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Prestige durch ostentativen Konsum

Title: Prestige durch ostentativen Konsum

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Hammacher (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Für die meisten Menschen zählt der „erste Eindruck“, den ein anderer beim gegenseitigen Kennenlernen auf sie macht. Doch was ist eigentlich dieser „erste Eindruck“? Zunächst einmal wird er stark von der äußeren Erscheinung des Gegenüber beeinflusst, da diese natürlich viel offensichtlicher hervortritt als Charaktereigenschaften, Vorlieben, Abneigungen oder Einstellungen, die in einem ersten Gespräch nur oberflächlich wahrgenommen werden können. Die Äußerlichkeiten jedoch sind diejenigen, die sofort ins Auge stechen und aufgrund derer ein Mensch als erstes beurteilt wird. Dazu gehören einerseits Mimik und Gestik, andererseits aber Dinge, mit denen jeder seine Erscheinung selbst beeinflussen kann. Neben der Frisur, der Kosmetik oder dem Schmuck zählt dazu vor allem die Kleidung. Mit Hilfe dieser, kann nämlich nicht nur der persönliche Geschmack gezeigt, sondern auch der eigene soziale Status betont werden. Teilweise geschieht dies unbewusst, doch in dem Moment, wo Kleidung speziell dazu dient intellektuelle, kulturelle oder soziale Überlegenheit sowie ökonomischen Wohlstand zu demonstrieren, wird sie ostentativ konsumiert. Auf den folgenden Seiten werde ich unter anderem versuchen zu erklären, wo die Ursachen für ein solches Verhalten liegen, was für eine Wirkung es hat und wieso diese zu Stande kommt. Dabei werde ich mich vornehmlich auf die arabische Welt konzentrieren, da dieses Phänomen dort zwar nicht neu ist, jedoch bei einigen Beispielen, wie dem der Elitehochzeit, sehr gut deutlich wird. Während ich an dem vorliegenden Thema arbeitete, vielen mir immer neue Dinge ein, die gut dazu passen würden und welche ich somit unbedingt einarbeiten wollte. Da dies aber den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte und um nicht allzu sehr vom Hauptthema abzuweichen, musste ich einige Ideen außen vor lassen.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Ursachen und Zweck ostentativen Konsums – Der Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu

3.1 Der Kapitalbegriff

3.2 Kulturelles Kapital

3.3 Soziales Kapital

3.4 Die Umwandlung der Kapitalarten

3.5 Abgrenzung durch „Geschmack“

4. Ostentativer Konsum von Kleidung am Beispiel der Hejazi

4.1 Die Hejazi vor 1932

4.2 Veränderungen der Kleidung nach der Einigung 1932

5. Die arabische Elitehochzeit

6. Die Hochzeit als Wettbewerb der Familien

7. Die Notwendigkeit der Abgrenzung – Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias

8. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des ostentativen Konsums innerhalb der arabischen Oberschicht, wobei insbesondere die Rolle von Kleidung und repräsentativen Elitehochzeiten als Mittel der sozialen Distinktion beleuchtet wird. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Erklärung, welche Ursachen diesem Verhalten zugrunde liegen und wie sich der Wunsch nach Abgrenzung im gesellschaftlichen Kontext manifestiert.

  • Theoretische Fundierung durch den Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu
  • Analyse historischer und soziokultureller Entwicklungen der Hejazi-Kleidung
  • Die Funktion öffentlicher Hochzeitszeremonien als Schauplatz für den Wettbewerb um sozialen Status
  • Übertragung der Zivilisationstheorie von Norbert Elias auf Prozesse der sozialen Abgrenzung

Auszug aus dem Buch

3. Ursachen und Zweck ostentativen Konsums – Der Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu

Nach dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu darf die gesellschaftliche Welt nicht aufgrund von kurzzeitigen aktuellen Zuständen beurteilt, sondern muss im geschichtlichen Zusammenhang gesehen werden. Somit hält er die Einführung des Kapitalbegriffs mit dem „Konzept der Kapitalakkumulation“ für notwendig. Nach seiner Definition ist „Kapital [...] akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter ‚inkorporierter’ Form“ ( Kreckel 1983: 183). Hiernach bedeutet die Anhäufung von Kapital die Aneignung sozialer Energie, nämlich als verdinglichte bzw. lebendige Arbeit. Diese Akkumulation ist ein langwieriger Prozess und sorgt somit dafür, dass das gesellschaftliche Leben nicht wie ein „Glücksspiel“ verläuft, bei dem ein Tellerwäscher von einem Augenblick zum nächsten zum Millionär werden kann, sondern wandelt sich nur langsam. (Kreckel 1989: 183)

Das Kapital selbst initiiert Wachstumsprozesse indem es „Profite produzieren wie sich selbst reduzieren oder auch wachsen“ (Kreckel 1983: 183) kann. Dadurch, dass es die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft bestimmt und über die Möglichkeiten der einzelnen Individuen entscheidet, spiegelt die Verteilungsstruktur der Kapitalarten auch die Gesellschaftsstruktur wider. (Kreckel 1989: 183)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des ersten Eindrucks ein und thematisiert Kleidung als Instrument zur Demonstration von Status, insbesondere in der arabischen Welt.

