In dieser Seminararbeit werde ich die Folgen des Ehebruchs in den Liaisons dangereuses, im Frankreich des 18. Jahrhunderts untersuchen. Als Basis dieser Untersuchung liegt der Arbeit der Roman les liaisons dangereuses von Choderlos de Laclos, in deutscher Übersetzung vor. Dabei werde ich mich nur auf den Roman beziehen, obwohl es viele Filmadaptionen gibt. Ich versuche zu klären, ob nicht gerade die Opfer des Romans Täter des Ehebruchs waren und in welcher Tragweite sich deshalb die Konsequenzen auf sie ausgewirkt haben. Starb das vermeintliche Opfer wirklich daran, dass es sich der wahren Liebe geöffnet hat, oder doch an den Folgen eines schlechten Gewissens seinem Ehemann gegenüber? Oder wollte der Autor uns sagen, dass man diese verschiedenen Wertesysteme der Liebe nicht vereinen kann? Des Weiteren versuche ich darzulegen, ob nicht die offiziellen Bösen auch Opfer ihrer Zeit wurden. Vielleicht sogar Opfer ihrer eigenen Prinzipien. Das wachsende Verlangen, jede Regung rational erklären zu müssen, kann unter Umständen zu der Gefühlskälte geführt haben, die beide ‚Bösewichte’ an den Tag legen. Gibt es Gewinner und Verlierer und wenn ja, warum sterben die ‚Guten’ während die ‚Bösen’ nur bestraft werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frankreich im 18. Jahrhundert
2.1 De Laclos Vita
2.2 De Laclos und seine Zeit
3. Les Liaisons et les Dangereuses
3.1 Die Charaktere in den Liaisons dangereuses
3.2 Das Verständnis der Opfer- und Täterrolle
4. Liebe und Leidenschaft
4.1 Der Teufel im Spiel der Liebe
4.2 Liebe und ihre Illusion
4.3 Konsequenzen: Mord, Rufmord, Selbstmord, Ächtung und Kloster
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Folgen des Ehebruchs in Choderlos de Laclos’ Roman „Les Liaisons dangereuses“ im Kontext des Frankreichs des 18. Jahrhunderts, wobei der Fokus gezielt auf den zugeschriebenen Opfer- und Täterrollen der Protagonisten liegt.
- Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im 18. Jahrhundert
- Untersuchung der libertinen Lebensauffassung und deren psychologische Folgen
- Differenzierte Betrachtung der Machtverhältnisse und Rollenverteilung zwischen den Charakteren
- Reflektion über Moralvorstellungen, Ehebruch und die daraus resultierenden Konsequenzen
- Beleuchtung der Dynamik zwischen Täterschaft, Opfersituation und Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Charaktere in den Liaisons dangereuses
Aus Rache an ihrem ehemaligen Liebhaber, der in Begriff ist, die junge Klosterschülerin Cécile de Volanges zu heiraten, schmiedet Merteuil den Plan, Cécile befleckt in diese Ehe zu schicken. Als Verbündeten und ebenfalls ehemaligen Liebhaber, spannt sie Valmont in diesen Plan ein. Dieser hat bereits andere Pläne. Er möchte die Präsidentenfrau Tourvel, die sich bei Valmonts Tante aufhält, entehren. Tourvel, „ihre Frömmigkeit, ihre eheliche Treue und ihre strengen Grundsätze“12, sind Valmonts größtes Ziel, das es gilt zu besiegen. Um die größtmögliche Scham zu erreichen, lässt er seine Liebschaften in der Öffentlichkeit enden. Für die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts ist dies ein gefundenes Fressen, besonders in der Zeit, in der der Adel auch unverschuldet an Einfluss verlor.
Cécile, die gerade aus der Klosterschule kommt, verliebt sich direkt in den ersten Mann, der ihr begegnet, den Chevalier Danceny. Gesellschaftlich stehen beide auf gleicher Stufe, allerdings ist sie Gercourt bereits versprochen. Sie ist sehr empfänglich für Leidenschaften jeglicher Art, daher ziert sie sich nur kurz davor, sich Valmont körperlich hinzugeben.
