Das umfangreichste Schrifttum über die Herrschaft der Mongolen in Iran ist in persischer Sprache abgefaßt. Die Darstellungen in persischer Sprache sind meißtens von Personen geschrieben worden, die im Dienste der mongolischen Herrscher standen. Die wichtigsten orientalischen Quellen sind Juveynis Ta`rih-e gehan-gosa und Rashid ad-Dins Jami al-Tawarikh. Juveyni befaßt sich außer mit der Geschichte der Mongolen noch mit derjenigen der Uiguren und Assassinen.Rashid ad-Din geht im Gegensatz zu Juveyni, neben der allgemeinen Geschichte der Mongolen von Tschingis Khan bis Ghazan Khan, stärker auf die Geschichte des persischen Ilkhanats ein. Beide Geschichtsschreiber waren zugleich hohe Staatsmänner und standen im Dienste von mongolischen Herrschern.
In dieser Hausarbeit soll versucht werden, auf die Werke Rashid ad-Dins einzugehen und zu behandeln. Zuerst wird die Person Rashid ad-Din und dessen beachtliche Karriere vorgestellt, um danach näher auf die Jami al-Tawarikh, seine historischen Werke, eingehen zu können. Im letzten Teil werden seine Werke kritisch betrachtet und die Schwachstellen dargestellt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Orientalischer Bericht
2.1. Biographie
2.2. Die Jami al-Tawarikh
2.3. Quellenkritik
3. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das historische Wirken und die Werke des persischen Geschichtsschreibers Rashid ad-Din mit einem besonderen Fokus auf sein Hauptwerk, die "Jami al-Tawarikh", um dessen Bedeutung für die Erforschung der mongolischen Herrschaft im Iran kritisch zu hinterfragen.
- Lebensweg und politische Karriere von Rashid ad-Din als Wezir
- Struktur und Inhalt der "Jami al-Tawarikh"
- Quellenkritische Bewertung der historiographischen Zuverlässigkeit
- Einfluss der politischen Abhängigkeit auf die Darstellung historischer Ereignisse
- Vergleich mit zeitgenössischen Geschichtsschreibern wie Juveyni und Wassaf
Auszug aus dem Buch
2.1. Biographie
Rashid ad-Din wurde im Jahre 1247, 21 Jahre nach Guwaini, in Hamadan als Sohn eines jüdischen Apothekers geboren. Nach seiner abgeschlossenen Ausbildung zum Arzt nahm er am mongolischen Hof des Herrscher Abaqa ( 1265-1282 ) seine Arbeit auf. Er sollte noch über ein halbes Jahrhundert lang unter den mongolischen Ilkhanen dienen. Schon während seiner Ausbildung wechselte er zum Islam über und wurde sogar unter dem Ilkhan Ghazan (1295-1304) im Jahre 1298 zum Wezir (Staatsminister) ernannt. Rashid ad-Din hatte als Wezir große Macht und konnte Einfluß ausüben, wie alle Minister der Ilkhane. So kam es, daß sie in kurzer Zeit wohlhabend wurden. Er besaß in mehreren Städten Häuser und Plantagen und zählte zu den einflußreichsten und reichsten Männern des Ilkhanats.
Reichtum vermehrte sich besonders schnell unter dem Khan Öljeitü, der zwischen 1304 und 1316 das Ilkhanat regierte. Er wurde natürlich von vielen Menschen beneidet und hatte mehrere Rivalen. Sein schärfster Konkurrent war Taj ad-Din `Ali-Shah, der durch den Ilkhan Öljeitü zum Wezir ernannt wurde. Rashid ad-Din wurde nicht entlassen, so daß Öljeitü das Land in zwei Verwaltungseinheiten aufteilen mußte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die persischsprachige Literatur über die Mongolenherrschaft im Iran ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Rashid ad-Din und sein Werk kritisch zu würdigen.
2. Orientalischer Bericht: Dieser Hauptteil beleuchtet die Biografie des Autors, den Aufbau der "Jami al-Tawarikh" sowie die Quellenkritik unter Berücksichtigung seiner engen Bindung zum Herrscherhof.
3. Schlußbetrachtung: Das Fazit bewertet Rashid ad-Dins Werk trotz festgestellter Unwahrheiten als eine der bedeutendsten historischen Quellen, die durch weitere Werke ergänzt ein umfassendes Bild vermitteln.
Schlüsselwörter
Rashid ad-Din, Jami al-Tawarikh, Mongolen, Ilkhanat, Persische Geschichte, Ghazan Khan, Öljeitü, Historiographie, Quellenkritik, Wezir, Orientalische Berichte, Mittelalter, Islamische Geschichte, Verwaltung, Mongolenherrschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben und den historischen Schriften von Rashid ad-Din, einem einflussreichen Staatsmann und Geschichtsschreiber unter den mongolischen Ilkhanen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Biografie Rashid ad-Dins, die inhaltliche Struktur seines Hauptwerkes "Jami al-Tawarikh" und eine kritische Auseinandersetzung mit der Objektivität seiner Darstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die historische Bedeutung von Rashid ad-Dins Werken für die Erforschung der Mongolenzeit im Iran herauszuarbeiten und dabei die Schwachstellen seiner Berichterstattung aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historiographische Analyse, bei der das Werk des Autors mit zeitgenössischen Quellen und historischen Kontexten abgeglichen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Werdegang des Autors, der Aufbau seines universalhistorischen Werkes und die Rücksichtnahmen auf den Hof, die zu Verzerrungen in der Berichterstattung führten, detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Rashid ad-Din, Jami al-Tawarikh, Mongolenherrschaft, Ilkhanat und Quellenkritik definieren.
Warum musste Rashid ad-Din bei seinen Schilderungen vorsichtig sein?
Aufgrund seiner engen Beziehung zu den herrschenden Ilkhanen Ghazan und Öljeitü war er in seiner Darstellung der Mongolenherrschaft und der Auswirkungen von Verwaltungsreformen politisch eingeschränkt.
Welche Rolle spielen andere Historiker wie Juveyni oder Wassaf in diesem Dokument?
Sie dienen als Vergleichsquellen, um Lücken oder tendenziöse Darstellungen in Rashid ad-Dins Geschichtswerk zu identifizieren und zu ergänzen.
Welche Bände umfasst die "Jami al-Tawarikh" nach den Ausführungen des Autors?
Das Werk existiert in Versionen mit drei oder vier Bänden, die Themen wie die Geschichte Tschingis Khans, Universalhistorien der Mongolen, Genealogien verschiedener Völker und geographische Beschreibungen enthalten.
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- MA Kamuran Kayhan (Author), 1997, Orientalische Berichte: Rashid ad-Din, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62014