Volkshochschule in der DDR


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

18 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Volkshochschule
2.1. Weimarer Republik
2.2. Die Neue Richtung
2.3. Krise der Neuen Richtung

3. Volkshochschule in der DDR
3.1. Der zweite Beginn (1946-1948)
3.2. Zweijahrplan (1949-1950)
3.3. Gründung der Technischen Berufschulen. Fünfjahrplan (1951-1955)
3.4. Beginn des zweiten Bildungssystems. Fünfjahrplan(1956-60/1966-70)
3.5. „Stillstand“
3.6. „Wendezeit“ (1989-1990)

4. Volkshochschule heute

5. Volkshochschule in UdSSR

6. Schlussfolgerung

8. Literaturliste

1. Einleitung

Was ist die Volkshochschule? Wie ist sie entstanden? Wie wurde sie entwickelt? Auf die Fragen bekommt man unterschiedliche Antworten, besonders wenn es über die Entwicklung der Volkshochschule gesprochen wird, weil da die Antwort meistens von vielen Aspekten (Politik, Wirtschaft, Kultur, etc.) abhängt.

Das Ziel dieser Arbeit ist die Entstehung der Volkshochschule in DDR von Beginn an bis zur Gegenwart zu verfolgen. In meiner Hausarbeit werde ich zunächst kurz auf die Geschichte der Volkshochschule während der Weimarer Republik eingehen, um den Überblick zu bekommen, weil die Entwicklung der Volkshochschule nach dem Zweiten Weltkrieg in DDR unmittelbar von diesen Geschehnissen geprägt wird. Im Schwerpunkt meiner Hausarbeit findet eine genaue Betrachtung der Entwicklung der Volkshochschule nach dem zweiten Weltkrieg bis heute statt. Dieser Kapitel beruht sich auf die Grundlagen von Karin, Opelt’s Buch „Volkshochschule in der SBZ/DDR“. Im letzten Kapitel möchte ich kurz die Fakten über die Entwicklung der Volkshochschule in Russland vorstellen.

Um den Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht zu sprengen, wird die Entwicklung der Volkshochschule während der Weimarer Republik nur kurz dargestellt.

Volkshochschule ist eine Institution, in der Erwachsene (neben ihrer beruflichen Arbeit) Vorträge über die verschiedene Themen hören und Kurse (z. B. in Fremdsprachen) besuchen können, um sich weiter zu bilden“ (Langenscheidts Großwörterbuch).

2. Geschichte der Volkshochschule

Die Geschichte der Volkshochschule geht auf die Anfänge der Volksbildungs-bewegung im 19. Jahrhundert zurück. Nach der Aufhebung des Assoziationsverbotes im Jahre 1848 entstanden in Deutschland überall Vereine mit dem Zweck, sowohl berufliche als auch politische Bildung zu verbreiten und zu fördern. (vgl. VHS-Bielefeld, 2002).

2.1 Weimarer Republik

In der Weimarer Republik übernahm der Staat durch einen Erlass die Verantwortung für die Volksbildung. In dem Erlass wurde von den Gemeinden verlangt, Volkshoch-schulen zu gründen, damit „die deutsche Volkshochschule als freie Volksbewegung zur Wiedergeburt unseres Volkes“ ihren Teil beitragen werde (vgl. VHS-Bielefeld, 2002; Pöggeler 1975, S.114). In der Volkshochschule sollten die Erwachsenen und Jugendlichen die Kenntnisse erwerben, die nach dem Ende des Kaiserreichs zum Aufbau einer neuen demokratischen Gesellschaftsordnung notwendig waren. In der neuen demokratischen Gesellschaft sollten vor allem die bisher von der politischen Gestaltung weitgehend ausgeschlossen Unter-schichten allgemeines Wissen und ein demokratisches Selbstverständnis erlangen, um so tatsächlich aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilhaben zu können (vgl. VHS-Bielefeld, 2002). Mit der Volksbildung zur Zeit der Weimarer Republik versuchte man die starken gesellschaftlichen Spaltungen hinsichtlich Kultur, Politik, Wirtschaft etc. zu überwinden. Die „Volksbildung hatte also ein zentrales politisches Anliegen, wobei gehofft wurde, über Bildung eine Einheit herzustellen“ (Lenz 1979, S.24). Um dieses Ziel zu erreichen wurde zu einer neuen methodischen Lösung gegriffen, der Neuen Richtung.

