title
Die Prototypen- und Stereotypensemantik
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie)
Course
Übersetzerseminar
Grade
1,7
Author
Daniela Artuso (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V60644
ISBN (eBook)
9783638542692
ISBN (Book)
9783656798163
Language
German
Tags
Prototypen- Stereotypensemantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Artuso (Author), 2005, Die Prototypen- und Stereotypensemantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60644
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