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Das Grab des Childerich oder Sepulcrum Childerici I. Francorum Regis

Title: Das Grab des Childerich oder Sepulcrum Childerici I. Francorum Regis

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 44 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Silvester Tamas (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Im Wintersemester des Jahres 2005 auf 2006, sollten im Rahmen eines Hauptseminars des Institutes für Altertumswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, am Lehrstuhl der Alten Geschichte, Fragen und Problemen, hinsichtlich altertümlicher Bestattungssitten und Jenseitsvorstellungen in der Antike nachgegangen werden. Verschiedene Themen und Schwerpunkte wurden so ausgewählt, dass überblicksmäßig die herangezogenen Quellen vorgestellt und anschließend die Problematik in einem Referat zusammenfassend erörtert wurde. Das Grundproblem in der Handhabung eines Themas, dass sich mit Jenseitsvorstellungen in einer soweit zurückreichenden Epoche der Menschheitsgeschichte auseinandersetzt, besteht hauptsächlich darin, dass über die spärlichen schriftlichen und etwas reicher ausfallenden archäologischen – also materiellen – Quellen, nur der Ansatz bzw. die Tendenz von ehemals bestandenen Glaubensmustern und Ritualen erkennbar werden kann. Schließlich haben wir es mit einem psychologischen und metaphysischen Phänomen zu tun, wenn es darum geht, sich mit dem Tod und der Frage „was kommt danach“ zu beschäftigen. An diesem Punkt wird sofort deutlich, dass den prä-/historischen Wissenschaften und ihren Nachbardisziplinen Grenzen auferlegt sind, die nicht überwunden werden können. Es gelingen lediglich Erklärungsversuche, die dahin zielen, Argumente und Indizien mit einander zu vergleichen, um letztlich festzustellen, dass der Tod genauso wie die Geburt ein immanenter Bestandteil des Lebens in allen Kulturen war und ist. Der pietätvolle Umgang mit einem Verstorbenen während eines Bestattungsvorganges – innerhalb eines wie auch immer sozial gearteten Verbandes – setzt das Vorhandensein von Empfindungen wie Trauer, Mitgefühl und – nicht zwingend – den Glauben oder das Vorstellungsvermögen an bzw. über eine jenseitige Sphäre voraus. In meinen Ausführungen war es mir ein Anliegen, die Quellen hinsichtlich der kulturellen Situation der Bestattung eines der ersten nachweislichen Frankenkönige, namentlich Childerich I., darzulegen und zu beurteilen. Es ging mir ursächlich darum, die einzelnen Elemente der Grablege des Regis francorum, also des Befundes und der Funde, für meine Arbeit heranzuziehen und sowohl auf lokale, als auch überregionale Indizien für die eigens verstandene Identität des Verstorbenen und seine Überlieferungsvorstellungen in das Totenreich, zu untersuchen und schließlich im übergeordneten kulturhistorischen Kontext anschaulich darzustellen.

Excerpt


Gliederung

I. Einleitung

II. Childerich I. – Personengeschichte

III. Forschungsgeschichte

IV. Der Fundplatz

V. Die Funde und ihre Zuordnung

V. a. Waffen (Prunkbewaffnung) und Zubehör

V. b. Gewand und Schmuck

V. c. Münzen

V. d. Pferdegeschirr

V. e. Weitere Funde

VI. Datierung des Grabes im historisch-archäologischen Kontext

VII. Die Funde im Kontext

VIII. Grabbrauch im Umfeld des Childerich-Grabes

IX. Die Interpretation der Bestattung Childerichs

X. Das Grab und die Funde als Politikum

XI. Bewertung der schriftlichen Quellen

XII. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturelle Situation und den Bestattungsritus des Frankenkönigs Childerich I. im Übergang von der Spätantike zum Mittelalter. Zentral ist dabei die Analyse des archäologischen Befundes und der Grabbeigaben im Hinblick auf Childerichs Rolle als germanischer Anführer und gleichzeitig römischer Würdenträger, um das Spannungsfeld zwischen heidnischer Tradition und römischem Einfluss zu beleuchten.

  • Personengeschichtlicher Hintergrund von Childerich I.
  • Detaillierte Analyse des Grabungsbefundes und der Fundobjekte
  • Kontextualisierung des Grabes in der merowingischen Nekropole
  • Vergleich mit zeitgenössischen germanischen Bestattungssitten
  • Interpretation der Bestattung als Ausdruck politischer Identität

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Im Wintersemester des Jahres 2005 auf 2006, sollten im Rahmen eines Hauptseminars des Institutes für Altertumswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, am Lehrstuhl der Alten Geschichte, Fragen und Problemen, hinsichtlich altertümlicher Bestattungssitten und Jenseitsvorstellungen in der Antike nachgegangen werden. Verschiedene Themen und Schwerpunkte wurden so ausgewählt, dass überblicksmäßig die herangezogenen Quellen vorgestellt und anschließend die Problematik in einem Referat zusammenfassend erörtert wurde. Das Grundproblem in der Handhabung eines Themas, dass sich mit Jenseitsvorstellungen in einer soweit zurückreichenden Epoche der Menschheitsgeschichte auseinandersetzt, besteht hauptsächlich darin, dass über die spärlichen schriftlichen und etwas reicher ausfallenden archäologischen – also materiellen – Quellen, nur der Ansatz bzw. die Tendenz von ehemals bestandenen Glaubensmustern und Ritualen erkennbar werden kann.

