Die vorliegende Arbeit erörtert im ersten Schwerpunkt Möglichkeiten und Maßnahmen zur Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit zur Optimierung ihrer Leistungsbereitschaft. Ausgehend von begrifflichen Klärungen werden zunächst grundlegende theoretische Ansätze zur Motivationsforschung erläutert. Die Einstellung der Mitarbeiter zur Arbeit, deren zentrale und peripheren Motive werden dargelegt und diskutiert, um dann der Frage nachzuspüren, ob und in welchem Umfang typische Beispiele des Berufsalltag das Arbeits- und Leistungsverhalten von Mitarbeitern beeinflussen.
Die Beispiele sind so gewählt, dass sie nach meiner Auffassung in ihrer Bedeutung auch Gewicht und Reihenfolge widerspiegeln. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Untersuchung der vielschichtigen Gründe für die momentan zu beobachtenden Motivationskrise der Beschäftigten am Arbeitsplatz. Diesem Zerfall der Mitarbeitermotivation im Berufsalltag wird umfassend nachgegangen. Die jährlichen Wachstumsraten scheinen über Fortschritt, Wohlstand und Beschäftigung, über Glück und Unglück einer Gesellschaft zu entscheiden.
Ausgehend von der Überlegung, dass die vor allem seit der Jahrtausendwende klar und bewusst zu Tage tretende wirtschaftlichgesellschaftliche Stagnation Deutschlands ein zentraler Baustein dieser Motivationskrise sein kann, werden zunächst die hierfür verantwortlichen Gründe aufgezeigt. Die sich anschließende Auseinandersetzung befasst sich mit dem Phänomen „Negativität“ als wahrzunehmende Reaktion nicht nur auf die gegenwärtige Konjunktur- und Strukturkrise, sondern auch auf die aktuell gesellschaftspolitischen Umbrüche, wie sie sich zum Beispiel in der Agenda 2010 mit ihrem Reformschwergewicht Hartz IV zeigen.
Im Fokus stehen dann deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt insbesondere auf die Motivation und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Den Abschluss bilden Ansätze und Lösungsmöglichkeiten für Politik und Wirtschaft, wie – Hand in Hand – die diskutierten Probleme unserer Gesellschaft anzugehen sein könnten, um die Bevölkerung und mithin auch die Beschäftigten aus ihrer kollektiven Starre und dem lähmenden Pessimismus zu lösen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemdarlegung und Problemabgrenzung
2. Grundlegende begriffliche Klärungen
2.1 Das Motiv
2.2 Die Motivation
2.3 Der Motivationsprozess
2.4 Die Motivationstheorien
3. Die Arbeitsmotivation des Menschen
3.1 Zentrale Motive
3.1.1 Materielle / Monetäre Anreize
3.1.1.1 Der Arbeitslohn
3.1.1.2 Die Erfolgsbeteiligung
3.1.2 Immaterielle / Soziale Anreize
3.1.2.1 Die Selbstbestätigung - Das Leistungsmotiv
3.1.2.2 Die Funktion - Das Statusmotiv
3.1.2.3 Gegenwart und Zukunft - Das Sicherheitsmotiv
3.2 Periphere Motive
3.2.1 Materielle / Monetäre Anreize
3.2.1.1 Betriebliche Sozialleistungen - Der Zusatznutzen
3.2.1.2 Betriebliche Förderprogramme - Das Bildungsmotiv
3.2.2 Immaterielle / Soziale Anreize
3.2.2.1 Arbeitszeitmodelle - Flexibilität statt Korsett
3.2.2.2 Arbeitsorganisationen - Autonomie statt Monotonie
4. Die Förderung der Mitarbeitermotivation im Berufsalltag
4.1 Das Unternehmensleitbild
4.2 Der kooperative Führungsstil des Vorgesetzten
4.2.1 Information und Kommunikation
4.2.2 Delegation
4.2.3 Kooperative Führung als motivierende Menschenführung
