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Das Deutsche System der industriellen Beziehungen

Title: Das Deutsche System der industriellen Beziehungen

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom Kaufmann Stephan Riedel (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Erwerbsarbeit hat in Deutschland seit je her einen sehr hohen Stellenwert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird, wie in kapitalistischen Gesellschaften üblich, grundlegend über den Arbeitsmarkt geregelt. Hierbei ist zu beachten, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer generell unterschiedliche Interessen besitzen.

Arbeitgeber sind auf menschliche Arbeitskraft angewiesen, um den Leistungserstellungs-Prozess in ihren Unternehmen aufrecht erhalten zu können. Demzufolge steht in dem Mittelpunkt der Arbeitgeber eine gewisse Organisationssicherheit und Erwartungssicherheit bezüglich der Arbeitnehmer.

Arbeitnehmer wiederum sind an einer ausreichenden Vergütung ihrer Arbeitsleistung und an einer mit dem Privatleben kompatiblen Arbeitszeitregelung sowie Arbeitsplatzsicherheit interessiert.

Um diese von einander abweichenden Ziele miteinander vereinbar zu machen hat sich in Deutschland ein spezielles System der industriellen Beziehungen entwickelt, das für alle beteiligten Parteien eine dienlichen Interessenausgleich liefern soll. Auf die historische Entwicklung sowie Charakteristika des deutschen Systems der industriellen Beziehungen wird in Kapitel 2 genauer eingegangen. In Kapitel 3 folgt eine Charakterisierung des deutschen Systems industrieller Beziehungen. Hierauf folgt in Kapitel 4 die Frage, ob das deutsche System noch zeitgemäß ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Entwicklung

2.1 Von 1950 bis Ende 70er/Anfang 80er Jahre

2.2 Von Anfang 80er bis heute

3. Charakteristika des deutschen Systems

3.1 Dualität

3.2 Intermediarität

3.2 Zentralisierung

3.3 Repräsentativität

3.4 Verrechtlichung

4. Zukunft der industriellen Beziehungen in Deutschland

4.1 Erosion des Tarifsystems

4.2 Kontinuität im Wandel

4.3 Kontinuitäten und Diskontinuitäten

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das deutsche System der industriellen Beziehungen, analysiert dessen historische Entwicklung sowie dessen spezifische Strukturmerkmale und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob dieses System angesichts aktueller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen noch zeitgemäß ist.

  • Historische Entwicklung der deutschen Gewerkschaften von 1950 bis heute.
  • Analyse der fünf zentralen Strukturmerkmale (Dualität, Intermediarität, Zentralisierung, Repräsentativität, Verrechtlichung).
  • Ursachen für den Mitgliederschwund bei Gewerkschaften und die Erosion des Tarifsystems.
  • Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Diskontinuität im deutschen Modell.
  • Ausblick auf die zukünftige Entwicklung unter dem Einfluss der Globalisierung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Von 1950 bis Ende 70er/Anfang 80er Jahre

Der Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg, vor allem aber das Wiedererstarken der deutschen Wirtschaft kann man durchaus als grandiose Erfolgsgeschichte sehen.

Trotz eines dramatischen Einbruchs der wirtschaftlichen Aktivität in Deutschland im Jahr 1945/46 auf die Hälfte des Niveaus des Vorkriegsjahres 1938, konnte bereits nach 5 Jahren das Vorkriegsniveau wieder erreicht werden. Auch in den folgenden Jahren, als die „Wirtschaftswunderjahre“ in die Analen eingegangen, folgten Wirtschaftswachstumsraten von durchschnittlich knapp 7 % pro Jahr.

Zu erklären ist dieses enorme Wachstum zum einen durch einen hohen Bedarf an Gütern des täglichen Lebens, der sich in den Kriegsjahren aufgestaut hatte und zum anderen durch die Ersatzinvestitionen der im Krieg zerstörten Besitztümer. Dies führte zu einer wachsenden Nachfrage nach allen in der Produktion notwendigen Faktoren: Arbeit, Kapital und Boden.

