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Die thukydideische Rede des Athenagoras (6, 36 - 41) in der syrakusanischen Volksversammlung von 415 v. Chr.

Title: Die thukydideische Rede des Athenagoras (6, 36 - 41) in der syrakusanischen Volksversammlung von 415 v. Chr.

Seminar Paper , 2000 , 23 Pages , Grade: Sehr gut (1,3)

Autor:in: Oliver Laschet (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, die thukydeische Rede des Athenagoras (6, 36-40) vor dem Hintergrund des politischen Denkens in Syrakus um 415 v. Chr. genauer zu untersuchen und ihre Bedeutung und Funktion für das Gesamtwerk des Historikers aufzuzeigen. Anhand dessen ist zu versuchen mögliche Rückschlüsse zu ziehen, die die Stellung des Thukydides in der von seinen Zeitgenossen lebhaft geführten Debatte über die Verfassungsformen näher beleuchten könnten.
Ein solches Vorhaben ist, zumal in diesem Umfang, notwendig begrenzt, da die Argumentationsweisen der diesbezüglich erschienenen Literatur stark divergieren. Weder in der Bewertung der „Verfassungsrede“1des Athenagoras, noch in der Beurteilung der politischen Haltung des Thukydides haben die verschiedenen Forschungsrichtungen auch nur annähernd einen Konsens erzielen können. Zudem ist durch die Fülle an Literatur, die hier nicht gänzlich berücksichtigt werden konnte, und die Reichhaltigkeit an Problemstellungen, die diese Thematik impliziert, eine nahezu unzulässige inhaltliche Einschränkung dieser Arbeit unumgänglich.
Die o.g. Rede des Athenagoras vor der Volksversammlung in Syrakus soll im Zentrum dieser Untersuchung stehen. Daraus ableitend und unter Beachtung des relevanten Kontextes, in den die Rede eingebettet ist, werden komplexere Fragestellungen aufgeworfen und zumindest ansatzweise entwickelt. Ein methodisches Problem, das trotz seiner Evidenz in dieser Arbeit noch kurze Erwähnung finden sollte, liegt darin, daß man die Reden des Thukydides nicht ohne weiteres als seine Meinungsäußerungen verstehen darf. Klare bejahende Kommentare zu seinen Reden äußert Thukydides höchst selten. Eine Ausnahme bilden die Reden des Perikles, der, wie der Leser weiß, in der Gunst des Historikers stand.
Als Basis für diese Arbeit diente dem Verfasser die erst kürzlich erschienene Monographie Hartmut Leppins über die Verfassung der antiken Polis im Werk des Thukydides. Darüber hinaus wurde auf einige vorwiegend in englischer Sprache
erschienenen Monographien und Aufsätze zurückgegriffen, von denen namentlich der Aufsatz von Edmund F. Bloedow erwähnt werden soll.
Sämtliche Titel der verwendeten Literatur sind in einer Literaturliste abgebildet. Darüber hinaus lag dem Verfasser das Werk des Thukydides in der Übersetzung von Helmuth Vretska vor2.
Bei Quellenangaben im Text wird, der Kürze wegen, der Nachname des Verfassers und das Erscheinungsjahr seiner Publikation vermerkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die thukydideischen Reden und die Verfassungstypologie

2.1 Verfassungsbegriff und Verfassungstheorie bei Thukydides

2.2 Probleme der Interpretation thukydideischer Reden

2.3 Die Herausbildung einer Verfassungstypologie

3. Die syrakusanische Volksversammlung von 415 v. Chr.

3.1 Die innenpolitische Situation in Syrakus zu Beginn der Sizilschen Expedition

3.2 Darstellung der Rede des Hermokrates

3.3 Darstellung der Rede des Athenagoras

3.4 Analyse und Interpretation

4. Zusammenfassendes Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Rede des Athenagoras aus dem sechsten Buch des thukydideischen Geschichtswerks im Kontext der politischen Lage in Syrakus vor der Sizilischen Expedition im Jahr 415 v. Chr. Ziel ist es, die Funktion der Rede für das Gesamtwerk sowie die politische Haltung des Historikers zu den damals debattierten Verfassungsformen zu analysieren.

  • Analyse des thukydideischen Verfassungsbegriffs und der Verfassungstypologie.
  • Untersuchung der innenpolitischen Dynamik in Syrakus zu Beginn der Sizilischen Expedition.
  • Kontrastierung der Positionen von Hermokrates und Athenagoras.
  • Interpretation der "Apologie der Demokratie" innerhalb der Rede des Athenagoras.
  • Reflektion über die Rolle und Zuverlässigkeit von Reden in der antiken Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Darstellung der Rede des Athenagoras

Anschließend trat Athenagoras, der damalige Führer der Volkspartei vor die Menge und erklärte, daß Gerede von einem angeblich bevorstehenden Angriff der Athener sei nur ein Gerücht, das von Oligarchen und jungen Männern, die für sich das Recht einforderten bereits Ämter zu bekleiden, verbreitet worden wäre.

