Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Das Konfliktrollenspiel

Title: Das Konfliktrollenspiel

Seminar Paper , 2001 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: musilia mair (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Rollenspiel ist, wie in der Überschrift schon angedeutet, eine Methode, die weder einheitlich definiert noch ausgeübt wird, anhand der spielerisch sprachliche und soziale Lernprozesse durch den Umgang mit wirklichkeitssimulierenden Konfliktsituationen vorangetrieben und vor allem Möglichkeiten der Problemlösung erlernt werden sollen.
Unter den Begriff Rollenspiel fallen allerdings wiederum eine Vielfalt von sich unterscheidenden "Spielen", die eine klare Definition zusätzlich erschweren.
Die historischen Wurzeln liegen wohl im europäischen Stegreifspiel, am bekanntesten unter dem Begriff "commedia dell′arte", deren prägnanteste Merkmale ein fester Grundriss mit variablem Dialog sind. In der sowjetischen Psychologie dient das v.a. bei Kindern angewandte Rollenspiel der "Aneignung der gesellschaftlichen Wirklichkeit", d.h. es werden rein politische Absichten verfolgt, nämlich das Annehmen der antrainierten Rollen, die den sittlichen Normen der Erwachsenen entsprechen. Hier ist die Gefahr der Manipulation auch ohne große Hervorhebung deutlich erkennbar. Anfang der 70er Jahre bestimmten ebenfalls politische Absichten das Programm der Rollenspiele. Zwei verschiedene Impulse waren hier von Bedeutung: die soziologische Rollentheorie und die materialistische Spielpsychologie.
Als weitere "Rollenspieltypen" wären noch zu nennen: das Psycho- und Soziodrama, in dem der Protagonist einen realen persönlichen Konflikt darstellen soll, womit therapeutische Züge erkennbar sind, d.h. für die Schule ist die Anwendung aufgrund der offengelegten Intimsphäre vor der ganzen Klasse nur eingeschränkt zu empfehlen , das deutsche Laienspiel, begründet von einer proletarischen und internationalistischen Jugendbewegung, die zum Ziel die "Abkehr von den verlogen empfundenen tradierten gesellschaftlichen Zwängen und politischen Dogmen der Zeit" hat, das Kinderspiel, eine entwicklungsbedingte Spielform von Kindern, die von sich aus gesellschaftliche Themen konkretisieren und für die Spieldidaktik eher irrelevant ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Über die Problematik der Definition

2. Erklärungsansätze

2.1 Der interaktionistische Erklärungsansatz

2.2 Der kommunikationstheoretische Ansatz

2.3 Der verhaltenstherapeutisch orientierte Ansatz

2.4 Der humanistische Ansatz

2.5 Der psychodramatische Ansatz

3. Ziele des sprachdidaktischen Rollenspiels

4. Das Vorgehen beim sprachdidaktischen Rollenspiel

4.1 Erste Phase: Realität, fiktive Umstände und Motivation

4.2 Zweite Phase: Motivation, Aktion und Reflexion

4.2.1 Schaffung der Ausgangslage

4.2.2 Spielphase

4.2.3 Reflexions- bzw. Gesprächsphase

4.3 Dritte Phase: Generalisierung und Realität

4.4 Weiterführung des Themas

5. Die „Rolle“ des Lehrers/Spielleiters

5.1 Eigene Angst und Hemmung

5.2 Das „Aktion“ des Lehrers

6. Möglichkeiten und Grenzen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Rollenspiel als sprachdidaktische Methode und analysiert dessen theoretische Fundierung sowie die praktische Anwendung im Unterricht. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen verschiedenen Erklärungsansätzen und der konkreten Spielpraxis zu beleuchten sowie Chancen und Grenzen dieser Lehrmethode aufzuzeigen.

  • Vielfalt der Rollenspiel-Definitionen
  • Theoretische Erklärungsansätze (interaktionistisch, kommunikationstheoretisch, etc.)
  • Phasenmodell des sprachdidaktischen Rollenspiels
  • Die Rolle des Lehrers als Unterstützer
  • Reflexion über Effektivität und praktische Umsetzung

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Schaffung der Ausgangslage

In der Praxis sind allerdings vor der ersten tatsächlichen Aktion verschiedene Dinge zu beachten und vorzubereiten, arbeitet man auf ein befriedigendes Ergebnis hin: Zunächst muss die vorgeschene Situation, d.h. Zeit, Ort, Personal, Gegenstand und aktueller Anlass der Auseinandersetzung, so präzise skizziert werden, dass die Rollen von den Schülern problemlos übernommen werden können.

