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Schulbildung und -politik im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel

Eine Analyse der Hamburger Schul- und Bildungsgeschichte vom Ende des Ersten Weltkrieges bis 1968

Title: Schulbildung und -politik im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 58 Pages , Grade: 2

Autor:in: Björn Böhling (Author), Simon Hollendung (Author)

History - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Themen Schule und Bildung haben seit dem Aufdecken ihrer Mängel durch die Ergebnisse der PISA-Studie wieder Platz auf der Agenda der öffentlichen Fragen in Deutschland gefunden. Kaum einem Experten fällt es derzeit schwer, Schwächen des Schul- und Bildungssystems aufzuzählen, aber über Lösungsmöglichkeiten wird zum Teil heftig gestritten. Wenn wir uns heute diesem Problem stellen müssen, sollten wir nicht übersehen, dass es in der Vergangenheit immer ähnliche Probleme gab, die Reformen oder gar Systemwechsel mit sich brachten. Nichts bleibt auf die Dauer so, wie es ist, sondern bedarf der Veränderung und des Wandels.
Diese historische Arbeit befasst sich mit gerade diesen Veränderungen. Es wird in der Hamburger Geschichte ab 1918 nach Wendepunkten, Reformen und Kontinuitäten in der Schulpolitik gesucht. Wie sahen diese Zeitpunkte der Hamburger Schulgeschichte aus? Aus welchen Gründen kam es zu Veränderungen und welche Diskussionen gab es darum? Dies ist der erste Teil der historischen Aufarbeitung. Der zweite Teil beinhaltet die Frage nach der Erziehung in der Schule. Welche Erziehungsziele hatte die Schule der Weimarer Republik, die Schule im Nationalsozialismus, sowie in der Nachkriegszeit bzw. frühen Bundesrepublik? Wozu wollte man die Schüler erziehen? – Zu kritisch urteilenden Demokraten, oder vaterlandstreuen Anhängern der politisch Herrschenden? Exemplarisch wird dies am Geschichtsunterricht, an dessen Zielen, Methoden und Vorgaben durch seine Didaktik untersucht.
Es wird versucht, einen Überblick über die oben angesprochenen Themen mithilfe eines thematischen Längsschnittes zu geben. Das diachrone Verfahren beginnt nach Kriegsende 1918 und schließt Ende der 1960er Jahre. Dabei wird auf die Zeit und Folgen der deutschen Kulturrevolution von 1968, die noch einmal gravierende Veränderung in der Mentalität der deutschen Gesellschaft auch bzgl. der Schule brachte, nicht mehr eingegangen. Auch mussten sich die Autoren auf bestimmte Schulformen beschränken. Behandelt wird ausschließlich das staatliche Schulsystem mit der Grund-, Volks-, und Mittelschule, sowie teilweise auch dem Gymnasium.
Die Quellengrundlage bilden u.a. Zeitungsartikel, Protokolle von Bürgerschaftssitzungen und Hamburger Richtlinien und Lehrpläne für die Erziehung und den Unterricht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schul- und Bildungspolitik in der Zwischenkriegszeit 1918-1933

