Die Ereignisse der letzten Jahre, Monate oder sogar Tage bestätigen die schreckliche These: Naturkatastrophen nehmen immer extremere Ausmaße an. Besonders die wetterbedingten Schäden, die also durchaus der globalen (vom Menschen mitverursachten) Erwärmung zuzurechnen sind, nehmen immer mehr zu. Gleichzeitig steigt neben der Häufigkeit auch die Schadenshöhe(vgl. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, 2005).Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen stellt sich de Frage, welche Schäden auf Dauer noch versicherbar bleiben. Nachfolgende Arbeit geht daher zunächst definitorisch auf die einzelnen Formen der Naturkatastrophen ein, erläutert anschließend ihre Geschichte seit 1950, bevor die Bedeutung, Methoden, Konzepte und Trends in der Versicherungs-Wirtschaft beleuchtet werden. Zudem sind bereits eingesetzte Reaktionen auf die tiefgreifenden Veränderungen dargestellt, auf deren Basis abschließend zu beurteilen versucht wird, inwiefern der Handlungsbedarf und die bisher bereits umgesetzten bzw. noch zu erwartenden Handlungen der Versicherungswirtschaft auf einen sich verändernden Schadenskatalog hinsichtlich Naturkatastrophenversicherung schließen lassen oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund und Historie
a. Definitionen von Naturkatastrophen
i. Überschwemmung/Hochwasser
ii. Erdbeben/Seebeben
iii. Sturm
iv. Sonstige Naturkatastrophen
b. Entwicklungen der Naturkatastrophen seit 1950
i. 1950 – 2003_ Dramatische Zunahme wetterbedingter Katastrophen
ii. 2004_ Tsunami rüttelt uns wach!?
iii. 2005_ Erdbeben und Wirbelstürme schockieren
c. Naturkatastrophen und Versicherungen
3. Schäden
a. Volkswirtschaftliche Schäden vs. versicherte Schäden
4. Vorhersage- und Analyse
5. Deckungskonzepte für Naturkatastrophen
a. Deckungskonzepte im Allgemeinen
b. Deckungskonzepte für Naturkatastrophen
6. Trends und Ausblick
a. Status-Quo und Entwicklungen der Natur
i. Klimatische und geologische Veränderungen
ii. Sonstige relevante Veränderungen
b. Status-Quo und Entwicklungen der Rückversicherungen
i. Verbesserte Versicherungstechniken
ii. Beitrag zum Klimaschutz
c. Welche Schädem werden auf Dauer noch versichert?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die steigende Frequenz und Intensität von Naturkatastrophen und analysiert vor dem Hintergrund des Klimawandels, inwieweit diese Ereignisse für die Versicherungswirtschaft auf Dauer noch ökonomisch tragbar und versicherbar bleiben.
- Definition und historische Einordnung von Naturkatastrophen
- Analyse der volkswirtschaftlichen versus versicherten Schäden
- Methodik der Risikobewertung und Vorhersage in der Versicherungswirtschaft
- Deckungskonzepte und Rückversicherungstechniken bei Naturkatastrophen
- Einfluss des Klimawandels und Urbanisierung auf zukünftige Versicherungspolicen
Auszug aus dem Buch
2.c Naturkatastrophen und Versicherungen
Aufgrund der Tatsache, dass viele Einzelschäden aus einer Naturkatastrophe folgen, sind zahlreiche und unterschiedliche Versicherungsverträge und Vertragsparteien betroffen. Dies ist ein enormer Unterschied mit versicherungstechnischen Konsequenzen gegenüber den sog. „Man-made Katastrophen“, die aufgrund der begrenzten räumlichen Ausmaßes meist nur wenige Versicherungs verhältnisse betreffen (vgl. Wikipedia, 2006a).
Die vielen Erstversicherungsunternehmen – allein in Deutschland sind etwa 1.484 Erstversicherer zugelassen (BaFin, 2006) - versichern v.a. in Gebieten mit Naturkatastrophen-Risiken private Haushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand gegen bestimmte Risiken.
