„Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden.“ (J. W. v. Goethe)
Dieses Zitat von Johann Wolfgang v. Goethe passt in zweierlei Hinsicht zu dem Thema meiner Arbeit. Zum einen beschreibt es meine persönliche Motivation, erlerntes theoretisches Wissen der sozialpädagogischen Praxis am Ende meines intensiven Studiums anwenden zu wollen. Gleichzeitig beschreibt es im Rahmen der theoretischen Auseinandersetzung der Erwachsenenbildung den schwierigen Anspruch, dass Teilnehmer an Weiterbildungen den Lernstoff anschließend in der Praxis anwenden können sollen. Mein Studium war von zwei inhaltlichen Schwerpunkten geprägt: diese lagen erstens im Bereich der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in kommunalen Partizipationskonzepten, und zweitens in der Auseinandersetzung mit neuen Konzepten der Erwachsenenbildung und Fortbildungsdidaktik. Für die Verbindung meiner zwei Studienschwerpunkte bot sich das aktuelle Forschungsprojekt von Professor Stange an, um das im Studium Erlernte bei der Konzipierung eines Moduls für das „Curriculum P“ anzuwenden. Hier konnte ich Erfahrungen aus der Mitarbeit in der Ausbildung für Moderatorinnen und Moderatoren „Kinderfreundlichkeit und Alltagsdemokratie in Niedersachsen“ einbringen. Partizipation ist ein elementares Recht für junge und ältere Menschen und sichert Qualität und Entwicklung für gesellschaftspolitische Fragen, insbesondere im Zusammenleben in einer Kommune. Es ist wichtig für die Umsetzung von Partizipationspädagogik, gut ausgebildete Fachkräfte zu haben und eine entsprechende bildungspolitische Verankerung voranzutreiben. Für die Verbreitung des Partizipationsgedanken bedarf es also einer gründlichen Qualifizierung von Fachkräften für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Kommune. Deswegen ist es wichtig, konzeptionell Voraussetzungen zu schaffen, in denen sich die Fachkräfte mit praxisrelevanten Beteiligungskonzepten beschäftigen und außerdem ein spezifiziertes Methodenrepertoire erwerben können. Deshalb habe ich ein Ausbildungsmodul zur Qualifikation von Fachkräften konzipiert. Dieses Modul mit dem Titel „Aktionsfelder,Themen und Zielgruppen der Partizipation“wird zukünftig in ein Gesamtcurriculum eingebunden, welches vom Institut für Jugendhilfe und Kommunalberatung in Kooperation mit der Universität Lüneburg für das Projekt „mit Wirkung“ der Bertelsmann Stiftung verwendet werden wird. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen für die Qualifizierung von Fachkräften für Partizipation
2.1 Allgemeine rechtliche Grundlagen: das Kinder- und Jugendhilfegesetz
2.1.1 Die rechtliche Grundlage der Jugendhilfe
2.1.2 Rechtliche Grundlagen für Fortbildung in der Sozialen Arbeit
2.2 Grundlagen Partizipation
2.2.1 Partizipationstheorien
2.2.2 Rechtliche Grundlagen der Partizipation
2.2.3 Partizipation als Strukturmaxime
2.2.4 Strategien / Formen u. Methoden der Partizipation
2.2.5 Aktionsfelder, Themen u. Zielgruppen der Partizipation
2.2.6 Empirische Ergebnisse zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland
3 Das Projekt „mitWirkung“ der Bertelmann Stiftung
4 Erwachsenenbildung
4.1 Definitionen: Erwachsenenbildung - Weiterbildung - Fortbildung
4.2 Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland
4.3 Rahmenbedingungen von Erwachsenenbildung
4.3.1 Institutionen
4.3.2 Träger
4.3.3 Inhalte
4.3.4 Leitziele der Erwachsenenbildung
4.3.5 Professionalisierung in der Erwachsenenbildung / Weiterbildung
4.3.6 Teilnehmerorientierung
4.3.7 Kursleiter
4.4 Zielgruppe
4.5 Rechtliche Grundlagen
4.6 Finanzierung von Erwachsenenbildung
4.7 Theorien der Erwachsenenbildung
4.8 Referenzmodelle der Erwachsenenbildung
