In Zeiten stärkerer Markt-, Wettbewerbs- und Qualitätsorientierung sehen sich Non Profit Organisationen im sozialen Sektor mit der Herausforderung konfrontiert, einen Ausgleich zwischen ihren ideellen Zielen und notwendigen marktwirtschaftlichen Aktivitäten zu schaffen. Um die dabei immer komplexer werdenden Organisationen strategisch ausrichten und steuern zu können, wurden in der Vergangenheit unterschiedlichste Führungs- und Managementinstrumente entwickelt. Da diese in der Regel in Anlehnung und im Nachlauf von Instrumenten des privatwirtschaftlichen Sektors entstanden, bestand häufig eine Schwerpunktsetzung im finanziellen Bereich. An dieser Stelle geraten Non Profit Organisationen in Bedrängnis: wird der monetäre und ökonomische Gedanke zu stark betont, droht der ideelle Aspekt in den Hintergrund zu treten. Andererseits ist die Umsetzung der ideellen Werte bei Vernachlässigung der ökonomischen Aspekte auf Dauer nicht zu gewährleisten. Beides könnte überaus negative Auswirkungen auf den Ruf und die Unterstützung durch gesellschaftliche Gruppen nach sich ziehen.
An dieser Schnittstelle von Ökonomie und Ideologie setzt das 1997 von Kaplan und Norton entwickelte Balanced Scorecard Modell an. Die Einseitigkeit finanziell geprägter Steuerungs- und Kennzahlensysteme wird durch die Hinzunahme nichtfinanzieller Dimensionen ergänzt. Es werden Kriterien, Indikatoren und auch Kennzahlen zur Messung so genannter Soft-Facts integriert. Die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit einer Organisation muss sich im Rahmen der Balanced Scorecard mindestens an den Ergebnissen der Perspektiven Kunden, interne Prozesse und Lernen/Entwicklung neben denen der Finanzperspektive messen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 NON PROFIT ORGANISATIONEN (NPO)
2.1 ZIELSETZUNGEN
2.2 UNTERSCHEIDUNGSMERKMALE ZU PROFIT ORGANISATIONEN (PO)
2.3 CONTROLLING IN NPO
3 MANAGEMENT
3.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG
3.2 HANDLUNGSFELDER
3.3 MANAGEMENT - EBENEN
4. BALANCED SCORECARD (BSC)
4.1 GRUNDIDEE UND WIRKUNGSWEISE
4.2 VISION UND MISSION
4.3 STRATEGIEENTWICKLUNG UND FORMULIERUNG STRATEGISCHER ZIELE
4.4 PERSPEKTIVEN INNERHALB EINER BSC
4.4.1 FINANZEN
4.4.2 KUNDEN
4.4.3 PROZESSE
4.4.3 LERNEN UND ENTWICKLUNG
4.5 KENNZAHLEN UND LEISTUNGSTREIBER
4.6 URSACHE - WIRKUNGSKETTEN
4.7 IMPLEMENTIERUNG UND UMSETZUNG
5 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER BALANCED SCORECARD IN NPO
5.1 VISION, MISSION UND ZIELE
5.2 ABÄNDERUNGEN INNERHALB DER PERSPEKTIVEN
5.2.1 FINANZEN
5.2.2 KUNDEN
5.2.3 PROZESSE
5.2.4 LERNEN UND ENTWICKLUNG
5.2.5 MITARBEITERPERSPEKTIVE
5.3 KENNZAHLEN, LEISTUNGSTREIBER, URSACHE, WIRKUNGSKETTEN
5.4 BESONDERHEITEN BEI IMPLEMENTIERUNG UND UMSETZUNG
6 RESÜMEE UND BEWERTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Balanced Scorecard (BSC) als Steuerungsinstrument in Non-Profit-Organisationen (NPO) sinnvoll eingesetzt werden kann, um eine Balance zwischen ideellen Zielen und notwendiger wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
- Grundlagen von Non-Profit-Organisationen und deren Controlling-Besonderheiten
- Management-Ebenen und deren strategische Relevanz
- Struktur und Wirkungsweise des Balanced-Scorecard-Modells
- Anpassungspotenziale und Modifikationsbedarfe der BSC für den sozialen Sektor
- Kritische Analyse der Implementierung und Zielerreichung in NPO
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
In Zeiten stärkerer Markt-, Wettbewerbs- und Qualitätsorientierung sehen sich Non Profit Organisationen im sozialen Sektor mit der Herausforderung konfrontiert, einen Ausgleich zwischen ihren ideellen Zielen und notwendigen marktwirtschaftlichen Aktivitäten zu schaffen. Um die dabei immer komplexer werdenden Organisationen strategisch ausrichten und steuern zu können, wurden in der Vergangenheit unterschiedlichste Führungs- und Managementinstrumente entwickelt. Da diese in der Regel in Anlehnung und im Nachlauf von Instrumenten des privatwirtschaftlichen Sektors entstanden, bestand häufig eine Schwerpunktsetzung im finanziellen Bereich. An dieser Stelle geraten Non Profit Organisationen in Bedrängnis: wird der monetäre und ökonomische Gedanke zu stark betont, droht der ideelle Aspekt in den Hintergrund zu treten. Andererseits ist die Umsetzung der ideellen Werte bei Vernachlässigung der ökonomischen Aspekte auf Dauer nicht zu gewährleisten. Beides könnte überaus negative Auswirkungen auf den Ruf und die Unterstützung durch gesellschaftliche Gruppen nach sich ziehen.
