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Entwicklung und Ebenen des Transnistrienkonflikts

Title: Entwicklung und Ebenen des Transnistrienkonflikts

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Schmidt (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Am 2. September 2006 feierte die Transnistrische Moldauische Republik ihren 16. Jahrestag der Unabhängigkeit mit Kranzniederlegungen und Paraden. Zwei Wochen später, am 17. September kam ein international nicht anerkanntes Referendum erneut zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Eigenstaatlichkeit unterstützt und an engeren Beziehungen zu Russland interessiert ist.
Der kleine Landstreifen östlich des Dnjestrs (rumänisch: Nistru), der völkerrechtlich auf dem Gebiet der Republik Moldau liegt, hat in den vergangenen 16 Jahren quasistaatliche Strukturen und die Ansätze einer nationalen Identität und Staatsideologie aufgebaut. Seit ebenso langer Zeit versucht die internationale Gemeinschaft immer wieder eine Lösung für den Konflikt zu vermitteln – bisher ohne Erfolg.
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage nach den Gründen und Ursachen des Konflikts. Dabei wird eine Kategorisierung der Konfliktdimensionen vorgeschlagene, die hilft, Ursachen und Triebkräfte zu verstehen. Die herausgearbeiteten Gründe für die Abspaltung und das Fortbestehen von de facto zwei Staaten sind vielschichtig. Als fortbestehendes Motiv für die Sezession wird die Statusbewahrung der etablierten kommunistischen und russischsprachigen Eliten identifiziert. Diese betreiben zur Mobilisierung weiterer Bevölkerungsgruppen gezielt die Stiftung einer transnistrischen Identität. Weitere Elemente des konstruierten Zusammengehörigkeitsgefühl sind die Anknüpfung an Sowjetideologie, der Bezug auf Russland und ein Personenkult um den Präsidenten Smirnov. Katalysatoren, die das Überleben des separatistischen Landstreifens sichern, sind in der Einkommensgenerierung durch vielfältigen und oft illegalen Handel und die Protektion durch Russland zu suchen. Die westliche internationale Gemeinschaft hingegen tritt den russischen Interessen in der Region nicht entschieden genug entgegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Basisinformationen

3. Entstehung und Entwicklung des Konflikts

3.1 Vorgeschichte: Vom Fürstentum Moldau bis zum Ende der 1980er Jahre

3.2 Unabhängigkeit und Abspaltung Transnistriens

3.3 Konfliktlösungsversuche seit 1992

3.4 Konfliktphasen

4. Konfliktdimensionen

4.1 Theoretischer Hintergrund

4.2 Hintergrundbedingungen

4.3 Mobilisierung

4.4 Katalysatoren

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe des Konflikts um Transnistrien, wobei sie insbesondere analysiert, wie politische Akteure durch Identitätsstiftung und die Instrumentalisierung von Geschichte den Sezessionsprozess von der Republik Moldau vorangetrieben und gefestigt haben.

  • Historische Genese der Region und der Ursprung des Konflikts
  • Analyse der Konfliktdimensionen: Hintergrund, Mobilisierung und Katalysatoren
  • Die Rolle der Identitätspolitik und staatlicher Propaganda
  • Geopolitische Faktoren und die Rolle Russlands sowie der Ukraine
  • Status quo und Perspektiven einer Konfliktregelung

Auszug aus dem Buch

4.3 Mobilisierung

Politische Mobilisierung entsteht um das Thema Gerechtigkeit. Menschen lassen sich für eine Sache mobilisieren, wenn sie glauben, dass sie gerecht ist. Oft besteht die Ungerechtigkeit, gegen die gekämpft wird, in einer wahrgenommenen Zurücksetzung einer durch bestimmte Faktoren definierten Gruppe gegenüber einer anderen. Dies setzt ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl voraus, welche durch ethnische, regionale, historische, sprachliche, religiöse Identität und/oder eine geteilte Ideologie entsteht.

Im Falle Transnistriens spielen ethnische, kulturelle, sprachliche, religiöse, sozio-demographische und historische Faktoren, die Abgrenzung zu Moldau sowie die Anknüpfung an Elemente der Sowjetideologie eine Rolle und werden von den Eliten gezielt zum Aufbau einer transnistrischen Identität und Solidarität benutzt. Hervorzuheben ist hierbei, dass zwar bestimmte Faktoren wie Abstammung oder Muttersprache objektiv gegeben sind, Identität als Ganzes jedoch immer auch konstruiert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Situation Transnistriens ein und umreißt die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Konfliktursachen.

2. Basisinformationen: Dieses Kapitel liefert grundlegende geografische, demografische und politische Eckdaten zur Republik Moldau.

3. Entstehung und Entwicklung des Konflikts: Hier werden die historische Vorgeschichte, der Prozess der Abspaltung sowie die bisherigen diplomatischen Lösungsversuche detailliert beschrieben.

4. Konfliktdimensionen: Dieses zentrale Kapitel analysiert systematisch die strukturellen Hintergrundbedingungen, die Mobilisierungsstrategien der Eliten und die entscheidenden Katalysatoren des Konflikts.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Konfliktursachen und der Notwendigkeit, bei zukünftigen Lösungsansätzen die bestehende Identitätsstiftung zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Transnistrien, Republik Moldau, Sezession, Konfliktdimensionen, Identitätspolitik, Mobilisierung, Sowjetideologie, Russland, Minderheitenrechte, Autonomie, Staatlichkeit, Geopolitik, Konfliktmanagement, Transformation, Osteuropa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit behandelt den Sezessionskonflikt zwischen der Republik Moldau und Transnistrien, insbesondere die politischen und sozialen Faktoren, die zu dieser dauerhaften Abspaltung geführt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die Instrumentalisierung von Ethnizität und Geschichte durch lokale Eliten sowie der Einfluss externer Mächte wie Russland und der Ukraine.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht die Gründe und Ursachen des Konflikts sowie die Mechanismen, durch die eine transnistrische Identität und Staatlichkeit trotz fehlender internationaler Anerkennung aufrechterhalten wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Kategorisierung von Konfliktdimensionen (Hintergrundbedingungen, Mobilisierung, Katalysatoren), um die komplexen treibenden Kräfte des Konflikts zu strukturieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Konfliktphasen und eine detaillierte Untersuchung der drei Konfliktdimensionen, inklusive der sozio-demographischen und geschichtspolitischen Faktoren.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Identitätspolitik, Sezession, Autonomie, russischer Einfluss und die sozio-ökonomischen Hintergründe des Konflikts.

Welche Rolle spielt der Personenkult um Igor Smirnov?

Der Personenkult ist laut der Arbeit eine Hauptkomponente des Identitätsmanagements, um eine historische Kontinuität vom Dnjestr über die Republik bis zum Präsidenten persönlich herzustellen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der internationalen Gemeinschaft?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die westliche internationale Gemeinschaft russischen Interessen in der Region bisher nicht entschlossen genug entgegengetreten ist und den Nachbarländern weitgehend das Feld überließ.

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Details

Title
Entwicklung und Ebenen des Transnistrienkonflikts
College
University of Applied Sciences Bremen
Course
Internationale Beziehungen: Konflikte, Konfliktmanagement, Konfliktlösung
Grade
1,3
Author
Andreas Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V61578
ISBN (eBook)
9783638550093
ISBN (Book)
9783638667470
Language
German
Tags
Entwicklung Ebenen Transnistrienkonflikts Internationale Beziehungen Konflikte Konfliktmanagement Konfliktlösung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schmidt (Author), 2006, Entwicklung und Ebenen des Transnistrienkonflikts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61578
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