4.8.1 Das klassische Muster der Erwachsenenbildung
4.8.2 Der APO-Ansatz (Arbeitsplatzbezogene Weiterbildung)
4.8.3 Das Lüneburger Modell der Erwachsenenbildung (TPI-Ansatz)
5 Fortbildung in der Sozialarbeit (Kinder- und Jugendhilfe)
5.1 Allgemein Fortbildung in der Sozialarbeit (Kinder – und Jugendhilfe)
5.2 Vorstellung des „Curriculum P“
6 Didaktik der Erwachsenenbildung
6.1 Grundbegriffe in der Didaktik
6.1.1 Definition Didaktik
6.1.2 Didaktische Kategorialanalyse
6.1.3 Didaktische Handlungsebenen
6.1.4 Die Didaktische Spirale
6.1.5 Didaktische Phasen
6.2 Didaktische Angebote planen und entwickeln
6.2.1 Curriculumentwicklung
6.2.2 Didaktische Einheiten entwickeln
6.2.2.1 Didaktische Analyse (Inhaltsanalyse) im Einzelnen
6.2.2.2 Didaktische Reduktion im Einzelnen
6.2.2.3 Techniken der Stoffreduzierung
6.2.2.4 Lernziele
6.3 Adressatenanalyse / Lernausgangslage
6.3.1 Allgemein
6.3.2 Spezielle Aspekte der Adressatenanalyse: Gedächtnistheorie, Lerntypen und Lerntheorie
6.3.2.1 Gedächtnistheorie
6.3.2.2 Lerntypen
6.3.2.3 Lerntheorien
6.4 Elemente für die didaktisch - methodische Vorgehensweise
6.4.1 Definition Methode
6.4.1.1 Gesamtüberblick Methoden
6.4.1.2 Methodenraster
6.4.1.3 Beispiele für methodische Vorgehensweisen
6.4.1.3.1 Direkte Instruktion
6.4.1.3.2 Selbstgesteuertes Lernen
6.4.2 Didaktische Prinzipien
6.4.2.1 Teilnehmerorientierung
6.4.2.2 Handlungsorientierung
6.4.2.3 Motivation
6.4.3 Konzipierung einer Seminardramaturgie
6.4.3.1 Lernziel und Inhalt
6.4.3.2 Lehr- und Sozialform
6.4.3.3 Unterrichtliche Medien (Hilfsmittel)
6.4.3.4 Vermutete Lernphasen
6.4.3.5 Einstieg und Ausstieg
6.4.3.6 Zeitplanung
6.4.3.7 Strukturierte Unterrichtseinheit / Lehrskizze
6.4.4 Einstiegsphase
6.4.5 Ausstiegsphase – Abschlussphase
6.5 Soziale und Organisatorische Bedingungen: Seminarlayout
6.6 Zusammenfassung: Didaktischer Leitfaden „Planung von Veranstaltungen und Seminaren“
6.7 Der Lehrende in der Erwachsenbildung / Weiterbildung
6.7.1 Die Rolle des Lehrenden
6.7.2 Kompetenzbereiche / Dimensionen der Berufsarbeit
6.7.3 Die vier Ebenen des Lehrens in der Erwachsenen- bzw. Weiterbildung
7 Konzeption eines Moduls der Moderatorenausbildung
7.1 Entstehung des Moduls
7.2 Moderatorenhandbuch
7.2.1 Grundlagentexte
7.2.2 Praxisportraits
7.2.3 Anhang / Methodensammlung
7.2.4 Kurzinformation für Moderatoren
7.3 Trainerleitfaden
7.3.1 Schnellkurs für den Trainer
7.3.2 Didaktische Einheiten
7.3.3 Seminardramaturgie
7.3.4 Teilnehmermaterialien
7.3.4.1 Arbeitsaufgaben
7.3.4.2 Hausaufgaben
7.3.5 Material für den Trainer
7.3.5.1 Powerpoint Präsentationen
7.3.5.2 Seminarmethodensammlung
7.3.5.3 Mindmap - Zusammenfassungen
8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Konzipierung eines praxisorientierten Ausbildungsmoduls, um Fachkräfte für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Kommune zu qualifizieren und ihnen ein spezifiziertes Methodenrepertoire an die Hand zu geben.
- Qualifizierung von Fachkräften für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Kommune.
- Theoretische Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Partizipation und Erwachsenenbildung.
- Didaktische Planung und Entwicklung eines praxisnahen Ausbildungsmoduls.
- Einführung in das Projekt „mitWirkung“ der Bertelsmann Stiftung.
- Praxisorientierte Methodenvermittlung für Moderatoren in der Jugendhilfe.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden.“ (J. W. v. Goethe)
Dieses Zitat von Johann Wolfgang v. Goethe passt in zweierlei Hinsicht zu dem Thema meiner Arbeit. Zum einen beschreibt es meine persönliche Motivation, erlerntes theoretisches Wissen der sozialpädagogischen Praxis am Ende meines intensiven Studiums anwenden zu wollen.