An dieser Schnittstelle von Ökonomie und Ideologie setzt das 1997 von Kaplan und Norton entwickelte Balanced Scorecard Modell an. Die Einseitigkeit finanziell geprägter Steuerungs- und Kennzahlensysteme wird durch die Hinzunahme nichtfinanzieller Dimensionen ergänzt. Es werden Kriterien, Indikatoren und auch Kennzahlen zur Messung so genannter Soft - Facts integriert. Die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit einer Organisation muss sich im Rahmen der Balanced Scorecard mindestens an den Ergebnissen der Perspektiven Kunden, interne Prozesse und Lernen/Entwicklung neben denen der Finanzperspektive messen lassen.
Im Rahmen dieser Arbeit soll dargestellt und hinterfragt werden, inwieweit die Balanced Scorecard auch in Nonprofit Organisationen sinnvoll einsetzbar ist. Es ist zu überprüfen, an welchen Stellen Modifikationen und Ergänzungen vorzunehmen sind, damit sie als Steuerungsinstrument zur Strategieumsetzung genutzt werden kann. Ziel sollte dabei die Gewährleistung der Markt- und Zukunftsfähigkeit von Nonprofit Organisationen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von NPO zwischen ideellen Werten und Wirtschaftlichkeit sowie Einführung der BSC als potenzielles Steuerungsinstrument.
2 NON PROFIT ORGANISATIONEN (NPO): Analyse der Merkmale, Zielsysteme und der Notwendigkeit von Controlling in NPO zur langfristigen Existenzsicherung.
3 MANAGEMENT: Erläuterung der Handlungsfelder und Managementebenen, um den Rahmen für strategisches Handeln in Organisationen zu definieren.
4. BALANCED SCORECARD (BSC): Detaillierte Darstellung des BSC-Modells, seiner Perspektiven, Kennzahlen und der grundlegenden Implementierungslogik nach Kaplan/Norton.
5 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER BALANCED SCORECARD IN NPO: Untersuchung spezifischer Anpassungen der Perspektiven, der Kennzahlenbildung und der Implementierungsprozesse für den NPO-Bereich.
6 RESÜMEE UND BEWERTUNG: Zusammenfassende kritische Bewertung der Anwendbarkeit des BSC-Konzepts unter Berücksichtigung der Herausforderungen in NPO.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Non-Profit-Organisation, NPO, Controlling, Management, Strategie, Kennzahlen, Leistungstreiber, Performance Measurement, Ideelle Ziele, Markt- und Zukunftsfähigkeit, Prozessoptimierung, Ursache-Wirkungsketten, Strategieumsetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendbarkeit des Balanced-Scorecard-Instruments für Non-Profit-Organisationen, um dort eine strategische Steuerung unter Berücksichtigung ideeller Ziele zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen das NPO-Controlling, die Grundlagen des Balanced-Scorecard-Modells sowie die notwendigen Modifikationen dieses Systems, um den Besonderheiten sozialer Organisationen gerecht zu werden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine BSC modifiziert werden muss, damit NPO ihre Markt- und Zukunftsfähigkeit sichern können, ohne dabei ihre ideelle Mission zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse und der kritischen Reflexion bestehender Managementkonzepte im NPO-Kontext basiert.
Welche Bereiche behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Managements, die Konzepte der Balanced Scorecard sowie eine tiefgehende Analyse der Anpassungsbedarfe in den vier BSC-Perspektiven bei Anwendung in NPO.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Strategieumsetzung, Leistungstreiber, NPO-Controlling und die Balance zwischen ökonomischen und ideellen Zielsetzungen.
Warum ist die "Finanzperspektive" in NPO anders zu bewerten als in Profit-Unternehmen?
In NPO dienen Finanzen meist nur als Mittel zum Zweck der Ressourcenbeschaffung für soziale Sachziele, weshalb die Finanzperspektive eine untergeordnete oder modifizierte Rolle gegenüber der Kunden- und Leistungswirkungsperspektive einnimmt.
Welches Problem beschreibt die Autorin bei der Implementierung von Steuerungsinstrumenten in NPO?
Die Autorin weist auf generelle Akzeptanzprobleme von Controlling-Systemen in NPO hin, die häufig durch eine zu bürokratische Umsetzung oder die mangelnde Verknüpfung der Mission mit den operativen Kennzahlen verstärkt werden.
- Quote paper
- B.A. Petra Warneke (Author), 2006, Möglichkeiten und Grenzen der Balanced Scorecard in Non Profit-Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61726