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Fides quaerens intellectum

Title: Fides quaerens intellectum

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Münch (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Anselm von Canterburys berühmtesunum argumentumist seit dem Zeitpunkt seines Erscheinens heftig umstritten gewesen. Vor allem durch die Annahme, in ihm finde sich ein so genannter ontologischer Gottesbeweis, zog dieses Werk die Aufmerksamkeit großer Philosophen und Theologen wie Thomas von Aquin, Kant und Barth auf sich. Jedoch ist die Bewertung des Arguments seit einiger Zeit umstritten. Lesen die einen in ihm den Versuch eines Gottesbeweises, so meinen andere, von einem solchen fehle im Text jegliche Spur -Anselm habe hier vielmehr eine Denkregel aufstellen wollen, die einem sagt, wie Gott gedacht werden muss, wenn man Ihn richtig denken will. Die vorliegende Arbeit möchte zeigen, dass die zuletzt genannte Lesart des anselmschen Arguments als Denkregel die zutreffende ist. Dazu wird es nötig sein, sich zunächst dem Werk zuzuwenden, das dem Proslogion zeitlich und thematisch voranging, und das von Anselm selbst in einen engen Zusammenhang mit dem Proslogion gesetzt wurde: dem Monologion (Punkt 2). Danach betrachte ich die die Einführung des Arguments vorbereitenden und für dessen rechtes Verständnis konstitutiven Ausführungen Anselms in Vorrede und erstem Kapitel des Proslogions (3). Im vierten Punkt erfolgt schließlich die Untersuchung des Arguments und seiner Entfaltung in den Kapiteln 2 bis 4, wobei auch die Auseinandersetzung mit Gaunilo in die Überlegungen mit einbezogen werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Ontologischer Gottesbeweis bei Anselm von Canterbury?

2. Das vorangegangene Werk: Monologion

2.1. „Sola ratione“: Der Nachweis der Vernünftigkeit des christlichen Glaubens.

2.2. Inhalt des Monologions.

3. Der Kontext: Das Programm des Proslogions

3.1. Die Vorrede: Fides quaerens intellectum

3.2. Das erste Kapitel: Die Suche nach Glaubenseinsicht

4. Das unum argumentum und die sich daran anschließende Argumentation

4.1. Die Einführung des Arguments: Credimus te esse

4.2. Die Formulierung: „aliquid quo nihil maius cogitari possit“

4.3. Der erste Schritt der Argumentation: esse in intellectu

4.4. Der zweite Schritt der Argumentation: esse et in intellectu et in re

4.5. Der dritte Schritt der Argumentation: non possit cogitari non esse

4.6. Der Denkfehler des Toren

4.7. Vom rechten Verständnis: Gottesbeweis oder Widerlegung des Toren?

5. Schluss: Anselms Theologie als der Versuch der Unwissenheit das Wesen des Unbegreiflichen zu erklären

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das berühmte unum argumentum aus Anselm von Canterburys Proslogion. Ziel ist es, die häufige Fehlinterpretation als bloßen "ontologischen Gottesbeweis" zu korrigieren und stattdessen die Lesart als theologische Denkregel und operationalen Begriff der Logik zu etablieren, der den Glaubenden zur Einsicht führen und den Toren durch Vernunft widerlegen soll.

  • Historische Einordnung und methodische Grundlage (Monologion)
  • Das Programm des Proslogions (Fides quaerens intellectum)
  • Logische Rekonstruktion der Argumentationsschritte in den Kapiteln 2-4
  • Unterscheidung zwischen Gottesbeweis und Widerlegung des Toren
  • Die Funktion der Vernunft (ratio) innerhalb des christlichen Glaubens

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Formulierung: „aliquid quo nihil maius cogitari possit“

Es stellt sich zunächst die Frage, warum Anselm sich auf die Suche nach nur einem Argument gemacht hat. Die Antwort muss in seinem Gottesverständnis gesucht werden, auf das ich bereits in der kurzen Inhaltsangabe des Monologions (2.2) hingewiesen habe. Gemäß diesem ist unter Gott eine Natur zu verstehen, „die durch sich gut und groß ist und durch sich das ist, was sie ist [...], und die das höchste Gute, das höchste Große, das höchste Seiende oder Bestehende ist, das heißt das Höchste von allem, was ist.“ Dem entspricht das Anforderungsprofil, das Anselm an das unum argumentum stellt: Es sollte ein Argument sein, „das keines anderen als seiner allein bedürfe, um sich zu beweisen, und das allein genüge, um sicherzustellen, dass Gott wahrhaft ist und dass er das höchste Gut ist, das keines anderen bedarf und dessen alles bedarf, um zu sein und gut zu sein und alles, was wir von der göttlichen Wesenheit glauben.“ Gesucht wurde von Anselm also ein Gedanke, der formal und inhaltlich dem Gegenstand gleicht, für den er stehen sollte: Gott. Dabei musste freilich die Gefahr vermieden werden, den Gedanken und seinen Gegenstand zu verwechseln, in Anselms Fall: Die Vermeidung einer „Vergottung des Gottesgedankens. Das gesuchte Argument [...] hat daher mit der Denkbarkeit Gottes zugleich die Differenz zwischen Gott und Gottesgedanke unmißverständlich zu wahren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Ontologischer Gottesbeweis bei Anselm von Canterbury?: Diese Einleitung skizziert die kontroverse Rezeptionsgeschichte des Proslogion-Arguments und stellt die These auf, dass es korrekt als Denkregel und nicht als ontologischer Gottesbeweis verstanden werden muss.