In dem Beispiel war die Ausgangslage folgende: Der Verkäufer, in dessen Laden Elke gestohlen hat, informiert die Mutter. Daraufhin kann man je nach Intention des Rollenspiels die Rollenbiographie, soziale Position, Verhaltenstyp, Vorgeschichte der Interaktionen zwischen den Beteiligten und augenblickliche Verfassung, festlegen. Hier ist der Verkäufer pflichtbewusst und entschieden, indem er bei Wiederholung mit Verständigung der Polizei droht. Die Rolle der Mutter wurde hingegen offen gelassen.

Schließlich wird die Handlungsaufgabe formuliert: Information und gleichzeitige Abschreckung durch den Verkäufer. Diesen Teil des Rollenspiels benennt man aufgrund der weitgehend festgelegten Ausgangslage als geschlossen (role-making), während der weitere Verlauf darüber hinaus als offen (role-taking) bezeichnet werden kann, da hierfür wegen der erwünschten Einbringung der Schüler von eigenen Erfahrungen, Einstellungen, Wünschen und Einfällen keine Bestimmungen vereinbart werden.

Trotzdem müssen zur Zielerreichung die im Schema bereits erwähnten formalen Aspekte vorgeschrieben werden, nämlich der Wechsel zwischen den Spiel- und Reflexions- bzw. Gesprächsphasen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Über die Problematik der Definition: Das Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, einen einheitlichen Begriff für das Rollenspiel zu finden, da er unterschiedlichste Spielformen und historische Wurzeln umfasst.

2. Erklärungsansätze: Hier werden verschiedene theoretische Perspektiven wie der interaktionistische oder verhaltenstherapeutische Ansatz vorgestellt, um die didaktische Einordnung des Rollenspiels zu ermöglichen.

3. Ziele des sprachdidaktischen Rollenspiels: Es werden die Lernziele definiert, darunter die Darstellung von Konflikten und die Förderung kommunikativer Kompetenz.

4. Das Vorgehen beim sprachdidaktischen Rollenspiel: Die Phasen eines Rollenspiels – von der Realität über die Motivation bis hin zur Reflexion – werden anhand eines Praxisbeispiels detailliert erläutert.

5. Die „Rolle“ des Lehrers/Spielleiters: Dieses Kapitel behandelt die Anforderungen an den Lehrer, der eine unterstützende, nicht leitende Funktion einnehmen soll.

6. Möglichkeiten und Grenzen: Abschließend werden die Effektivität des Rollenspiels kritisch betrachtet und die Grenzen schulischer Anwendung erörtert.

Schlüsselwörter

Rollenspiel, Sprachdidaktik, Konfliktsimulation, Interaktionismus, soziale Rollen, Rollenbiographie, Kommunikation, pädagogische Ziele, Szenisches Spielen, Sozialverhalten, Spielphasen, Reflexionsphase, Lernprozesse, Schulpraxis, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Rollenspiel als Methode im Deutschunterricht und analysiert, wie spielerische Ansätze zur Lösung von sozialen und sprachlichen Konflikten genutzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die definitorische Vielfalt des Rollenspiels, verschiedene theoretische Begründungsansätze, ein strukturiertes Phasenmodell für den Unterricht sowie die spezifische Rolle der Lehrkraft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die theoretische Durchdringung der Materie sowie die Darstellung eines praktischen Vorgehens anhand von Beispielen, um Lehrern eine fundierte Anwendung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse einschlägiger fachdidaktischer Theorien und verknüpft diese mit der Auswertung von konkreten Unterrichtsbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung, die Darstellung der Phasen (Motivation, Aktion, Reflexion) und die kritische Analyse der Lehrerrolle sowie der Grenzen der Methode.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Rollenspiel, Sprachdidaktik, Kommunikationskompetenz, Konfliktsimulation, Interaktionismus und Reflexion.

Welche Rolle spielt der Lehrer beim sprachdidaktischen Rollenspiel?

Der Lehrer nimmt eine unterstützende Rolle ein, schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, agiert aber bewusst nicht als dominante Führungsperson, um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern.

Warum ist die Trennung von therapeutischen und pädagogischen Zielen wichtig?

Da die Schule kein klinischer Raum ist, warnt die Arbeit davor, das Rollenspiel für tiefenpsychologische Therapien zu missbrauchen, da dies Schüler überfordern oder bloßstellen könnte.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Das Konfliktrollenspiel
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Philosophische Fakultät II/ Deutschdidaktik)
Course
Seminar: Einführung in die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Grade
sehr gut
Author
musilia mair (Author)
Publication Year
2001
Pages
20
Catalog Number
V6128
ISBN (eBook)
9783638137805
Language
German
Tags
Konfliktrollenspiel Seminar Einführung Didaktik Sprache Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
musilia mair (Author), 2001, Das Konfliktrollenspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6128
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint