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Erneuerung der Demokratie

Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie

Title: Erneuerung der Demokratie

Term Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Hofmann (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Einleitung:

Nachdem sich Ende des letzten Jahrhunderts die weltpolitische Lage auf dramatische und grundlegende Art durch die Implosion des Sowjet- Kommunismus und des daraus resultierenden Ende des Kalten Krieges verändert hat, sieht sich auch die Demokratie großen Herausforderungen gegenüber.

Nach den Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen, totalitären Deutschland und dem Entstehen des Systemgegensatzes zwischen "Ost" und "West", definierte sich die freiheitliche Demokratie lange Zeit dadurch, was sie nicht sein wollte. Im Gegensatz zu den "Volksdemokratien" des Ostblock, in denen Menschen und Bürgerrechte missachtet, freies politisches Handeln unterdrückt wurde und Transparenz der politischen Prozesse nicht gegeben war, gewannen die westlichen Demokratien an Attraktivität. Es gab praktisch keine Alternative mehr zur Demokratie im Westen. Dies meint Churchill, wenn er sagt, die Demokratie sei zwar die schlechteste Staatsform, allerdings ausgenommen aller anderen. Weder Monarchie, Diktatur, Aristokratie noch Oligarchie sind für das moderne politische Denken nennenswerte Alternativen.

Überspitzt formuliert kann man feststellen, dass man sich gedanklich in der Abgrenzung zu unerwünschten Staatsformen erschöpfte, ohne über Ziele und Weiterentwicklungen der eigenen Staatsform zu diskutieren. Auch innerhalb der politischen Elite scheint es so, als dass es vernachlässigt wurde, zu definieren bzw. zu artikulieren, wo die Schwächen der Demokratie liegen, wie diese beseitigt werden könnten und wo der Weg der Demokratie in der Zukunft hinführen soll. Man war sich wohl den Schwächen (Reformstau nach Innen Kompetenzverlust nach Außen) bewusst, am Status quo der Demokratie wurde fast nicht gerüttelt.1 Demnach wurden keine positiven Weiterentwicklungen (nicht im Sinne einer Totalrevision) angestoßen, was ein, in einer veränderten Umwelt, zu statisches Demokratiemodell zur Folge hat. Allein der Prozess der Europäischen Integration und die damit einhergehende Kompetenzverschiebung, haben die Koordinaten, in denen sich Demokratien zu bewegen haben, verändert.

Ziel dieser Arbeit wird, ausgehend von der Polis (vornehmlich der athenischen), sein, Möglichkeiten und Chancen einer Erneuerung der Demokratie aufzuzeigen.

Hierfür werden zum einen die Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie untersucht und die sich hieraus ergebenden Kritiken und Chancen analysiert. Darauf aufbauend soll versucht werden, anhand von drei Ansatzpunkten, Erneuerungen bzw. Vorschläge zur Erneuerung zu untersuchen und zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Polis

3. Die „wahre Demokratie“

4. Voraussetzungen der Demokratie

5. Vorschläge zur Erneuerung der Demokratie

a. Erneuerung durch Dezentralisierung

b. Erneuerung durch direkte Demokratie

c. Erneuerung durch Gegenmachtbildung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, ausgehend von den antiken Prinzipien der athenischen Polis, Möglichkeiten und Chancen zur Erneuerung der modernen Demokratie aufzuzeigen, indem notwendige Voraussetzungen untersucht und konkrete Reformansätze evaluiert werden.

  • Historische Herleitung des Demokratieverständnisses aus der antiken Polis.
  • Analyse der essenziellen Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie in Nationalstaaten.
  • Untersuchung der Dezentralisierung als Mittel zur Stärkung der Eigenverantwortung.
  • Diskussion über die Rolle direktdemokratischer Elemente im modernen politischen System.
  • Bewertung von Gegenmachtbildung als Strategie zur Demokratisierung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche.

Auszug aus dem Buch

2. Die Polis

Die Polis (gr. Stadt/Gemeinwesen) ist in der Staatsformenlehre von Aristoteles der Modelltypus des Staates und symbolisiert die politische verfasste menschliche Gemeinschaft, in der Recht, Gesetz, Ordnung, Eintracht und Gleichheit aller freien Bürger als höchstes Gut angesehen werden (Holtmann 2000: 483).