2. Begriffsklärung: Hier werden zentrale Termini wie Prestige, ostentativer Konsum und allgemeiner Konsum definiert, um eine wissenschaftliche Basis für die Arbeit zu schaffen.

3. Ursachen und Zweck ostentativen Konsums – Der Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Theorie der Kapitalarten (ökonomisch, kulturell, sozial) und deren Rolle bei der sozialen Distinktion durch den „Geschmack“.

4. Ostentativer Konsum von Kleidung am Beispiel der Hejazi: Es wird die historische Veränderung der Kleidung in Saudi-Arabien analysiert, wobei der Wandel von regionalen Traditionen hin zur Übernahme westlicher Designerkleidung als Statussymbol aufgezeigt wird.

5. Die arabische Elitehochzeit: Das Kapitel untersucht Hochzeiten als groß angelegte Zeremonien, die als Indikatoren für den Wohlstand und die sozialen Netzwerke einer Familie dienen.

6. Die Hochzeit als Wettbewerb der Familien: Hier wird der Konkurrenzcharakter der Hochzeitsvorbereitungen beschrieben, bei dem materielle Investitionen zur gegenseitigen Überbietung genutzt werden.

7. Die Notwendigkeit der Abgrenzung – Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias: Das Kapitel verknüpft das Streben nach Prestige mit Elias’ Zivilisationstheorie und erklärt, warum Verhaltensregeln und Selbstkontrolle als Mittel der sozialen Distinktion dienen.

8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die dauerhafte Schaffung neuer Traditionen durch die Oberschicht als Motor kultureller Durchmischung hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

ostentativer Konsum, Prestige, Pierre Bourdieu, Kapitalakkumulation, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Distinktion, Hejazi, Kleidung, soziale Oberschicht, Elitehochzeit, Norbert Elias, Zivilisationstheorie, Statussymbol, soziale Ungleichheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Mitglieder der arabischen Oberschicht durch sichtbaren Konsum, insbesondere durch Kleidung und aufwendige Hochzeitszeremonien, ihren sozialen Status innerhalb der Gesellschaft demonstrieren und sich von anderen Klassen abgrenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Theorien der sozialen Ungleichheit, der Bedeutung des „Geschmacks“ als Distinktionsmerkmal und der empirischen Beobachtung soziokultureller Praktiken in Saudi-Arabien.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen hinter dem ostentativen Konsum zu verstehen und zu erklären, warum und wie soziale Gruppen durch materielle und symbolische Zeichen ihren Führungsanspruch legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten (Bourdieu, Elias) und verknüpft diese mit ethnologischen Fallbeispielen zur kulturellen Praxis in der arabischen Welt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch den Kapitalbegriff, eine historische Analyse der Kleidungskultur der Hejazi sowie eine detaillierte Betrachtung der Elitehochzeit als Wettbewerbsarena.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind ostentativer Konsum, Kapitalarten, Distinktion, soziales Prestige, Elitekultur und Zivilisationstheorie.

Welche Rolle spielt die „Heiratszeremonie“ in der Argumentation der Autorin?

Die Hochzeit dient als ideales Fallbeispiel, da sie als öffentliches Ereignis eine hohe Visibilität bietet, bei der Familie, Wohlstand, soziale Netzwerke und der Einsatz von ökonomischem sowie symbolischem Kapital unmittelbar zur Schau gestellt werden können.

Inwiefern beeinflusst die Globalisierung laut der Arbeit den Prozess der Abgrenzung?

Die Autorin argumentiert, dass die Oberschicht durch den Import westlicher Traditionen und Modetrends neue Distinktionsmerkmale schafft, die jedoch durch die Verbreitung in breitere Bevölkerungsschichten stetig an Exklusivität verlieren, was den Prozess der Abgrenzung permanent in Bewegung hält.

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Details

Title
Prestige durch ostentativen Konsum
College
University of Leipzig  (Institut für Ethnologie)
Course
Seminar: Gesellschaftsethnologie
Grade
1,3
Author
Carolin Hammacher (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V61196
ISBN (eBook)
9783638547017
ISBN (Book)
9783656801610
Language
German
Tags
Prestige Konsum Seminar Gesellschaftsethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Hammacher (Author), 2005, Prestige durch ostentativen Konsum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61196
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