2.1. Ausgangslage am Ende des ersten Weltkrieges

2.2. Schulpolitik im Revolutionswinter 1918/19

2.3. Schulpolitik der Revolutionsregierung in Hamburg

2.4. Schulgesetzgebung und Schulreformdiskussionen in der Weimarer Republik

2.4.1. Schulgesetzgebung und Schulreformdiskussionen in Hamburg

2.5. Der Bildungsbegriff in der Weimarer Republik

2.6. Die praktische Umsetzung im Geschichtsunterricht

3. Schule unterm Hakenkreuz – Die Jahre 1933 bis 1945

3.1. Der Bildungsbegriff in der NS-Diktatur

3.2. Hitlers Erziehungsprogramm in ‚Mein Kampf’

3.3. Hamburger Schulen unterm Hakenkreuz

3.3.1. Umbauphase (08.03.1933 - 01.05.1934)

3.3.2. Die Phase der Zentralisierung und Stabilisierung (01.05.1934 - 01.09.1939)

3.3.3. Die Kriegsphase (01.09.1939 - 08.05.1945)

3.4. Bewertung des NS-Bildungssystems

4. Reformen, Restauration und Unterricht – Schulpolitik in Hamburg 1945-1968

4.1. Grundzüge der deutschen Bildungsgeschichte in der Nachkriegszeit (1945-1953)

4.1.1. Wiederaufbau des Schulsystems in Hamburg

4.1.2. Re-education und Schulspeisungen in Hamburg

4.1.3. Die Schulreform von 1949

4.2. Phase der Restauration (1953-1964)

4.2.1. Die politische Kontroverse um das Schulsystem während der Bürgerschaftswahl 1953

4.2.2. Wahlsieg des Hamburg-Blocks und ein neues Schulverwaltungsgesetz

4.2.3. Das Ende der CDU-Regierung - Kontinuität oder Reformen in der Schulpolitik nach 1957?

4.3. Phase der Bildungsexpansion und Einführung der Gesamtschule (nach 1964)

4.3.1. Bildungskatastrophe, Hamburger Abkommen und der Streit um die Förderstufe

4.3.2. Die Einführung der Gesamtschule in Hamburg

4.4. Bildung, Erziehung und (Geschichts-)Unterricht nach 1945

4.4.1. Fachdidaktische Konzeptionen für den Geschichtsunterricht 1945-1969

4.4.2. Unterricht und Geschichte in Hamburger Richtlinien und Lehrplänen

4.4.2.1. Grundschulen

4.4.2.2. Volks- und Mittelschulen bis zur Schulreform von 1949

4.4.2.3. Praktische und Technische Oberschule der Volksschule (1949-1954)

4.4.2.4. Volks- und Mittelschulen (Realschulen) nach der Restauration

4.4.2.5. Zusammenfassung

5. Schlussfolgerungen und Ergebnisse: Kontinuitäten und Wandel in der Hamburger Schule 1918-1968

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Hamburger Schulpolitik sowie die erzieherischen Intentionen der staatlichen Schule zwischen 1918 und 1968. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, Wendepunkte, Reformen und Kontinuitäten in der Bildungsgeschichte aufzuzeigen und exemplarisch anhand der Didaktik des Geschichtsunterrichts zu analysieren, worauf die Erziehung der Schüler in den jeweiligen Epochen ausgerichtet war.

  • Analyse der Hamburger Schulpolitik in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit.
  • Untersuchung der erzieherischen Zielvorgaben in staatlichen Richtlinien und Lehrplänen.
  • Analyse der Didaktik und Ziele des Geschichtsunterrichts in verschiedenen politischen Systemen.
  • Betrachtung von Kontinuitäten und Brüchen in der Schulstruktur (z.B. Reformen, Restauration, Bildungsexpansion).
  • Reflektion über das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Wandel und schulischer Tradition.

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Schulgesetzgebung und Schulreformdiskussionen in Hamburg

Die hamburgische Oberschulbehörde wies die Schulen mit Zustimmung des Senats am 3. Februar 1921 an, sich auf die Reduzierung der neun auf nunmehr acht höhere Schuljahre einzustellen. Bürgermeister von Melle begründete diesen Schritt vor allem mit der damit verbundenen Wirtschaftlichkeit, da die Stadt bei längerer Schuldauer mehr Schüler und Familien finanziell unterstützten müsse.

Auf Reichsebene wurde am 19. Dezember 1922, im Rahmen der Vereinbahrung über die gegenseitige Anerkennung von Reifezeugnissen, eine neunjährige Oberschule vereinbart. Wegen der Gefahr, dass Hamburger Schüler an anderen Hochschulen nicht mehr aufgenommen würden, wurde auch in der Hansestadt ab Ostern 1925 wieder die neunjährige Oberschule eingeführt.

Ebenfalls in der Nationalversammlung verabschiedete die am 7. Dezember 1924 neu gewählte Regierung aus Zentrum, DDP, DVP und DNVP, dass einzelne Schüler bei besonderen Leistungen bereits nach drei Grundschuljahren die weiterführende Schule besuchen könnten. Dieses Gesetz, betreffend den Lehrgang der Grundschule vom 18. April 1925 schürte auch in Hamburg die Angst, dass vor allem reichere Eltern ihren Kindern durch massiven Nachhilfeunterricht die Grundschulzeit verkürzen würden. Tatsächlich kam es zwischen 1925 und 1930 aber lediglich zu 155 solcher Fälle, von denen über die Hälfte private Grundschulen besucht hatten.