Wenn man die Geschichte der Demokratie und der politischen Theorie verstehen will, muss man sich mit der antiken Entstehung dieser Staatsform befassen.

Die politischen Begrifflichkeiten, die Verfassungstypologien und die politische Theorie und Philosophie der heutigen Zeit haben ihren Ursprung im Griechenland der Antike. Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. entstanden in Griechenland Stadtstaaten, die sog. Polis. Exemplarisch wird hier die athenische beleuchtet, die ihre Blütezeit ca. 500 v. Chr. erlebte. Diese Blütezeit reichte bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. bevor sie von der Monarchie des Alexander abgelöst wurde.

Die athenische Demokratie ruhte auf zwei Säulen: Zum einen sollten alle Entscheidungen in der Öffentlichkeit fallen und diskutiert werden und zum anderen sollte der Bürger an der Politik direkt beteiligt sein und auch öffentliche Ämter übernehmen dürfen (Maier 1993: 478). Nach diesen Prinzipien wurden auch die institutionellen Verfahren und Prozesse ausgerichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der Demokratie nach dem Ende des Systemgegensatzes und postuliert die Notwendigkeit, das statische Demokratiemodell kritisch zu hinterfragen.

2. Die Polis: Erläutert das antike Modell der athenischen Polis als historische Wurzel der direkten politischen Partizipation und des Bürgersinns.

3. Die „wahre Demokratie“: Reflektiert die notwendige Transformation des antiken Ideals aufgrund der Größe und Komplexität moderner Nationalstaaten sowie die Entwicklung hin zur repräsentativen Demokratie.

4. Voraussetzungen der Demokratie: Identifiziert sieben zentrale Grundvoraussetzungen, wie z.B. staatliche Einheit, nationale Identität und ein gemeinsames politisches Wissen, die für ein Funktionieren moderner Demokratien essenziell sind.

5. Vorschläge zur Erneuerung der Demokratie: Präsentiert und bewertet drei spezifische Ansätze zur Demokratieerneuerung, fokussiert auf Dezentralisierung, plebiszitäre Elemente und das Konzept der Gegenmachtbildung.

6. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die unersetzliche Rolle eines aktiven Bürgers, der bereit ist, sich in die neu zu gestaltenden politischen Prozesse einzubringen.

Schlüsselwörter

Demokratie, Polis, Partizipation, Dezentralisierung, Gegenmachtbildung, direkte Demokratie, Bürgergesellschaft, Rechtsstaat, politische Identität, Legitimität, staatliche Institutionen, gesellschaftliche Subsysteme, politische Mündigkeit, Reformprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie demokratische Systeme in modernen Nationalstaaten erneuert und an veränderte Umweltbedingungen angepasst werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Analyse der athenischen Polis, die Definition moderner Demokratievoraussetzungen sowie konkrete Reformvorschläge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Demokratie durch mehr Bürgernähe, Eigenverantwortung und aktive Partizipation zukunftsfähig gemacht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (wie die der Polis oder Gegenmachtbildung) mit der aktuellen politischen Praxis vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Voraussetzungen moderner Demokratie sowie die Diskussion dreier Erneuerungsansätze: Dezentralisierung, direkte Demokratie und Gegenmachtbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Schlagworte sind Partizipation, Gegenmachtbildung, Dezentralisierung und die Wiederbelebung der Bürgergesellschaft.

Inwiefern ist das Konzept der Polis heute noch relevant?

Obwohl die institutionellen Rahmenbedingungen der Polis veraltet sind, bleibt die dahinterstehende Idee der aktiven Teilhabe und des Gemeinsinns für die heutige Debatte hochaktuell.

Was versteht der Autor unter dem Konzept der Gegenmachtbildung?

Es bezeichnet einen Ansatz von Fritz Vilmar, der Demokratisierung als Lebensprinzip in allen gesellschaftlichen Bereichen (Betrieb, Schule, Familie) fordert, um Herrschaftsstrukturen von unten zu kontrollieren.

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Details

Title
Erneuerung der Demokratie
Subtitle
Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie
College
University of Erfurt
Course
Der demokratische Staat
Grade
1,3
Author
Michael Hofmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V61776
ISBN (eBook)
9783638551564
ISBN (Book)
9783638766791
Language
German
Tags
Erneuerung Demokratie Staat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hofmann (Author), 2003, Erneuerung der Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61776
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