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Das Kastensystem im Hinduismus

Title: Das Kastensystem im Hinduismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bettina Kuß (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Auf dem indischen Subkontinent leben derzeit ca. 1,112 Milliarden Einwohner, dessen Zahl jährlich um ca. 1,4% – das entspricht ca.15Mio. Einwohner – ansteigt . Diese Einwohner unterscheiden sich nicht nur in ihrer Nationalität, sondern sie teilen sich auch, je nach Geburtsstand und Berufsgruppe hierarchisch in so genannte Kasten auf.
Aber was sind diese Kasten eigentlich und wodurch unterscheiden sie sich?
Zunächst einmal muss differenziert werden in Kasten (jÁtis) und Stände (varÆas) . Es gibt vier bzw. fünf große varÆas und mehr als 2000 jÁtis . Die varÆas lassen sich vergleichen mit dem europäischen Schichtsystem von Unter-, Mittel- und Oberschicht. Die jÁtis sind die darin anzutreffenden Untergruppen, die überwiegend an ihren Geburtsorten, Familiengeschichten, Berufs- und Glaubensrichtungen klassifiziert werden.
Je heller die Hautfarbe eines Einwohners ist, desto höher ist seine Stellung im hierarchischen System. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die europäischen Einwanderer eine hellere Hautfarbe als die indischen Ureinwohner hatten, von denen sie sich nach unten hin abgrenzen wollten, und es auch heute immer noch tun .

Ulrich Schneider definiert die Kaste als „eine auf realer Verwandtschaft basierende Gemeinschaft, in die der einzelne hineingeboren wird, die als solche anderen gleichartigen Gemeinschaften gegenüber steht und oft mit ihnen über riesige Flächen hinweg in Symbiose lebt.“
Bei Glasenapp findet sich ergänzend folgende Definition: „Diese Kasten [...] sind endogame Gruppen von Personen, die ihren Ursprung auf eine bestimmte menschliche oder göttliche Persönlichkeit zurückführen und durch feste, vererbte Pflichten und Rechte miteinander verbunden sind.“
Das bedeutet, jeder Hindu gehört vom Tag seiner Geburt einer ganz bestimmten Großfamilie, sowie deren Totengilde und Gottheit innerhalb einer jÁti an . Die Hindugemeinschaften sind sehr darauf bedacht, die grenzen zwischen den einzelnen varÆas und jÁtis aufrecht zu erhalten und sich nicht mit niederen Gruppen zu vermischen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Darstellung der Kastenordnung

1.1 Gesetze und Abgrenzungen

1.2. Vor- und Nachteile des Kastensystems

2. Darstellung der varÆas

2.1. Die Brahmanen

2.2. Die KÒatriyas

2.3. Die VaiÐas

2.4. Die Ïudras

2.5. Die Unberührbaren, Harijans, pañcama, Dalits

3. Die Entstehung des Kastensystems auf dem indischen Subkontinent

4. Das Kastensystem im sozialem Wandel

4.1. Entstehung einer Kaste

4.2. Sozialer Wandel einer Kaste

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Gefüge des indischen Kastensystems, mit dem Ziel, dessen Struktur, Entstehung und Dynamik im sozialen Wandel zu beleuchten. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Abgrenzung der verschiedenen Stände (varÆas) und Untergruppen (jÁtis) über Reinheitsvorschriften definiert und welche Rolle dieses hierarchische System für die Identität und das tägliche Leben der Hindus spielt.

  • Grundlagen und Definitionen von Kasten (jÁtis) und Ständen (varÆas)
  • Die hierarchische Ordnung der vier großen Gruppen und die Rolle der Unberührbaren
  • Soziale Auswirkungen, Reinheitsgebote und Heiratsregeln
  • Historische Herleitung des Kastensystems auf dem indischen Subkontinent
  • Mechanismen des sozialen Wandels und die Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Systems

Auszug aus dem Buch

1. Darstellung der Kastenordnung

Für die Bevölkerung auf dem Lande sind die einzelnen jÁtis von großer Bedeutung. Die indischen Dörfer sind im Allgemeinen in mehrere dutzend jÁtis aufgeteilt, die räumlich voneinander getrennt aufzufinden sind. Es gibt beispielsweise einzelne Bereiche für Färber, Maler oder Bauhandwerker, die sich wiederum in Holz- oder Steinbearbeiter unterscheiden. In Patan, Gujarat sind die Siedlungsgebiete der jÁtis durch Mauern räumlich voneinander getrennt, dessen Tore abends verschlossen werden. Um das Vermischen der jÁtis untereinander zu vermeiden, gibt es mitunter ganze Dörfer, die ausschließlich von einer jÁti bewohnt werden. Diese werden dann allgemein Weberdörfer, Töpferdörfer oder Malerdörfer genannt.

Aber nicht nur durch ihre Berufe lassen sich die Kasten von einander unterscheiden. Auch die Dharmas der einzelnen Kasten sind unterschiedlich. So unterscheiden sich die einzelnen Kasten überwiegend durch ihre Reinheitsvorschriften. Umso strenger diese sind, umso höher ist ihr Stand.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in die demografische Situation Indiens ein und grenzt grundlegend die Begriffe Kasten (jÁtis) und Stände (varÆas) voneinander ab.