4.3 Das gute Betriebsklima
4.4 Der anforderungsgerechte Arbeitsplatz
5. Der Zerfall der Mitarbeitermotivation im Berufsalltag
5.1 Deutschland in der Momentaufnahme – Stagnation
5.1.1 Die Verschiebung der Gewichte
5.1.2 Der bedrohte Wohlstand
5.1.2.1 Der Bildungsfortschritt der Aufsteiger
5.1.2.2 Jugend und Motivation der Aufsteiger
5.1.2.3 Der Zerfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Westen
5.1.2.4 Der inhaltliche Zuschnitt der Erwerbsarbeit
5.2 Die Motivationskrise am Arbeitsplatz – Negativität
5.3 Das Phänomen Negativität – Ursachen und Erklärungen
5.3.1 Die Massenarbeitslosigkeit als vorherrschendes Merkmal
5.3.2 Konjunkturelle und strukturelle Wandlungen
5.3.2.1 Die Welt als Marktplatz – Globalisierung
5.3.2.2 Die Verlagerung von Arbeitsplätzen – Standort Debatte
5.3.2.3 Längere Arbeitszeiten – stagnierende Löhne
5.3.2.4 Massiver Stellenabbau – steigende Führungsgehälter
5.3.2.5 Flexibilisierung der Arbeit – gelockerter Kündigungsschutz
5.3.3 Gesellschaftspolitische Umbrüche
5.3.3.1 Agenda 2010
5.3.3.2 Die große Arbeitsmarktreform - Hartz IV
5.3.4 Die gesellschaftliche Zuspitzung
5.3.4.1 Missbrauch und Abzocke
5.3.4.2 Die Heuschreckendebatte
5.3.5 Wandlungen und Umbrüche – Auswirkungen auf die Motivation: Ein Resümee
6. Das Phänomen Negativität – Lösungsansätze
6.1 Unternehmensinterne Strategien
6.1.1 Bilder oder Karten der Realität
6.1.2 Visuelle Artefakte als interaktive Lösungsansätze
6.1.3 Personalstrategien als Lösungsansätze - Eckpunkte & Arbeitsschritte eines fiktiven Projekts: „Futurum“ -
6.1.3.1 Handlungsfeld „Motivation“
6.1.3.2 Handlungsfeld „Emotionale Bindung und Vertrauenskultur“
6.2 Wirtschafts- & Gesellschaftspolitische Offensiven
6.2.1 Re-Vitalisierung der sozialen Marktwirtschaft
6.2.1.1 Konzeption und Kernanliegen
6.2.1.2 Markt und Moral
6.2.1.3 Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
6.2.1.3.1 Lohnmodelle
6.2.1.3.2 Lohnerhöhungen
6.2.1.4 Globalisierung und politische Gestaltung
6.2.2 Re-Vitalisierung des Selbstwertgefühls
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht, wie sich die Arbeitsmotivation in einem wirtschaftlich stagnierten Umfeld durch gezielte personalwirtschaftliche Maßnahmen fördern lässt und welche Auswirkungen sozioökonomische Faktoren auf das Motivationsklima haben.
- Grundlagen und Theorien der Motivationsforschung
- Anreizsysteme und Führung als Instrumente zur Motivationssteigerung
- Ursachenanalyse der Motivationskrise (Negativität) in stagnierenden Gesellschaften
- Konzeptionelle Lösungsansätze für Unternehmen und Politik
Auszug aus dem Buch
3.1.2.2 Die Funktion - Das Statusmotiv
Im Stausmotiv findet das Streben des Menschen Ausdruck, sich von seinem Umfeld abzuheben oder zu differenzieren. Das gilt für den privaten Bereich ebenso wie für den beruflichen.
Statusmotivierte Mitarbeiter möchten zwar mit den Kolleginnen und Kollegen vergleichbar, aber eben nicht mit ihnen gleich sein. Sie streben eine möglichst hohe Position in der Unternehmenshierarchie an, in der sie dann selbst Weisungsgeber und nicht Weisungsempfänger sind. Deshalb sind statusmotivierte Mitarbeiter immer auch karriereorientiert. Dies gilt - über alle Führungsebenen - insbesondere für angestellte Managerunternehmer in den Vorständen börsennotierter Aktiengesellschaften oder in den Geschäftsleitungen der Tochterunternehmen.
