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Die Erfüllung des Gesetzes - Exegese zu Röm 13,8-10

Title: Die Erfüllung des Gesetzes - Exegese zu Röm 13,8-10

Term Paper , 2006 , 22 Pages

Autor:in: Felix Denschlag (Author)

Theology - Biblical Theology
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Da ein Wissen um die historischen Entstehungsbedingungen eines alten Textes für das Verständnis dieses Textes unerlässlich ist, soll diese Einleitung in groben Zügen die Situation des Paulus und seiner Adressaten zur Zeit der Abfassung des Röm schildern. Der Röm ist der letzte vorliegende Brief von Paulus, wahrscheinlich abgefasst 55/56 in Korinth.1 Er ist als “Empfehlungsschreiben” anzusehen2, in dem Paulus seinen Besuch bei der ihm unbekannten römischen Gemeinde ankündigt: er plant, bis ans Ende der Welt, speziell in Spanien, zu missionieren (15,23f.28) und bittet dafür um Unterstützung. Darum stellt er sich mit seiner Theologie ausführlich vor und legt er seine Evangeliumsverkündigung, die seine umstrittene Universalität und Gesetzesfreiheit einschließt, so dar, dass er in Rom, wo das Evangelium von Tod und Auferweckung Jesu akzeptiert ist und wo er ja um Unterstützung bittet, auf Akzeptanz treffen kann. Vor dem Besuch in Rom plant er, nach Jerusalem zu reisen, um der dortigen Gemeinde die gesammelten Spenden aus Mazedonien und Achaia zu überbringen (15,25ff), wie es auf dem Apostelkonvent vereinbart worden war (Gal 2,10)3. Diese Reise ist mit zweierlei Sorge verbunden (15,30ff): Paulus ist sich unsicher, ob die Kollekte der Heidenchristen in Jerusalem angenommen wird, was ein Akt der Anerkennung gegenüber den von ihm gegründeten Gemeinden, eine Demonstration der Einheit der Kirche aus Juden und Heiden, wäre. Er rechnet mit der Ablehnung, weil der Einfluss judaistischer Gegner in Jerusalem besonders groß ist. Und er rechnet mit Gefahr für sein Leben - wie wir heute wissen, waren seine Sorgen berechtigt: in Jerusalem fällt er zunächst seinen jüdischen Gegnern in die Hände und war von da an in der Gewalt der römischen Justiz4. Dies ist als Hintergrund für das Verständnis von Röm 13,8-10 deshalb wichtig, weil der Vorwurf an Paulus lautet, dass er den Abfall vom Gesetz lehrt5. Da er auch in Rom mit dem Einfluss judaistischer Gegner rechnen musste6, ist er im Röm darauf bedacht, zu zeigen, dass dies so nicht richtig ist7.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

3. Kontext und Abgrenzung der Texteinheit

4. Aufbau des Textes

5. Formgeschichte

6. Bedeutungsträger des Textes

6.1 Der Begriff der Agape

6.2 Der Begriff des Nomos

6.2.1 Die Gültigkeit des Gesetzes

6.2.2 Der Umfang des Gesetzes

7. Die Intention des Textes

8. Traditionsgeschichtliches zur Zusammenfassung des Gesetzes

8.1 Die rabbinische Tradition

8.2 Das jesuanische Doppelgebot

9. Ergebnisse der Exegese

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit führt eine exegetische Untersuchung von Römer 13,8-10 durch, um zu verstehen, wie Paulus das Liebesgebot als Erfüllung des Gesetzes definiert und in seinen ethischen Kontext einbettet. Dabei wird insbesondere die Frage behandelt, wie Paulus sein Verständnis von der Tora und der Nächstenliebe in der Situation einer gemischten römischen Gemeinde vermittelt.

  • Historische Entstehungsbedingungen des Römerbriefs
  • Philologischer Vergleich der Bibelübersetzungen
  • Paulinisches Verständnis von Agape und Nomos
  • Traditionsgeschichtliche Herleitung der Zusammenfassung des Gesetzes
  • Ethische Normenbildung in der frühen christlichen Gemeinde

Auszug aus dem Buch

6. Bedeutungsträger des Texts: Agape und Nomos

Aufgrund der hohen Bedeutung von Liebe und Gesetz, im Zentrum von Röm 13,8-10 steht deren Verhältnisbestimmung (s. o. 4.), ist es nicht übertrieben, der Behandlung dieser beiden Begriffe einen eigenen Abschnitt zu widmen.

6.1 Der Begriff der Agape

Die Liebe wird als grundsätzliche Bejahung und Annahme des anderen angesehen. Paulus geht, wo er von Agape spricht, von der Liebe Gottes aus, die er in Christus erwiesen hat. Gottes Liebe ist durch den Heiligen Geist in die Herzen der Christen ausgegossen (Röm 5,3) und hinfort die entscheidende Wirklichkeit in ihrem Dasein. Entgegen der Auffassung von der Agape als einer unter anderen sittlichen Haltungen betont Paulus entschieden den Vorrang der Agape (Gal 5,6; Phil 1,9, 1 Kor 13) - sie ist erste “Frucht des Geistes” (Gal 5,22). Dem entspricht die Hochschätzung der Liebe als Erfüllung des Gesetzes in Röm 13,8-10.

