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Die Revision des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts - Eine Gefahr für die makroökonomische Stabilität?

Title: Die Revision des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts - Eine Gefahr für die makroökonomische Stabilität?

Seminar Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom-Volkswirt Maik Klann (Author)

Economics - Macro-economics, general
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Nachdem in Deutschland, Frankreich und Portugal die Begrenzung der Neuverschuldung auf 3% des BIP in Marktpreisen überschritten wurde, wird einerseits verlangt, die verordnete haushaltspolitische Disziplin unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung strikt einzuhalten. Andererseits besteht die Forderung einer grundlegenden Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP). Begründet wird der Reformbedarf des SWP durch das einseitig ausgelegte Ziel der Geldwertstabilität. Eine solide Haushaltspolitik verlange eine Konsolidierung über die finanzpolitische Stärkung des Wirtschaftswachstums, welche durch die Verschuldungskriterien verhindert wird. Diese Seminararbeit beschäftigt sich somit mit der Revision/Reformierung des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP). In gewissem Umfang erfolgt auch eine kritische Betrachtung hinsichtlich makroökonomischer Gefahren, welche aus der Reformierung des SWP für die EU entstehen können. Nach einem kurzen historischen Überblick in Gliederungspunkt (GP) 2 erfolgt in GP 3 eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der bisherigen Erfahrungen mit dem „alten“ SWP. Anschließend werden in Gliederungspunkt 4 Vorschläge zur Reformierung des „alten“ SWP diskutiert. Diese Seminararbeit schließt mit einem Fazit in GP 5 und basiert in ihrer Argumentation und kritischen Betrachtung vorrangig auf den möglichen makroökonomischen Auswirkungen, die im Zusammenhang mit einer Reformierung des SWP entstehen können. Da am 22./23. März 2005 einer „Lockerung“ des SWP seitens des ECOFIN-Rats und der EU-Kommission stattgegeben wurde, sind mögliche wirtschaftliche Auswirkungen also in gewissem Umfang rein spekulativer Natur. Die diskutierten Reformvorschläge basieren daher auf Äußerungen, welche im Vorfeld der Änderung vom März erfolgten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Überblick

2.1 Vertrag von Maastricht

2.2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP)

3 Erfahrungen mit dem bisherigen „alten“ SWP

3.1 Staatsverschuldung – Auswirkungen auf Geldwertstabilität und Wirtschaftswachstum

3.2 Defizitquote und Asymmetrie in der Finanzpolitik

3.3 Unangemessene einfache haushaltspolitische Regel und Konsolidierung

4 Reformvorschläge und deren makroökonomische Auswirkungen

4.1 Orientierung am strukturellen Defizit und fester Pfad für öffentliche Ausgaben

4.2 Schuldenstand bei der Festlegung der zulässigen Defizitgrenze berücksichtigen

4.3 Begrenzung inflationärer Prozesse und optimale Fiskalpolitik ermöglichen

4.4 Feste Obergrenzen für das Wachstum der Staatsausgaben bei Überschreitung eines Referenzwertes für die Schuldenstandsquote

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und die makroökonomischen Risiken einer Reform des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP), wobei insbesondere die Auswirkungen auf die fiskalpolitische Flexibilität und die konjunkturelle Stabilität in den EU-Mitgliedstaaten analysiert werden.

  • Historische Einordnung des Vertrags von Maastricht und des ursprünglichen SWP
  • Kritische Bestandsaufnahme der Erfahrungen mit dem „alten“ Regelwerk
  • Diskussion makroökonomischer Reformvorschläge
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Haushaltsdisziplin und notwendiger Flexibilität
  • Bewertung der Stabilitätsorientierung und deren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

Auszug aus dem Buch

Fiskalpolitik kann nicht flexibel genug auf konjunkturelle Schwankungen reagieren

Das vielleicht größte Problem des „alten“ SWP besteht in der Tatsache, dass die nationale Finanzpolitik nicht flexibel genug auf konjunkturelle Schwankungen reagieren kann. Der Grund liegt dabei in der Tatsache, dass auch in konjunkturellen Schwächephasen für Staaten mit einem „übermäßigen Defizit“ ein Konsolidierungszwang durch den SWP besteht. Eine antizyklische Politik wird verhindert und durch den Konsolidierungszwang wirkt die Finanzpolitik prozyklisch. Somit verstärkt sich in konjunkturellen Schwächephasen der wirtschaftliche Abwärtstrend durch den Versuch, über die staatliche Haushaltskonsolidierung (z.B. Ausgabensenkung) die festgelegte Defizitgrenze einzuhalten. Dies führt zu einer Verstärkung der Schwächephase, welche dann zwangsläufig zur Überschreitung der Defizitgrenze führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der verfehlten Defizitgrenzen in Deutschland, Frankreich und Portugal dar und begründet die Notwendigkeit einer Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts.