Da sich viele Erstversicherungsunternehmen (Erstversicherer) aus historischen aber auch betriebswirtschaftlichen Gründen auf „lokale“ oder „regionale“ Märkte fokussiert bzw. konzentriert haben, trifft sie eine Naturkatastrophe in eben einem solchen lokalen oder regionalen Gebiet u.U. so hart, dass die Zahlungsfähigkeit der Versicherungssummen unmöglich werden oder den finanziellen Ruin für den Erstversicherer bedeuten würde. Daher versichern die Erstversicherer sich ihrerseits bei sog. Rückversicherungen. Das Problem für den einzelnen Rückversicherer ist aber ebenfalls, dass eine Naturkatastrophe das RV-Unternehmen mit voller Wucht trifft. Aus diesem Grund versichern auch die Rückversicherungen wiederum einen Teil der Risiken bei einer anderen Rückversicherung… in Branchenkreisen wird von bis zu 10 oder mehr Versicherungsschleifen gesprochen. Ein Beispiel soll das Verhältnis von Erst- und Rückversicherung erläutern:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der zunehmenden Extremwetterereignisse ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die zukünftige Versicherbarkeit dieser Schäden zu prüfen.
2. Hintergrund und Historie: Das Kapitel definiert verschiedene Naturkatastrophen, ordnet sie geschichtlich ein und erläutert die besondere Herausforderung für die Versicherungsbranche.
3. Schäden: Hier wird der Unterschied zwischen volkswirtschaftlichen Gesamtschäden und den tatsächlich versicherten Anteilen analysiert.
4. Vorhersage- und Analyse: Der Abschnitt befasst sich mit den wissenschaftlichen Methoden, die Rückversicherer nutzen, um Risiken von Naturkatastrophen zu modellieren und vorherzusagen.
5. Deckungskonzepte für Naturkatastrophen: Es werden die verschiedenen vertraglichen Ansätze der Rückversicherung, wie etwa die Schadenexzedenten-Basis, detailliert beschrieben.
6. Trends und Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen des Klimawandels, der Urbanisierung und notwendige Anpassungsstrategien der Versicherer zur langfristigen Sicherung des Geschäftsmodells.
Schlüsselwörter
Naturkatastrophen, Rückversicherung, Klimawandel, Probable Maximum Loss, Elementarschaden, Risikomanagement, Erstversicherung, Wetterkatastrophen, Schadenexzedent, Versicherungstechnik, Volkswirtschaftliche Schäden, Katastrophenvorhersage, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die globale Versicherungswirtschaft und untersucht, welche Schäden angesichts zunehmender Klimaveränderungen in Zukunft noch versicherbar sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Katastrophen, die ökonomische Bewertung von Schäden, die Methoden der Risikoanalyse sowie innovative Deckungskonzepte der Rückversicherer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, ob die Versicherungswirtschaft ihre bisherigen Modelle beibehalten kann oder ob durch die Zunahme von Extremereignissen ein grundlegender Wandel in der Risikotragung und Prämiengestaltung unumgänglich ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken der großen Rückversicherer (Munich Re, Swiss Re) und ergänzender Fachinformationen zu Risikomodellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Historie und Definitionen, eine detaillierte Schadenanalyse, die Erläuterung von Analyse- und Deckungskonzepten sowie einen Ausblick auf zukünftige Trends unter dem Einfluss des Klimawandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Naturkatastrophen, Rückversicherung, Probable Maximum Loss, Klimawandel und Elementarschäden.
Was bedeutet der im Glossar erwähnte PML?
Der PML steht für "Probable Maximum Loss" und bezeichnet den geschätzten, wahrscheinlich höchsten Schaden, mit dem ein Versicherer bei einem spezifischen Ereignis rechnen muss; er dient der Risikobegrenzung.
Warum wird das "Schadenexzedenten-Konzept" so betont?
Dieses Konzept ist für Versicherer essenziell, da es die Ausgaben selbst bei extremen Katastrophen auf kalkulierbare Beträge begrenzt und somit die finanzielle Stabilität der Versicherungsunternehmen sichert.
- Quote paper
- Florian Jansen (Author), 2006, Naturkatastrophen - Welche Schäden sind auf Dauer noch versicherbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60845