Der Prozess der Globalisierung ist in den letzten Jahrzehnten extrem vorangeschritten. Kein anderer Begriff kontrolliert die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Diskussionen in einem solchen Ausmaß, wie der der Globalisierung. 1 “All business today is global. Those individual businesses, firms, industries, and whole societies that clearly understand the new rules of doing business in a world economy will prosper, those that do not will perish.” 2 Der Terminus der Globalisierung dient der Hervorhebung einer neuen Qualität der Internationalisierung der Wirtschaft, die durch eine wachsende Integration vieler Länder in einer weltweiten Arbeitsteilung, den Abbau von Handelsbarrieren und nationalen Regulierungen sowie einer zunehmenden Mobilität der Produktionsfaktoren gekennzeichnet ist. Die Ausgestaltung von Produktion, des Bezugs von Vorleistungen, des Marketings sowie der finanzwirtschaftlichen Aktivitäten stellen die grenzüberschreitenden Operationen von Unternehmen dar, die die Globalisierung auf volkswirtschaftlicher Ebene umfasst. Die Aufteilung verschiedener Unternehmensaktivitäten auf verschiedene Länder charakterisiert hierbei das wesentliche Kennzeichen der Globalisierung. 3 „Wir sprechen lieber über Internationalisierung. Ein Produkt auf dieselbe Art weltweit einführen zu wollen, dürfte scheitern." 4 Aus diesem Grunde muss die Produktion der MNU nicht mehr nur durch die Anpassung an die regionalen Märkte unterstützt werden, sondern auch die jeweilige nationale Forschungsinfrastruktur zur Erhöhung der Effizienz ihrer konzerninternen Forschung und somit die spezifischen Vorteile nationaler Innovationssysteme zur Stärkung technologischer Wettbewerbsvorteile genutzt werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Methode
1.4. Aufbau der Arbeit
2. DETERMINANTEN DER INTERNATIONALISIERUNG VON F&E
2.1. Definition der Internationalisierung von F&E
2.2. Zentralisierung vs. Dezentralisierung
2.2.1. Zentrifugale Kräfte
2.2.2. Zentripetale Kräfte
2.3. F&E-Standortentscheidungen
2.4. Typen ausländischer F&E-Standorte
2.5. Prozesse der Internationalisierung
2.6. Internationale F&E-Netzwerke
3. LITERATURANALYSE
3.1. Entwicklung des Analyserasters
3.2. Nähere Betrachtung ausgewählter Literatur
4. AUSWERTUNG DER LITERATUR
4.1. Erkenntnisinteresse
4.2. Datenerhebungsmethode
4.3. Untersuchungsdesign
4.4. Untersuchungsebene
4.5. Dimension
4.6. Geografische Region
4.7. Branche
4.8. Exkurs: Internationalisierung von F&E in Deutschland
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen systematischen Überblick über den aktuellen Stand und Fortschritt der Internationalisierung von Forschung und Entwicklung (F&E) zu geben. Dabei werden durch eine explorative Literaturanalyse Unterschiede in den Betrachtungsweisen verschiedener Autoren aufgezeigt, Forschungsfelder identifiziert und Trends für die Zukunft abgeleitet.
- Grundlagen der Internationalisierung von F&E und deren Determinanten
- Systematische Literaturanalyse mittels eines variablenorientierten Analyserasters
- Untersuchung von Organisationsformen internationaler F&E-Einheiten
- Rolle von Wissensmanagement und globalen F&E-Netzwerken
- Vergleich der Internationalisierungsstrategien multinationaler Unternehmen
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
Die beschriebene Entwicklung wird auch auf der wissenschaftlichen Seite registriert und bereits seit Beginn durch Publikationen zu diesem Thema begleitet. Das stetig wachsende Interesse an der Internationalisierung von F&E vor dem Hintergrund technologischer und politischer Veränderungen der letzten Jahre hat ein kaum noch zu überschauendes Literaturangebot hervorgebracht. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von Themen und Schwerpunkten, die mehr oder weniger Relevanz für den Themenbereich besitzen und durch Forschungsarbeiten und empirische Untersuchungen unterschiedlicher Art behandelt wurden. Auffällig hierbei ist unter anderem die Trennung des Forschungsbereiches in die Untersuchungen zum Verhalten multinationaler Unternehmen und von kleineren und mittleren Unternehmen. Eine erste mögliche Hypothese in diesem Bereich könnte lauten, dass multinationale Unternehmen als die treibende Kraft zur Internationalisierung der F&E verstanden werden. Oftmals stehen zudem Nordamerika, Europa und Japan – als Triade bezeichnet – im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Nur vereinzelt werden auch einzelne Staaten wie die Schweiz oder Schweden gesondert betrachtet. China scheint dabei eines der wenigen Länder außerhalb der Triade zu sein, welches in den letzten Jahren ebenfalls mehr in den Mittelpunkt des Interesses getreten ist.
