„MaRisk – Paradigmenwechsel in der Bankenaufsicht “, „Die neuen MaRisk: Herausforderungen aus Sicht der Sparkassen – Finanzgruppe“ so oder so ähnlich lauteten die Titel der Aufsätze und Artikel in diversen Fachzeitschriften, seit die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am 03. Februar 2005 den ersten Entwurf der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) veröffentlichte.
Fortan wurde und wird noch über die Regelungsinhalte, Herausforderungen und Auswirkungen der MaRisk auf die deutsche Kreditwirtschaft diskutiert.
Die MaRisk verfolgen einen neuen ganzheitlichen Risikosteuerungs- und -überwachungsansatz, wobei die BaFin als Ziel eine qualitativ ausgerichtete Bankenaufsicht vor Augen hat. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Wahlrechte und die flexiblen Umsetzungsmöglichkeiten, die insbesondere für kleine Kreditinstitute von Vorteil sind und die neuen Anforderungen für die Branche so interessant machen.
Mit dem Rundschreiben 18/2005 veröffentlichte die BaFin am 20. Dezember 2005 die Endfassung der MaRisk.
Dieses Referat soll einen Überblick über den Aufbau, die Inhalte und teilweise die Auswirkungen der MaRisk liefern. Im Folgenden wird der Hintergrund zur Einführung der MaRisk (Teil 2) und der Aufbau (Teil 3.1 und 3.2) skizziert, bevor im Teil 3.3 die übernommenen Mindestanforderungen behandelt werden.
Die von der Aufsicht neu aufgenommenen Risiken sind Thema in Punkt 4 der Arbeit. Abschließend sollen die Auswirkungen in Teil 5 umrissen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund zur Einführung der MaRisk
2.1 Die Internationale Konvergenz der Eigenkapitalmessung und der Eigenkapitalanforderungen (Basel II)
2.2. Umsetzung in deutsches Recht
3. Aufbau der MaRisk
3.1. Überblick
3.2 Allgemeine Anforderungen an das Risikomanagement
3.2.1. Risikotragfähigkeit
3.2.2. Strategien
3.2.3. Internes Kontrollsystem
3.3. Anforderungen an das Kreditgeschäft
3.4. Anforderungen an das Handelgeschäft
3.5. Besondere Anforderungen an die Ausgestaltung der Internen Revision
4 Besondere Risiken und deren Regelung
4.1 Behandlung von Marktpreisrisiken insbesondere Zinsänderungsrisiken
4.2. Behandlung von Liquiditätsrisiken
4.3. Behandlung operationeller Risiken
5. Auswirkungen auf die deutsche Kreditwirtschaft
5.1 Auswirkungen auf das Personal
5.2. Auswirkungen auf die Organisation
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) für Kreditinstitute in Deutschland, untersucht deren Aufbau sowie Inhalte und beleuchtet die damit verbundenen Auswirkungen auf Organisation und Personal. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie die neuen qualitativen Anforderungen der MaRisk, eingebettet in den Kontext von Basel II, die Risikosteuerung und Bankenaufsicht verändern.
- Grundlagen und Entstehung der MaRisk im Zuge von Basel II
- Modulare Struktur und systematischer Aufbau der regulatorischen Anforderungen
- Spezifische Regelungen für das Kredit- und Handelsgeschäft
- Management wesentlicher Risikokategorien (Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelle Risiken)
- Organisatorische und personelle Konsequenzen für deutsche Kreditinstitute
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Risikotragfähigkeit
Der AT 4.1 (Risikotragfähigkeit) verlangt von der Geschäftsführung, auf der Grundlage des genannten Gesamtrisikoprofils, dass die wesentlichen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial des Institutes abgedeckt sind und dadurch die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Sollten bestimmte wesentliche Risiken nicht mit in das Risikotragfähigkeitskonzept einbezogen werden, so ist die Nichtberücksichtigung nachvollziehbar zu begründen. Durch die Möglichkeit der Nichtberücksichtigung bestimmter Risiken kommen zum einen die Flexibilität der MaRisk zum Ausdruck und zum anderen der Anspruch an eine qualitative aufsichtliche Regelung. Die Institute können demnach individuelle Anpassungen in ihrem Risikotragfähigkeitskonzept vornehmen, was durchaus sinnvoll erscheint, da die Mindestanforderungen für alle deutschen Kreditinstitute im Sinne des § 1 Abs. 1 KWG gelten und die deutsche Bankenlandschaft sehr heterogen aufgestellt ist.