2.2 Die Neue Richtung

Das Bildungsideal der Neuen Richtung der Volksbildung war „das differenzierte Zueinanderführen des Volkes aus seinen jeweiligen Lebenskreisen zu einem sich selbst organisierenden Gemeinwesen, […] zu einem ‚sich seiner selbst bewusstem Menschen’, denn nur der zu sich gekommene Mensch vermag auch die gesellschaftlichen Verhältnisse angemessen zu beurteilen“ (Die Volkshochschule, Handbuch für die Praxis der Leiter und Mitarbeiter.20.Lieferung. Dez. 1987, S.80507). Es wurde nicht nur nach einer Bildung des Volkes verlangt, sondern auch nach einer Bildung zum Volk. Noch ein Gesichtspunkt der Neuen Richtung war die „Individualisierung und Intensivierung der Bildungsarbeit“ (Wirth 1987, S.682). Durch intensive Bildung im kleinen Kreise sollte das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden, damit dieses, ausgehend von den kleinen Gruppen, auf die gesamte Bevölkerung übertragen würde (vgl. Arnold 2001, S.17). Diese Bildung in kleinen Gruppen wurde in so genannten Arbeitsgemeinschaften der Volkshochschulen praktiziert, die zum Kernstück der Volkshochschule werden sollten. Die grundsätzlichen Positionen, die innerhalb der Volkshochschule bzw. der Arbeitsgemeinschaft verfolgt wurden, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Volksbildung soll eine vom Menschen ausgehende, individualisierende Bildungsarbeit sein, die den Menschen zu geistiger Selbstständigkeit erzieht.
- Keine reine Verstandesbildung, sondern Entwicklung von Phantasie, Gefühle etc.
- Keine berufliche Weiterbildung, sondern eine Menschenbildung.
- Als intensive und gestaltende Volksbildung sollen die Inhalte sich aus der Lebenssituation der Teilnehmer ergeben und nicht aus z. B wissenschaftlichen Fragestellungen heraus (Lebenshilfe, Lebensnähe). Es sollen keine Gelehrten geformt werden, sondern Kenntnisse innerlich verarbeitet werden. (vgl. Arnold 2001, S.19)

Die Volkshochschule galt als typische Ausdrucksform der Neuen Richtung, „die sich als ein einheitlicher Organisationstyp mit einheitlicher Organisationsstruktur und mit gemeinsamen pädagogisch-gesellschaftlichen Konzept darstellte“ (vgl. Günther 1988, S.15).

„Der Neuanfang, den man nach dem 1. Weltkrieg in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens setzen wollte, manifestierte sich in der Volksbildung in einer Vielzahl von Neugründungen von Institutionen“ (Lenz 1979, S.23). Viele Volkshochschulen, Arbeitsschulen, Arbeitsakademien und Wirtschaftschulen wurden in dieser Zeit gegründet. Die neu gegründeten Volkshochschulen, die sich mit ihrem Programm an alle Bevölkerungsschichten wendeten, waren jedoch nicht die einzigen Einrichtungen, die sich die institutionalisierte und organisierte Erwachsenbildung zum Ziel setzten. Die neuen Volkshochschulen fügten sich in die lokal entwickelten Erwachsenbildungssysteme ein, welche in Konkurrenz oder in Kooperation zu den Volkshochschulen weiter bestanden (vgl. Günther 1988, S.29).

2.3. Krise der Neuen Richtung

Die Volkshochschule stellte sich als ein „einheitlicher Organisationstyp mit einheitlicher Organisationsstruktur und mit gemeinsamen pädagogisch-gesellschaftlichen Konzept“ (vgl. Günther 1988, S.15). Doch dieses Konzept funktionierte nur in der Theorie. Das war ein erdachtes Modell der sich in der Realität nicht durchsetzen konnte. Die Inhalte der Volkshochschularbeit wichen stark von dem entworfenen Bildungssystem ab (vgl. Günther 1988, S.20). „Die Volkshochschulen arbeiteten differenzierter und orientierten sich am Bedarf sowie an den lokalen Gegebenheiten (Günther 1988, S.20). Die Neue Richtung befand sich in einer Krise.

Die Leitgedanken der Volkshochschulbewegung, die sich in den Gründerjahren der Weimarer Republik entwickelten, haben das Verständnis der Volkshochschule stark beeinflusst:

- die Verpflichtung auf Gemeinsinn und Gemeinwohl (demokratische Tradition)
- die Förderung der Persönlichen Freiheit und der kritischen Aufklärung zur Bildung mündiger Bürger (liberale Tradition)
- sowie das Wirken gegen soziale, berufliche und Bildungsbenachteiligungen (soziale Tradition) (vgl. VHS-Bielefeld,2002).

In der Zeit der Nationalsozialismus wurden die Volkshochschulen gleichgeschaltet, weil ihr Bildungsselbstverständnis mit der nationalsozialistischen Ideologie nicht vereinbar war.

3. Volkshochschule in DDR

„Während die Erwachsenbildung in den Westzonen Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an ihre Bildungstradition aus der Weimarer Republik anknüpfen kann, nimmt sie in der Sowjetischen Besatzungszone einen völlig anderen Verlauf“ (Opelt 2004, S.9). Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnete sich durch eine Welle von Volkshochschul- Wiedereröffnungen und Neugründungen aus. Sowohl die Volkshochschulen in der Weimarer Republik als auch die Volkshochschulen nach dem Zweiten Weltkrieg orientierten sich wenig an den Ideologien der Neuen Richtung (vgl. Günther 1988, S.32). Das Kursangebot in der Volkshochschulen wurde nach den Bedürfnissen der Teilnehmer gerichtet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Volkshochschule in der DDR
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V61584
ISBN (eBook)
9783638550147
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Volkshochschule
Arbeit zitieren
Larissa Scheibel (Autor), 2006, Volkshochschule in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61584

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