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Der Film als semiotisches System - Eine Untersuchung der Theorien Jurij Lotmans auf der Grundlage von Michelangelo Antonionis Film "Blow Up"

Titre: Der Film als semiotisches System - Eine Untersuchung der Theorien Jurij Lotmans auf der Grundlage von Michelangelo Antonionis Film "Blow Up"

Dossier / Travail , 2004 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julia Deitermann (Auteur)

Filmologie
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Was ist Semiotik? Diese Frage stellt sich der Mehrheit der Menschen bei einer ersten Konfrontation mit dem Begriff. Selbst Wissenschaftler sind sich zum Teil nicht einig über eine genaue Definition. Fest steht jedoch, dass Semiotik die Lehre von Zeichen und Zeichensystemen beschreibt. Untersuchungsobjekt dieser „allgemeine[n] Zeichentheorie“ sind die „Strukturen sprachlicher und nicht-sprachlicher Zeichen(-systeme)“. Aufgrund dieses allumfassenden Anspruchs kann die Semiotik alles auf der Welt nur Vorstellbare in ein System von Zeichen umwandeln und somit auf den verschiedensten Gebieten angewandt werden, darunter Malerei, Architektur, Werbung, Musik und Film. Ein weiterer Definitionsansatz beschäftigt sich mit der sogenannten ‚Versprachlichung‘ der Welt, wobei die Semiotik menschliches und tierisches Verhalten ebenso als Sprache und somit wiederum als ein System von Zeichen beschreibt, wie auch scheinbar unzusammenhängende Bereiche wie Gestik, Mimik, Spielregeln, Kochkunst und religiöse Bräuche. Aus diesem breitgefächerten Anwendungsspektrum der Semiotik werden für diese Arbeit nun besonders die Bereiche Literatur und Film von Bedeutung sein, die als ein System von Zeichen erfasst, analysiert und interpretiert werden sollen. Als einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Semiotik gilt der russische Professor, Strukturalist und Kultursemiotiker Jurij Lotman. Er veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen über ebensolche „Sign System Studies“, bevor er sich schließlich der Filmwissenschaft zuwandte. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, auf der Grundlage von Lotmans Erkenntnissen den Film als semiotisches System näher zu beschreiben und die Elemente der Filmsprache herauszuarbeiten. Als Untersuchungsobjekt hierfür soll der 1966 veröffentlichte Filmklassiker ‚BlowUp’von Regisseur Michelangelo Antonioni herangezogen werden, welcher von einem Fotografen handelt, der bei der Vergrößerung einiger seiner Schnappschüsse einen Mord zu entdecken glaubt. Bei der Analyse und Interpretation von ‚BlowUp’soll besonders auf die Symbolik und Sujethaftigkeit eingegangen werden, wobei die spezielle Sprache des Films eine bedeutende Rolle spielen wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit

2. Kurzbeschreibung von Michelangelo Antonionis ‚Blow Up‘

3. Bedeutung von Bildern auf der Leinwand

4. Die Filmsprache

4.1 Tendenzen der Filmsprache

4.2 Elemente der Filmsprache

5. Aufteilung von Texten

5.1 Der sujethafte / künstlerische Text

5.2 Der sujetlose / nicht künstlerische Text

6. Die drei Erzähltypen des Films

7. Die vier Ebenen des Films

8. Das Prinzip der Räumlichkeit

9. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Film auf Basis der semiotischen Erkenntnisse von Jurij Lotman als Zeichensystem zu analysieren. Dabei steht die Untersuchung des Filmklassikers ‚Blow Up‘ von Michelangelo Antonioni im Zentrum, um zu ergründen, wie durch filmische Mittel Bedeutung erzeugt wird und wie der Regisseur mit der Wahrnehmung des Zuschauers spielt.

  • Grundlagen der Semiotik nach Jurij Lotman
  • Analyse der Filmsprache und ihrer Tendenzen (Erwartung vs. Durchbrechung)
  • Unterscheidung zwischen sujethaften und sujetlosen Texten
  • Strukturierung des Films in Erzähltypen und Ebenen
  • Die Bedeutung der räumlichen Darstellung im Film

Auszug aus dem Buch

4. Die Filmsprache

Der Film besitzt seine eigene spezifische Sprache, genannt Filmsprache. Diese setzt sich aus zwei Tendenzen zusammen, wobei die erste eine Erwartungshaltung hervorruft, die zweite sie dagegen durchbricht. Mit Hilfe eines alltäglichen Beispiels lässt sich die erste Tendenz ausführlich wie folgt erklären.

