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Theorien der semantischen Entwicklung

Am Beispiel der Semantischen Merkmalshypothese von Clark

Titre: Theorien der semantischen Entwicklung

Dossier / Travail de Séminaire , 1999 , 11 Pages

Autor:in: Hanna Beyer (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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"Die Bedeutung eines Worts erschließt sich Kindern nicht automatisch, sondern muß von ihnen herausgefunden werden, was nicht ohne Irrtümer abgeht."

In den folgenden Ausführungen soll untersucht werden, wie sich die Bedeutungsentwicklung von Wörtern beim Kind vollzieht. Bisher gibt es lediglich einzelne Theorien, die in Ansätzen das Phänomen der kindlichen Wortbedeutungsentwicklung erläutern können, jedoch nicht in der Lage sind, eine vollständige Erklärung zu liefern.
Exemplarisch wird die Theorie der "Semantischen Merkmalshypothese" von Clark dargestellt und dann auf ihre Vor- und Nachteile untersucht.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) „Semantische Merkmalshypothese“ (Clark)

a) Grundaussagen der Theorie

b) Hypothesen

c) Überprüfung der Hypothesen

d) Ein Beispiel: „bow-wow“

e) Kritik und Probleme der Theorie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die kindliche Wortbedeutungsentwicklung mit einem Fokus auf die „Semantische Merkmalshypothese“ von Eve Clark. Dabei wird analysiert, wie Kinder durch die schrittweise Identifikation und Addition semantischer Merkmale Wortbedeutungen erlernen und warum sie dabei häufig das Phänomen der Überdehnung zeigen.

  • Grundlagen und zentrale Aussagen der „semantischen Merkmalshypothese“ (semantic features hypothesis).
  • Die Rolle der perzeptuellen Wahrnehmung bei der frühen Wortbedeutungsbildung.
  • Analyse des Phänomens der „Überdehnung“ (overextension) im frühkindlichen Spracherwerb.
  • Kritische Würdigung der Theorie hinsichtlich ihrer Erklärungskraft für Abstrakta und kontextabhängige Sprachverwendung.

Auszug aus dem Buch

a) Grundaussagen der Theorie

Clark (1973) entwickelte die Theorie der „semantischen Merkmalshypothese“ (Originaltitel: “semantic features hypothesis“). Die grundsätzliche Aussage dieser Theorie lautet: „Wörter können in kleinere Teile zerlegt werden - die Bedeutung eines Wortes besteht aus der Summe dieser Teile, den semantischen Merkmalen.“ Das Kind assoziiert nun mit einem neuen Wort nur wenige der relevanten semantischen Merkmale, der Erwachsene jedoch alle. Das Kind wählt unbewußt 1-2 Merkmale aus, die für es die Wortbedeutung darstellen.

Wird das Wort nun bezüglich neuer Objekte in der Umwelt angewendet, so entscheidet das Kind aufgrund seiner wenigen Merkmale, ob das Wort im Kontext paßt oder nicht. Ein Beispiel: das Wort „Hund“ trägt für das Kind nur ein semantisches Merkmal, die Vierbeinigkeit. Daher verwendet das Kind das Wort „Hund“ zunächst auch für andere Vierbeiner wie Kühe, Pferde, Katzen, Spielzeughunde usw. Folglich hat das Wort für das Kind eine andere Bedeutung als für Erwachsene. Nach und nach fügt das Kind nun weitere semantische Merkmale hinzu, z.B. das Bellen. Jetzt wird eine Unterscheidung zu den oben genannten Tieren möglich. So wird die Kategorie „Hund“ zu einer engeren Kategorie mit mehreren semantischen Merkmalen eingegrenzt, bis sie irgendwann mit der Erwachsenenbedeutung übereinstimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, dass Kinder Wortbedeutungen aktiv erschließen müssen, und stellt das Ziel der Untersuchung der Clark’schen Theorie dar.

2.) „Semantische Merkmalshypothese“ (Clark): Dieses Hauptkapitel erläutert das theoretische Fundament der Merkmalsaddition, die zugrunde liegenden Hypothesen zur Perzeption und Differenzierung sowie die kritische Reflexion des Ansatzes anhand von Anwendungsbeispielen und empirischen Gegenargumenten.

Schlüsselwörter

Semantische Merkmalshypothese, Clark, kindlicher Spracherwerb, Wortbedeutungsentwicklung, Überdehnung, overextension, perzeptuelle Merkmale, Differenzierungsprozess, semantische Merkmale, Sprachentwicklung, Begriffsdefinition, Kindersprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den kindlichen Spracherwerb, speziell den Prozess, wie Kinder die Bedeutung von Wörtern erlernen und stetig an die Erwachsenensprache anpassen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Theorie der semantischen Merkmale, das Konzept der Überdehnung sowie die Bedeutung von perzeptuellen Merkmalen für die frühe Begriffsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die „semantische Merkmalshypothese“ von Clark darzustellen und zu prüfen, inwieweit sie als Erklärungsmodell für den kindlichen Wortschatzerwerb geeignet ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Thesen von Clark erläutert und anhand von Beispielen sowie fachspezifischer Kritik bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorie, die Definition der Hypothesen, die Überprüfung anhand von sprachlichen Beispielen (wie „bow-wow“ oder Zeitwörtern) und die kritische Auseinandersetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Semantische Merkmalshypothese, Überdehnung, Kindersprache und Differenzierungsprozess beschreiben.

Was versteht man in diesem Kontext unter einer „Überdehnung“?

Unter Überdehnung (overextension) versteht man das Phänomen, dass ein Kind ein Wort auf ein größeres Spektrum an Objekten anwendet, als es im Erwachsenengebrauch üblich ist, weil es nur einzelne Merkmale des Objekts zur Kategorisierung nutzt.

Warum wird die Theorie von Clark kritisiert?

Kritikpunkte sind unter anderem die mangelnde Erklärung für den Erwerb abstrakter Begriffe, die Instabilität des kindlichen Bedeutungssystems und widersprüchliche empirische Befunde bei Gegensatzpaaren.

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Résumé des informations

Titre
Theorien der semantischen Entwicklung
Sous-titre
Am Beispiel der Semantischen Merkmalshypothese von Clark
Université
University of Hannover  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik und Institut für Psychologie und Soziologie in den Erziehungswissenschaften)
Cours
Der kindliche Spracherwerb
Auteur
Hanna Beyer (Auteur)
Année de publication
1999
Pages
11
N° de catalogue
V6191
ISBN (ebook)
9783638138239
ISBN (Livre)
9783656448266
Langue
allemand
mots-clé
Semantik Spracherwerb Kindersprache Clark
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Hanna Beyer (Auteur), 1999, Theorien der semantischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6191
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