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Aufdeckung von Bilanzmanipulationen. Verantwortlichkeit und Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung

Title: Aufdeckung von Bilanzmanipulationen. Verantwortlichkeit und Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung

Diploma Thesis , 2006 , 85 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Rebecca Specht (Author)

Business economics - Revision, Auditing
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„Der Welt Wagen und Pflug sind Lug und Betrug“ schrieb Georg Paul Hönn bereits im Jahre 1720 in seinem „Betrugs-Lexicon“. Aber vor allem in den letzten Jahren scheint Wirtschaftskriminalität ein akutes gesamtgesellschaftliches Problem mit großen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen geworden zu sein.
Es ist mittlerweile fast zur Normalität geworden, dass nahezu regelmäßig Aufdeckungen von Betrugsfällen großer namhafter nationaler und internationaler Unternehmen in der Presse erscheinen. Die Liste umfasst dabei Unternehmen wie den „Baulöwen“ Jürgen Schneider (1994), Bremer Vulkan (Schiffbau, 1996), Flowtex (Bohrsysteme, 2000), den Baukonzern Philipp Holzmann (2002), Hugo Boss (Herrenmode, 2002) und MLP (2002) in Deutschland, Parmalat (Milch- und Nahrungsmittel, 2003) in Italien sowie Enron (Energiehandel, 2001), WorldCom (Telekommunikation, 2002), den Pharmakonzern Merck (2002) und den Medienkonzern AOL Time Warner (2002) in den USA.
Das Ergebnis einer von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in 2003 durchgeführten Umfrage zum Thema Wirtschaftskriminalität unter 1.000 Unternehmen in Deutschland zeigt, dass in den zurückliegenden drei Jahren etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen Opfer von Wirtschaftskriminalität wurden, über 70 % Wirtschaftskriminalität als ein ernsthaftes Problem sehen und vier von fünf Unternehmen davon ausgehen, dass das Ausmaß wirtschaftskrimineller Handlungen in Zukunft weiter ansteigt. Im Vergleich zu den 1997 und 1999 durchgeführten Umfragen gleichen Inhaltes zeigt sich im Zeitverlauf ein Anstieg der Ergebnisse dieser Bereiche. Erschreckend dabei ist besonders, dass entsprechend der Umfrage in 2003 44 % der wirtschaftskriminellen Handlungen nur durch Zufall aufgedeckt wurden, während es 1999 nur 16 % und 1997 sogar nur zehn Prozent waren.
Die wichtigste Form wirtschaftskrimineller Delikte ist dabei die Veruntreuung von Vermögensgegenständen bzw. Vermögensschädigungen durch Mitarbeiter wie Diebstahl, unerlaubte Nutzung von Unternehmensressourcen und Spesenbetrug. Daneben sind aber in jedem fünften Unternehmen vor allem auch Bilanzmanipulationen zu verzeichnen, die von Personen der Unternehmensführung begangen werden. Sie nehmen zwar in Höhe von sieben Prozent nur einen geringen Anteil am festgestellten Täterkreis ein, verursachen aber 57 % des finanziellen Gesamtschadens wirtschaftskrimineller Handlungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Erkenntnisinteresse

1.3 Methodisches Vorgehen

2 Was sind Bilanzmanipulationen?

2.1 Einordnung der Bilanzmanipulationen in den Bereich der Wirtschaftskriminalität

2.1.1 Der Begriff der Wirtschaftskriminalität

2.1.2 Systematisierung der Wirtschaftskriminalität

2.2 Bilanzmanipulationen

2.2.1 Der Begriff

2.2.2 Arten

2.2.2.1 Allgemein

2.2.2.2 Darstellungsfälschungen

2.2.2.3 Ergebnisfälschungen

2.2.2.4 Zwischenfazit

2.2.3 Akteure

2.2.4 Motivation

2.2.5 Ziele, Konsequenzen und Geschädigte

3 Die Verantwortlichkeit des Wirtschaftsprüfers zur Aufdeckung von Bilanzmanipulationen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung

