Das digitale Dilemma - Wissens-Allmende gegen geistiges Eigentum


Essay, 2004

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 Problemstellung/Relevanz des Themas
1.2 Struktur und Ziel dieser Arbeit

2. Allmende
2.1 Wissens-Allmende
2.2 Digitale Wissens-Allmende

3. Veränderung der urheberrechtlichen Situation durch das Internet
3.1 Wissen ohne Grenzen?

4 New Economy vs. Old Economy
4.1 Recht undUnrechtý Musikindustrie imKampf gegen Piraterie
4.2 Recht und Unrecht der Künstler
4.3 Vorsprung durch Wissen

5. Zusammenfassung und Fazit

6. Verzeichnisse
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Abbildungsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 Problemstellung i Relevanz des themas:

Anfangs war das World Wide Web wie eine große, kollektive Phantasie, ein Traum von totaler Kommunikation, die sich Gleichberechtigung auf die Fahnen schrieb.

Derzeit vollzieht sich in unserer Gesellschaft jedoch ein technologischer Wandel, durch den sich die Industriegesellschaft zu einer Informationsgesellschaft entwickelt. Mit "Informationsgesellschaft" ist die Wirtschafts- und Gesellschaftsform gemeint, in der der produktive Umgang mit der Ressource "Information" sowie die wissensintensive Produktion eine große Rolle spielen[1]. Die neuen Gesellschaftsstrukturen lassen sich vor allem daran erkennen, dass nicht nur das Angebot von Wissen und Informationen, sondern vielmehr die durch die neue Technologie gegebene Möglichkeit, sofort und unmittelbar auf Daten zugreifen und verwerten zu können, unverzichtbar ist. Wissensbasierte Ressourcen werden zu einem immer wichtigeren Produktionsfaktor - sei es in Form von technischen Verfahren, Software, Texten oder Musik. Die Folgeerscheinungen, die der derzeitige Strukturwandel mit sich zieht, werden allerdings nur langsam erkennbar. Um die Gesellschaft für die Wissensgesellschaft zu rüsten, werden deshalb Diskussion über die Informationspolitik der nächsten Jahre eine der zentralen Herausforderungen an gegenwärtige Wissens- und Informationsgesellschaften sein:

„Je freizügiger der Umgang mit Wissen und Information gestaltet werden kann..., desto höher ist der Innovationsgrad der Wirtschaft, der lntentionsgrad der Wissenschaft, der Demokratisierungs- und Transparenzgrad des politischen Systems und desto höher die Chance des Erhalts kultureller Vielfalt als Bedingung für Entwicklung und für jeden einzelnen die Chance, sein Leben selbstbestimmt und informationell autonom zu organisieren."[1]

Unsere Gesellschaft Kümmert sich jedoch mehr um die Verwertung von bestehendem Wissen und Information bzw. um die Sicherung von Verwertungsansprüchen, als dass sie sich auf die Produktion von neuem Wissen Konzentriert. Zu beobachten ist vor allem das wirtschaftliche Interesse, mit Produkten und Dienstleistungen von Wissen und Information gewinnbringende Geschäfte zu machen. Angesichts der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Lage, ist das vielleicht einerseits berechtigt, jedoch muss es andererseits auch mit dem Interesse der Öffentlichkeit an einem möglichst freizügigen Umgang mit Wissen und Information in Einklang gebracht werden.

1.2 Struktur und ziel dieser Arbeit:

Das Spannungsfeld zwischen geistigem Eigentum[2] und freiem Wissen etwas genauer zu analysieren bzw. themenspezifische Probleme zu hinterfragen, ist Schwerpunkt dieser Arbeit.

Infolge der Einleitung, soll zunächst der Begriff „Allmende", der vor allem auch für das Verständnis des Themas relevant ist, näher erläutert werden.

Anschließend geht es um den Veränderungsprozess der urheberrechtlichen Situation durch das Internet, bezugnehmend auf die Musikindustrie. Trotz des technischen Fortschritts, Informationen mithilfe des Internet global zugänglich zu machen, ist Wissen aufgrund einer Vielzahl von Gesetzen sowie der Gründung neuer Schutz- Organisationen nur begrenzt nutzbar. Die Front zwischen dem Anspruch der Öffentlichkeit und dem der großen Musikkonzerne soll in diesem Abschnitt etwas näher dargestellt und erläutert werden.

„New Economy vs. Old Economy" bezeichnet den wichtigsten Abschnitt dieser Arbeit, in dem dominant über die Krise der Musikindustrie bzw. darüber, wie sie mit allen Mitteln versucht, der „Piraterie" entgegenzuwirken, diskutiert wird. Des Weiteren soll geklärt werden, inwiefern die Musikindustrie Schuld an den Wissenskämpfen in unserer Gesellschaft hat und wie die Künstler trotz Musiktausch im Internet für ihr Schaffen belohnt werden können.