Jeder Mensch macht in seinem Leben praktische Erfahrungen, die bei einer späteren Konfrontation mit einer ähnlichen Situation eine Erwartungshaltung hervorrufen. Hat sich ein Kind etwa einmal an einer heißen Herdplatte verbrannt, wird es ab sofort bei jeder heißen Herdplatte Schmerz erwarten. Erscheint nun auf der Leinwand eine Hand auf einer rot glühenden Herdplatte, erwartet der Zuschauer - sich an seine eigene schmerzhafte Erfahrung erinnernd - ein schnelles Wegziehen der Hand, was weitere Schmerzen vermiede.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die semiotische Lehre von Jurij Lotman und Darlegung der Zielsetzung, den Film ‚Blow Up‘ als semiotisches System zu untersuchen.

2. Kurzbeschreibung von Michelangelo Antonionis ‚Blow Up‘: Inhaltliche Zusammenfassung des Films über einen Modefotografen, der vermeintlich einen Mord auf seinen Bildern entdeckt.

3. Bedeutung von Bildern auf der Leinwand: Erläuterung der Kernthese, dass jedes Bild ein Zeichen ist und durch Kontext oder Montage eine über die Realität hinausgehende Bedeutung erhält.

4. Die Filmsprache: Untersuchung der zwei Tendenzen der Filmsprache (Erwartungshaltung und deren Durchbrechung) sowie der spezifischen Elemente wie Montage und Kameraführung.

5. Aufteilung von Texten: Differenzierung zwischen künstlerischen (sujethaften) Texten, die ein Ereignis darstellen, und nicht künstlerischen (sujetlosen) Texten.

6. Die drei Erzähltypen des Films: Vorstellung des abbildenden, des sprachlichen und des musikalisch/klanglichen Erzähltyps nach Lotman.

7. Die vier Ebenen des Films: Analyse der hierarchischen Ebenen des Films, von der Montage kleinster Einheiten bis hin zur Sujet-Ebene.

8. Das Prinzip der Räumlichkeit: Diskussion darüber, wie räumliche Relationen als Mittel zur Erfassung der Wirklichkeit im Film genutzt werden.

9. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Anwendung von Lotmans Theorien auf ‚Blow Up‘ und Bestätigung des Films als komplexes Zeichensystem.

Schlüsselwörter

Semiotik, Jurij Lotman, Michelangelo Antonioni, Blow Up, Filmsprache, Zeichensystem, Sujethaftigkeit, Montage, Erzähltypen, Bildbedeutung, Filmanalyse, Kinoästhetik, Asynchronität, Wahrnehmung, Räumlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Film ‚Blow Up‘ von Michelangelo Antonioni aus einer semiotischen Perspektive, basierend auf den Theorien von Jurij Lotman.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Zeichentheorie, die Mechanismen der Filmsprache, die Differenzierung von Erzähltypen und die Bedeutung von Bildern sowie räumlichen Strukturen im Film.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Film als ein System von Zeichen zu beschreiben und aufzuzeigen, wie durch die bewusste Manipulation von filmischen Mitteln Bedeutung erzeugt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine strukturalistische und kultursemiotische Analyse angewandt, die auf den filmtheoretischen Schriften von Jurij Lotman basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Filmsprache, Texttypen (sujethaft/sujetlos), Erzähltypen, Filmebenen und die Rolle der Räumlichkeit im Kontext von Antonionis ‚Blow Up‘.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Semiotik, Filmsprache, Sujethaftigkeit, Montage, Zeichensystem und Kinoästhetik.

Wie erklärt die Arbeit das Phänomen des "sujethaften" Textes?

Ein sujethafter Text durchbricht eine bestehende Ordnung oder Erwartungshaltung, wodurch er für den Zuschauer bedeutungstragend und überraschend wird.

Welche Rolle spielt der Film ‚Blow Up‘ für die Argumentation des Autors?

Der Film dient als konkretes Untersuchungsobjekt, an dem sich Lotmans abstrakte Theorien zur Bedeutung von Bildern, zur Montage und zur Manipulation durch das Medium Film exemplarisch verdeutlichen lassen.

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Résumé des informations

Titre
Der Film als semiotisches System - Eine Untersuchung der Theorien Jurij Lotmans auf der Grundlage von Michelangelo Antonionis Film "Blow Up"
Université
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft / Komparatistik)
Cours
Proseminar: Filmsemiotik
Note
1,3
Auteur
Julia Deitermann (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
19
N° de catalogue
V61118
ISBN (ebook)
9783638546447
ISBN (Livre)
9783656780007
Langue
allemand
mots-clé
Film Untersuchung Theorien Jurij Lotmans Michelangelo Antonionis Filmsemiotik Semiotisch Filmtheorien Blow up Filmwissenschaft Filmanalyse Fotografie Filminterpretation
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Deitermann (Auteur), 2004, Der Film als semiotisches System - Eine Untersuchung der Theorien Jurij Lotmans auf der Grundlage von Michelangelo Antonionis Film "Blow Up", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61118
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Extrait de  19  pages
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