2. Das vorangegangene Werk: Monologion: Dieses Kapitel erläutert die methodische Grundlage der sola ratione und führt in den Inhalt des Monologions ein, um den notwendigen Kontext für das spätere Proslogion-Argument zu schaffen.

3. Der Kontext: Das Programm des Proslogions: Hier wird dargelegt, warum die Vorrede und das erste Kapitel für das Verständnis der Intention Anselms konstitutiv sind und das Proslogion als Gebet eines Gläubigen und nicht als philosophische Abhandlung ausweisen.

4. Das unum argumentum und die sich daran anschließende Argumentation: In diesem Hauptteil wird das Argument schrittweise rekonstruiert, um aufzuzeigen, wie Anselm den intellectus fidei methodisch herleitet und die logische Unhaltbarkeit der Behauptungen des "Toren" entlarvt.

5. Schluss: Anselms Theologie als der Versuch der Unwissenheit das Wesen des Unbegreiflichen zu erklären: Das Fazit fasst zusammen, dass Anselms Theologie Glaube und Vernunft versöhnt und das Ziel verfolgt, das Wesen Gottes als unbegreiflich zu wahren, statt eine rein logische Beweisbarkeit anzustreben.

Schlüsselwörter

Anselm von Canterbury, Proslogion, Fides quaerens intellectum, Ontologischer Gottesbeweis, Monologion, Sola ratione, Denkregel, Glaubenseinsicht, Intellectus fidei, Gotteserkenntnis, Gaunilo, Vernunft, Ratio, Theologie, Gottesbeweis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht Anselm von Canterburys Proslogion und analysiert insbesondere das unum argumentum. Sie zielt darauf ab, die Interpretation als ontologischen Gottesbeweis durch eine Analyse als theologische Denkregel zu ersetzen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Im Fokus stehen das Verhältnis von Glaube und Vernunft, die Rolle der menschlichen ratio, die methodische Abgrenzung zwischen Monologion und Proslogion sowie die Auseinandersetzung mit dem "Toren".

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob das berühmte Argument Anselms tatsächlich ein ontologischer Gottesbeweis ist, oder ob es eine spezifische theologische Funktion als Denkregel und operationaler Begriff der Logik erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine textimmanente Analyse der Werke Anselms und zieht dabei gezielt die historische Auseinandersetzung mit Gaunilo sowie relevante theologische Sekundärliteratur heran.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Monologions als Kontext, eine Analyse der programmatischen Vorrede des Proslogions und eine detaillierte, schrittweise Dekonstruktion der Argumentation in den Kapiteln 2 bis 4.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fides quaerens intellectum (Glaube, der Einsicht sucht), sola ratione, intellectus fidei (Glaubenseinsicht) sowie die berühmte Formel aliquid quo nihil maius cogitari possit.

Warum unterscheidet Anselm zwischen "vox" und "intelligere" im vierten Kapitel?

Diese Unterscheidung dient dazu, den Denkfehler des Toren zu erklären: Der Tor kann zwar das Wort "Gott" aussprechen (vox), füllt es jedoch nicht mit dem notwendigen Inhalt (intelligere), weshalb seine Leugnung der Existenz Gottes logisch inkonsistent ist.

Inwiefern ist das Proslogion-Argument als "operationale Denkregel" zu verstehen?

Es fungiert als eine Anleitung für das Denken selbst: Wer den Begriff Gottes logisch konsequent durchdenkt, muss zum Schluss kommen, dass ein solches Wesen nicht nur als Gedanke, sondern auch in der Wirklichkeit existieren muss, um nicht im Widerspruch zu seinem eigenen Inhalt zu stehen.

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Details

Title
Fides quaerens intellectum
College
University of Heidelberg  (Wissenschaftlich-Theologisches Seminar)
Course
Anselm von Canterbury - Ontologischer Gottesbeweis?
Grade
1,0
Author
Peter Münch (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V60848
ISBN (eBook)
9783638544207
ISBN (Book)
9783656813996
Language
German
Tags
Fides Anselm Canterbury Ontologischer Gottesbeweis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Münch (Author), 2006, Fides quaerens intellectum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60848
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