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Zu: "Von Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" von Friedrich Nietzsche

Title: Zu: "Von Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" von Friedrich Nietzsche

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Sozialarbeiter (FH) Michael Büschken (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Nietzsches zweiter unzeitgemäßen Betrachtung “Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben.” Nietzsches Grundargumentation läuft darauf hinaus, dass ein Übermaß von Anlehnung an die Historie für den Menschen schädlich sei, da sich die Unmittelbarkeit des Lebens und das historische Wissen konträr gegenüber stehen. Mit der Unmittelbarkeit des Lebens meint Nietzsche das Unhistorische (das Vergessen), und mit dem historischen Wissen, die Erinnerung an das Vergangene. Die Historie müsse immer im Dienste des Lebens stehen, da sie sonst krank mache. Die “zweite unzeitgemäße Betrachtung” war, wie alle Frühwerke Nietzsches, durch die Auseinandersetzung mit der Kultur, Bildung und Geschichtswissenschaft seiner Zeit geprägt.
Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Skizzierung der Philosophie Nietzsches und der Darstellung seiner Grundannahme, dass hauptsächlich der Wille zur Macht den Menschen kennzeichne. Nietzsches Begriffe des Historischen, Unhistorischen und Überhistorischen werden besprochen und bestimmt. Anhand von Martin Heideggers Interpretation Nietzsches, wird dessen Antropologie besprochen. Das Tier wird als unhistorisches Wesen gesehen. Der Mensch hat, als animal rationale, im Gegensatz zum Tier einen Bezug zum Vergangenen und kann dadurch Kultur schaffen. Ebenso kann der Mensch aber an der Erinnerung an das Vergangene leiden und zugrunde gehen. Nietzsche spricht von einer plastischen Kraft, die als formgebende Kraft interpretiert wird, die die Erinnerung oder geschichtliche Betrachtungsweise, je nach Bedürfnis, so formt, dass es dem Leben nutzt.. Die Geschichte wird zwar als unveränderlich angesehen, aber nicht die Erinnerung an das Geschehene. Sie ist eine rationale Leistung und verrechnet das Erinnerte nach Nutzen und Nachteil. Die Erinnerung ist plastisch und die plastische Kraft bestimmt, wie die Verformung zu geschehen hat, damit sie dem Leben dient. Dadurch leiten sich die drei Arten der Geschichtsbetrachtung ab. Die monumentale-, antiquarische- und kritische Betrachtungsweise geschieht nach dem Maße, wie Geschichtsbetrachtung geformt werden muss, um dem Leben zu dienen. Diese drei Motive zusammen wirken als Kausalitätskette überhistorisch, so wie auch die Religion für Nietzsche überhistorisch ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.1 Einleitung

1.2 Skizzierung der Philosophie Nietzsches

2. Inhalt der Begriffe: Historisch, Unhistorisch, Überhistorisch

2.1 Historisch

2.2 Unhistorisch und Überhistorisch

2.3 Leben, Glück, Historie

2.4.1 Tier - Unhistorisches Wesen, glückliches Wesen

2.4.2 Mensch - Historisches Wesen, Kulturwesen

2.5 Plastische Kraft

3. Wesen und Funktion der Historie

3.1 Beurteilung der Historie (memoria) als rationale Leistung

3.2 Der Dunstkreis des Unhistorischen wird zum Horizont des rationalen Menschen

3.3 Erste Schlussfolgerung durch Gliederung der Betrachtungsweise - Drei Arten der Historie

4. Die drei Arten der historischen Betrachtung

4.1.1 Monumentale Historie - Die Wirkungsgeschichte

4.1.2 Das Wesen des Monumentalen

4.1.3 Ziel der monumentalen Historie

4.1.4 Nutzen der monumentalen Historie

4.1.5 Nachteil der monumentalen Historie

4.2 Antiquarische Historie

4.2.1 Das Wesen der antiquarischen Historie

4.2.2 Nutzen der antiquarischen Historie

4.2.3 Nachteil der antiquarischen Historie

4.3 Kritische Historie

4.3.1 Das Wesen der kritischen Historie

4.3.2 Nutzen - Korrektur der ersten beiden Arten der Historie

4.3.3 Nachteil der kritischen Historie

4.4 Konsens der drei Arten der Historie und der Begriff: Überhistorisch

5. Kritische Auseinandersetzung Nietzsches mit der Historie als Wissenschaft

6.2 Historische Krankheit: Hegels Universalgeschichte

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Friedrich Nietzsches „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“ und analysiert seine Grundargumentation, dass ein Übermaß an historischem Wissen das Leben des Menschen schädigen kann. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem spannungsreichen Verhältnis zwischen der Unmittelbarkeit des Lebens und dem historischen Bewusstsein sowie den Möglichkeiten einer lebensdienlichen Nutzung der Geschichte.

