Die Regulierung von Monopolen - Theorie


Seminararbeit, 2005

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Technische Universität Berlin
Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht
FG Volkswirtschaftslehre, insb. Mikroökonomie
Seminar: „Informationsökonomik“
Wintersemester 2004/2005, 6. Fachsemester

Die Regulierung von Monopolen - Theorie

von: Maik Klann

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  1

2 Theorie der Regulierung 2

3 Rentabilitätsregulierung (rate-of-return regulation (RORR))  3

3.1 Der Averch–Johnson-Effekt  4
3.2 Anreiz zur Kostenminimierung ?  8
3.3 Grafischer Nachweis des Averch-Johnson-Effektes  10
3.4 Wohlfahrtsbetrachtung  14

4 Subventionsmechanismen  15

4.1 The Total Surplus Subsidy Mechanism (Loeb – Magat)  15
4.2 The Incremental Surplus Subsidy (ISS) Mechanism 18
4.3 Vogelsang – Finsinger - Mechanismus  19

5 Fazit  22

Anhang

Literaturverzeichnis
 

 


Abkürzungsverzeichnis

AJ-Effekt = Averch-Johnson-Effekt
DK = Durchschnittskosten
GE = Grenzerlös
GK = Grenzkosten
IPK = Isoprofitkurve
ISS = Incremental Surplus Subsidy Mechanism
KR = Konsumentenrente
L-M = Loeb-Magat-Mechanismus
PR = Produzentenrente
RORR = Rate-Of-Return-Regulierung
S-S = Sappington-Sibley-Mechanismus
V-F V= ogelsang-Finsinger-Mechanismus


 

1 Einleitung

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Regulierung von Monopolen. Im Allgemeinen ist Regulierung der Versuch, Unternehmen in Märkten mit unvollkommenem Wettbewerb zu einem sozial kompatiblen Verhalten zu bewegen. Dabei handelt es sich oft um natürliche Monopole, die der staatlichen Regulierung bedürfen, da in diesem Fall die Existenz eines Monopols an sich wünschenswert oder unvermeidbar ist, aber negative Effekte aus einer solchen Monopolstellung verhindert werden sollen. Durch Informationsasymmetrien (Prinzipal-Agent-Problem), ist der Regulierer in der Regel unzureichend oder sehr viel weniger als das Unternehmen über dessen Kosten- und Nachfragestruktur informiert als das Unternehmen. Der sozial erwünschte Output und die effiziente Inputkombination ist unter Informationsasymmetrien nicht direkt festlegbar (adverse Selektion). Das Unternehmen hingegen versucht aus seinem Informationsvorteil Profit zu schlagen (moral hazard). Somit besteht das Problem darin, anreizkompatible Regulationsmechanismen zu entwickeln, so dass das Unternehmen von selbst die effizient optimale Preis-Mengenkombination produziert, ohne dass der Regulierer diese kennen muss. Die am meisten erforschten Regulierungsmethoden sind die Rentabilitätsregulierung (rate-of-return) und die price-cap Regulierung. Gerade in den USA und Westeuropa ist die Regulierung von Monopolen weit verbreitet. Vor allem in Wirtschaftsbranchen wie Versicherungen, Luftverkehr, Banken, Schienenverkehr und der Telekommunikation wurde in den letzten Jahrzehnten stark reguliert. Aufgrund der umfangreichen Literatur kann in dieser Seminararbeit nicht allen Erscheinungen der Regulierung Rechnung getragen werden. Anhand ausgewählter Beispiele werden einige grundlegende Fragen angesprochen und diskutiert. Im Rahmen der Rentabilitätsregulierung tritt der Averch-Johnson Effekt auf. Er ist einer der bekanntesten Effekte im Rahmen der „Positiven Theorie der Regulierung.“ Anschließend werden drei Subventionsmechanismen im Rahmen der „Normativen Theorie der Regulierung“ angesprochen.