Gleichzeitig beschreibt es im Rahmen der theoretischen Auseinandersetzung der Erwachsenenbildung den schwierigen Anspruch, dass Teilnehmer an Weiterbildungen den Lernstoff anschließend in der Praxis anwenden können sollen.
Mein Studium war von zwei inhaltlichen Schwerpunkten geprägt: diese lagen erstens im Bereich der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in kommunalen Partizipationskonzepten, und zweitens in der Auseinandersetzung mit neuen Konzepten der Erwachsenenbildung und Fortbildungsdidaktik.
Für die Verbindung meiner zwei Studienschwerpunkte bot sich das aktuelle Forschungsprojekt von Professor Stange an, um das im Studium Erlernte bei der Konzipierung eines Moduls für das „Curriculum P“ zu anwenden. Hier konnte ich Erfahrungen aus der Mitarbeit in der Ausbildung für Moderatorinnen und Moderatoren „Kinderfreundlichkeit und Alltagsdemokratie in Niedersachsen“ einbringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und die Verbindung der Studienschwerpunkte Partizipation und Erwachsenenbildung zur Entwicklung eines Qualifizierungsmoduls.
2 Grundlagen für die Qualifizierung von Fachkräften für Partizipation: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen des KJHG und die theoretischen Konzepte sowie Partizipationsgrade in der Jugendhilfe.
3 Das Projekt „mitWirkung“ der Bertelmann Stiftung: Hier wird das Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung detailliert vorgestellt.
4 Erwachsenenbildung: Es erfolgt eine wissenschaftliche Klärung der Begriffe Erwachsenenbildung, Weiterbildung und Fortbildung sowie eine historische und theoretische Einordnung.
5 Fortbildung in der Sozialarbeit (Kinder- und Jugendhilfe): Dieser Teil fokussiert auf die besonderen Erfordernisse der Fortbildung in der Sozialen Arbeit und führt das „Curriculum P“ ein.
6 Didaktik der Erwachsenenbildung: Das Kapitel bietet eine tiefgehende didaktische Analyse, inklusive Planungsschritte, Methodenraster und Seminardramaturgie für Fachkräfte.
7 Konzeption eines Moduls der Moderatorenausbildung: Der Kern der Arbeit beschreibt die praktische Entwicklung des Moduls, inklusive Handbuch, Trainerleitfaden und methodischer Umsetzung.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Reflektion der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Partizipationspädagogik.
Schlüsselwörter
Partizipation, Kinder- und Jugendhilfe, Erwachsenenbildung, Moderatorenausbildung, Sozialarbeit, Didaktik, Curriculum, Qualifizierung, Kommune, Methoden, Praxisanwendung, Seminardramaturgie, Partizipationspädagogik, Kompetenzentwicklung, Projektmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualifizierung von Fachkräften, um Partizipationsprozesse von Kindern und Jugendlichen in Kommunen erfolgreich zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Partizipation in der Kommune, die Didaktik der Erwachsenenbildung und die konkrete Ausgestaltung von Qualifizierungsmodulen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Konzipierung eines praxisorientierten Ausbildungsmoduls für Fachkräfte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es wird eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie die Erarbeitung und strukturierte Planung eines Lehrmoduls (Curriculum) durchgeführt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Erwachsenenbildung und der Didaktik sowie deren Übertragung auf die Moderatorenausbildung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Partizipation, Erwachsenenbildung, Didaktik und Moderatorenkompetenz.
Inwiefern spielt das Projekt „mitWirkung“ eine Rolle?
Das Projekt dient als inhaltlicher Rahmen für die praktische Anwendung der entwickelten Qualifizierungsbausteine.
Wie werden didaktische Einheiten in diesem Modul strukturiert?
Die Strukturierung folgt einem systematischen Phasenmodell (Theorie-Praxis-Integration), das sowohl Makro- als auch Mikroebenen berücksichtigt.
Welche Bedeutung haben die Praxisportraits für das Modul?
Sie dienen als konkrete Beispiele und Referenzmaterialien für Moderatoren, um die theoretischen Aspekte in realen Aktionsfeldern zu veranschaulichen.
- Quote paper
- Henrike Weßeler (Author), 2006, Qualifizierung von Fachkräften für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Kommune - Konzipierung eines Ausbildungsmoduls -, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60720