Von besonderem Interesse ist hierbei der Faktor Arbeit als Humankapital. In den 50er Jahren wuchs die Beschäftigung in Deutschland um 20% und zu Beginn der 60er Jahre wurde eine Vollbeschäftigung erreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die unterschiedlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und führt in die Notwendigkeit des deutschen Systems der industriellen Beziehungen ein.

2. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der Gewerkschaften von der Wiederaufbauphase nach 1950 bis zu den strukturellen Umbrüchen ab den 1980er Jahren nach.

3. Charakteristika des deutschen Systems: Hier werden die fünf Säulen des Modells – Dualität, Intermediarität, Zentralisierung, Repräsentativität und Verrechtlichung – detailliert erläutert.

4. Zukunft der industriellen Beziehungen in Deutschland: Das Kapitel analysiert Herausforderungen wie die Erosion des Tarifsystems und die zunehmende Individualisierung und bewertet die Zukunftsfähigkeit des Modells.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Einzigartigkeit des Systems zusammen und stellt kritische Fragen zu dessen Bestand angesichts einer neuen globalen wirtschaftlichen Revolution.

Schlüsselwörter

Industrielle Beziehungen, Gewerkschaften, Mitbestimmung, Betriebsrat, Tarifsystem, Flächentarifvertrag, Arbeitsbeziehungen, Sozialpartnerschaft, Duales System, Mitgliedererosion, Arbeitskampf, Tarifautonomie, Globalisierung, Tertiarisierung, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das deutsche System der industriellen Beziehungen, seine historischen Wurzeln sowie die aktuellen Herausforderungen und Veränderungstendenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Gewerkschaften, die Bedeutung der Mitbestimmung durch Betriebsräte, die Entwicklung der Tarifverträge und der Einfluss gesellschaftlichen Wandels auf das duale System.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist es, die Besonderheiten des deutschen Modells zur Konfliktlösung aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, ob dieses System in seiner heutigen Form noch zeitgemäß ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse, ergänzt durch statistische Daten zur Mitgliederentwicklung und Tarifverbreitung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung der fünf Strukturmerkmale des Systems und die Diskussion über Erosionstendenzen und Anpassungsprozesse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Industrielle Beziehungen, Duales System, Tarifautonomie, Mitgliedererosion, Mitbestimmung und Strukturwandel.

Warum wird die „Dualität“ als das Herzstück des Systems bezeichnet?

Die Dualität beschreibt die funktionale Arbeitsteilung zwischen der überbetrieblichen Ebene (Gewerkschaften) und der betrieblichen Ebene (Betriebsräte), welche die Stabilität des Systems maßgeblich stützt.

Was bedeutet der Begriff „Mitgliedererosion“ im Kontext der Gewerkschaften?

Mitgliedererosion bezeichnet den kontinuierlichen Rückgang der gewerkschaftlichen Organisationsrate seit den 1980er Jahren, bedingt durch soziologische und ökonomische Veränderungen wie die Tertiarisierung.

Welche Rolle spielt das „Trittbrettfahrerproblem“?

Es beschreibt das Phänomen, dass Arbeitnehmer von tariflich ausgehandelten Leistungen profitieren, ohne selbst Mitglied in der Gewerkschaft zu sein, was den Anreiz für eine Mitgliedschaft verringert.

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Details

Title
Das Deutsche System der industriellen Beziehungen
College
Dresden Technical University
Course
Internationaler Vergleich industrieller Beziehungen
Grade
2,0
Author
Diplom Kaufmann Stephan Riedel (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V62209
ISBN (eBook)
9783638554923
ISBN (Book)
9783656776970
Language
German
Tags
Deutsche System Beziehungen Internationaler Vergleich Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Kaufmann Stephan Riedel (Author), 2005, Das Deutsche System der industriellen Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62209
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