2 Theorie der Regulierung

Die Regulierung eines natürlichen Monopols stellt einen Versuch dar, den Monopolisten zur Produktion des gesellschaftlich erwünschten Ergebnisses (mindestens „Second- Best“) zu bewegen, wenn (potentieller) Wettbewerb dies nicht von allein sicherstellt. Da ein direkter staatlicher Eingriff in einzelne Wirtschaftssektoren in einer marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung nicht selbstverständlich ist, bedarf es einer besonderen Begründung. Für staatliche Regulierung existieren zwei unterschiedliche Erklärungsansätze. Diese bieten jeweils völlig unterschiedliche Perspektiven. Im Folgenden werden die „Normative und die Positive Theorie der Regulierung“ kurz dargestellt.1,2

Normative Theorie der Regulierung

Die „Normative Theorie der Regulierung“ argumentiert mit Marktversagen. Bestimmte Branchenbesonderheiten führen zu einem Marktergebnis, das im Rahmen des gesellschaftlich vorgegebenen Zielsystems nicht optimal ist. Zu nennen ist hier der Wohlfahrtsverlust durch Monopolpreise und die Bedienung des Marktes mit nicht effizienten Produktionsmengen. Die „normative Theorie der Regulierung“ bemüht also, das Marktversagensinstrument und hält staatliche Eingriffe für wohlfahrtssteigernd. Ziel der „Normativen Theorie“ ist es, das Marktversagen zu beseitigen, um allokative Effizienz (gesellschaftliches Wohlfahrtsoptimum soll erreicht werden) zu sichern.3

Positive Theorie der Regulierung

Während die „Normative Theorie der Regulierung“ mit dem Vorliegen von Marktversagen argumentiert, erklärt die „Positive Theorie der Regulierung“ aus Eigeninteressen der beteiligten Akteure (Politiker, Behörden, Unternehmen und Gewerkschaften) heraus. Diese Theorie der Regulierung sieht somit die Gefahr einer Verschlechterung gegenüber der Situation ohne wirtschaftspolitische Interventionen. Ziele der „Positiven Theorie“ sind vor allem die Stimmenmaximierung (trifft auf die Politiker zu), die Budgetmaximierung und der Wettbewerbsschutz. In Abbildung 1 sind noch einmal Normative und Positive Theorie der Regulierung dargestellt.4

Abbildung 1: Übersicht „Normative und Positive Theorie der Regulierung“ Quelle: Morasch (2001/2002), S. 94 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

3 Rentabilitätsregulierung (rate-of-return regulation (RORR)) Allgemein

Diese Form der Regulierung findet insbesondere bei US-amerikanischen Kontrollbehörden praktische Anwendung. Bei dieser Regulierungsform wird dem regulierten Unternehmen eine bestimmte „faire“ Rendite (fair-rate-of-return) auf ihren Kapitalstock gestattet. Das Unternehmen ist somit frei darin, die Inputmengen (Faktorinputs zur Produktion), das Outputniveau (Höhe der Produktionsmenge) und den Absatzpreis festzulegen. Dabei ist zu beachten, dass der erzielte Gewinn die von der Kontrollbehörde zugesicherte Rentabilitätsschwelle nicht überschreitet. Wird der zulässige Grenzwert durch die erzielte Rendite überschritten, wird das regulierte Unternehmen durch die Aufsichtsbehörde sanktioniert. Anzumerken ist, dass das betriebsnotwendige Kapital von der Regulierungsaufsichtsbehörde überprüft wird. Stellt sich heraus, dass es wirklich nötig war, bestimmte Kapitalgüter anzuschaffen, durch die die „faire“ Rendite überschritten wurde, erfolgt keine Sanktionierung des regulierten Unternehmens. Im Rahmen der Rentabilitätsregulierung tritt der Averch-Johnson Effekt (AJ-Effekt) auf, der im Folgenden näher betrachtet wird.

3.1 Der Averch–Johnson-Effekt

[...]


1 Vgl. Nordhaus / Samuelson (1998), S. 384 - 387

2 Vgl. Lackner (2001), S. 19 - 21

3 Vgl. Morasch (2001/2002), S. 94

4 Vgl. Morasch (2001/2002), S. 97

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die Regulierung von Monopolen - Theorie
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht FG Volkswirtschaftslehre, insb. Mikroökonomie)
Veranstaltung
Seminar: Informationsökonomik
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V61393
ISBN (eBook)
9783638548618
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Erster Teil meiner Projektarbeit. Diese setzte sich aus einem theoretischen und empirischen Teil zusammen.
Schlagworte
Regulierung, Monopolen, Theorie, Seminar, Informationsökonomik
Arbeit zitieren
Diplom-Volkswirt Maik Klann (Autor), 2005, Die Regulierung von Monopolen - Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61393

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