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George Tabori: "Mutters Courage" - Ein Vergleich zwischen Erzählprosa- und Dramenfassung

Ist eine Vereinfachung im Hinblick auf Sprache und Inhalt in dem Theaterstück gegenüber der Erzählung zu erkennen?

Title: George Tabori: "Mutters Courage" - Ein Vergleich zwischen Erzählprosa- und Dramenfassung

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Karoline Ehrlich (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In meiner Arbeit werden zwei Texte von George Tabori miteinander verglichen. Dabei handelt es sich um die beiden Fassungen von Mutters Courage.
Meine Intention ist es, herauszufinden, ob der Dramentext gegenüber der Erzählung im Hinblick auf Sprache und Inhalt vereinfacht wurde. Aus Mangel an Sekundärliteratur zu diesem Thema, wird die Fragestellung anhand konkreter Textbeispiele in beiden Fassungen untersucht. Mir ist auch wichtig, wie sich durch diese Veränderungen die Wirkung des Textes auf den Rezipienten ändert. Anhand der verschiedenen Wirkungen werde ich versuchen, Rückschlüsse auf den Grund der Änderungen zu ziehen. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei den Begründungen nur um Annahmen handelt.
Die Dramenfassung wurde im Jahr 1979 in den Münchner Kammerspielen vom Autor selbst inszeniert und uraufgeführt. Durch ein Gespräch mit einer Dramaturgin des Wiener Burgtheaters, an dem George Tabori in den 90er Jahren einige seiner Stücke inszenierte, bin ich zu der Information gelangt, dass George Tabori seine Dramen stets selbst inszeniert und während der Proben den Text immer wieder verändert; das heißt, dass die Theaterstücke durch praktisches Arbeiten am Text entstehen und nicht a priori vorgegeben sind. Dies ist für einen Vergleich wichtig, da wahrscheinlich auch dieses Stück unter dem Einfluss praktischer Theaterarbeit entstanden ist. Wahrscheinlich entstanden einige Änderungen durch die Gespräche mit Schauspielern und Dramaturgen im Rahmen des Probenprozesses. Die Theatertexte von George Tabori wurden auch in den meisten Fällen frühestens nach der Premiere in Druck gegeben, was darauf hindeutet, dass Tabori bis zum ‚letzten Tag’ an seinen Werken arbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prosatext versus Dramentext

2.1. Mutters Courage – Der Prosatext

2.2. Mutters Courage – Der Dramentext

3. Der Vergleich

3.1. Stilistische Unterschiede

3.2. Inhaltliche Veränderungen

4. Schluss

5. Verwendete Literatur

5.1. Primärliteratur

5.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Vergleich zwischen der Erzählprosa und der Dramenfassung von George Taboris Werk "Mutters Courage". Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob der Dramentext im Hinblick auf Sprache und Inhalt gegenüber der Erzählung vereinfacht wurde und wie sich diese Veränderungen auf die Wirkung des Textes beim Rezipienten auswirken.

  • Vergleichende Analyse von Prosa- und Dramenfassung
  • Untersuchung stilistischer Unterschiede (Syntax und Semantik)
  • Analyse inhaltlicher Veränderungen und deren Wirkung
  • Reflektion über gattungsbedingte Anpassungen und Vereinfachungstendenzen
  • Rolle von Erinnerung und narrativer Gestaltung

Auszug aus dem Buch

3.1. Stilistische Unterschiede

Die hauptsächlichste Differenz ist in der Unterschiedlichkeit der beiden Gattungen, Prosafassung und Dramenfassung, begründet; wie zum Beispiel die Aufteilung in Dialoge.

Es gibt Unterschiede zwischen dem Erzähltext und dem Theatertext in Mutters Courage, welche im Text immer wieder erscheinen.

Obwohl sich George Tabori bei Schreiben des Dramentextes sehr genau an den der Erzählung hält, ist zu beobachten, dass Sätze umgestellt werden oder in einer veränderten Reihenfolge erscheinen. Ist dies der Fall, werden die betroffenen Sätze meist durch ein Semikolon miteinander verbunden.

Es kommt auch vor, dass an anderen Stellen zwei Sätze zusammengefügt werden, wie in dem folgenden Beispiel:

„Die Tür des Abteil wurde aufgerissen, und herein kam noch ein Feind, ein deutscher Soldat, sehr jung, warum schickt man diese Kinder in den Krieg? Er brachte ihr eine Kohlsuppe und ein Stück Graubrot.“ [PT S. 29]

„Die Tür des Abteils wurde aufgerissen, und herein kam wieder ein Feind, ein deutscher Soldat, sehr jung, warum schicken sie diese Kinder in den Krieg, und er brachte meiner Mutter eine Kohlsuppe und ein Stück Graubrot.“ [DT S. 312 f.]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Intention des Vergleichs der beiden Fassungen von "Mutters Courage" und stellt die Fragestellung nach einer möglichen Vereinfachung sowie den Einfluss praktischer Theaterarbeit auf den Text vor.

