Das Zinsniveau ist in den letzten Jahren stetig gefallen. Während für eine zweijährige Anlage zu Beginn des Jahres 1992 ein Zins von 9% p.a. gezahlt wurde, erreichte das Zinsniveau im Jahre 2005 ein historisches Tief von 2,5% p.a., bei gleicher Laufzeit. 1 Auch die Aktienmärkte haben sich in den letzten Jahren rückläufig entwickelt. Nach dem großen Verfall an der Börse seit 2001 entwickeln sich die Indizes erst jetzt wieder in Richtung einstiger Marken. Versetzt man sich in die Lage der damaligen Anleger, so ist es nachvollziehbar, dass im Laufe dieser Entwicklungen immer mehr Antipathien gegen den Aktienmarkt sowie konventionelle Anlageprodukte entwickelt wurden. Im gleichen Zuge ist die Nachfrage nach alternativen Anlagemöglichkeiten immer weiter gewachsen. Um dem Kundenwunsch nach höheren Erträgen nachzukommen wurden Zertifikate entwickelt. Sie zeichnen sich durch Kapitalsicherheit aus und bieten zudem eine relativ hohe verzinsliche Anlage. Zertifikate sind auf eine überschaubare Anlagedauer ausgelegt und stehen in vielen verschiedenen Ausprägungen zur Verfügung.
Im Folgenden werden Garantiezertifikate als eine mögliche Ausprägung von Zertifikaten behandelt. Zunächst werden die wesentlichen Eigenschaften eines Garantiezertifikates dargelegt. Das zugrunde liegende
Berechnungssystem wird näher erläutert und die steuerliche Situation bei einer Anlage in Garantiezertifikaten untersucht. Im zweiten Kernstück der Arbeit werden spezielle Ausprägungen der Zinsermittlung von Garantiezertifikaten dargestellt und an verschiedenen Beispielen erläutert. Auch auf die Refinanzierungs- und Kostensituation wird näher eingegangen. Abschließend wird eine zusammenfassende Betrachtung der positiven sowie negativen Merkmale des Zertifikats vorgenommen und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zertifikate mit garantiertem Kapitalerhalt
2.1. Produktidee
2.2. Berechnung des Kupons
2.3. Steuerliche Aspekte
2.4. Potentielle Investoren und Investitionszeitpunkte
3. Mögliche Ausprägungen von Garantiezertifikaten
3.1. Multizins-Effekt
3.2. Variante der Zielzins-Startegie
3.3. Möglichkeit des Variozinses
3.4. Vorgehen mit der Wahlzins-Methode
3.5. Produktvariation mittels „Lock-in“-Prinzip
4. Refinanzierung und Kosten
5. Vorzüge und Nachteile von Garantiezertifikaten
6. Schlusswort
Anlage 1
Anlage 2
Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Garantiezertifikate als eine Anlageform, die darauf abzielt, Sicherheit mit Renditechancen zu verbinden. Sie beleuchtet die Funktionsweise, spezielle Ausprägungsformen, steuerliche Aspekte sowie die Eignung für verschiedene Anlegertypen vor dem Hintergrund eines volatilen Marktumfelds.
- Grundlegende Funktionsweise und Kapitalgarantie
- Methoden der Zinsermittlung und Produktvarianten
- Steuerliche Behandlung von Garantiezertifikaten
- Zielgruppe und Investitionszeitpunkte
- Kostenstruktur und Refinanzierung
Auszug aus dem Buch
2.1. Produktidee
Garantiezertifikate sind zwischen Aktien- und Renteninvestments einzuordnen. Sie sind Schuldverschreibungen und geben dem Anleger somit einen Anspruch auf Zinsen und Kapitalrückzahlung. Ihre wesentliche Eigenschaft ist es, dass sie am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals ganz bzw. teilweise garantieren. Diese Garantie bezieht sich auf den Emissionskurs, nicht auf den Erwerbskurs an der Börse. Eine möglicherweise gezahlte Verkaufsprovision wird ebenfalls nicht zurückgezahlt. Das bedeutet für Anleger, die nachträglich in das Zertifikat einsteigen, dass ein Kapitaleinsatz oberhalb des Emissionskurses nicht sicher zurückgezahlt wird.
