Thema der Unterrichtsreihe:
Wir werden Balancierkünstler! – Üben von Bewegungsfertigkeiten und –fähigkeiten im Bereich der Gleichgewichtsschulung zur Bewusstmachung, Entwicklung und Festigung des Bewegungskönnens auf stabilen und labilen, breiten und schmalen sowie bodennahen und bodenfernen Untergründen, mit dem Ziel, ein Kunststück auf einem Geräteaufbau einzuüben und zu präsentieren.
Aufbau der Unterrichtsreihe:
1. Wir balancieren auf Seilen. – Erproben und Üben verschiedener Fortbewegungsformen (vor- und rückwärts gehen, auf Zehenspitzen gehen, Seitstellschritte, Überstellschritte, u.v.m.) auf dem Seil (schmaler, stabiler, bodennaher Untergrund), mit dem Ziel, die dynamische Gleichgewichtsfähigkeit bewusst zu erleben.
2. Wir balancieren auf Langbänken. – Erproben und Üben verschiedener Fortbewegungsformen (vor- und rückwärts gehen, auf Zehenspitzen gehen, Seitstellschritte, Überstellschritte, u.v.m.) auf der Langbank (breiter sowie schmaler, stabiler, bodenferner Untergrund), mit dem Ziel, die dynamische Gleichgewichtsfähigkeit zu sensibilisieren.
3. Wir balancieren auf Gerätearrangements. – Erweitern der bisher geübten Fähig- und Fertigkeiten durch verschiedene Gerätearrangements (labile, bodenferne Untergründe), um ein Kunststück, mit eventueller Nutzung von Handgeräten einzuüben und dadurch die dynamische Gleichgewichtsfähigkeit zu schulen und/ oder die Objektgleichgewichtsfähigkeit zu fördern.
4. Wir präsentieren unsere Balancierkunststücke! – Präsentation der geübten Kunststücke auf den Gerätearrangements in einer gemütlichen Zirkusatmosphäre mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein zu stärken, die Haltungssicherheit zu fördern und die Gleichgewichtsfähigkeit bei sich und anderen zu reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Handlungssituation: Einstieg
1.1 Die LAA stellt den Besuch vor.
1.2 Die Reihen- und Stundentransparenz wird durch Schüler und LAA aufgegriffen.
1.3 Der Ablauf und das Ziel der Stunde wird von der LAA genannt.
1.4 Einstiegsspiel „Zirkuszauber“
2. Handlungssituation: Bewegungsphase
2.1 Die Schüler nutzen die Zeit zum Wiederholen ihres Kunststückes. Dabei geben sie sich Tipps und Hilfestellungen.
2.2 Die LAA erklärt den genauen Ablauf der Präsentationsphase.
2.3 Die Schüler beginnen mit dem Vorführen ihres Kunststücks. Die anderen beobachten, loben und applaudieren anschließend.
2.4 Bei ausreichender Zeit können die Kunststücke wiederholt vorgeführt werden.
3. Handlungssituation: Reflexion/ Abschluss
3.1 Die LAA nennt den Reflexionsauftrag.
3.2 Die LAA bestimmt einige Kinder und lässt sie erneut ihr Kunststück vor der ganzen Klasse präsentieren, während die anderen dieses beobachten und durch Applaus würdigen.
3.3 Die LAA und die Schüler reflektieren die Kunststücke auf die Aspekte des Reflexionsauftrags und des bereits Gelernten hin.
3.4 Die LAA schließt die Unterrichtsreihe.
3.5 Die Schüler und die LAA bauen gemeinsam die Geräte ab.
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Sportstunde ist die Präsentation selbst erarbeiteter Balancierkunststücke auf Gerätearrangements, um durch die Würdigung der Mitschüler das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, ihre Haltungssicherheit zu fördern und die eigene sowie fremde Gleichgewichtsfähigkeit zu reflektieren.
- Vertiefung der Gleichgewichtsfähigkeit durch wiederholendes Üben
- Präsentation von Bewegungsleistungen in einer Zirkusatmosphäre
- Stärkung der sozialen Kompetenz durch gegenseitiges Beobachten und Wertschätzen
- Optimierung von Bewegungsabläufen auf labilen Untergründen
Auszug aus dem Buch
Fachliche Analyse des Unterrichtsgegenstandes (Sachanalyse):
Die heutige Unterrichtsstunde beschäftigt sich mit der Präsentation der geübten Kunststücke auf den Gerätearrangements. Dabei soll die Gleichgewichtsfähigkeit vertieft werden. Die Kunststücke können nur gelingen, wenn eine ausreichende Gleichgewichtsfähigkeit vorhanden ist. Diese wird insbesondere gefördert, wenn kleine oder sich bewegende Unterstützungsflächen ständige Verlagerungen des Körperschwerpunktes verlangen, welches in dieser Stunde durch die fünf labilen Geräteaufbauten gegeben ist. Motorisch unterscheidet man zwischen dynamischen und statischem Gleichgewicht sowie dem Gleichgewicht von Objekten. In dieser Stunde liegt der Schwerpunkt auf dem dynamischem Gleichgewicht und je nachdem, ob man zusätzliche Handgeräte benutzt, auch auf dem Objektgleichgewicht.