  • Nietzsches Begriffe des Historischen, Unhistorischen und Überhistorischen
  • Die anthropologische Bedeutung der „plastischen Kraft“
  • Differenzierung der drei Arten der Geschichtsbetrachtung (monumental, antiquarisch, kritisch)
  • Kritik an einer teleologischen Geschichtsauffassung
  • Untersuchung der Historie als lebensgestaltendes versus wissenschaftliches Instrument

Auszug aus dem Buch

2.5 Die plastische Kraft

Nietzsche sucht den Grad, um die Grenze zu bestimmen, an der das Vergangene vergessen werden muss, um nicht schädlich für das Leben zu sein. Der Grad bestimmt sich durch die plastische Kraft eines Menschen, eines Volkes oder einer Kultur. Unter Plastizität (gr. plastos) versteht man, “die Eigenschaft fester Stoffe sich unter einer Krafteinwirkung zu verformen (zu fließen) und diese Form nach der Einwirkung beizubehalten” (Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Meiner 1998, S. 503). Ein Stoff muss also formbar sein, damit die plastische Kraft wirken kann. Somit ist die plastische Kraft also eine formende, formgebende Kraft.

Damit meint Nietzsche die Fähigkeit, Erinnerung bzw. kollektive Erinnerung (memoria bzw. historia rerum gestarum) umzubilden und sich einzuverleiben.

“Wunden, die die Geschichte geschlagen haben, sollen durch diese plastische Kraft geheilt werden, verlorene Dinge sollen ersetzt, und zerbrochene Formen sollen nachgeformt werden” ( KSA, S. 250).

Zusammenfassung der Kapitel

1.1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie das historische Bewusstsein das Leben beeinflusst und warum ein Zuviel an Historie krank machen kann.

1.2 Skizzierung der Philosophie Nietzsches: Ein Überblick über zentrale Motive Nietzsches, insbesondere den Willen zur Macht und die Kritik an der Sklavenmoral und dem Fortschrittsglauben.

2. Inhalt der Begriffe: Historisch, Unhistorisch, Überhistorisch: Erläuterung der Grundbegriffe, die für das Verständnis von Nietzsches historischer Betrachtung essenziell sind.

3. Wesen und Funktion der Historie: Analyse, wie das Unhistorische als notwendiger Lebensraum dient und wie die Vernunft (ratio) die Historie verarbeitet.

4. Die drei Arten der historischen Betrachtung: Detaillierte Darstellung der monumentalen, antiquarischen und kritischen Historie in ihrem Nutzen und ihrer Gefährdung.

4.4 Konsens der drei Arten der Historie und der Begriff: Überhistorisch: Zusammenführung der drei Historie-Arten unter der überhistorischen Kraft, die auf das Unbewusste abzielt.

5. Kritische Auseinandersetzung Nietzsches mit der Historie als Wissenschaft: Kritik an der modernen Geschichtswissenschaft, die zur bloßen Wissensanhäufung ohne Lebensbezug verkommt.

6.2 Historische Krankheit: Hegels Universalgeschichte: Auseinandersetzung mit hegelscher Geschichtsmetaphysik und warum teleologische Konzepte für Nietzsche als nihilistisch gelten.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, Historie, Leben, Unhistorisch, Überhistorisch, Plastische Kraft, Wille zur Macht, Monumentale Historie, Antiquarische Historie, Kritische Historie, Geschichtsphilosophie, Lebensphilosophie, Erinnerung, Hegels Universalgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Friedrich Nietzsches Werk „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“ hinsichtlich der Frage, wie der Mensch das historische Wissen so nutzen kann, dass es das Leben fördert, anstatt es durch eine übermäßige Erinnerungsflut zu belasten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf Nietzsches Begriffe des Historischen, Unhistorischen und Überhistorischen, die Bedeutung der plastischen Kraft sowie die drei spezifischen Formen der Geschichtsbetrachtung: die monumentale, antiquarische und kritische Methode.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht das Spannungsverhältnis zwischen der Unmittelbarkeit des Lebens und dem historischen Bewusstsein und wie eine lebensdienliche Balance zwischen beiden Polen gefunden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine hermeneutische Analyse, insbesondere unter Einbeziehung der Interpretationen von Martin Heidegger und Lou Andreas-Salomé, um Nietzsches Text und seine philosophischen Implikationen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Begriffsklärung, die systematische Vorstellung der drei Historie-Arten und eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts sowie Hegels Universalgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Historie, Leben, Plastische Kraft, Wille zur Macht sowie die Differenzierung in monumentale, antiquarische und kritische Historie geprägt.

Wie unterscheidet Nietzsche zwischen dem Tier und dem Menschen in Bezug auf die Historie?

Nietzsche beschreibt das Tier als unhistorisches Wesen, das in der Gegenwart lebt, ohne unter Erinnerungen zu leiden, während der Mensch durch seine Fähigkeit zur Erinnerung und sein Bewusstsein zwar Kultur schaffen, aber auch an der Last der Geschichte zerbrechen kann.

Warum hält Nietzsche die kritische Historie für gefährlich?

Obwohl die kritische Historie notwendig ist, um erstarrte Traditionen aufzubrechen, besteht die Gefahr einer radikalen Entwurzelung und Selbstzerstörung, wenn sie ohne Maß und Ziel alles Vorhandene verneint und so den Boden für neues Leben entzieht.

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Details

Title
Zu: "Von Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" von Friedrich Nietzsche
College
University of Cologne
Grade
1,0
Author
Dipl.-Sozialarbeiter (FH) Michael Büschken (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V61536
ISBN (eBook)
9783638549714
Language
German
Tags
Nutzen Nachteil Historie Leben Friedrich Nietzsche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialarbeiter (FH) Michael Büschken (Author), 2006, Zu: "Von Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" von Friedrich Nietzsche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61536
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