Schließlich haben wir es mit einem psychologischen und metaphysischen Phänomen zu tun, wenn es darum geht, sich mit dem Tod und der Frage „was kommt danach“ zu beschäftigen. An diesem Punkt wird sofort deutlich, dass den prä-/historischen Wissenschaften und ihren Nachbardisziplinen Grenzen auferlegt sind, die nicht überwunden werden können. Es gelingen lediglich Erklärungsversuche, die dahin zielen, Argumente und Indizien mit einander zu vergleichen, um letztlich festzustellen, dass der Tod genauso wie die Geburt ein immanenter Bestandteil des Lebens in allen Kulturen war und ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die methodische Herangehensweise bei der Untersuchung altertümlicher Bestattungssitten und die Schwierigkeiten bei der Interpretation materieller Quellen hinsichtlich Jenseitsvorstellungen.

II. Childerich I. – Personengeschichte: Der Abschnitt skizziert das Leben und die politische Doppelrolle des Frankenkönigs als germanischer Anführer und römischer Offizier.

III. Forschungsgeschichte: Hier wird die Entdeckung des Grabes im Jahr 1653 und die wissenschaftliche Aufarbeitung durch Johann Jakob Chiflet beschrieben.

IV. Der Fundplatz: Dieses Kapitel verortet das Grab in Tournai und beschreibt die Bedeutung des Ortes in der Spätantike.

V. Die Funde und ihre Zuordnung: In diesem ausführlichen Hauptteil werden die einzelnen Grabbeigaben, von Waffen über Schmuck bis hin zu Münzen, katalogisiert und ihre Herkunft sowie Bedeutung erläutert.

VI. Datierung des Grabes im historisch-archäologischen Kontext: Dieser Abschnitt begründet die zeitliche Einordnung des Grabes anhand der Münzfunde und historischer Zeugnisse.

VII. Die Funde im Kontext: Das Kapitel interpretiert die Funde als Ausdruck eines vielschichtigen kulturellen Zugehörigkeitsempfindens Childerichs zwischen germanischer Tradition und römisch-byzantinischem Einfluss.

VIII. Grabbrauch im Umfeld des Childerich-Grabes: Hier werden die lokalen Bestattungssitten und der Wandel von der römischen zur fränkisch-germanischen Sepultur analysiert.

IX. Die Interpretation der Bestattung Childerichs: Diese Ausführungen ordnen Childerichs Grab in die Kategorie der „Fürstengräber“ ein und deuten die Bedeutung der Grabhügel und Pferdebestattungen.

X. Das Grab und die Funde als Politikum: Das Kapitel behandelt die politische Instrumentalisierung der Funde in der Neuzeit durch das Haus Habsburg und die Bourbonen.

XI. Bewertung der schriftlichen Quellen: Kritische Auseinandersetzung mit der Zuverlässigkeit frühmittelalterlicher Berichte, insbesondere von Gregor von Tours.

XII. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die duale Identität Childerichs zusammen und kontrastiert dessen heidnisches Bestattungsmodell mit der christlichen Ausrichtung seines Sohnes Chlodwig.

Schlüsselwörter

Childerich I., Merowinger, Fränkisches Reich, Grabbeigaben, Bestattungsritus, Fürstengrab, Völkerwanderungszeit, Archäologie, Spatha, Almandinzellenwerk, Spätantike, Tournai, Numismatik, Goldmünzen, Totenkult

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Grab des Frankenkönigs Childerich I. in Tournai und analysiert, wie dessen Bestattung Rückschlüsse auf die kulturelle Identität, den politischen Status und die Jenseitsvorstellungen eines germanischen Herrschers in der Spätantike zulässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Analyse archäologischer Funde (Waffen, Schmuck, Münzen), die Interpretation von Bestattungsriten im Spannungsfeld zwischen germanischer Tradition und römischem Einfluss sowie die historisch-politische Bedeutung dieses Fundes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rolle Childerichs I. als „barbarischer“ König und römischer Verbündeter anhand der Beigaben zu charakterisieren und die Bedeutung seiner Bestattung als Ausgangspunkt merowingischer Machtentfaltung zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die archäologische Befunde, numismatische Analysen und den Vergleich mit zeitgenössischen schriftlichen Quellen wie denen von Gregor von Tours kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Objektanalyse der Funde, die historische Datierung des Befundes, die Einordnung in den regionalen Grabbrauch und die Interpretation der Bestattung im Kontext der fürstlichen Selbstdarstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Childerich I., Merowinger, Bestattungsritus, Grabbeigaben, Fürstengrab und das Spannungsfeld zwischen Heidentum und Christentum.

Warum spielt das Grabbild des Childerich eine so große Rolle für die Forschung?

Das Grab gilt als „Glücksfall“ der Archäologie, da es aufgrund spezifischer Beigaben (Siegelring, Münzen mit präziser Datierung) historisch eindeutig dem Frankenkönig zugeordnet werden konnte und somit einen festen Ankerpunkt für die absolute Chronologie der Merowingerzeit bietet.

Welche Bedeutung hatten die Pferdebestattungen?

Die Pferdebestattungen deuten auf einen östlich beeinflussten Ritus hin, der den sozialen Status des Verstorbenen unterstreicht und vermutlich die Vorstellung der Fortsetzung des herrschaftlichen Lebens im Jenseits sowie die Verbindung zu heidnischen Traditionen symbolisiert.

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Details

Title
Das Grab des Childerich oder Sepulcrum Childerici I. Francorum Regis
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Altertumswissenschaften)
Course
Bestattungsformen und Jenseitsvorstellungen im Altertum
Grade
sehr gut
Author
Silvester Tamas (Author)
Publication Year
2006
Pages
44
Catalog Number
V61106
ISBN (eBook)
9783638546324
ISBN (Book)
9783638731942
Language
German
Tags
Grab Childerich Sepulcrum Childerici Francorum Regis Bestattungsformen Jenseitsvorstellungen Altertum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvester Tamas (Author), 2006, Das Grab des Childerich oder Sepulcrum Childerici I. Francorum Regis , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61106
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