Dynamisches Gleichgewicht bedeutet, dass ein sich bewegender Körper im Gleichgewicht gehalten werden muss. Dieses geschieht in dieser Stunde an allen Gerätearrangements. Der Körper muss durch Ausgleichen der Arme, durch Körperspannung und durch Konzentration so ausbalanciert werden, dass man sich auf dem labilen Untergrund halten und fortbewegen kann. Ausbalancieren beschreibt somit das Vermögen, einen Körper, der sich nicht in einer absolut stabilen Gleichgewichtslage befindet, in der vorhandenen indifferenten oder labilen Gleichgewichtslage durch Ausgleichsbewegungen zu belassen. Die erforderlichen Ausgleichsbewegungen werden dabei von den Gelenken ausgeführt, die der jeweiligen Stützfläche des Körpers am nächsten liegen. Das Balancieren umfasst demnach alle Bewegungsformen, bei denen auf schmalem oder beweglichem Untergrund das eigene Körpergleichgewicht gehalten oder wieder hergestellt werden muss.
Die Gerätearrangements begünstigen das dynamisch-labile Gleichgewicht, weil die Unterlage der Balancierfläche gezielt „wackelig“ gestaltet wird, um die Bewegung im Gleichgewicht zu erschweren. Die Kunststücke können nun individuell differenziert ausgeführt werden. An dem Geräteaufbau „Wippe“ kann man z.B. durch rückwärts gehen oder Überstellschritte das Bewältigen schwieriger und somit interessanter gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Handlungssituation: Einstieg: In diesem Kapitel wird der Stundenbeginn beschrieben, bei dem die Schüler durch ein Einstiegsspiel auf die Zirkusthematik eingestimmt und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt werden.
2. Handlungssituation: Bewegungsphase: Dieses Kapitel thematisiert die Phase des vertiefenden Übens der Balancierkunststücke sowie deren anschließende Präsentation vor der Gruppe zur Stärkung des Selbstvertrauens.
3. Handlungssituation: Reflexion/ Abschluss: Hier wird der inhaltliche Abschluss beschrieben, bei dem die Schüler ihre Beobachtungen reflektieren, die Unterrichtsreihe reflektiert und der gemeinsame Abbau der Geräte vollzogen wird.
Schlüsselwörter
Gleichgewichtsfähigkeit, Balancieren, Sportunterricht, Grundschule, Bewegungsfertigkeiten, Gerätearrangements, Zirkusatmosphäre, Selbstbewusstsein, Körpergleichgewicht, dynamisches Gleichgewicht, Objektgleichgewicht, Wahrnehmungsfähigkeit, Motorik, Koordination, Bewegungsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die vorliegende Planung befasst sich mit einer Sportstunde für die Klasse 1/2 zum Thema Gleichgewichtsschulung, bei der Schüler eigene Balancierkunststücke präsentieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Schulung des dynamischen Gleichgewichts auf labilen Geräten, die Förderung der Bewegungssicherheit und die Stärkung des sozialen Miteinanders durch Präsentationsformen.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass die Schüler ihre Gleichgewichtsfähigkeit durch wiederholtes Üben festigen und ihr selbst erarbeitetes Kunststück erfolgreich vor der Klasse präsentieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Planung zugrunde?
Es handelt sich um einen pädagogisch fundierten Unterrichtsentwurf, der Aspekte der Bewegungslehre, Sportmotorik und didaktische Prinzipien eines erziehenden Sportunterrichts integriert.
Was wird im Hauptteil des Unterrichts behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Bewegungsphase, in der die Schüler an verschiedenen Gerätearrangements ihre Kunststücke optimieren, gegenseitig Hilfestellungen geben und diese anschließend in einer Zirkusatmosphäre aufführen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gleichgewichtsfähigkeit, Balancierkunststücke, Grundschulsport, motorisches Lernen und Selbstbewusstseinsförderung beschreiben.
Warum spielt die „Zirkusatmosphäre“ eine so große Rolle für die Kinder?
Die Zirkusatmosphäre dient dazu, die Präsentation der Kunststücke für die Kinder als bedeutsam und freudvoll zu gestalten, was ihr Selbstvertrauen stärkt und die gegenseitige Wertschätzung fördert.
Wie gehen die Kinder mit Unsicherheiten an den Geräten um?
Die Kinder sind angehalten, bei Unsicherheiten aktiv vom Geräteaufbau abzuspringen, um Verletzungen zu vermeiden, und können sich bei Bedarf gegenseitig durch Hilfestellungen unterstützen.
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- Yvonne Buchenau (Author), 2005, Unterrichtseinheit: Wir werden Balancierkünstler (1. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60752