Kindliches Stottern beunruhigt oft Eltern und Lehrer. Einen kleinen Überblick über kindliches Stottern bietet diese Arbeit mit folgenden Schwerpunkten:
-Exkurs: Kindliche Entwicklung und Stottern
-Physische und sensomotorische Entwicklung
-Kognitive Entwicklung
-Sprachentwicklung
-Emotionale Entwicklung
-Abgrenzung Entwicklungsstottern – beginnendes Stottern – manifestes Stottern
-Redeunflüssigkeiten: entwicklungsbedingte, psychosoziale Ursachen, Redeunflüssigkeiten infolge von Sprachentwicklungsverzögerungen und organisch bedingte Redeunflüssigkeiten
-Beginnendes Stottern: psychogen; somatogen; Mischformen
Die Arbeit ist noch in alter Rechtschreibung verfasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Exkurs: Kindliche Entwicklung und Stottern
1.1. Physische und sensomotorische Entwicklung
1.2. Kognitive Entwicklung
1.3. Sprachentwicklung
1.4. Emotionale Entwicklung
2. Zur Abgrenzung Entwicklungsstottern – beginnendes Stottern – manifestes Stottern
2.1. Vorbemerkung
2.2. Redeunflüssigkeiten: entw.bedingte; psychosozial; infolge von SEV; organisch bedingte RU
2.3. Beginnendes Stottern: psychogen; somatogen; Mischformen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, klare Unterscheidungskriterien zwischen entwicklungsbedingten Sprechunflüssigkeiten, beginnendem Stottern und manifestem Stottern zu definieren, um eine fundierte diagnostische Einordnung zu ermöglichen. Dabei werden sowohl entwicklungspsychologische Grundlagen als auch spezifische Symptomatiken analysiert, um die Risiken einer falschen Diagnose für das Kind zu verdeutlichen.
- Kindliche Entwicklungsphasen und deren Einfluss auf den Sprechfluss
- Differenzierung verschiedener Formen von Redeunflüssigkeiten
- Kriterienkatalog zur Abgrenzung zwischen Entwicklungsstottern und pathologischem Stottern
- Bedeutung von emotionalen und kognitiven Faktoren bei Stotterbeginn
- Therapeutische Ansätze bei psychogenen und somatogenen Stotterformen
Auszug aus dem Buch
1.1. Physische und sensomotorische Entwicklung
Während der kindlichen Wachstumsphase verändern sich fortlaufend und zum Teil schubweise Lage, Größenverhältnisse und biomechanische Eigenschaften der zum Sprechen benötigten Organe. Beim Sprechen findest ein kompliziertes Zusammenspiel antagonistischer Muskelgruppen statt.
In der Entwicklungsphase der Sprechmotorik integrieren sich elementare Bewegungseinheiten in große Bewegungskomplexe. Durch motorische Lernprozesse vereinigen sich bereits einfache automatisierte Bewegungsabläufe zu komplexeren. Bei der Manifestierung des Stotterns entstehen solche sogenannten Synergismen aus ursprünglich eher bewusst gesteuerten motorischen Coping-Strategien. Längerfristig entstehen so hochautomatisierte motorische Begleitsymptome, die sich gravierender auswirken können als die Kernsymptome.
Mit dem Alter des Kindes nimmt auch die koartikulatorische Fähigkeit zu, während des gerade gebildeten Lautes den folgenden Laut vorzubereiten. Das trägt zur Erhöhung der Sprechgeschwindigkeit bei. Hier wird deutlich, wie einzelne sprechmotorische Muster zu größeren Einheiten zusammengefasst werden.
Eine Vielzahl von Untersuchungen (vgl. KLOTH et al., 1995) zeigen, dass stotternde Kinder häufig eine erhöhte Geschwindigkeit von Artikulationsbewegungen in flüssigen und gestotterten Anteilen aufweisen. Das lässt häufig den Schluss zu, diese Kinder würden schneller sprechen als es ihre Fähigkeiten zuließen. Andererseits konnte auch nachgewiesen werden, dass diese überhöhte Sprechgeschwindigkeit ein Jahr nach Stotterbeginn nicht mehr nachweisbar ist. Außerdem würden unflüssige Äußerungen nicht schneller gesprochen als flüssige (vgl. KLOTH et al., 1998).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Exkurs: Kindliche Entwicklung und Stottern: Dieses Kapitel beleuchtet die physischen, kognitiven, sprachlichen und emotionalen Entwicklungsschritte des Kindes und deren mögliche Wechselwirkung mit dem Auftreten von Stottersymptomen.
2. Zur Abgrenzung Entwicklungsstottern – beginnendem Stottern – manifestem Stottern: Dieser Teil definiert verschiedene Arten von Redeunflüssigkeiten und bietet einen Kriterienkatalog zur differenzierten diagnostischen Einordnung beginnender Stotterformen.
Schlüsselwörter
Stottern, Entwicklungsstottern, Sprechunflüssigkeiten, Differenzialdiagnostik, Sprechmotorik, Sprachentwicklung, Kognition, Emotionale Entwicklung, Störungsbewusstsein, Psychogen, Somatogen, Kindesalter, Sprachtherapie, Symptomatik, Redeflussstörungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Abgrenzung zwischen harmlosen, entwicklungsbedingten Sprechunflüssigkeiten und pathologischen Formen des Stotterns bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kindlichen Entwicklung (motorisch, kognitiv, emotional, sprachlich) sowie auf der klinischen Differenzierung zwischen verschiedenen Stotterformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Kriterien für eine präzise Differenzialdiagnostik zu erarbeiten, um Fehlentscheidungen in der therapeutischen Einschätzung zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und klinischer Studien zu den Themen Stotterbeginn und kindliche Entwicklung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen entwicklungspsychologischen Exkurs und eine detaillierte Analyse der Abgrenzungskriterien für verschiedene Stotterformen, inklusive somatogener und psychogener Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Stottern, Entwicklungsstottern, Differenzialdiagnostik, Sprechmotorik, Störungsbewusstsein und therapeutische Förderung.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen Entwicklungsunflüssigkeiten und Stottern so wichtig?
Eine falsche Diagnose kann negative Auswirkungen auf die Einstellung des Umfelds, die Emotionalität des Kindes und dessen Selbstkonzept haben.
Welche Rolle spielt das Störungsbewusstsein bei der Klassifizierung?
Das Störungsbewusstsein ist ein entscheidendes Kriterium für ein beginnendes Stottern, da es oft zu Vermeidungsverhalten und bewusster Selbstkontrolle führt, was wiederum den Sprechfluss weiter beeinträchtigen kann.
- Quote paper
- Katrin Niemann (Author), 2002, Stottern - Abgrenzung von entwicklungsbedingten Redeunflüssigkeiten, beginnendem und manifestem Stottern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6174