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Poetologische Implikationen in der minimalistischen Lyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams

Titre: Poetologische Implikationen in der minimalistischen Lyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams

Dossier / Travail , 2002 , 17 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Julia Deitermann (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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„Make it new”, so lautet das zentrale Motto der 1910 in London entstandenen und anschließend nach Amerika ausgewanderten Bewegung des Imagismus, das sogleich die Zielsetzung seiner Vertreter deutlich macht: Bruch mit alten Traditionen, Ablehnen der im Konventionellen erstarrten Lyrik und Experimentieren mit neuen Versformen. Die Erfüllung dieser Grundprinzipien machten sich auch die amerikanischen Schriftsteller und Dichter Ezra Pound und William Carlos Williams, zwei der Wegbereiter und Hauptvertreter des Imagismus, zur Aufgabe. Sie verzichten auf erzählende Elemente, setzen auf Kürze und Präzision des Ausdrucks und werden so zum Vorbild einer neuen Dichtergeneration, die sich als Gegenbewegung zur Romantik sieht, da nach Meinung der Imagisten der romantische Glaube an Vervollkommnung des Menschen falsch sei und die Klassik mit der notwendigen Begrenztheit des Menschen eher ihrer Auffassung nahe kommt. Zudem sehen sie ihre Lyrik als Versuch, der in Amerika herrschenden dichterischen Einfallslosigkeit und Oberflächlichkeit ein Ende zu setzen, sowie die Nachfolge des französischen Symbolismus anzutreten und ihn dabei neu aufzubereiten. Im Gegensatz zu diesem legen sie jedoch mehr Wert auf eine stärkere Konzentration auf ein einziges Ding („Image“) im Gedicht sowie auf die Genauigkeit der Beschreibung. Pound drückt den seiner Meinung nach gewaltigen Unterschied folgendermaßen aus: „The symbolist’s symbols have a fixed value. [...] The imagiste’s images have a variable significance. [...] To use a symbol with an ascribed or intended meaning is, usually, to produce very bad art.” Die vorliegende Arbeit setzt sich vor allem die Herausarbeitung der poetologischen Aspekte der imagistischen Lyrik zum Ziel, will also sowohl die Position und Funktion des Dichters innerhalb der Gesellschaft aufzeigen, als auch die vom Poeten vorgegebenen Entstehungsbedingungen von Dichtung sowie die Auffassung von Sprache und Kunst mit ihren Gesetzen, Problemen und Grenzen erläutern. Hierbei soll besonders auf die minimalistische Dinglyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams’ eingegangen werden, die mit ihren revolutionären Ausführungen darüber, wie Poesie sein sollte, einen Meilenstein in der amerikanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts setzten und andere bedeutende Dichter ihrer Zeit maßgeblich beeinflussten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

1.1. Grundlegendes

1.2. Zielsetzung der Arbeit

2. Der geistesgeschichtliche Hintergrund

2.1. Die Amerikanische Moderne

2.2. Der Imagismus

3. Ezra Pound, William Carlos Williams und der Imagismus

3.1. Die ambivalente Beziehung der Dichter und ihre gegenseitige Beeinflussung

3.2. Andere Einflüsse

4. Die Reform der dichterischen Sprache

5. Das poetologische Programm der Dichter

5.1. Pound: „A Few Don’ts“

5.2. Williams: „No Ideas but in Things”

6. Weitere Gedichtinterpretationen unter besonderer Berücksichtigung des poetologischen Aspektes

6.1. William Carlos Williams – A Sort of a Song

6.2. Ezra Pound – Commission

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die poetologischen Aspekte der minimalistischen Lyrik von Ezra Pound und William Carlos Williams. Dabei wird analysiert, wie diese Dichter durch den Imagismus neue Maßstäbe für die amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts setzten, ihre Konzepte von Sprache und Kunst definierten und sich als Wegweiser für nachfolgende Dichtergenerationen verstanden.

  • Die Entstehung und Grundprinzipien des Imagismus in der amerikanischen Moderne.
  • Die wechselseitige Beeinflussung und das ambivalente Verhältnis von Pound und Williams.
  • Die Reform der dichterischen Sprache durch Präzision, Kürze und die Emanzipation der Umgangssprache.
  • Das poetologische Programm: Pounds „A Few Don’ts“ und Williams’ Konzept „No Ideas but in Things“.
  • Die Analyse konkreter Gedichtbeispiele (u.a. „The Red Wheelbarrow“, „L’Art“, „A Sort of a Song“) unter poetologischen Gesichtspunkten.

Auszug aus dem Buch

5.2. Williams: „No Ideas but in Things”

William Carlos Williams übernimmt die im vorigen Kapitel angeführten imagistischen „Gesetze“ Pounds natürlich uneingeschränkt und befolgt sie anstandslos. Auch stilistische Klarheit, sprachliche Präzision, völliges Fehlen von literarischen Ausschmückungen und die Andeutung und Ellipse als wichtigste Stilmittel gehören zu den Grundprinzipien seiner minimalistischen Dingdichtung. Darüber hinaus schafft er die Theorie der „Ideen in den Dingen“, welche sein poetologisches Hauptanliegen deutlich macht. Williams schaut in seiner Dichtung hinter die Dinge, um sie zu deuten und um die in ihnen steckende universale Bedeutung hervorzuheben, die dem Leser nur bei einer genaueren Betrachtung offenkundig wird. Dieser Zusammenhang zwischen objektiver visueller Wahrnehmung und subjektiver intellektueller Umdeutung des Wahrgenommenen ist Williams in seinen Gedichten besonders wichtig.