Die Nächstenliebe ist das konkrete Tun zugunsten des Nächsten als geschöpflicher Person und damit Ebenbild Gottes, also nicht Gefühlsregung oder persönliche Haltung. Ihre entscheidende Bestimmtheit empfängt die Nächstenliebe von dem kosmisch-geschichtlichen Kairos her (13,11), durch den sie geboten ist. Durch den Kontext (12,9-13,7) ist hier deutlich, dass der “Nächste” jeder Mensch sein kann, also nicht eingegrenzt wird, etwa auf den Gemeindebruder. Ein Hinweis auf die von Jesus vertretene Feindesliebe findet sich 12,14.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Skizziert die historischen Umstände der Abfassung des Römerbriefs sowie die Sorgen des Paulus im Hinblick auf seine Reise nach Jerusalem und den Empfang in der römischen Gemeinde.

2. Übersetzungsvergleich: Vergleicht verschiedene Bibelübersetzungen und Kommentare, um eine präzise Grundlage für die weitere exegesetische Arbeit am Text zu schaffen.

3. Kontext und Abgrenzung der Texteinheit: Analysiert den unmittelbaren Zusammenhang von Römer 13,8-10 und begründet dessen inhaltliche Einheit durch das zentrale Thema der Liebe.

4. Aufbau des Textes: Untersucht die syntaktische Struktur und die rhetorische Gliederung des Abschnitts, die von der imperativischen Mahnung zur Liebe zur begründenden Argumentation führt.

5. Formgeschichte: Klassifiziert den Text als „postconversionale Mahnrede“ und diskutiert dessen Funktion innerhalb der frühen christlichen Normendiskurse.

6. Bedeutungsträger des Textes: Analysiert die Begriffe „Agape“ und „Nomos“ und deren Verhältnisbestimmung für das christliche Ethos.

7. Die Intention des Textes: Beleuchtet die argumentative Absicht des Paulus, sein Gesetzesverständnis als für Juden- und Heidenchristen rezipierbar darzustellen.

8. Traditionsgeschichtliches zur Zusammenfassung des Gesetzes: Setzt das paulinische Liebesgebot in Beziehung zu rabbinischen Traditionen (Hillel, R. Aqiba) und dem jesuanischen Doppelgebot.

9. Ergebnisse der Exegese: Fasst die zentralen Erkenntnisse über die ethische Funktion der Tora und die Bedeutung der Nächstenliebe zusammen.

Schlüsselwörter

Römerbrief, Paulus, Agape, Nomos, Gesetzeserfüllung, Nächstenliebe, Tora, Ethik, Exegese, Liebesgebot, christliche Politik, Paränese, biblische Hermeneutik, Apostel, Dekalog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Analyse des biblischen Textes Römer 13,8-10, in dem Paulus das Liebesgebot als zentrale Erfüllung des Gesetzes darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Liebe und Gesetz, die Rolle der Tora im paulinischen Denken, die christliche Ethik im sozialen Kontext sowie die traditionsgeschichtliche Einordnung des Liebesgebots.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Paulus das Gesetz durch das Liebesgebot neu definiert, um ethische Klarheit in einer gemischten juden- und heidenchristlichen Gemeinde zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt der historisch-kritischen Exegese, ergänzt durch einen detaillierten Übersetzungsvergleich, formgeschichtliche Analyse und traditionsgeschichtliche Vergleiche mit der antiken jüdischen Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kontext, Aufbau, Formgeschichte, die detaillierte Analyse der Begriffe Agape und Nomos sowie die traditionsgeschichtliche Herleitung der Zusammenfassung des Gesetzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind unter anderem Römerbrief, Agape, Nomos, Tora, Nächstenliebe, Gesetzeserfüllung und christliche Ethik.

Warum spielt der Begriff "Agape" eine so zentrale Rolle für Paulus?

Für Paulus ist die Agape die grundsätzliche Bejahung des Nächsten als Ebenbild Gottes und zugleich die Frucht des Geistes, wodurch sie zur maßgeblichen Norm des christlichen Handelns wird.

Wie unterscheidet sich das Verständnis des Gesetzes bei Paulus von der rabbinischen Tradition?

Während in der rabbinischen Tradition die Tora in ihrer Gesamtheit und ihrer göttlichen Herkunft zentral bleibt, reduziert Paulus das Gesetz im Römer 13,8-10 funktional auf die Liebe als Kernsatz, ohne jedoch die Tora als solche aufzuheben.

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Details

Title
Die Erfüllung des Gesetzes - Exegese zu Röm 13,8-10
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Author
Felix Denschlag (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V61528
ISBN (eBook)
9783638549646
ISBN (Book)
9783638668118
Language
German
Tags
Erfüllung Gesetzes Exegese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Denschlag (Author), 2006, Die Erfüllung des Gesetzes - Exegese zu Röm 13,8-10, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61528
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