3.1 Der Jahresabschluss und seine Zielsetzung

3.2 Die Verantwortung der Jahresabschlussprüfung

3.2.1 Gesetzliche Vorschriften

3.2.2 Konkretisierung der gesetzlichen Vorschriften durch das Institut der Wirtschaftsprüfer

3.3 Erwartungen der Öffentlichkeit – Die Erwartungslücke

4 Möglichkeiten zur Aufdeckung von Bilanzmanipulationen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung

4.1 Der Prüfungsprozess

4.2 Berücksichtigung der Möglichkeit von Bilanzmanipulationen im Prüfungsprozess

4.2.1 Die Auftragsannahme

4.2.2 Die Prüfungsplanung

4.2.3 Die Prüfungsdurchführung

4.2.3.1 Die Prüfungshandlungen

4.2.3.2 Arten von Prüfungshandlungen und ihre Vorgehensweise

4.2.3.2.1 Systematisierung der Prüfungshandlungen

4.2.3.2.2 Die Risikobeurteilung

4.2.3.2.2.1 Systematisierung des Prüfungsrisikos

4.2.3.2.2.2 Die Vorgehensweise zur Beurteilung des inhärenten Risikos

4.2.3.2.2.3 Die Vorgehensweise zur Beurteilung des Kontrollrisikos

4.2.3.2.2.4 Zwischenfazit

4.2.3.2.3 Funktionsprüfungen

4.2.3.2.4 Aussagebezogene Prüfungshandlungen

4.2.3.2.4.1 Allgemein

4.2.3.2.4.2 Analytische Prüfungshandlungen

4.2.3.2.4.3 Einzelfallprüfungen

4.2.3.2.4.4 Grenzen der aussagebezogenen Prüfungshandlungen zur Aufdeckung von Bilanzmanipulationen

4.2.4 Die Berichterstattung

5 Schlussbetrachtung

5.1 Zusammenfassung

5.2 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Wirtschaftsprüfers bei der Aufdeckung von Bilanzmanipulationen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, welche Verantwortung den Prüfer trifft, welche methodischen Möglichkeiten ihm zur Aufdeckung zur Verfügung stehen und wo die Grenzen dieser Prüfungshandlungen liegen, insbesondere unter Berücksichtigung der Erwartungslücke zwischen Öffentlichkeit und Berufsstand.

  • Grundlagen der Wirtschaftskriminalität und Bilanzmanipulationen
  • Verantwortlichkeit und gesetzliche Pflichten des Wirtschaftsprüfers
  • Die Erwartungslücke der Öffentlichkeit
  • Methoden und Prozess der risikoorientierten Abschlussprüfung
  • Grenzen der Aufdeckung bei kollusivem Verhalten und Management Fraud

Auszug aus dem Buch

4.2.3.2.4.2 Analytische Prüfungshandlungen

Analytische Prüfungshandlungen sind Plausibilitätsbeurteilungen von Verhältniszahlen und Trends, durch die Beziehungen von prüfungsrelevanten Daten eines Unternehmens zu anderen Daten aufgezeigt sowie auffällige Abweichungen festgestellt werden können. Sie beruhen auf der Erwartung, dass Beziehungen zwischen bestimmten Daten vorhanden sind und fortbestehen. In diesem Zusammenhang werden die zu beurteilenden Daten z. B. mit Informationen aus den Vorjahren, vom Unternehmen erwarteten Ergebnissen (Budgetierung, Prognosen), Erwartungen des Abschlussprüfers über die Fortentwicklung im Unternehmen oder branchenspezifischen Kennzahlen verglichen, wodurch Unvollständigkeiten und Unterdeckungen festgestellt werden können. Dementsprechend kommen vor allem die Kennzahlenanalyse, Zeitvergleiche und Benchmarking zur Anwendung. Durch diese ist es möglich, die Plausibilität der im Jahresabschluss enthaltenen Informationen zu hinterfragen und außergewöhnliche Bilanzpositionen und -relationen zu erkennen, insbesondere auch im Hinblick auf Bilanzmanipulationen. Dabei ist auf darauf hindeutende Warnsignale zu achten, welche Anhang 3 zu entnehmen sind.