Für jüngere Menschen ist das Statusmotiv in aller Regel bestimmender als für ältere. Jüngere, gut ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben regelmäßig noch ein selbst gestecktes berufliches Ziel vor Augen, während die älteren Mitarbeiter häufig mit ihrer erreichten Position zufrieden sind oder sich zumindest mit ihr abgefunden haben.
Zusammenfassung der Kapitel
Problemdarlegung und Problemabgrenzung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung der Mitarbeitermotivation für den Unternehmenserfolg und definiert das Problem des Wertewandels und der Motivationskrise.
Grundlegende begriffliche Klärungen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen von Motiven, Motivation und dem Motivationsprozess sowie die Abgrenzung verschiedener Motivationstheorien.
Die Arbeitsmotivation des Menschen: Hier werden zentrale Motive wie Entlohnung und Bindung sowie periphere Motive wie Arbeitsgestaltung und Zeitmodelle zur Motivation der Beschäftigten dargelegt.
Die Förderung der Mitarbeitermotivation im Berufsalltag: Die Arbeit diskutiert praktische Ansätze wie das Unternehmensleitbild, kooperative Führung, Informationspolitik und die Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Der Zerfall der Mitarbeitermotivation im Berufsalltag: Das Kapitel analysiert die Stagnationsfaktoren in Deutschland, die Entstehung einer "Negativität" und die sozioökonomischen Ursachen wie Globalisierung und Reformprozesse.
Das Phänomen Negativität – Lösungsansätze: Der letzte Teil bietet unternehmensinterne Strategien zur psychologischen Stabilisierung sowie politisch-wirtschaftliche Offensiven zur Re-Vitalisierung der sozialen Marktwirtschaft an.
Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und Betonung der Notwendigkeit einer werteorientierten Führung und einer sinnstiftenden Arbeitsmarktpolitik.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Unternehmenserfolg, Negativität, Arbeitswelt, Sozialstaat, Globalisierung, Führung, Arbeitsplatzgestaltung, Wertewandel, Personalwirtschaft, Arbeitsmarkt, Motivationskrise, Soziale Marktwirtschaft, Delegation, Unternehmensleitbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung der Mitarbeitermotivation als entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg und analysiert, warum diese Motivation in stagnierenden Gesellschaften gefährdet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Motivation, praktische Förderinstrumente im Berufsalltag und die Auswirkungen gesellschaftspolitischer Krisenphänomene wie Massenarbeitslosigkeit auf das Leistungsverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Unternehmen und Politik den Zerfall der Arbeitsmotivation stoppen können, um kollektive Starre und Pessimismus zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Diskussion aktueller wirtschaftspsychologischer und personalwirtschaftlicher Konzepte, illustriert durch zahlreiche Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Motivationsbarrieren und stellt sowohl interne Unternehmensstrategien (z.B. Kooperative Führung) als auch gesamtwirtschaftliche Lösungsansätze gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Mitarbeitermotivation, Unternehmenserfolg, Negativität am Arbeitsplatz, Soziale Marktwirtschaft, Führung, Globalisierung und Personalwirtschaft.
Warum spielt das "Statusmotiv" in der Arbeit eine Rolle?
Das Statusmotiv verdeutlicht das Streben der Menschen, sich von ihrem Umfeld abzuheben, was Führungskräfte bei der Gestaltung von Anreizsystemen und der Unternehmenskultur berücksichtigen müssen.
Welche Rolle spielt das "Sicherheitsmotiv" in heutigen Zeiten?
In wirtschaftlich schwierigen Phasen mit Stellenabbau wird die Sicherheit des Arbeitsplatzes zu einem Primärmotiv, das die Basis für Leistungsbereitschaft bildet.
Inwiefern ist das Unternehmensleitbild für die Motivation relevant?
Ein authentisch gelebtes Leitbild vermittelt Werte, mit denen sich Mitarbeiter identifizieren können, und schafft somit ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und einen Sinn in der Arbeit.
- Quote paper
- Jessica Beckschebe (Author), 2006, Mitarbeitermotivation als Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Probleme und Lösungsansätze in stagnierenden Gesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61302