Weiterhin sind die Institute frei bei der Wahl geeigneter Methoden zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit, wobei getroffene Annahmen nachvollziehbar zu begründen sind. Insgesamt ist die Beurteilung der Risikotragfähigkeit für die Institute jedoch nicht neu. „Die Institute der Sparkassen - Finanzgruppe beurteilen bereits heute ihre Risikotragfähigkeit (…). Dabei werden (…) verschiedene Risiken zusammengefasst und einem entsprechenden Deckungspotential gegenübergestellt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die MaRisk ein, erläutert die Entstehung durch die BaFin und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, einen Überblick über Aufbau und Auswirkungen der neuen Richtlinien zu geben.
2. Hintergrund zur Einführung der MaRisk: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Baseler Akkord (Basel II) und dessen Umsetzung in deutsches Recht mittels der MaRisk.
3. Aufbau der MaRisk: Hier wird die modulare Struktur der MaRisk sowie die spezifischen Anforderungen an das Risikomanagement, das Kredit- und Handelsgeschäft sowie die Interne Revision detailliert dargestellt.
4 Besondere Risiken und deren Regelung: Dieses Kapitel erläutert die regulatorischen Anforderungen an die Behandlung von spezifischen Marktpreis-, Zinsänderungs-, Liquiditäts- und operationellen Risiken.
5. Auswirkungen auf die deutsche Kreditwirtschaft: Es wird analysiert, wie sich die neuen Vorgaben auf die personelle Verantwortung sowie die organisatorischen Strukturen innerhalb deutscher Kreditinstitute auswirken.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Verantwortung der Institute bei der flexiblen, aber konsequenten Umsetzung der neuen regulatorischen Vorgaben bis 2008.
Schlüsselwörter
MaRisk, Bankenaufsicht, Risikomanagement, Kreditgeschäft, Handelsgeschäft, Basel II, Risikotragfähigkeit, Interne Revision, BaFin, Kreditwesengesetz, Risikosteuerung, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelle Risiken, Aufbauorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) für Kreditinstitute in Deutschland und untersucht deren regulatorischen Rahmen sowie Auswirkungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Umsetzung von Basel II in deutsches Recht, der modulare Aufbau der MaRisk, die Risikotragfähigkeit sowie Anforderungen an Kredit- und Handelsgeschäfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse der neuen MaRisk-Regularien sowie eine Untersuchung, wie sich diese auf die Organisation und das Personal deutscher Kreditinstitute auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturmethode, basierend auf regulatorischen Texten der BaFin, Fachartikeln sowie ergänzenden Gesetzen wie dem Kreditwesengesetz (KWG).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den systematischen Aufbau der MaRisk, die spezifischen Anforderungen an die Risikosteuerung und Kontrollprozesse sowie die daraus resultierenden operativen und organisatorischen Veränderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind MaRisk, Bankenaufsicht, Risikotragfähigkeit, Interne Revision, Basel II, Risikomanagement und Organisationsstruktur.
Welchen Stellenwert nimmt die Interne Revision in den MaRisk ein?
Die Interne Revision ist eine zentrale, eigenständige Kontrollinstanz, die direkt der Geschäftsleitung unterstellt ist und eine risikoorientierte Prüfung aller Prozesse sicherstellen muss.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von Risiken im neuen Regelwerk?
Im Vergleich zu alten Regelwerken wie MaK oder MaH führen die MaRisk eine ganzheitliche Risikobetrachtung ein, die nun auch Zinsänderungs-, Liquiditäts- und operationelle Risiken explizit umfasst.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. (FH) Jan Umlauf (Author), 2006, MaRisk - Regularien für Kreditinstitute. Darstellung und Auswirkungen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61769