2 Historischer Überblick: Hier werden die vertraglichen Grundlagen der Europäischen Währungsunion und die Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspakts als Konkretisierung des Maastrichter Vertrags erläutert.

3 Erfahrungen mit dem bisherigen „alten“ SWP: Dieses Kapitel kritisiert die einseitige Fixierung auf Geldwertstabilität und die mangelnde Flexibilität des SWP, die zu einer prozyklischen Finanzpolitik führt.

4 Reformvorschläge und deren makroökonomische Auswirkungen: In diesem Abschnitt werden verschiedene Konzepte zur Neugestaltung des SWP diskutiert, darunter die Orientierung am strukturellen Defizit sowie die Einführung fester Ausgabenpfade.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Lockerungen des „neuen“ SWP zwar konjunkturelle Gegebenheiten stärker berücksichtigen, die Beibehaltung der 3%-Defizitgrenze jedoch weiterhin umstritten bleibt.

Schlüsselwörter

Stabilitäts- und Wachstumspakt, Europäische Währungsunion, Fiskalpolitik, Staatsverschuldung, Defizitquote, Geldwertstabilität, Wirtschaftswachstum, Haushaltskonsolidierung, Konjunkturpolitik, strukturelles Defizit, Reform, Eurozone, Staatsausgaben, Inflation, Finanzierungssaldo

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Revision und Reformierung des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) im Kontext der makroökonomischen Stabilität der EU-Mitgliedstaaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Vertrag von Maastricht, die Erfahrungen mit den bisherigen Sanktionsregeln, die Problematik der prozyklischen Finanzpolitik sowie verschiedene Reformansätze für den Stabilitätspakt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Betrachtung der makroökonomischen Auswirkungen, die durch die rigiden Defizitkriterien entstehen, und die Bewertung von Vorschlägen zur Verbesserung des SWP.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und empirische Analyse unter Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und Modellen zu finanzpolitischen Zusammenhängen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Scheitern der bisherigen SWP-Regeln in konjunkturellen Schwächephasen und diskutiert alternative Steuerungsinstrumente wie strukturelle Defizitgrößen und Ausgabenlinien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Stabilitäts- und Wachstumspakt, Fiskalpolitik, Staatsverschuldung, Defizitquote und Geldwertstabilität sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.

Warum wird die 3%-Defizitgrenze in der Arbeit kritisiert?

Die Grenze wird als ökonomisch wenig fundiert und mangels Flexibilität als Hindernis für eine antizyklische, konjunkturstützende Finanzpolitik in Krisenzeiten betrachtet.

Welchen Mehrwert bietet ein „inflation monitoring“ laut Autor?

Ein solches System würde eine höhere Spezifizität und Sensitivität ermöglichen, um Stabilitätssünder gezielter zu identifizieren, ohne solide Haushalte unnötig zu belasten.

Welche Rolle spielen öffentliche Investitionen in den Reformvorschlägen?

Der Autor argumentiert, dass wachstumsfördernde Investitionen von restriktiven Ausgabenbeschränkungen ausgenommen werden sollten, um das langfristige Wachstumspotenzial nicht zu gefährden.

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Details

Title
Die Revision des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts - Eine Gefahr für die makroökonomische Stabilität?
College
Technical University of Berlin  (Institut für Volkswirtschaftslehre )
Course
Seminar: Osterweiterung und Europäische Integration
Grade
1,7
Author
Diplom-Volkswirt Maik Klann (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V61394
ISBN (eBook)
9783638548625
ISBN (Book)
9783656816874
Language
German
Tags
Revision Europäischen Stabilitäts- Wachstumspakts Eine Gefahr Stabilität Seminar Osterweiterung Europäische Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Volkswirt Maik Klann (Author), 2005, Die Revision des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts - Eine Gefahr für die makroökonomische Stabilität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61394
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