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Vergleich zwischen Inkompatibilismus und Kompatibilismus am Beispiel von Chisholm und Dennett

Title: Vergleich zwischen Inkompatibilismus und Kompatibilismus am Beispiel von Chisholm und Dennett

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Mewes (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Das Problem der Freiheit und damit auch das Problem der Verantwortlichkeit entspringt in der Tatsache, dass wir uns zum einen als frei handelnde Person verstehen, zum anderen aber begründete Zweifel daran haben, dass dieses Verständnis überhaupt richtig ist. Uns ist klar, dass wir oft die Initiatoren unserer Handlung und als solche frei handelnde Personen sind, die für das, was sie tun, verantwortlich sind. Allerdings wissen wir auch, dass unsere Handlungen durch Geschehnisse der Vergangenheit, teilweise durch den Glauben an eine Fremdbestimmung durch Götter und auch durch Naturgesetze determiniert sind. Letztendlich ist uns auch bekannt, dass Freiheit und Determinismus nicht miteinander vereint werden können . Vertreter dieser Unvereinbarkeit von Freiheit und Determinismus nennt man „Inkompatibilisten“ und die Vertreter, die der Ansicht sind, dass Freiheit gewährleistet ist, da das zukünftige Entscheiden und Handeln vom epistemischen Standpunkt des Handelnden aus indeterminiert ist, nennt man „(epistemische) Indeterministen“.
In dieser Hausarbeit mit dem Thema „Ist der Mensch frei und für seine Handelungen verantwortlich? Ein Vergleich zwischen dem Inkompatibilismus und dem Kompatibilismus am Beispiel der Vertreter Chisholm und Dennett“ möchte ich zwei wichtige philosophische Freiheits- und Verantwortlichkeitstheorien erläutern und diese in einer kontroversen Diskussion miteinander vergleichen.
Roderick M. Chisholm ist mit seinem Aufsatz „Die menschliche Freiheit und das Selbst“ dem Inkompatibilismus zuzuordnen und stellt die Gegenposition zu Daniel C. Dennett dar, dessen Werk „Ellenbogenfreiheit“ dem Kompatibilismus beziehungsweise Naturalismus, das heißt einer Vereinbarkeitstheorie von Natur und Freiheit, zugeordnet werden kann.
Im weiteren Verlauf werde ich zunächst im Einzelnen die Position und den Argumentationsgang dieser beiden Philosophen anschaulich machen, um sie dann letztendlich gegenüberzustellen. Dabei werde ich den ausführlichen Argumentationsgang nicht detailliert aufzeigen, sondern hauptsächlich mit den Einzelergebnissen innerhalb der Theorie arbeiten. Am Ende werde ich selbst Stellung zu den beiden Position und der Problematik der Freiheit und Verantwortlichkeit nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Roderick M. Chisholm „Die menschliche Freiheit und das Selbst“

1.1. Einleitung

1.2. Chisholms Argumente für den Inkompatibilismus

2. Daniel Dennetts „Elbow Room“ (dt. Ellenbogenfreiheit)

2.1. Einleitung

2.2. „Das selbstgemachte Selbst“ (Kapitel IV)

2.2.1. Was ist ein Selbst?

2.2.2. Dennetts Auffassung des Selbst versus Verantwortlichkeit

2.3. „Handeln unter der Idee der Freiheit“ (Kapitel V)

2.3.1. Welche Folgen hat die Annahme des Determinismus?

2.3.2. Die epistemische Offenheit

2.3.3. Der Begriff der Gelegenheit

2.4. „Hätte anders können“ (Kapitel VI+VII)

3. Vergleich und kontroverse Diskussion der Theorie Dennetts und Chisholms

3.1. Kurzer Vergleich der beiden Positionen

3.2. Kontroverse Diskussion

3.2.1. Beispiel: Das Erschießen eines Mannes

3.2.2. Zweites Beispiel: Stig Dagerman: „Ein Kind töten“

4. Eigene Stellungnahme

Zielsetzung und Themen

Diese Hausarbeit untersucht die philosophische Frage, ob der Mensch frei ist und Verantwortung für sein Handeln tragen kann, indem sie die inkompatibilistische Position von Roderick M. Chisholm der kompatibilistischen Auffassung von Daniel Dennett gegenüberstellt und kritisch diskutiert.

  • Grundlagen des Inkompatibilismus am Beispiel von Roderick M. Chisholm
  • Naturalistischer Kompatibilismus nach Daniel Dennett
  • Die Bedeutung von Selbstkontrolle und Verantwortlichkeit
  • Kontroverse Diskussion anhand praktischer Fallbeispiele
  • Stellungnahme zur Determiniertheit des menschlichen Willens

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Zweites Beispiel: Stig Dagerman: „Ein Kind töten“

Es ist ein leichter Tag, und die Sonne steht schräg über der Ebene. Bald läuten die Glocken, denn es ist Sonntag. Zwischen ein paar Roggenäckern haben zwei junge Menschen einen Pfad gefunden, den sie noch nie gegangen sind, und in den drei Dörfern der Ebene glänzen die Fensterscheiben. Männer rasieren sich vor ihren Spiegeln auf den Küchentischen, Frauen schneiden trällernd den Kuchen zum Kaffee, und die Kinder sitzen am Boden und knöpfen sich ihr Leibchen zu. Es ist der glückliche Morgen eines schlimmen Tages, denn an diesem Tage wird im dritten Dorf ein Kind von einem glücklichen Manne getötet werden. Noch sitzt das Kind am Boden und knöpft sich sein Leibchen, und der Mann, der sich rasiert, sagt, heute wollten sie eine Ruderfahrt auf dem Fluss machen, und die Frau trällert und legt den frisch geschnittenen Kuchen auf eine blaue Schüssel.