Analytische Prüfungshandlungen können vor allem für die Aufdeckung von fiktiven Umsätzen und Forderungen, unterlassenen Abschreibungen, überbewerteten Vorräten und nicht passivierten Verbindlichkeiten hilfreich sein. Wird die Zuverlässigkeit der Plausibilitätsbeurteilungen als hoch eingestuft, können diese ausreichen, um ein hinreichend sicheres Prüfungsurteil zu erlangen. Ob trotzdem zusätzlich Einzelfallprüfungen durchzuführen sind, liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, wobei die Wesentlichkeit des betreffenden Teilaspekts in der Rechnungslegung, die Verlässlichkeit der Daten, auf deren Grundlage seine Erwartungsbildung erfolgt, sowie die Höhe der Abweichungen zwischen erwarteten und tatsächlichen Werten zu berücksichtigen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema Wirtschaftskriminalität und Definition des Erkenntnisinteresses sowie der methodischen Vorgehensweise.

2 Was sind Bilanzmanipulationen?: Einordnung von Bilanzmanipulationen in die Wirtschaftskriminalität, Systematisierung der Arten, Akteure und deren Motivation.

3 Die Verantwortlichkeit des Wirtschaftsprüfers zur Aufdeckung von Bilanzmanipulationen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung: Analyse der gesetzlichen Pflichten und der Erwartungslücke der Öffentlichkeit gegenüber dem Berufsstand.

4 Möglichkeiten zur Aufdeckung von Bilanzmanipulationen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung: Detaillierte Darstellung des Prüfungsprozesses, der Risikobeurteilung und der spezifischen Prüfungshandlungen sowie deren Grenzen.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Verantwortung und den Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsprüfung, Bilanzmanipulation, Jahresabschlussprüfung, Wirtschaftskriminalität, Management Fraud, Prüfungsrisiko, Risikobeurteilung, interne Kontrolle, Erwartungslücke, Abschlussprüfer, Red Flags, Prüfungshandlungen, Bilanzpolitik, Abschlussadressaten, Delikte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Verantwortung und den Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers, bei einer gesetzlichen Jahresabschlussprüfung vorsätzliche Bilanzmanipulationen durch das Management aufzudecken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Systematisierung von Bilanzdelikten, die gesetzliche Haftung des Prüfers, die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und die methodischen Werkzeuge wie die risikoorientierte Prüfung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwieweit der Wirtschaftsprüfer für die Aufdeckung von Manipulationen verantwortlich ist und welche methodischen Grenzen seiner Arbeit bei krimineller Energie entgegenstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse des aktuellen Rechtsrahmens (HGB), der Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) sowie auf eine Auswertung relevanter Fachliteratur zu Betrugsdelikten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den gesamten Prüfungsprozess von der Auftragsannahme über die Prüfungsplanung bis hin zur Berichterstattung im Hinblick auf das Entdeckungsrisiko bei Bilanzbetrug.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wirtschaftsprüfung, Bilanzmanipulation, Management Fraud, Risikobeurteilung und die Erwartungslücke sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum kann der Prüfer Manipulationen trotz Prüfung oft nicht entdecken?

Dies liegt vor allem an der Stichprobenprüfung (Wirtschaftlichkeitsprinzip) und der Tatsache, dass kollusives Verhalten oder Management-Override-Strategien interne Kontrollsysteme gezielt ausschalten oder umgehen.

Welche Bedeutung haben "Red Flags" in dieser Arbeit?

Red Flags dienen als Warnsignale, die es dem Prüfer ermöglichen sollen, bereits im Vorfeld oder während der Prüfung gefährdete Bereiche im Unternehmen zu identifizieren und die Prüfungsschwerpunkte entsprechend risikoorientiert anzupassen.

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Details

Title
Aufdeckung von Bilanzmanipulationen. Verantwortlichkeit und Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
College
University of Cooperative Education Leipzig
Grade
2,2
Author
Rebecca Specht (Author)
Publication Year
2006
Pages
85
Catalog Number
V61637
ISBN (eBook)
9783638550529
ISBN (Book)
9783656794318
Language
German
Tags
Aufdeckung Bilanzmanipulationen Verantwortlichkeit Möglichkeiten Wirtschaftsprüfers Rahmen Jahresabschlussprüfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Specht (Author), 2006, Aufdeckung von Bilanzmanipulationen. Verantwortlichkeit und Möglichkeiten des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61637
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