Weiter kann ein Verkauf des Zertifikats vor Ablauf der Anlagezeit zu Einbußen führen. Im Rückschluss muss sich der Anleger bei dieser Anlageform der Laufzeitdauer bewusst sein. Er muss bereit und in der Lage sein, für die Dauer der Anlagezeit auf das eingesetzte Kapital zu verzichten. Nur so geht er sicher, 100% seines Kapitals zurückzuerhalten. Garantiezertifikate sind somit darauf ausgerichtet, dass sie bis zum Ende der Laufzeit vom Anleger gehalten werden. Zum kurzfristigen Handeln sind sie nicht geeignet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung analysiert das sinkende Zinsniveau und die Marktlage, die den Bedarf für Garantiezertifikate als alternative Anlagemöglichkeit begründeten.
2. Zertifikate mit garantiertem Kapitalerhalt: Dieses Kapitel erläutert die Produktidee, die Berechnungsweise des Kupons, steuerliche Implikationen sowie die Zielgruppenanalyse.
3. Mögliche Ausprägungen von Garantiezertifikaten: Hier werden verschiedene Produktvarianten wie Multizins, Zielzins, Variozins, Wahlzins-Methode und das „Lock-in“-Prinzip detailliert beschrieben.
4. Refinanzierung und Kosten: Dieses Kapitel erklärt, wie Emittenten durch Zerobonds und Optionen die Kapitalgarantie absichern und welche Kostenfaktoren beim Anleger anfallen.
5. Vorzüge und Nachteile von Garantiezertifikaten: Eine Gegenüberstellung der Sicherheitsvorteile und Ertragschancen gegenüber Risiken wie Kursschwankungen und steuerlichen Verpflichtungen.
6. Schlusswort: Das Fazit stellt die Eignung der Zertifikate als Anlageform heraus und empfiehlt eine individuelle Prüfung der Ziele vor dem Erwerb.
Schlüsselwörter
Garantiezertifikate, Kapitalerhalt, Rendite, Aktienkorb, Emissionskurs, Zielzins, Multizins, Variozins, Wahlzins-Methode, Lock-in-Prinzip, Zerobonds, Finanzinnovation, Portfolio, Anlegerschutz, Kursrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt Garantiezertifikate als eine Anlageform, die den Schutz des eingesetzten Kapitals mit Renditechancen kombiniert.
Welche zentralen Themen werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise der Kapitalgarantie, verschiedenen Ausprägungsformen der Zinsermittlung, der steuerlichen Situation und der Kostenstruktur.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Es soll verdeutlicht werden, für welchen Anlegertyp und unter welchen Marktbedingungen Garantiezertifikate eine geeignete Investition darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis von Finanzliteratur und Produktinformationen die Struktur dieser Anlageprodukte darlegt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert spezifische Konstruktionen wie den Multizins-Effekt, die Zielzins-Strategie sowie die Refinanzierung durch den Emittenten.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Kapitalsicherheit, Garantiezertifikate, Partizipationsrate und verschiedene Zins-Methoden.
Warum sind diese Zertifikate steuerlich als Finanzinnovationen eingestuft?
Da neben der laufenden Verzinsung auch Gewinne aus Veräußerung oder Einlösung versteuert werden müssen, unterliegen sie dem individuellen Einkommensteuersatz.
Wie funktioniert das "Lock-in"-Prinzip?
Wenn die errechnete Verzinsung den ursprünglichen Mindestkupon übersteigt, wird dieser höhere Wert zur neuen Untergrenze für zukünftige Perioden fixiert.
- Citation du texte
- Kirsten König (Auteur), 2006, Garantiezertifikate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61279