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Sigmund Freud und der Fall Dora - Ein literarisches Werk oder wissenschaftliche Fallgeschichte

Title: Sigmund Freud und der Fall Dora - Ein literarisches Werk oder wissenschaftliche Fallgeschichte

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andrea Nau (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit seinen wissenschaftlichen Studien über die Ursachen der Hysterie, der Traumdeutung und der Psychoanalyse, hat Sigmund Freud ein völlig neues Gebiet der Psychologie erschlossen. Einige seiner untersuchten und dokumentierten Fallgeschichten, mit denen er große Teile seiner Theorien begründet hat, erinnern allerdings eher an literarische Werke, als an wissenschaftliche Dissertationen. Selbst Freud fühlte die Notwendigkeit, den literarischen Charakter seine Fallgeschichten gegenüber seinen Fachkollegen zu legitimieren:
[…] und es berührt mich selbst noch eigentümlich, dass die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind, und dass sie sozusagen des ernsten Gepräges der Wissenschaftlichkeit entbehren. […] In dieser Hausarbeit möchte ich untersuchen, ob Sigmund Freud diese Art der Dokumentation absichtlich gewählt hat und welches Ziel er damit verfolgt haben könnte. Des Weiteren möchte ich mittels einer formalen Erzähltextanalyse an Textauszügen des „Bruchstückeiner Hysterieanalyse“ klären, ob sich die wissenschaftlichen Fallgeschichten Freuds mit literaturwissenschaftlichen Mitteln bearbeiten lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freuds Fallgeschichten als literarisches Gebilde

3. Sigmund Freud und „Der Fall Dora“

a) Der erste Traum

b) Der zweite Traum

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den literarischen Charakter von Sigmund Freuds Fallgeschichten und hinterfragt, ob die gewählte Form der Dokumentation absichtlich gewählt wurde und welches Ziel Freud damit verfolgte. Mittels einer formalen Erzähltextanalyse am Beispiel des „Bruchstück einer Hysterieanalyse“ wird zudem geklärt, inwieweit wissenschaftliche Fallberichte mit literaturwissenschaftlichen Methoden erschlossen werden können.

  • Literarische Strukturmerkmale in Freuds Fallgeschichten
  • Die Rolle von Sigmund Freud als Erzähler
  • Narrative Techniken und Erzähltypen im „Fall Dora“
  • Der Einfluss zeitgenössischer Romanformen auf die Fallanalyse
  • Das Verhältnis von Psychoanalyse und Literatur

Auszug aus dem Buch

3. Sigmund Freud und „Der Fall Dora“

Zusammen mit seinem damaligen Kollegen Josef Breuer begründete Sigmund Freud seine Hysterietheorie, die er in den „Studien über die Hysterie“ veröffentlichte. Einige Jahre später vertiefte und vervollständigte er seine Theorien zum Thema Hysterie in dem Buch „Bruchstück einer Hysterieanalyse“. Er stützte seine Annahmen auf seine Beobachtungen der zahlreichen Fallgeschichten die er dokumentierte. Eine Fallstudie ist allerdings von besonderer Bedeutung, da sie eine zentrale Rolle im „Bruchstück einer Hysterieanalyse“ spielt. Es ist der berühmte „Fall Dora“. Sie ist die Tochter eines ehemaligen Patienten Freuds. Ihr erster Besuch bei ihm findet im Jahr 1898 statt. Das Mädchen leidet zu diesem Zeitpunkt an diversen nervösen Störungen, wie tussis nervosa und Migräne. Die eigentliche, dreimonatige Behandlung, die Freud später in seiner Fallstudie dokumentiert, findet aber erst im Jahr 1900 von Oktober bis Dezember statt. Dora ist zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt, leidet nach wie vor unter diversen hysterischen Symptomen, die dann in einer Selbstmorddrohung gipfeln. Ungewöhnlich ist allerdings, dass Freud seine

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem literarischen Charakter von Freuds Fallgeschichten und skizziert die methodische Vorgehensweise mittels Erzähltextanalyse.

2. Freuds Fallgeschichten als literarisches Gebilde: Dieses Kapitel beleuchtet den Übergang von der traditionellen Krankengeschichte zur psychoanalytischen „Seelengeschichte“ und die Inszenierung des Analytikers als Erzähler.

3. Sigmund Freud und „Der Fall Dora“: Hier werden die biografischen Hintergründe des Falls Dora sowie die spezifische Bedeutung von Sexualität und Familiendynamik für die Entstehung der Hysterie analysiert.

4. Schluss: Der Schluss resümiert, dass Freuds Fallgeschichten eine einzigartige Verbindung zwischen wissenschaftlicher Abhandlung und literarischem Werk darstellen, die für die Entwicklung der Psychoanalyse prägend war.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Hysterie, Fall Dora, Psychoanalyse, Erzähltextanalyse, Bruchstück einer Hysterieanalyse, Fallgeschichte, Seelengeschichte, auktorialer Erzähler, Erzählstruktur, Trauma, Literatur, Erzähltyp, Patientin, Traumdeutung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den literarischen Charakter der Fallgeschichten von Sigmund Freud, insbesondere im Hinblick auf den „Fall Dora“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Erzählstrukturen in Freuds Werken, die Verknüpfung von Psychoanalyse und Literatur sowie die Analyse der Rolle des Analytikers als Erzähler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob Freud seine Dokumentationsform bewusst wählte, um wissenschaftliche Argumentationslücken durch literarische Mittel zu kompensieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine formale Erzähltextanalyse angewandt, um die narrative Beschaffenheit der Fallberichte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Erzähltheorie, den Romanformen, die in den Fallstudien anklingen, und einer detaillierten Analyse der Traumberichte Doras.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Psychoanalyse, Hysterie, Erzählstruktur, Fallgeschichte und literarische Kohärenz.

Warum spielt die Romanform des Detektivromans eine Rolle bei Freud?

Freud adaptiert Elemente des Detektivromans, um dem Leser die Suche nach verborgenen psychischen Ursachen als nachvollziehbaren „Beweisgang“ zu präsentieren.

Wie bewertet der Autor den Erfolg der Therapie von Dora?

Der Autor stuft die Behandlung von Dora als therapeutische Niederlage ein, da die Patientin die Therapie vorzeitig abbrach, obwohl Freud versuchte, dies theoretisch zu legitimieren.

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Details

Title
Sigmund Freud und der Fall Dora - Ein literarisches Werk oder wissenschaftliche Fallgeschichte
College
University of Frankfurt (Main)  (Johann Wolfgang Goethe Universität)
Grade
2,3
Author
Andrea Nau (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V60740
ISBN (eBook)
9783638543316
ISBN (Book)
9783656813712
Language
German
Tags
Sigmund Freud Fall Dora Werk Fallgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Nau (Author), 2005, Sigmund Freud und der Fall Dora - Ein literarisches Werk oder wissenschaftliche Fallgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60740
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