„Internationalisation of research and develoment (R&D) is a major topic within the business community, as well as for academic researchers and decision makers in government since the 1990s. These interests, from various perspectives, have stimulated a growing economic, policy- and management-oriented literatur.“
Zusammenfassend lässt sich aufgrund der Heterogenität der Thematik ein sehr weites, allerdings kaum noch überschaubares Forschungsfeld im Bereich der Internationalisierung von F&E feststellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert die Globalisierung, erläutert die Problemstellung der Arbeit sowie die Zielsetzung und die methodische Vorgehensweise der Literaturanalyse.
2. DETERMINANTEN DER INTERNATIONALISIERUNG VON F&E: Hier werden theoretische Grundlagen wie der Zentrifugal-Zentripetal-Ansatz, verschiedene Motive für die Internationalisierung sowie Standortentscheidungen und Prozesskategorien erörtert.
3. LITERATURANALYSE: Dieses Kapitel umfasst die Entwicklung eines Analyserasters zur Klassifizierung der einschlägigen Literatur und bietet Zusammenfassungen ausgewählter Publikationen.
4. AUSWERTUNG DER LITERATUR: Hier erfolgt die systematische Auswertung der selektierten Literatur anhand der festgelegten Variablen, ergänzt durch einen Exkurs zur Situation in Deutschland.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Erkenntnisse und zeigt mögliche zukünftige Forschungsgebiete auf.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Forschung und Entwicklung, F&E, Globalisierung, Multinationale Unternehmen, Wissensmanagement, Literaturanalyse, Standortentscheidung, Innovationssysteme, Technologieübertragung, Forschungsnetzwerke, Wissensgenerierung, Wettbewerbsvorteile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem aktuellen Stand der Internationalisierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) multinationaler Unternehmen, basierend auf einer Analyse der vorhandenen wissenschaftlichen Fachliteratur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Motive für die Internationalisierung, die Wahl geeigneter Standorttypen, das Management verteilter F&E-Einheiten, die Bedeutung von Wissensnetzwerken sowie die Rolle technologischer Innovationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine systematische Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungslage zur Internationalisierung von F&E, um Unterschiede in den Ansätzen aufzuzeigen und mögliche zukünftige Trends abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine explorative Literaturanalyse. Dabei werden Artikel aus dem Zeitraum 1993 bis 2005 anhand eines festgelegten Analyserasters systematisch erfasst, klassifiziert und ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Determinanten und Motive der Internationalisierung dargelegt, anschließend das entwickelte Analyseraster angewendet und die ausgewählte Literatur ausführlich aufbereitet und analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem F&E-Internationalisierung, Wissensgenerierung, Innovationssysteme, Standortentscheidungen und globale F&E-Netzwerke.
Welche Rolle spielen kleinere Unternehmen (KMU) in der Forschung?
Die Arbeit stellt fest, dass KMU im wissenschaftlichen Diskurs im Vergleich zu multinationalen Unternehmen (MNU) bisher eher unterrepräsentiert sind, obwohl auch für sie die Internationalisierung von F&E zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Warum ist Deutschland als Forschungsstandort von Interesse?
Deutschland ist vor allem in wissensintensiven Branchen wie Biotechnologie und Pharmazeutik ein attraktiver Standort für ausländische Unternehmen, wobei die Kooperation mit lokalen Forschern als wesentlicher Erfolgsfaktor genannt wird.
- Quote paper
- Nico Müller (Author), 2005, Internationalisierung von F&E. Eine Literaturanalyse im internationalen wissenschaftlichen Diskurs. Stand: 2005, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61188