Wertmanagement ist ein lebendiger Begriff der sich ständig neuen Rahmenbedingungen anpassen muss, deshalb ist es auch sehr schwierig eine einheitliche Definition zu finden. Wir haben uns für folgende entschieden, da diese dem Begriff viel Raum zur Entfaltung bietet: Wertmanagement: Die Verantwortung für Ressourcen und der Weg der Weiterentwicklung von Organisationen1 Für den Zwang zur Evolution sorgen verschiedene Einflüsse, u.a. das Zusammenwachsen von Märkten (Stichwort Globalisierung), die rasanten Entwicklungen der Informationstechnologie und die damit verbundenen Möglichkeiten, nicht zuletzt die Notwendigkeit neue Gesichtspunkte in die unternehmerischen Entscheidungen mit einfließen zu lassen z.B. den Schutz natürlicher Ressourcen. Für die Unternehmensführung ist das Wertmanagement eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit und wird es voraussichtlich auch in der Zukunft sein. Die nachfolgende Seminararbeit befasst sich mit den Wurzeln des Wertmanagement und versucht dadurch den Begriff etwas transparenter zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Theoretische Ursprünge des Wertmanagement
1.1 Die Bilanz (um 1920)
1.2 Der Ertragswert (um 1940)
1.3 Der Markenwert und Goodwill (1950)
1.4 Wachstum (um 1960)
1.5 DCF-Methode (um 1970)
1.6 Corperate Governance (um 1980)
2 Der Shareholder-Value-Ansatz (SVA)
2.1 Grundlagen des Shareholder-Value
2.2 Definition nach Rappaport
2.3 Definition nach Spremann
2.4 Shareholder-Value als Unternehmenssteuerungskonzept
3 Praktische Ursprünge des Wertmanagement
3.1 Kritik an der Diversifikationsstrategie
3.2 Kritik an der Ausschüttungspolitik
3.3 Kritik am Gewinn als Erfolgsindikator
4 Entwicklungen durch die das Shareholder-Value-Konzept an Bedeutung gewonnen hat
4.1 Mergers & Acquisitions
4.2 Wachsende Einsicht über die Unzuverlässigkeit traditioneller Kennzahlen
4.3 Steigende Akzeptanz der Aktie als Geldanlage
5. Die Bedeutung des Shareholder-Value-Konzepts in der Praxis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Wurzeln des Wertmanagements, um das Konzept transparenter zu gestalten und den Übergang von traditionellen Kennzahlen hin zum Shareholder-Value-Ansatz in der Unternehmensführung zu beleuchten.
- Theoretische Grundlagen der Unternehmensbewertung (Bilanz, Ertragswert, DCF)
- Kritik an traditionellen Kennzahlen wie Gewinn und ROI
- Die Bedeutung des Shareholder-Value-Konzepts als Unternehmenssteuerung
- Der Einfluss von Mergers & Acquisitions auf das Wertmanagement
- Integration von Risikobetrachtungen in Bewertungsprozesse
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Bilanz (um 1920)
Der Wert eines Unternehmens ist mit aus der Bilanz abzulesenden Reinvermögen gleichzusetzen, ergo die Differenz zwischen Vermögen und Schulden. Dieser Wert wird auch als Substanzwert bezeichnet.
Die Logik hinter dieser Meinung besteht darin, dass die Bilanz den Wert des Vermögens und den Wert der Schulden im wesentlichen korrekt wiedergeben würde, so dass der bilanzierte Wert der Eigenmittel – das Nominalkapital (gesetzliche, statutarische und freiwillige Rücklagen) sowie ein eventuell vorhandener Gewinnvortrag – den Unternehmenswert für die Eigenkapitalgeber in etwa richtig beschreibt.
Hieraus lässt sich folgende Gleichung ableiten:
Unternehmenswert = Buchwert der Eigenmittel
Da dieser Wert des Unternehmens nichts anderes als die Substanz desselbigen widerspiegelt, spricht man auch vom Substanzwert. Dieser, auch Reproduktionswert genannt, stellt alle Beträge dar, die aufgewendet werden müssten, um einen Betrieb der gleichen technischen Leistungsfähigkeit zu errichten, wie sie der zu bewertende Betrieb besitzt. Setzt man von den addierten Wiederbeschaffungskosten, also vom Reproduktionswert, die entsprechend eingetretene Wertminderung ab, so erhält man den Reproduktionsaltwert oder Teilproduktionswert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theoretische Ursprünge des Wertmanagement: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung von Bewertungsverfahren, von der reinen Bilanzbetrachtung bis hin zur DCF-Methode und Corporate Governance.
2 Der Shareholder-Value-Ansatz (SVA): Hier werden die Grundlagen des Ansatzes definiert und erläutert, wie dieser als zentrales Konzept für die Unternehmenssteuerung dient.
3 Praktische Ursprünge des Wertmanagement: Das Kapitel kritisiert klassische Instrumente wie Diversifikationsstrategien, Ausschüttungspolitik und die ausschließliche Gewinnorientierung.
4 Entwicklungen durch die das Shareholder-Value-Konzept an Bedeutung gewonnen hat: Hier werden externe Faktoren wie M&A-Aktivitäten und die wachsende Bedeutung von Aktien als Geldanlage diskutiert.
5. Die Bedeutung des Shareholder-Value-Konzepts in der Praxis: Dieses Kapitel fasst zusammen, wie das Konzept zur Lösung von Problemen der traditionellen Unternehmenssteuerung beitragen kann.
Schlüsselwörter
Wertmanagement, Shareholder-Value, Discounted Cash-Flow, Unternehmensbewertung, Substanzwert, Eigenkapitalkosten, Unternehmenssteuerung, Kapitalmarkttheorie, Kapitalstruktur, Investition, Gewinn, Diversifikation, Rendite, Finanzmanagement, Agency-Theorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Herleitung und die praktische Anwendung des Wertmanagements, insbesondere des Shareholder-Value-Ansatzes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Evolution der Unternehmensbewertung, die Kritik an traditionellen buchhalterischen Kennzahlen und die Durchsetzung wertorientierter Steuerungskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Begriff des Wertmanagements durch die Analyse seiner Wurzeln und theoretischen Grundlagen für den Leser transparenter und verständlicher zu machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Theorien und Modelle zur Unternehmensbewertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die Definition des Shareholder-Value, die praktische Kritik an alten Kennzahlen und die Treiber für die heutige Bedeutung des Konzepts.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Shareholder-Value, Discounted Cash-Flow (DCF), Kapitalkosten, Unternehmenswert und Substanzwert.
Was ist das Hauptproblem der Bilanzbewertung aus den 1920er Jahren?
Die Bilanzbewertung wurde als zu vergangenheitsorientiert kritisiert; sie spiegelte nur die Substanz wider, vernachlässigte jedoch die für die Zukunft entscheidenden Ertragserwartungen.
Warum wird der Gewinn als Erfolgsindikator in der Arbeit kritisiert?
Der Gewinn unterliegt Bilanzwahlrechten und zeitlichen Allokationsregeln, die den tatsächlichen ökonomischen Erfolg und die Zahlungsströme oft nur unzureichend abbilden.
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- Johannes Kaltofen (Author), Christian Ritter (Author), 2006, Theoretische und praktische Ursprünge des Wertmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62191