Kein Schatten fährt über die Küche dahin, und dennoch steht der Mann, der das Kind töten wird, an einer roten Tankpumpe im ersten Dorf. Es ist ein glücklicher Mann, der da in seine Kamera blickt, und im Sucher sieht er ein kleines blaues Auto und neben dem Auto ein junges Mädchen, das lacht. Während das Mädchen lacht und der Mann das schöne Bild knipst, schraubt der Tankwart den Deckel des Benzintanks fest und sagt: „Sie werden einen schönen Tag bekommen." Das Mädchen setzt sich ins Auto, und der Mann, der das Kind töten wird, zieht seine Brieftasche hervor und sagt, sie wollten bis ans Meer fahren, und am Meer wollten sie sich ein Boot leihen und weit, weit hinausrudern. Durch die hinunter gedrehten Fensterscheiben hört das Mädchen auf dem Vordersitz, was er sagt, sie schließt die Augen, und mit geschlossenen Augen sieht sie das Meer und den Mann neben sich im Boot. Er ist kein schlechter Mann, er ist froh und glücklich, und bevor er ins Auto steigt, bleibt er einen Augenblick vor dem Kühler stehen, der in der Sonne blitzt, und hat seinen Genuss an dem Glanz und dem Duft von Benzin und vom Faulbaum. Kein Schatten fällt über das Auto, und die blanke Stoßstange hat keine Beulen und ist auch nicht rot von Blut.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung von Freiheit und Verantwortung im Kontext von Determinismus sowie Einführung in die konträren Positionen von Chisholm und Dennett.

1. Roderick M. Chisholm „Die menschliche Freiheit und das Selbst“: Erläuterung von Chisholms inkompatibilistischer Sichtweise, insbesondere seines Konzepts der "immanenten Verursachung" und der Rolle des Menschen als "unbewegter Beweger".

2. Daniel Dennetts „Elbow Room“ (dt. Ellenbogenfreiheit): Darstellung von Dennetts naturalistischem Kompatibilismus, bei dem Selbstkontrolle und rationales Abwägen zentrale Bedingungen für Freiheit und Verantwortlichkeit bilden.

3. Vergleich und kontroverse Diskussion der Theorie Dennetts und Chisholms: Gegenüberstellung beider Positionen und praktische Erprobung anhand der Beispiele "Erschießen eines Mannes" und "Ein Kind töten" von Stig Dagerman.

4. Eigene Stellungnahme: Kritische Reflexion der Autorin über das Prinzip des "Anderskönnens", die Anwendbarkeit von Determinismus auf menschliches Handeln und ein abschließendes Urteil zu den diskutierten Theorien.

Schlüsselwörter

Freiheit, Verantwortlichkeit, Inkompatibilismus, Kompatibilismus, Determinismus, Chisholm, Dennett, Ellenbogenfreiheit, unbewegter Beweger, Selbstkontrolle, Handlungsalternativen, Willensfreiheit, Akteurs-Kausalität, Moral, Rationalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das klassische philosophische Spannungsfeld zwischen der Annahme menschlicher Freiheit und der These, dass unsere Handlungen durch äußere Gegebenheiten determiniert sein könnten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Vereinbarkeit von Freiheit und Determinismus, die Grundlagen moralischer Verantwortlichkeit sowie die verschiedenen Freiheitsbegriffe bei Roderick M. Chisholm und Daniel Dennett.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die inkompatibilistische Theorie von Chisholm und die kompatibilistische Sichtweise von Dennett vergleichend darzustellen und in einer kontroversen Diskussion auf ihre Plausibilität zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt die Analyse philosophischer Texte sowie eine fallbasierte Methode, um theoretische Argumente anhand von konkreten ethischen und alltäglichen Situationen zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der theoretischen Herleitung der Positionen von Chisholm und Dennett widmet sich der Hauptteil einer intensiven Diskussion anhand von Fallbeispielen, um die Anwendbarkeit dieser Theorien in realen oder hypothetischen Konfliktsituationen zu testen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Freiheit, Verantwortlichkeit, Determinismus, Inkompatibilismus, Kompatibilismus und Selbstkontrolle geprägt.

Wie unterscheidet sich Chisholms Konzept des „unbewegten Bewegers“ von Dennetts „Selbstkontrolleur“?

Chisholm postuliert eine besondere Form der Akteurs-Kausalität, bei der der Mensch als Ursprung einer Handlungskette fungiert, während Dennett den Menschen als ein natürliches, informationsverarbeitendes System versteht, das seine Freiheit durch Selbstreflexion und Kontrolle ausübt.

Welche Rolle spielen die Fallbeispiele in der Diskussion?

Die Fallbeispiele, wie etwa das Erschießen eines Mannes oder Stig Dagermans Erzählung "Ein Kind töten", dienen als "Lackmustest" für die theoretischen Konzepte, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Freiheitsbegriffe die Zuschreibung von moralischer Verantwortung in tragischen Situationen verändern.

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Details

Title
Vergleich zwischen Inkompatibilismus und Kompatibilismus am Beispiel von Chisholm und Dennett
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Philosophie)
Course
Freiheit, Strafe und Verantwortung
Grade
1,3
Author
Katharina Mewes (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V61608
ISBN (eBook)
9783638550338
ISBN (Book)
9783638668170
Language
German
Tags
Vergleich Inkompatibilismus Kompatibilismus Beispiel Chisholm Dennett Freiheit Strafe Verantwortung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Mewes (Author), 2006, Vergleich zwischen Inkompatibilismus und Kompatibilismus am Beispiel von Chisholm und Dennett, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61608
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