Die weibliche Hauptfigur des Romans ist Frau Merteuil. In diesem Briefroman ist sie diejenige, die in den Briefen diktiert, was in der Handlung des Romans geschieht.13 Ihr männlicher Gegenpart ist Valmont.14 Durch die Wahl des Briefromans, ist es schwierig die Charaktere objektiv darzustellen. Über die Hauptfiguren erfahren wir nur, wie sie sich selbst sehen. Valmonts Charakter zeichnet sich durch das eigene Briefeschreiben sowie die regelmäßige Analyse derselben durch Merteuil aus. So nimmt auch Valmont aktiven Einfluss auf den Verlauf, jedoch ist er Merteuil untergestellt, weil er sich gegen Ende gegen sie wendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Ehebruchs in Choderlos de Laclos’ Roman ein und stellt die leitenden Forschungsfragen zur Rollenverteilung von Tätern und Opfern sowie zur Rolle des Autors.
2. Frankreich im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert die historische und gesellschaftliche Situation Frankreichs sowie die Biografie des Autors und dessen literarische Einordnung.
3. Les Liaisons et les Dangereuses: Hier werden die Charaktere und ihre komplexen Interaktionen sowie das Verständnis von Opfer- und Täterrollen im Roman detailliert analysiert.
4. Liebe und Leidenschaft: Das Kapitel behandelt die verschiedenen Formen der Liebe, von der libertinen Strategie bis hin zur illusionären Leidenschaft, und untersucht die schwerwiegenden Konsequenzen für die Figuren.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Motivation des Autors und die moralische Bewertung der Schicksale der Romanfiguren.
Schlüsselwörter
Les Liaisons dangereuses, Choderlos de Laclos, Ehebruch, Libertinage, Moral, Opferrolle, Täterrolle, 18. Jahrhundert, Briefroman, Affektkontrolle, Machtkampf, Tugendideal, psychologische Analyse, literarische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die moralischen und sozialen Folgen des Ehebruchs in Choderlos de Laclos’ Roman „Les Liaisons dangereuses“ im Frankreich des 18. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die libertine Lebensauffassung, Machtstrukturen innerhalb erotischer Beziehungen, die Bedeutung von Tugend und die Analyse von Täter- und Opferrollen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob die als Opfer dargestellten Charaktere in Wahrheit ebenfalls Täter sind und inwieweit die Konsequenzen ihres Handelns durch das Wertesystem der damaligen Zeit bestimmt waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans durchgeführt, ergänzt durch historische Kontexte und psychologische Interpretationsansätze der Figurenbeziehungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die Charakterkonstellationen und die verschiedenen Liebeskonzepte, um daraus die Konsequenzen wie Rufmord, Suizid und gesellschaftliche Ächtung abzuleiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Ehebruch, Libertinage, Täter, Opfer, Machtkampf, Affektkontrolle und die soziale Dynamik des 18. Jahrhunderts.
Warum wird die Rolle der Marquise de Merteuil als besonders betrachtet?
Sie gilt als die Verkörperung des Bösen, die ihr Leben durch Masken und rationale Affektkontrolle perfektioniert, jedoch letztlich selbst durch Eifersucht aus ihrer Prinzipientreue fällt.
Wie unterscheidet sich der Tod von Valmont von seinem anfänglichen Ziel?
Valmont beginnt als Verführer mit dem Ziel, Tourvel zu vernichten, stirbt jedoch am Ende quasi als „Guter“ im Duell, nachdem er sich gegen Merteuil gewendet hat.
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- Daniela Kröner (Author), 2006, Untersuchung über die Konsequenzen des Ehebruchs in Choderlos de Laclos "Les Liaisons Dangereuses" - in Bezugnahme auf die Opfer- und Täterrollen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60878