Der Beginn alliierter Besatzungspolitik


Hausarbeit, 2005

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Pläne der Alliierten für Deutschland
2.1 Potsdamer Abkommen
2.2 Berliner Deklaration
2.3 Alliierter Kontrollrat

3. Besatzungszonen und Bildung der Länder

4. Aufbau der Verwaltungen

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Der „Totaler Krieg“ des nationalsozialistischen Deutschlands führte Europa in die Katastrophe und Deutschland in den totalen Zusammenbruch. Die totale Niederlage, deren Ausmaß dem totalen Eroberungs- und Vernichtungswillen Hitlers entsprach, schuf chaotische Zustände in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens. Die deutsche Städte lagen in Schutt und Asche, Trümmerhaufen bestimmten das Straßenbild, große Teile der Bevölkerung waren vertrieben, vermisst, verwundet, getötet. Wirtschaft und Infrastruktur waren weitest gehend zusammengebrochen. Die Versorgung der Bevölkerung, die Nahrung, Wohnung und Arbeitsplätze mit den Flüchtlingen teilen musste, konnte selbst bei lebenswichtigen Gütern nur regional und allgemein sehr unzureichend gesichert werden[1].

Nach der Verhaftung der Regierung Dönitz gibt es in Deutschland keine staatliche Verwaltung mehr. Das Fehlen jeglicher politischer Repräsentanz verhinderte einen frühe Lösung der vielfältigen Probleme und trug auf diese Weise zu katastrophalen Lage der „Stunde Null“ bei. Die Bewältigung all diese Probleme bzw. Deutschlands Regierung übernehmen somit die Alliierten[2].

2. Politische Pläne der Alliierten für Deutschland

2.1 Potsdamer Abkommen

Schon während des Krieges, vom 4. bis 11. Februar 1945, berieten die späteren Siegermächte in Jalta über die Gestaltung einer Nachkriegsordnung in Mitteleuropa.

Stalin ging es in Jalta vor allem darum, Ost- und Südosteuropa weitgehend als Interessensphäre der Sowjetunion anerkannt zu erhalten. In Ansehung der Widerstände Churchills wollte er doch wenigstens auslegungsfähige Formeln hinsichtlich Polens (Anerkennung der verschobenen Ostgrenze zur Sowjetunion und der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze zu Deutschland) erzielen und die sowjetische Rolle gegenüber den Balkanstaaten festschreiben lassen[3]. Ferner war Stalin an der Festlegung der Reparationssumme interessiert, die Deutschland auferlegt werden müsste und am Anteil, den die UdSSR davon erhalten sollte. Stalin schlug 20 Milliarden US-Dollar als Gesamtsumme vor, davon verlangte er 10 Milliarden Dollar. Diese Forderung war in Jalta noch theoretisch zu erörtern, ein halbes Jahr später in Potsdam trug sie erheblich zur Verschlechterung der Beziehungen zu den Westmächten bei.

Das Anliegen des amerikanischen Präsidenten Roosevelt bei der Jalta-Konferenz bestand vor allem darin, von Stalin die Zusage zum Kriegseintritt gegen Japan (nach der Niederlage Deutschlands) zu erlangen, und er wollte sich der Kooperation der Sowjetunion bei der Errichtung der Vereinten Nationen versichern. Die Gründung einer dauerhaften Friedensorganisation war seit der Atlantik-Charta von 1941 das feierlich deklarierte wichtigste Kriegsziel der USA. Drittens wollte Roosevelt, ebenso wie Churchill, den Expansionsdrang der Sowjets in Ost- und Südosteuropa nicht ganz außer Kontrolle geraten lassen.

Die Verhandlungen in Jalta waren ziemlich chaotisch, weil die westlichen Verbündeten dem östlichen Partner Misstrauten, weil so viele Wechsel auf eine ungewisse Zukunft ausgestellt werden mussten und weil die Interessen der Beteiligten so differierten. Die Tragweite einiger Verabredungen sollte sich deshalb erst viel später herausstellen. Etwa die verhängnisvollen Konsequenzen für Hunderttausende von Sowjetbürgerinnen und -bürgern, die im Gefolge der deutschen Wehrmacht - freiwillig oder unfreiwillig - ihre Heimat verlassen hatten. Sie wurden nach dem 8. Mai 1945 durch Repatriierungskommissionen, ob sie wollten oder nicht, in die Sowjetunion zurückgebracht, wo auf die meisten eine düstere Zukunft wartete[4].

Wichtig für Deutschland war der Beschluss der Großen Drei, die vollständige Entwaffnung und Entmilitarisierung Deutschlands sicherzustellen und dem besiegten Gegner hohe Reparationen aufzuerlegen.

Später auf der Konferenz von Potsdam[5] (Potsdamer Abkommen vom 17. Juli bis 2. August 1945) konnte dahingehend Einigkeit erzielt werden, dass die deutsche Rüstungsindustrie zerschlagen, die deutschen Kriegsverbrecher bestraft und sämtliche ehemalige Nazis aus öffentlichen Ämtern entfernt werden sollten[6]. Nach der vollständigen Entmilitarisierung[7] Deutschlands sollte zunächst auf lokaler Ebene ein demokratischer Neuaufbau eingeleitet werden. Wirtschaftlich sollte Deutschland als Einheit fortbestehen, die Regierungsgeschäfte

würde ein Alliierter Kontrollrat übernehmen, der nach dem Prinzip der Einstimmigkeit entscheiden musste. Eine deutsche Zentralregierung war zunächst nicht vorgesehen[8].

[...]


[1] Göbel, Walter: Abiturwissen, Deutschland nach 1945, S.20

[2] Göbel, Walter: Abiturwissen, Deutschland nach 1945, S.24

[3] Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de/publikationen/

[4] Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de/publikationen/

[5] Das Treffen der vier Oberbefehlshaber fand im Potsdamer Schloss Cecilienhof statt

[6] Schneider, Harald: Geschichtskurs - Deutschland seit 1945, S. 15

[7] Definition: Abbau militärischer Anlagen

[8] Schneider, Harald: Geschichtskurs - Deutschland seit 1945, S. 15

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Beginn alliierter Besatzungspolitik
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)  (Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Politische Geschichte
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V60883
ISBN (eBook)
9783638544535
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beginn, Besatzungspolitik, Politische, Geschichte
Arbeit zitieren
Olga Afanaseva (Autor), 2005, Der Beginn alliierter Besatzungspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60883

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