Das digitale Dilemma, das die Wissenskämpfe zwischen Urheber, Musikindustrie und der Öffentlichkeit mit sich zieht, stellt ein enormes Risiko fûr den freien Zugang zu Wissen und Informationen und somit fûr die Entwicklung der Gesellschaft insgesamt dar. Verdeutlicht werden soll diese Tatsache letztlich mit einer Zusammenfassung und dem Fazit, das diese Arbeit schließlich abschließt.

2. Allmende

in der modernen Wissensgesellschaft lässt das Internet, indem Wissen einst frei und uneingeschränkt nutzbar war, die Möglichkeiten der Kommerziellen Verwertung über Nutzungsgebühren zum Schauplatz von Informationskriegen werden. Die Frage nach einem individuellen Anspruch auf Informationen stellt eine der zentralen Problematiken der Informationsgesellschaft dar.[1]

Um die gegenwärtigen Informationskriege besser verstehen zu können, ist es wichtig, zunächst den Begriff „Allmende" etwas näher zu erläutern.

2.1 Wissens- Allmende:

Gemeinschaftlich genutztes, frei verfügbares Wissen nennt man Al(l)mende. Das Wort stammt aus dem Bodenrecht und geht auf al[gi]meinida, was soviel heißt wie „gemeinsam genutztes Land" einer Gemeinde, einer festen Nutzergemeinschaft zurück.[2]

2.2 Digitale Wissens- Allmende:

Durch die Digitaltechnik wurde es möglich, Texte, Bilder und Musikstücke über Datennetze zu verbreiten.[3] Um traditionelle Werke aufnehmen zu können, erfolgt eine Umwandlung von analogen Daten, wie Texte, Töne und Bilder, in ein binäres Zahlensystem[4]. Urheberrechtlich geschütztes Material, wie zum Beispiel Musikwerke, werden durch die Umwandlung in einen binären Code für den Rechner lesbar und verwertbar. im Unterschied zu den traditionellen Medien, können nun bestehende Werke von CD oder Kassette gelöst, komprimiert und in das internet als unkörperliche Form gespeichert werden[5].

Gespeicherte Werke von Nutzern Können so immer wieder geladen, gespeichert, weitergeleitet oder bearbeitet werden.

Gine Folge der Digitalisierung ist der Konflikt zwischen den öffentlichen und privaten Interessen, zwischen der breiten Öffentlichkeit und den virtuellen Kartellen, die sich durch die extreme Marktkonzentration der Medien gebildet haben.

3. Veränderung Der Urheberrechtlichen Situation Durch Das Internet

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Haben die Massenmedien Leser und Zuschauer in die Konsumentenrolle gebannt, macht das Internet sie idealer Weise zu Aktivisten, lnterakteuren und Koproduzenten.."[1]

Anfang des 20. Jahrhunderts war es erstmals möglich, Musik aufzuzeichnen und zu speichern, womit das öffentliche Gut zur Ware wurde.[2] Das man Musik auch in den verschiedensten Stilrichtungen hören konnte, war zunächst der Auslöser für die Demokratisierung des Musikgenusses. Da das Angebot sichtlich vielfältiger wurde, war damit auch die Möglichkeit für einen Aufschwung der Musikindustrie gegeben.

[...]


[1] siehe auch: Bundesministerium für Wirtschaft 2000, Seite 14

[1] vgl. Rainer Kuhlen, Medienprodukte im Netz 2002

[2] Als geistiges Eigentum wird der Bestand an Wissen und Erfahrungen bezeichnet, der einem Rechtsschutz unterliegt.

[1] siehe auch: Grassmuck 2000: „Die Wissens-Allmende"

[2] vgl. Muth 2000, Seite 27 f.

[3] vgl. Grassmuck 2000: „Die Wissens-Allmende"

[4] vgl. Lehmann 1997, Seite 26

[5] vgl. Koehler 2000, Seite 8

[1] vgl. Grassmuck 2000: "Die Wissens-Allmende"

[2] vgl. Muth 2000, Seite: 29 f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das digitale Dilemma - Wissens-Allmende gegen geistiges Eigentum
Hochschule
SRH Hochschule Berlin (früher OTA)
Veranstaltung
Kurs: Philosophie - Information und Kommunikation
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V61229
ISBN (eBook)
9783638547307
ISBN (Buch)
9783638752947
Dateigröße
4309 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dilemma, Wissens-Allmende, Eigentum, Kurs, Philosophie, Information, Kommunikation
Arbeit zitieren
Informations- und Kommunikationsmanagerin (B.A.) Stefanie Hartwig (Autor:in), 2004, Das digitale Dilemma - Wissens-Allmende gegen geistiges Eigentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61229

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