Diese privaten Grundschulen waren nach der Weimarer Verfassung aufzuheben. Die Hamburger Bürgerschaft wollte dem nachkommen und entschied am 21. April 1926 den Abbau bis spätestens Ostern 1929. Die Reichsgrundschulnovelle vom 26. Februar 1927 machte diese Bemühungen zunichte, weil sie vorsah, den Abbau erst nach Etablierung eines Entschädigungsgesetztes für die privaten Schulen in Angriff zu nehmen. Die Hamburger, vertreten durch Schulsenator Krause, wollten dieses Reichsentschädigungsgesetz schnell, da die vorher sinkenden Zahlen der privaten Grundschüler nun wieder auf 15,9 % der Gesamtzahl anstieg.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich PISA und Bildungsdebatten sowie Einordnung der historischen Arbeit als Längsschnittanalyse der Hamburger Schulgeschichte von 1918 bis 1968.

2. Schul- und Bildungspolitik in der Zwischenkriegszeit 1918-1933: Untersuchung der schulpolitischen Radikalisierung und Reformbestrebungen im Revolutionswinter sowie der verfassungsrechtlichen und praktischen Entwicklung in der Weimarer Republik.

3. Schule unterm Hakenkreuz – Die Jahre 1933 bis 1945: Analyse der totalitären Umerziehung, der Hitlerschen Erziehungsideale und der schrittweisen Gleichschaltung der Hamburger Schulen bis Kriegsende.

4. Reformen, Restauration und Unterricht – Schulpolitik in Hamburg 1945-1968: Detaillierte Darstellung des Wiederaufbaus, der Konflikte um die 1949er Schulreform, der anschließenden Restauration in den 50er Jahren und der Bildungsexpansion ab 1964.

5. Schlussfolgerungen und Ergebnisse: Kontinuitäten und Wandel in der Hamburger Schule 1918-1968: Zusammenfassende Bewertung der langfristigen Entwicklungslinien sowie der verbleibenden Spannungsfelder zwischen schulischer Tradition und notwendigen Reformen.

Schlüsselwörter

Hamburger Schulgeschichte, Schulpolitik, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit, Gesamtschule, Bildungsreform, Schulstruktur, Geschichtsunterricht, Lehrpläne, 1918-1968, Pädagogik, Bildungsbegriff, Restauration, Bildungsexpansion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des staatlichen Schulsystems in Hamburg in den Jahren 1918 bis 1968 unter besonderer Berücksichtigung schulpolitischer Reformen und Kontinuitäten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Schulpolitik in der Weimarer Republik, die Schule während des Nationalsozialismus sowie die Reformphasen, Restauration und Bildungsexpansion in der frühen Bundesrepublik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für schulpolitische Veränderungen aufzuzeigen und exemplarisch am Geschichtsunterricht zu untersuchen, welche Erziehungsziele die Schule in den unterschiedlichen politischen Systemen verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein thematisches, diachrones Verfahren (Längsschnittanalyse) und stützt sich dabei auf eine breite Quellenbasis aus Richtlinien, Lehrplänen und historischen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei wesentlichen Epochen: die Weimarer Zeit, die NS-Diktatur und den Zeitraum zwischen 1945 und 1968, inklusive einer vertieften Analyse der fachdidaktischen Standards.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hamburger Schulgeschichte, Schulpolitik, Reformen, Gesamtschule, Bildungskatastrophe und Geschichtsunterricht charakterisieren.

Welche Bedeutung hatte die Schulreform von 1949 für Hamburg?

Die Reform von 1949 stellte einen radikalen Bruch mit der Tradition dar, indem sie ein einheitliches Schulsystem mit längerer Grundschulzeit einführte, jedoch bald nach einem Regierungswechsel wieder infrage gestellt wurde.

Warum war die Einführung der Gesamtschule in den 1960er Jahren so umstritten?

Die Einführung war ideologisch stark umkämpft, da Gegner darin eine sozialistische Form des Schulwesens sahen, die das traditionelle, bürgerliche dreigliedrige Schulsystem und damit das Gymnasium gefährdete.

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Details

Title
Schulbildung und -politik im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel
Subtitle
Eine Analyse der Hamburger Schul- und Bildungsgeschichte vom Ende des Ersten Weltkrieges bis 1968
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar Neuzeit: Vom Wiederaufbau zur modernen Metropole, Hamburg in den 1950er und 60er Jahren
Grade
2
Authors
Björn Böhling (Author), Simon Hollendung (Author)
Publication Year
2004
Pages
58
Catalog Number
V61206
ISBN (eBook)
9783638547109
ISBN (Book)
9783638724951
Language
German
Tags
Schulbildung Spannungsfeld Kontinuität Wandel Hauptseminar Neuzeit Wiederaufbau Metropole Hamburg Jahren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Böhling (Author), Simon Hollendung (Author), 2004, Schulbildung und -politik im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61206
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