2. Prosatext versus Dramentext: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Entstehung und Inhalt der Erzählung sowie der Dramenfassung von Tabori und beschreibt erste gattungsbedingte Unterschiede.

2.1. Mutters Courage – Der Prosatext: Hier wird die inhaltliche Handlung der Erzählung von 1975, basierend auf den Erinnerungen der Mutter, zusammengefasst.

2.2. Mutters Courage – Der Dramentext: Dieses Kapitel beschreibt die Uraufführung 1979, den Charakter des Mutter-Sohn-Dialogs und die epische Struktur des Theaterstücks.

3. Der Vergleich: Das Hauptkapitel untersucht systematisch die Unterschiede zwischen den beiden Texten anhand konkreter Beispiele.

3.1. Stilistische Unterschiede: Dieser Unterpunkt analysiert Unterschiede in der Syntax und Semantik sowie die Wirkung von Umstellungen oder Zusammenfügungen von Sätzen.

3.2. Inhaltliche Veränderungen: Hier werden inhaltliche Anpassungen chronologisch untersucht, wie etwa abweichende Personenkonstellationen oder die Art der erzählerischen Gestaltung durch den Sohn.

4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass keine generelle Vereinfachung vorliegt, sondern eher eine Verschiebung der Schwerpunkte aufgrund des Gattungswechsels.

5. Verwendete Literatur: Auflistung der im Rahmen der Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

5.1. Primärliteratur: Auflistung der verwendeten Ausgaben des Werks von George Tabori.

5.2. Sekundärliteratur: Auflistung der wissenschaftlichen Literatur zur Analyse des Werks.

Schlüsselwörter

George Tabori, Mutters Courage, Erzählprosa, Dramenfassung, Gattungsvergleich, Vereinfachung, Holocaust, Erinnerung, epische Struktur, Mutter-Sohn-Dialog, Sprachpurismus, Wirkungsästhetik, Dramaturgie, Textanalyse, Holocaust-Debatten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die Prosa-Erzählung von George Taboris "Mutters Courage" mit dessen Theaterfassung, um Unterschiede in Sprache und Inhalt zu identifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf gattungsbedingte Differenzen, die Problematik der Erinnerung, den Einfluss der dramatischen Umsetzung auf den Erzählduktus und die Wirkung der Texte auf Rezipienten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob der Dramentext gegenüber der Erzählung im Hinblick auf Sprache und Inhalt vereinfacht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der konkrete Textbeispiele aus beiden Fassungen direkt gegenübergestellt und analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine stilistische Untersuchung (Syntax, Semantik) und eine inhaltliche Analyse, die chronologisch die Veränderungen zwischen den Fassungen beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem George Tabori, Gattungsvergleich, Erzählprosa, Dramenfassung, Erinnerungsarbeit und Wirkungsästhetik.

Wie verändert sich die Darstellung des deutschen Offiziers im Drama?

Der Offizier wird im Drama als ambivalenter, ruhiger und teilweise intellektueller dargestellt, was seine Rettung der Mutter für den Zuschauer nachvollziehbarer macht als in der Erzählung.

Welche Rolle spielt der Sohn als Erzähler im Vergleich der beiden Fassungen?

In der Erzählung fungiert er als klassischer Erzähler, während er im Drama als dominante Organisationsinstanz auftritt, die das Geschehen kommentiert und die Erzählung aktiv gestaltet.

Warum wird die Rolle der Schaffnerin im Vergleich als wichtig erachtet?

Die Umwandlung des männlichen Schaffners zur weiblichen Schaffnerin im Drama stellt einen Wandel innerhalb der Figur dar, die sich als einzige Frau explizit gegen den Nationalsozialismus auflehnt.

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Details

Title
George Tabori: "Mutters Courage" - Ein Vergleich zwischen Erzählprosa- und Dramenfassung
Subtitle
Ist eine Vereinfachung im Hinblick auf Sprache und Inhalt in dem Theaterstück gegenüber der Erzählung zu erkennen?
College
University of Vienna
Grade
Sehr gut
Author
Karoline Ehrlich (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V60818
ISBN (eBook)
9783638543989
ISBN (Book)
9783638714259
Language
German
Tags
George Tabori Mutters Courage Vergleich Erzählprosa- Dramenfassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Ehrlich (Author), 2005, George Tabori: "Mutters Courage" - Ein Vergleich zwischen Erzählprosa- und Dramenfassung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60818
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