Die Ideen sind in den Dingen impliziert, Dinge und Ideen „ereignen“ sich gleichzeitig im Gedicht, bedingen und beeinflussen einander. Aus diesem Grund müssen die Ideen gemeinsam mit den Dingen präsentiert werden. Williams’ Absicht ist es, in seinen Werken die Wahrheit in den Dingen zu zeigen ohne dabei dem Leser eine „Moral“ aufdrängen zu wollen, sondern um ihn vielmehr zu einer eigenständigen Interpretation anzuregen. Dichtung muss seiner Überzeugung nach nämlich stets eine Aussage haben, darf nie reiner Selbstzweck sein: „The only thing necessary is to have something to say.“ Selbst bei der bloßen Beschreibung von Dingen stecke immer eine tiefergehende Bedeutung dahinter. Sie interessieren ihn nicht nur um ihrer selbst willen, sondern fungieren auch als Symbole oder Metaphern für subjektive Empfindungen und abstrakte Konzepte, besitzen also eine verweisende Dimension. So will auch Williams’ Dingdichtung lehren und überzeugen, kurz: „etwas sagen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema: Umreißt die Ursprünge des Imagismus als Bruch mit traditioneller Lyrik und legt die Zielsetzung der Arbeit fest.

2. Der geistesgeschichtliche Hintergrund: Erläutert die Einordnung der Autoren in den Kontext der Amerikanischen Moderne und die Grundprinzipien des Imagismus.

3. Ezra Pound, William Carlos Williams und der Imagismus: Beleuchtet die komplexe, teils rivalisierende Beziehung zwischen den Dichtern und ihre wechselseitige Prägung.

4. Die Reform der dichterischen Sprache: Beschreibt den imagistischen Ansatz, durch Reinigung und Präzision der Sprache eine neue Welterkenntnis zu ermöglichen.

5. Das poetologische Programm der Dichter: Analysiert die theoretischen Schriften von Pound und Williams zu ihrer jeweiligen Auffassung von Poesie und der Funktion des Dichters.

6. Weitere Gedichtinterpretationen unter besonderer Berücksichtigung des poetologischen Aspektes: Überträgt die theoretischen Konzepte auf konkrete lyrische Werke wie „A Sort of a Song“ und „Commission“.

7. Resümee: Führt die wesentlichen Ergebnisse zusammen und bestätigt die nachhaltige Wirkung der imagistischen Prinzipien auf die moderne Literatur.

Schlüsselwörter

Imagismus, Ezra Pound, William Carlos Williams, Moderne, Amerikanische Literatur, Poetologie, Minimalismus, Dingdichtung, Make it new, No Ideas but in Things, Sprachreform, Lyrik, Dichterfunktion, Literaturwissenschaft, Bildhaftigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die poetologischen Grundlagen und Konzepte hinter der minimalistischen Lyrik von Ezra Pound und William Carlos Williams im Kontext des Imagismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Imagismus, die Modernisierung der Lyrik im 20. Jahrhundert, die Funktion des Dichters in der Gesellschaft sowie die theoretische Aufarbeitung von Sprache und Bildhaftigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Herausarbeitung der poetologischen Aspekte, die sowohl die Rolle des Dichters definieren als auch die Entstehungsbedingungen von Dichtung sowie die Auffassung von Sprache und Kunst bei Pound und Williams erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Schriften (Poetiken) der Autoren mit exemplarischen Gedichtinterpretationen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der geistesgeschichtliche Hintergrund, die persönliche und fachliche Beziehung der beiden Dichter, ihre Sprachreformen sowie ihr jeweiliges poetologisches Programm im Detail untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Imagismus, „Make it new“, „No Ideas but in Things“, minimalistische Dinglyrik und die poetologische Funktion des Dichters.

Wie unterscheidet sich Williams' Konzept von dem Pounds?

Während beide die Präzision des Ausdrucks fordern, legt Williams besonderen Wert auf die „Ideen in den Dingen“ und die visuelle Anordnung der Wörter, um den Leser zur Interpretation anzuregen, wohingegen Pound verstärkt auf den „intellektuellen und emotionalen Komplex“ eines Bildes fokussiert.

Welche Rolle spielt die Metapher in der Lyrik von Williams?

Obwohl Williams oft gegen den Gebrauch von Metaphern argumentiert, setzt er sie punktuell ein, um abstrakte Ideen mit konkreten Gegenständen zu verbinden und so eine versöhnende Brücke zwischen Mensch und Natur zu schlagen.

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Résumé des informations

Titre
Poetologische Implikationen in der minimalistischen Lyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams
Université
University of Augsburg
Cours
Das Poetologische Gedicht
Note
2,0
Auteur
Julia Deitermann (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
17
N° de catalogue
V61144
ISBN (ebook)
9783638546638
ISBN (Livre)
9783656772354
Langue
allemand
mots-clé
Poetologische Implikationen Lyrik Ezra Pounds William Carlos Williams Gedicht Poetologie Imagismus Imagisten Moderne Poesie
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Citation du texte
Julia Deitermann (Auteur), 2002, Poetologische Implikationen in der minimalistischen Lyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61144
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