Man versuche so nur das Volk in Schrecken zu versetzen, um sich selbst zu Befehlshabern wählen zu lassen und die Herrschaft an sich zu reißen.

Es bedürfe also keiner besonderen Vorbereitungen und Maßnahmen. Und selbst wenn die Athener wirklich kommen sollten, wobei ihre Intelligenz es ihnen schon verbieten würde - wenn sie also dennoch angreifen sollten, würde die Stadt sich schon zu wehren wissen. Im Übrigen hätte man Strategen, die sich umsehen und Vorsorge treffen würden.

Nach der Rede des Athenagoras schloß der vorsitzende Feldherr die Debatte mit der Bemerkung, daß es klüger wäre, sich mit Rücksicht auf die einlaufenden Meldungen zur Abwehr zu rüsten, als gegeneinander Anschuldigungen vorzubringen. Auch wenn sich die Rüstungen als unnötig erweisen sollten, würde es für das Gemeinwesen keinen Schaden darstellen, sich mit Kriegsmaterial ausgestattet und über die Gesinnung der anderen Städte informiert zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung und den methodischen Rahmen der Untersuchung der Athenagoras-Rede vor dem Hintergrund des politischen Denkens in Syrakus.

2. Die thukydideischen Reden und die Verfassungstypologie: Dieses Kapitel erläutert den antiken Verfassungsbegriff und die Schwierigkeiten bei der Interpretation von Reden als Spiegelbild der Meinung des Historikers.

3. Die syrakusanische Volksversammlung von 415 v. Chr.: Der Hauptteil analysiert die historische Situation in Syrakus sowie die gegensätzlichen Reden von Hermokrates und Athenagoras und deren Bedeutung.

4. Zusammenfassendes Resümee: Das Schlusswort zieht Bilanz zur politischen Haltung des Thukydides und zur Funktion der Rede des Athenagoras im Gesamtkontext des Werks.

Schlüsselwörter

Thukydides, Athenagoras, Hermokrates, Syrakus, Sizilische Expedition, Peloponnesischer Krieg, Verfassungstypologie, Demokratie, Oligarchie, Rhetorik, Antike, Politische Ideengeschichte, Volksversammlung, Historische Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die thukydideische Rede des Athenagoras aus dem Jahr 415 v. Chr. und ihre Funktion innerhalb des Geschichtswerks über den Peloponnesischen Krieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Verfassungstheorie bei Thukydides, die politische Situation im Syrakus der Antike sowie die Analyse rhetorischer Reden als Quellen historischer Ereignisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Die Untersuchung zielt darauf ab, die Bedeutung der Rede für das Gesamtwerk zu klären und Rückschlüsse auf das politische Denken des Historikers Thukydides zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Interpretation der Reden vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Forschungsliteratur, insbesondere der Monographie von Hartmut Leppin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil setzt sich intensiv mit dem historischen Kontext, der Redeanalyse von Hermokrates und Athenagoras sowie der Interpretation der dort geäußerten demokratischen Prinzipien auseinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Thukydides, Athenagoras, Sizilische Expedition, Demokratie, Oligarchie und Verfassungstypologie.

Warum hält Athenagoras die Berichte über eine athenische Flotte für Gerüchte?

Athenagoras sieht in den Warnungen vor den Athenern ein politisches Manöver der Oligarchen, um durch Angst das Volk zu kontrollieren und eigene Machtansprüche durchzusetzen.

Wie bewertet der Autor die "Apologie der Demokratie" durch Athenagoras?

Der Autor ordnet diesen Abschnitt als rhetorisch und inhaltlich eigenständigen Teil der Rede ein, der eher eine bestehende Verfassung beschreibt als ein theoretisches Modell zu fordern.

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Details

Title
Die thukydideische Rede des Athenagoras (6, 36 - 41) in der syrakusanischen Volksversammlung von 415 v. Chr.
College
University of Cologne  (Historisches Seminar der Universität Köln)
Course
Einführungsseminar 'Der Peloponnesische Krieg'
Grade
Sehr gut (1,3)
Author
Oliver Laschet (Author)
Publication Year
2000
Pages
23
Catalog Number
V61665
ISBN (eBook)
9783638550765
ISBN (Book)
9783656784180
Language
German
Tags
Rede Athenagoras Volksversammlung Einführungsseminar Peloponnesische Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Laschet (Author), 2000, Die thukydideische Rede des Athenagoras (6, 36 - 41) in der syrakusanischen Volksversammlung von 415 v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61665
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