1. Darstellung der Kastenordnung: Dieses Kapitel erläutert die räumliche und soziale Trennung der Kasten in indischen Dörfern sowie die Bedeutung von Reinheitsvorschriften für die hierarchische Struktur.

1.1 Gesetze und Abgrenzungen: Der Abschnitt behandelt die exklusive Selbstbezeichnung der oberen drei Stände als „Zweimal Geborene“ und den rituellen Hintergrund dieses Status.

1.2. Vor- und Nachteile des Kastensystems: Hier werden die Vorteile wie sozialer Schutz gegen die gesellschaftliche Zersplitterung und den Verlust der Individualität abgewogen.

2. Darstellung der varÆas: Dieses Kapitel beschreibt die rituelle Geografie einer indischen Siedlung und die daraus resultierende Hierarchie der Stände.

2.1. Die Brahmanen: Es wird die Vormachtstellung der Brahmanen durch ihr Monopol auf Wissen, Kultus und ihre Rolle als Vermittler zum Göttlichen analysiert.

2.2. Die KÒatriyas: Der Abschnitt fokussiert sich auf die Kriegerkasten, ihren Ursprungsmythos und ihre politische Bedeutung.

2.3. Die VaiÐas: Hier werden die kaufmännischen und handwerklichen Gruppen sowie die Flexibilität ihrer Berufsdefinition thematisiert.

2.4. Die Ïudras: Der Text beschreibt die Einordnung der Ïudras basierend auf ihrem Reinheitsgrad und ihre Funktion als dienender Stand.

2.5. Die Unberührbaren, Harijans, pañcama, Dalits: Dieses Kapitel widmet sich der ausgegrenzten Gruppe der Kastenlosen, ihrer sozialen Stellung und dem historischen Umgang mit ihnen.

3. Die Entstehung des Kastensystems auf dem indischen Subkontinent: Der Autor beleuchtet die historischen Wurzeln des Systems im Vedismus und die Rolle der arischen Einwanderung.

4. Das Kastensystem im sozialem Wandel: Das Kapitel analysiert die Dynamik des Systems, insbesondere die Entstehung neuer Kasten durch wirtschaftliche und religiöse Prozesse.

4.1. Entstehung einer Kaste: Hier wird erläutert, wie Berufsgenossenschaften, wirtschaftliche Umschichtungen oder Akkulturation zur Bildung neuer Kasten führen.

4.2. Sozialer Wandel einer Kaste: Der Abschnitt zeigt Methoden auf, wie Kasten durch Wohlstand, die Änderung von Gebräuchen oder neue Stammbäume ihren Rang verbessern können.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Kaste als soziale Einheit zusammen und reflektiert kritisch über die Diskrepanz zwischen idealen religiösen Texten und der modernen Realität.

Schlüsselwörter

Kastensystem, Hinduismus, jÁtis, varÆas, Reinheitsvorschriften, Brahmanen, Unberührbare, Dalits, Sozialer Wandel, Indien, Religion, Gesellschaftsstruktur, Opferrituale, Ständegesellschaft, Hierarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und Funktion des traditionellen hinduistischen Kastensystems unter besonderer Berücksichtigung religiöser und sozialer Reinheitsgebote.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Differenzierung zwischen Ständen und Subkasten, die Bedeutung von Reinheitsvorschriften für die soziale Hierarchie sowie die historischen Entstehungsursachen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine Darstellung des Systems, das den Einzelnen in eine spezifische Hierarchie einbindet, sowie die Untersuchung der Möglichkeiten für sozialen Aufstieg innerhalb dieses Gefüges.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse klassischer religiöser Quellen und wissenschaftlicher Standardwerke zum Hinduismus, um den idealisierten Zustand und die reale Kastenpraxis zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der einzelnen Stände (Brahmanen bis Unberührbare), die historische Genese auf dem Subkontinent und die Mechanismen des sozialen Wandels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kastenordnung, Reinheit, jÁtis, varÆas, soziale Mobilität und religiöse Tradierung definiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einer jÁti und einem varÆa?

Der Autor ordnet varÆas als große soziale Großgruppen oder Stände ein (vergleichbar mit Schichten), während jÁtis die spezifischen Untergruppen darstellen, die an Geburtsorte, Familienhistorien und Berufe gebunden sind.

Warum ist das "gemeinsame Essen" im hinduistischen Kontext so bedeutend?

Das gemeinsame Essen symbolisiert den Zusammenhalt einer sozialen Gemeinschaft und dient als Indikator für den Reinheitsgrad, da die Annahme von Speisen von "niederen" Kasten rituelle Verunreinigung bedeuten kann.

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Details

Title
Das Kastensystem im Hinduismus
College
University of Wuppertal  (Bergische Universität Wuppertal)
Course
Der Hinduismus - die älteste Weltreligion
Grade
1,0
Author
Bettina Kuß (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V60807
ISBN (eBook)
9783638543880
ISBN (Book)
9783638709644
Language
German
Tags
Kastensystem Hinduismus Weltreligion Indien Brahmane Kastenlose Varna Unberührbare Harijans Dalits Geburtsstand Kaste Stand Jatis Hierarchie Buddhismus Hindu Dharma Hindugemeinschaft Priestertum Krieger Vaidas Asketen Askese Kastenrat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kuß (Author), 2006, Das Kastensystem im Hinduismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60807
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